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Sind ostdeutsche Jugendliche fremdenfeindlicher als Westdeutsche?

Ein Erklärungsversuch der ethnozentristischen Orientierung von ostdeutschen Jugendlichen

Título: Sind ostdeutsche Jugendliche fremdenfeindlicher als Westdeutsche?

Trabajo , 2002 , 15 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Elena Rauch (Autor)

Pedagogía - Sociología pedagógica
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In dieser Hausarbeit wird versucht, Ursachen für die ethnozentristische Orientierung von Jugendlichen in Ostdeutschland zu erklären. Insbesondere wird auf die Strukturen der ehemaligen DDR eingegangen, da man vermutet, dass es die noch in der DDR verbrachte Kindheit ist, in der die Neigung für das spätere rechtsextremistische Denken bei ostdeutschen Jugendlichen angelegt ist.
Im 2. Kapitel wird einführend auf das behandelte Thema mittels Forschungsergebnissen dargestellt, dass in den östlichen Teilen Deutschlands der Hang von Jugendlichen zum Rechtsextremismus stärker ausgeprägt ist als bei westdeutschen Jugendlichen und der Begriff des Ethnozentrismus definiert. Im 3. Hauptkapitel wird versucht, Erklärungsansätze für diese Entwicklung zu finden. Im ersten Unterkapitel (3.1) führt man kurz den uns allen gut bekannten auf befürchteten sozioökonomischen Auswirkungen basierenden Erklärungsversuch auf. Im 2. Subkapitel wird der gesellschaftliche Aspekt und die Art und Weise beleuchtet, in der sich die Bürger der DDR mit der neofaschistischen Vergangenheit auseinander setzen. In 3.3 kommt man auf den psychologischen Aspekt des Autoritarismus zu sprechen. Anschließend, in 3.4, wird die Bindungsqualität der Jugendlichen in Zusammenhang mit der Ausprägung des Ethnozentrismus gebracht und daraus auf den Ausprägungsgrad der Fremdenfeindlichkeit der ostdeutschen Jugendlichen zurückgeschlossen. Im letzten Kapitel erfahren die in dieser Arbeit aufgeführten Aspekte, welche die Entwicklung der rechten Szene unter den ostdeutschen Jugendlichen begünstigen, eine Zusammenfassung.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ergebnisse der empirischen Untersuchungen

3. Versuche der Erklärung der Ausländerfeindlichkeit ostdeutscher Jugendlicher

3.1 Sozioökonomischer Erklärungsversuch

3.2 Umgang mit der Geschichte

3.3 Autoritarismus

3.4 Bindungserfahrung und Ethnozentrismus

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für eine ausgeprägtere ethnozentristische Orientierung und Fremdenfeindlichkeit bei ostdeutschen Jugendlichen im Vergleich zu westdeutschen Jugendlichen. Ziel ist es, unter Einbeziehung soziologischer und psychologischer Erklärungsansätze die Rolle der Sozialisation in der ehemaligen DDR sowie aktuelle sozioökonomische Faktoren zu analysieren.

  • Sozioökonomische Bedingungen und ihre Auswirkung auf politisches Denken
  • Aufarbeitung der Geschichte und Ideologieerziehung in der DDR
  • Psychologische Aspekte: Autoritarismus und Erziehungsstile
  • Bindungserfahrungen und deren Zusammenhang mit Ethnozentrismus

Auszug aus dem Buch

3.3 Autoritarismus

Ein wichtiger Faktor des Ost- West- Unterschieds ist die Ausprägung autoritärer Veranlagungen und deren Einfluss auf die Ausländerfeindlichkeit. Nach den Annahmen der in den vierziger Jahren in den USA durchgeführten Untersuchungen zur autoritären Persönlichkeit, sind Menschen mit autoritären Handlungsdispositionen fremdenfeindlicher und nationalistischer, im Kontext dieser Arbeit ethnozentristischer als die Nicht-Autoritären und daher auch leichter durch rechtsextreme Propaganda anzusprechen. (vgl. Adorno, S. 109) Autoritarismus ist dabei als Produkt einer straforientierten, lieblosen Erziehung beschrieben. Er äußert sich insbesondere in Tendenzen zu autoritärer Unterordnung, autoritärer Aggression und Konventionalismus: Man gibt dem Stärkeren nach, tritt die Schwächeren und passt sich der eigenen sozialen Umwelt nicht aus Überzeugung, sondern aus Konformismus an, um nicht aufzufallen. (vgl. ebd., S. 294)

Da der ostdeutsche Staat und deren Gesellschaft durch autoritäre Strukturen geprägt ist, ist anzunehmen, dass autoritäre Persönlichkeitsstrukturen stark verbreitet sind. Der größte Teil der Erziehungsarbeit wird fast ab der Geburt der Familie entzogen und auf staatliche Einrichtungen übertragen. (Krippe, Kita, Hort und etc.) Nach Maaz orientiert sowohl die private Erziehung in der Familie als auch die öffentliche Erziehung in den staatlichen Einrichtungen an autoritären Erziehungswerten, beispielsweise an Disziplin und Ordnung, Gehorsam und Anpassung, Fleiß und Tüchtigkeit. (vgl. Maaz, S. 46)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein und erläutert die Annahme, dass die Kindheit in der DDR die Neigung zu rechtsextremistischem Denken beeinflusst hat.

2. Ergebnisse der empirischen Untersuchungen: Hier werden Studien präsentiert, die belegen, dass unter ostdeutschen Jugendlichen ein höheres Maß an Ausländerfeindlichkeit und Nationalstolz existiert als bei westdeutschen Gleichaltrigen.

3. Versuche der Erklärung der Ausländerfeindlichkeit ostdeutscher Jugendlicher: In diesem Hauptkapitel werden verschiedene theoretische Ansätze beleuchtet, die die Entstehung dieser Einstellungen erklären sollen.

3.1 Sozioökonomischer Erklärungsversuch: Das Kapitel analysiert die Rolle von Arbeitslosigkeit, Zukunftsängsten und ökonomischen Bedingungen in den neuen Bundesländern.

3.2 Umgang mit der Geschichte: Untersuchung der historischen Erziehung in der DDR und des Fehlens einer kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.

3.3 Autoritarismus: Darstellung des Einflusses autoritärer Erziehungsstile und deren Auswirkungen auf die psychologische Persönlichkeitsstruktur in der DDR.

3.4 Bindungserfahrung und Ethnozentrismus: Analyse des Zusammenhangs zwischen Bindungstypen, emotionaler Zuwendung in der Kindheit und der Neigung zu Ethnozentrismus.

4. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass nur ein Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren die Entwicklung extremistischer Gedankenwelten erklären kann.

Schlüsselwörter

Ethnozentrismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, DDR, Sozialisation, Jugendforschung, Autoritarismus, Bindungstheorie, Nationalstolz, Sozioökonomie, Erziehungsstil, Identitätsentwicklung, Geschichtsaufarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum ostdeutsche Jugendliche im Vergleich zu ihren westdeutschen Altersgenossen eine stärkere Neigung zu ethnozentristischem Denken und Fremdenfeindlichkeit zeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Untersuchung deckt sozioökonomische Faktoren, historische Einflüsse durch das DDR-Bildungssystem, psychologische Aspekte des Autoritarismus sowie Bindungserfahrungen ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Erklärungsansätze für die fremdenfeindliche Orientierung in den neuen Bundesländern zu finden und aufzuzeigen, wie unterschiedliche soziologische und psychologische Faktoren dabei ineinandergreifen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf Basis bestehender empirischer Studien und fachwissenschaftlicher Literatur (z.B. von Hopf, Maaz, Schubarth) argumentiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert sozioökonomische Einflüsse, den Umgang mit der NS-Geschichte in der DDR, die Auswirkungen autoritärer Erziehungsmuster und die Bedeutung von Bindungsstörungen für die Entstehung von Vorurteilen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ethnozentrismus, Fremdenfeindlichkeit, Sozialisation in der DDR, Autoritarismus und Bindungsqualität.

Wie prägte die DDR-Erziehung nach Maaz das emotionale Befinden von Kindern?

Laut Maaz führte die straffe, autoritäre Erziehung und die frühe Trennung von Bezugspersonen zu einem sogenannten "Mangelsyndrom", bei dem negative Gefühle unterdrückt werden mussten, was sich später in aggressiven Entladungen äußern kann.

Welche Rolle spielt die "idealisierte Geschichte" im DDR-Bildungssystem?

Die Idealisierung des antifaschistischen Staates verhinderte eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen nationalsozialistischen Familiengeschichte, wodurch undemokratische Mentalitäten und Vorurteile über Generationen hinweg weiterbestehen konnten.

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Detalles

Título
Sind ostdeutsche Jugendliche fremdenfeindlicher als Westdeutsche?
Subtítulo
Ein Erklärungsversuch der ethnozentristischen Orientierung von ostdeutschen Jugendlichen
Universidad
Free University of Berlin
Calificación
1,7
Autor
Elena Rauch (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
15
No. de catálogo
V29082
ISBN (Ebook)
9783638306997
ISBN (Libro)
9783656073970
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sind Jugendliche Westdeutsche
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elena Rauch (Autor), 2002, Sind ostdeutsche Jugendliche fremdenfeindlicher als Westdeutsche?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29082
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