„A women’s place is no longer in the home. It seems to be in the communication department.”
Diese offensichtlich „sarkastisch“ formulierte Erkenntnis der Kommunikationswissenschaftlerin Wilma Mathews von 1986 bezieht sich auf eine rasante Entwicklung im US-amerikanischen Berufsfeld der Public Relations (PR). Waren in den 1960er Jahren noch 10 Prozent der Beschäftigten in den PR Frauen, betrug der Anteil Mitte der 80er Jahre bereits mehr als die Hälfte, Ende der 90er sogar zwei Drittel.
Aber auch in der Bundesrepublik Deutschland lässt sich ein klarer Trend ausmachen: Arbeiteten in den PR zu Beginn der 80er Jahre nur etwa 16 Prozent Frauen, waren es Ende der 90er schon 41 Prozent. 2011 überschritt schließlich der Anteil weiblicher PR-Praktiker erstmals die 50-Prozent-Marke. Aufgrund dieser schnellen branchenspezifischen Entwicklung sind in der PR-Forschung viele Fragen aufgeworfen und Diskussionen angestoßen worden. Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, eine geschlechtsspezifische Tendenz im Berufsfeld der PR vorzustellen und eine seit Jahrzehnten um dieses Berufsfeld schwelende Debatte aufzugreifen: Die Feminisierung innerhalb der PR.
Inhaltsverzeichnis
- 1,1. Einleitung
- 2. Theoretische Grundlage
- 2.1. Dimensionen von Diskriminierung
- 2.2. Auswirkungen auf das Berufsfeld
- 3. Diskussion im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen der PR-Branche
- 3.1. Empirische Befunde
- 3.2. Diskussion der Ansätze im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen
- 4. Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Feminisierung im Berufsfeld der Public Relations (PR) und analysiert die möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Branche. Sie greift die seit Jahrzehnten schwelende Debatte über die Feminisierung in der PR auf und untersucht, inwiefern diese zukünftig die Berufsfeldstrukturen verändern könnte.
- Quantitative und qualitative Feminisierung in der PR
- Diskriminierungsdimensionen von Frauen im PR-Berufsfeld
- Die „Theorie der Freundlichkeitsfalle“ und ihre Auswirkungen auf den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen
- Mögliche Folgen der Feminisierung für die Professionalisierung und Gleichberechtigung der PR-Branche
- Zukünftige Entwicklungen der PR-Branche im Kontext der Feminisierung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Feminisierungstendenz im PR-Berufsfeld dar und führt die Forschungsfrage ein: Inwiefern könnte die Feminisierung zukünftig die Berufsfeldstrukturen der PR verändern?
Der theoretische Rahmen der Arbeit basiert auf Ansätzen und Befunden aus amerikanischen und deutschsprachigen Arbeiten zur Feminisierung in der PR. Kapitel 2.1 beleuchtet die Dimensionen von Diskriminierung, die Frauen im PR-Berufsfeld erfahren, insbesondere die Gehaltsdiskriminierung und die hierarchische Diskriminierung. Kapitel 2.2 diskutiert die Auswirkungen der Feminisierung auf das Berufsfeld, insbesondere die „Theorie der Freundlichkeitsfalle“, die erklärt, warum Frauen trotz ihrer kommunikativen Stärke oft in untergeordneten Positionen bleiben.
Kapitel 3.1 präsentiert empirische Befunde zur Feminisierung in der PR, während Kapitel 3.2 die Ansätze im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen der Branche diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Feminisierung, die Public Relations (PR), die Berufsfeldstrukturen, die Diskriminierung von Frauen, die Gehaltsdiskriminierung, die hierarchische Diskriminierung, die „Theorie der Freundlichkeitsfalle“, die Professionalisierung, die Gleichberechtigung und die zukünftigen Entwicklungen der PR-Branche.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet "Feminisierung" im Berufsfeld PR?
Es beschreibt den Trend, dass der Anteil von Frauen in der Public Relations Branche massiv angestiegen ist und mittlerweile oft über 50 Prozent liegt.
Was ist die "Theorie der Freundlichkeitsfalle"?
Diese Theorie besagt, dass Frauen aufgrund zugeschriebener kommunikativer "Sanftheit" oft in ausführenden Rollen bleiben und seltener in harte Führungspositionen aufsteigen.
Gibt es Gehaltsdiskriminierung in der PR-Branche?
Studien zeigen, dass trotz der Feminisierung oft ein "Gender Pay Gap" existiert, bei dem männliche PR-Praktiker im Durchschnitt mehr verdienen als ihre weiblichen Kollegen.
Wie wirkt sich die Feminisierung auf die Professionalisierung aus?
In der Forschung wird diskutiert, ob ein hoher Frauenanteil zu einer Auf- oder Abwertung des Berufsstatus und der Gehälter in der gesamten Branche führen könnte.
Welche Rolle spielen hierarchische Diskriminierungen?
Frauen sind zwar in der Überzahl, aber in den obersten Führungsetagen von PR-Agenturen und Kommunikationsabteilungen sind Männer oft noch überrepräsentiert.
- Quote paper
- Leonard Kehnscherper (Author), 2014, Frauenberuf PR? Die möglichen Auswirkungen der Feminsierung auf das PR-Berufsfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/291246