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Emile Durkheim - Soziale Differenzierung und ihre Konsequenzen für das Erziehungssystem

Title: Emile Durkheim - Soziale Differenzierung und ihre Konsequenzen für das Erziehungssystem

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christiane Schorr (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Themenkomplex der sozialen
Differenzierung in der Theorie des französischen Soziologen Emile Durkheim und den daraus
resultierenden Konsequenzen für das Erziehungssystem. Die umfassenden ökonomischen,
gesellschaftlichen und politischen Veränderungen zu Lebzeiten Durkheims veranlaßten ihn
dazu, sich Gedanken über die veränderten Bedingungen und den Zustand der Gesellschaft zu
machen. Er entwickelte eine Theorie der sozialen Differenzierung, in welcher er sich
eingehend mit den Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft beschäftigte. Die
Erziehungswissenschaft fungiert seiner Meinung nach als eine Art Bindeglied zwischen den
einzelnen Menschen und der Gesellschaft. Die Erziehung als intentionale Sozialisation und
die soziologische Moralwissenschaft sollen die Individuen dazu befähigen, sich in die
Gesellschaft zu integrieren und letztendlich zu moralisch handelnden Wesen zu werden.
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem Leben und dem Werk des Soziologen Emile
Durkheim. Der zweite Gliederungspunkt befaßt sich mit dem Aspekt der sozialen
Differenzierung in der Theorie Durkheims. Dabei wird zunächst der Prozeß der Entwicklung
von segmentierten zu arbeitsteiligen Gesellschaften dargestellt, im Anschluß daran werden die
Konsequenzen, die sich für den einzelnen Menschen aus der gesellschaftlichen
Differenzierung ergeben, näher beleuchtet. Nachfolgend beschäftigt sich ein weiterer
Unterpunkt mit den sogenannten Berufsgruppen, die in der Theorie Durkheims eine Art
moralische Institution bilden. In dem sich anschließenden Punkt werden die Aufgaben und
Chancen, die sich für das Erziehungssystem aus der sozialen Ausdifferenzierung ergeben,
dargestellt. Das dritte Kapitel hat zur Aufgabe bestehende Stärken und Schwächen der
Durkheimschen Lehre näher zu beleuchten und abschließend beschäftigt sich der letzte
Gliederungspunkt mit der Aktualität der Entwürfe des französischen Soziologen.
Die verwendeten Materialien, einerseits Zeitschriftenartikel, andererseits Kapitel aus Büchern
oder ganze Bücher, besitzen zum Teil einen einführenden Charakter in den Themenkomplex
der Durkheimschen Theorie. Desweiteren wurden zur Fertigstellung dieser Hausarbeit ins
Deutsche übersetzte Originaltexte des Soziologen Emile Durkheim und weiterführende bzw.
ergänzende Texte verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Emile Durkheims Leben und Werk

3. Soziale Differenzierung in der Theorie Emile Durkheims

3.1. Der Prozeß der sozialen Differenzierung

3.1.1. Die Entwicklung von ‚segmentierten’ zu ‚arbeitsteiligen’ Gesellschaften

3.1.2. Konsequenzen für das Individuum

3.1.3. Die Berufsgruppen als moralische Institutionen

3.2. Aufgaben und Chancen für das Erziehungssystem

4. Kritik an Durkheims Theorie

5. Schlußbetrachtung: Die Aktualität der Theorie Durkheims

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen sozialer Differenzierung und dem Erziehungssystem in der Soziologie von Emile Durkheim, mit dem primären Ziel aufzuzeigen, wie Erziehung als intentionale Sozialisation den sozialen Zusammenhalt und die moralische Integration in einer arbeitsteiligen Gesellschaft sichert.

  • Die soziologische Analyse des Wandels von segmentierten zu arbeitsteiligen Gesellschaften.
  • Die Rolle der Moral und des Kollektivbewusstseins bei der Integration des Individuums.
  • Die Funktion von Berufsgruppen als moralische Institutionen zur Vermeidung von Anomie.
  • Die Bedeutung des Erziehungssystems als Bindeglied zwischen Individuum und Gesellschaft.
  • Die heutige Relevanz von Durkheims Theorien im Kontext der Kommunitarismus-Debatte.

Auszug aus dem Buch

3.1.3. Die Berufsgruppen als moralische Institutionen

Trotz aller positiven Entwicklungen im Zusammenhang mit der sich mehr und mehr entfaltenden Arbeitsteilung und der damit einhergehenden Individualisierungstendenzen sah auch Emile Durkheim bereits zu seiner Zeit mögliche Probleme der arbeitsteiligen Gesellschaften. Die nicht mehr konkreten und spezifischen, sondern allgemeinen und abstrakten Inhalte des Kollektivbewußtseins, die immer mehr und mehr individualisierte Wirklichkeit und das Fehlen eines Trägers einer gegenständlichen und einheitlichen Moral können zu Ursachen sozialer Desintegrationserscheinungen werden und somit zu fehlender gesellschaftlicher Ordnung führen. Um diese Situation zu überwinden beschäftigt sich Durkheim im Vorwort zur zweiten Auflage seines Werkes „Über soziale Arbeitsteilung“ (1902) mit dieser Problemstellung und führt zur Überwindung die sogenannten Berufsgruppen als eine Art moralische Institution an.

Vor allem die Ökonomie ist -laut Durkheim- immer wieder Schauplatz von Unordnung und Konflikten. Durch die fehlenden moralischen und rechtlichen Regeln „[...] herrscht das Recht des Stärkeren, und der latente oder offene Kriegszustand ist notwendigerweise chronisch.“ Um diesen Zustand fehlender Moralität bzw. Anomie zu beseitigen, bedarf es einer gemeinschaftlichen Anstrengung, an deren Ende eine Gruppe existieren muß, die für die Aufstellung eines berufsspezifischen Regelsystems verantwortlich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Themenstellung der sozialen Differenzierung und die Relevanz der Erziehung bei Emile Durkheim.

2. Emile Durkheims Leben und Werk: Biographischer Abriss und Einordnung der zentralen Werke Durkheims in den soziologischen Kontext.

3. Soziale Differenzierung in der Theorie Emile Durkheims: Detaillierte Darstellung des Übergangs von segmentierter zu arbeitsteiliger Gesellschaft sowie der Rolle von Berufsgruppen und Bildung.

4. Kritik an Durkheims Theorie: Diskussion der methodischen und inhaltlichen Schwachstellen der Durkheimschen Analyse der Arbeitsteilung.

5. Schlußbetrachtung: Die Aktualität der Theorie Durkheims: Analyse der heutigen Bedeutung Durkheims innerhalb der Kommunitarismus-Debatte und für moderne Gesellschaftsprobleme.

Schlüsselwörter

Soziale Differenzierung, Emile Durkheim, Arbeitsteilung, Erziehungssystem, Sozialisation, Kollektivbewusstsein, Mechanische Solidarität, Organische Solidarität, Anomie, Berufsgruppen, Moralwissenschaft, Individualisierung, Kommunitarismus, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den soziologischen Themenkomplex der sozialen Differenzierung bei Emile Durkheim und analysiert, welche Konsequenzen dieser Prozess für das Erziehungssystem und den sozialen Zusammenhalt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Übergang von segmentierten zu arbeitsteiligen Gesellschaften, die moralische Integration des Einzelnen, die Funktion von Berufsgruppen und die erziehungswissenschaftliche Bedeutung des Sozialisationsprozesses.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Erziehung nach Durkheim als Bindeglied zwischen Individuum und Gesellschaft fungiert, um trotz fortschreitender Spezialisierung eine moralische Ordnung aufrechtzuerhalten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der Originaltexte Durkheims sowie weiterführende sekundäranalytische Zeitschriftenartikel und Fachbücher ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Differenzierungsprozesses, die daraus resultierenden Konsequenzen für das Individuum, die Bedeutung der Berufsgruppen und die pädagogischen Aufgaben des Erziehungssystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Differenzierung, Solidarität, Kollektivbewusstsein, Erziehung, Anomie und moralische Institutionen geprägt.

Warum hält die Autorin Berufsgruppen für so wichtig bei Durkheim?

Berufsgruppen werden als moralische Institutionen betrachtet, die in einer arbeitsteiligen Welt notwendig sind, um individuelle Egoismen zu zügeln und ein Gefühl der Solidarität zu fördern, das den drohenden Zustand der Anomie verhindert.

Inwiefern ist die Theorie heute noch aktuell?

Die Autorin bezieht sich auf die aktuelle Kommunitarismus-Debatte, in der ähnliche Fragen wie bei Durkheim gestellt werden, nämlich wie man in einer hochgradig individualisierten Gesellschaft ein einigendes soziales Band knüpfen kann.

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Details

Title
Emile Durkheim - Soziale Differenzierung und ihre Konsequenzen für das Erziehungssystem
College
University of Trier  (Fachbereich I)
Course
Theorien der Sozialisation
Grade
1,3
Author
Christiane Schorr (Author)
Publication Year
1997
Pages
19
Catalog Number
V29108
ISBN (eBook)
9783638307178
Language
German
Tags
Emile Durkheim Soziale Differenzierung Konsequenzen Erziehungssystem Theorien Sozialisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Schorr (Author), 1997, Emile Durkheim - Soziale Differenzierung und ihre Konsequenzen für das Erziehungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29108
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