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Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache

Title: Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache

Thesis (M.A.) , 2004 , 61 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Mathias Holzapfel (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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[...] Im folgenden soll nun versucht werden, einer allzu großen Marginalisierung des Buchdrucks im Hinblick auf seinen Einfluß bei der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache entgegenzuwirken. Diese Arbeit soll sich dabei an der These orientieren, daß technische Erfindungen und ökonomisches Kalkül durchaus kulturellen Fortschritt hervorbringen können und nicht notwendigerweise im Gegensatz zu diesem stehen. Dabei wird der Blick sowohl auf die Vertriebskanäle – diesem Punkt schenken viele Forschungsbeiträge eine besondere Aufmerksamkeit –, als auch auf den Prozeß der Buchherstellung und im besonderen auf die Arbeit des Setzers zu richten sein. Ab dem nächsten Kapitel ist also zunächst zu untersuchen, welchen ökonomischen Druck die Buchdrucker und Verleger schon in der Inkunabelzeit zu spüren bekamen; denn auf diesen Zeitraum soll sich die vorliegende Untersuchung beschränken. Dabei wird zuallererst versucht, die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und das damit verbundene Schicksal Gutenbergs zu rekapitulieren, wodurch zugleich ein Einblick in die Arbeitsabläufe einer Druckerei jener Zeit ermöglicht werden soll. Daran anschließend müssen zentrale Fragen zur weiteren Entwicklung dieser vor allem technischen Innovation beantwortet werden. In diesem Zusammenhang gilt es beispielsweise zu klären, was für eine Auflagenhöhe erreicht und welche Bücher die Offizinen in dem hier anvisierten Zeitabschnitt überhaupt gedruckt haben. Mit den dann vorliegenden Ergebnissen soll schließlich auf die oben bereits angedeutete Diskussion näher eingegangen und gezeigt werden, daß der Buchdruck durchaus als Förderer schriftsprachlicher Vereinheitlichungstendenzen betrachtet werden muß. Um »durch den Buchdruck eingeleitete Veränderungen richtig einschätzen zu können, müssen wir uns [auch] über die Umstände klar werden, die herrschten, bevor er in Erscheinung trat«. An einigen Stellen wird es deshalb notwendig sein, auch Bezüge zur Zeit vor der Produktion des ersten gedruckten Buches herzustellen. Michael Gieseckes Untersuchung Der Buchdruck in der frühen Neuzeit ist nicht zuletzt auch deswegen kritisiert worden, weil sie zu wenig die Umstände vor der Erscheinung des Buchdrucks berücksichtigt: »This representation is an unbalanced one, considering it too much in the light of what is happening five centuries later and not enough in connection with what it replaced.«

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Johannes Gutenberg und die Er n dung des Buchdrucks

2.1 Mythos Gutenberg

2.2 Das Werk der Bücher

2.3 Gutenbergs Motiv

2.4 Gutenbergs Schicksal

3. Die Buchproduktion im Inkunabelzeitalter

3.1 Die Ausbreitung der Buchdruckerkunst

3.2 Was wurde gedruckt?

3.3 Das Problem der exemplaria

4. Buchdruck und Sprache

4.1 Absatzsteigerung und Sprachausgleich

4.2 Orthotypographia

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache während des Inkunabelzeitalters. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit technische Erfindungen und ökonomische Faktoren der Buchherstellung als förderliche Kräfte für die schriftsprachliche Vereinheitlichung fungierten und wie sie den bestehenden sprachlichen Raum beeinflussten.

  • Die Entstehung und Etablierung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg
  • Ökonomische Rahmenbedingungen und die Rolle des Marktes für die Buchproduktion
  • Die Auswirkungen der neuen Drucktechnologie auf die schriftsprachliche Normierung
  • Die Überwindung regionaler Sprachvarietäten und der Einfluss von Druckerzentren
  • Die Rolle der Setzer und Korrektoren bei der Gestaltung eines einheitlichen Schriftsystems

Auszug aus dem Buch

2.3 Gutenbergs Motiv

Aufgrund der mangelnden Quellenlage ist wenig überraschend, daß über die Intention, die der Erfindung Gutenbergs zugrundelag, keine Zeugnisse überliefert sind. Andreas Venzke folgert aus den wenigen überlieferten Dokumenten über Gutenbergs Leben und Handeln, dieser sei in erster Linie an ökonomischem Erfolg interessiert gewesen:

Gutenbergs Ziel bestand sicher nicht darin, seinem Zeitalter durch den Buchdruck das Licht der Erkenntnis darzubringen, oder auch nur »das Wort Gottes« zu vervielfältigen [...], und es bestand nicht einmal darin, den Buchdruck per se auf eine künstlerische Höhe zu führen. Sein Ziel bestand vielmehr in der massenhaften Fertigung eines bis dahin nur einzeln zu denkenden Produkts. Auf diese geniale Weise wollte er sich eine sprudelnde Einkommensquelle verschaffen. [...] Der energische Erfinder muß ein Gespür für den »Markt« gehabt haben, der nach Schriften verlangte, die fast alle dem religiös verbrämten, symbolisch-mystischen, abergläubischen Denken jener Zeit entsprachen, Schriften, die zwar formal neu gekleidet waren, die aber inhaltlich den Menschen nur weiterhin die Zwangsjacke der kirchlich-feudalen Herrschaft anlegten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Buchdrucks als Meilenstein der Kulturgeschichte und Darstellung der wissenschaftlichen Kontroverse über seine Rolle bei der Herausbildung einer deutschen Schriftsprache.

2. Johannes Gutenberg und die Er n dung des Buchdrucks: Analyse der Biografie Gutenbergs und der technischen sowie wirtschaftlichen Voraussetzungen, die zur Entwicklung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern führten.

3. Die Buchproduktion im Inkunabelzeitalter: Untersuchung der geografischen Ausbreitung von Druckereien, der ökonomischen Zwänge der Produzenten und der Herausforderungen bei der Beschaffung geeigneter Textvorlagen.

4. Buchdruck und Sprache: Erörterung der Frage, ob der Buchdruck und der Vertrieb überregionaler Literatur aktiv zur Normierung der deutschen Sprache beitrugen oder lediglich bestehende Strukturen beeinflussten.

5. Schlußbetrachtung: Fazit zur wechselseitigen Beziehung zwischen Buchdruck und sprachlicher Normierung sowie Ausblick auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen durch die Medientechnik.

Schlüsselwörter

Buchdruck, Johannes Gutenberg, Inkunabelzeitalter, deutsche Hochsprache, Sprachgeschichte, Mobilletterndruck, Sprachausgleich, Orthotypographia, frühneuhochdeutsch, Buchmarkt, Buchherstellung, Normierungsprozess, Medienkultur, Literaturverbreitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des frühen Buchdrucks im 15. Jahrhundert bei der Entwicklung und Standardisierung der deutschen Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Geschichte Gutenbergs, die wirtschaftlichen Bedingungen in frühen Druckereien sowie der Einfluss des massenhaften gedruckten Wortes auf sprachliche Normen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob der Buchdruck und das damit verbundene wirtschaftliche Interesse der Drucker als Motor für die Entstehung einer einheitlichen deutschen Hochsprache betrachtet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung zeitgenössischer Dokumente sowie historischer Quellen zur Buch- und Sprachgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Erfindung des Buchdrucks, die Ausbreitung der Drucktechnik in Europa, das ökonomische Kalkül der Drucker und der Zusammenhang zwischen Druckpraxis und Sprachwandel analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gutenberg, Buchdruck, Inkunabelzeitalter, Sprachnormierung und der frühe deutsche Buchmarkt.

Gab es bei der Produktion der Gutenberg-Bibel bereits ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein?

Ja, trotz der ästhetischen Ambitionen war Gutenberg als unternehmender Kaufmann an effizienten Verfahren interessiert, wobei jedoch hohe Kapitalinvestitionen für Schriftmaterial und Personal notwendig waren.

Welche Rolle spielte die Flugschrift für die Verbreitung der Sprache?

Die Flugschrift entwickelte sich parallel zur Buchliteratur und erreichte als Medium für Nachrichten und Propaganda auch die mittleren und unteren Schichten der Bevölkerung, wodurch sie mündliche Kommunikationswege ergänzte.

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Details

Title
Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1.0
Author
Mathias Holzapfel (Author)
Publication Year
2004
Pages
61
Catalog Number
V29003
ISBN (eBook)
9783638306355
Language
German
Tags
Anteil Buchdrucks Herausbildung Hochsprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mathias Holzapfel (Author), 2004, Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29003
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