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Wettbewerbsprobleme bei der Zentralvermarktung von Sportligen

Title: Wettbewerbsprobleme bei der Zentralvermarktung von Sportligen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nicolaus Pham (Author)

Economy - Theory of Competition, Competition Policy
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Die Freiheit der Teilnehmer einer Sportliga steht vor dem Hintergrund der
Zentralvermarktung im Zentrum der folgenden Betrachtungen. Relative Freiheit,
welche im Gegensatz zu absoluter Freiheit lediglich die „‘unangemessene’ [...]
Beschränkung des Handlungsspielraums bzw. der Wahlmöglichkeiten von Wirtschaftssubjekten
[...] als Freiheitsbeschränkungen bezeichnet“1, ist wiederum der
zentrale Punkt der wettbewerbspolitischen Analyse im Rahmen des systemtheoretischen
Ansatzes2, der dieser Arbeit zu Grunde gelegt wird.
Beim systemtheoretischen Ansatz handelt es sich um einen nichtdeterministischen
Ansatz, der Wettbewerbsfreiheit als Voraussetzung für Marktprozesse ansieht, die zu
besseren ökonomischen Ergebnissen führen als jene bei Existenz von Wettbewerbsbeschränkungen.
3 Um Vergleichbarkeit herzustellen, werden als Referenzsituation
wettbewerbliche Marktprozesse herangezogen, wobei zunächst die Wettbewerbsbeschränkungen
klar definiert und identifiziert werden müssen.
Das entsprechende Gegenstück des systemtheoretischen Ansatzes ist der wohlfahrtsökonomische
Ansatz, der nicht auf bessere ökonomische Ergebnisse abzielt,
sondern eindeutige Struktur-Verhalten-Ergebnis-Konstellationen unterstellt. Dieser
Ansatz, wohlfahrtsökonomische Optima zu prognostizieren, wird systemtheoretisch
abgelehnt und die Praktikabilität des systemtheoretischen Ansatzes insofern verbessert,
indem das Anspruchsniveau bei diesem durch das Begnügen auf „bessere
ökonomische Ergebnisse“ und die Vermeidung von Einzelfallbetrachtungen gesenkt
wird.4 Problematisch ist beim systemtheoretischen Ansatz die bereits erwähnte
Definition und Identifikation der Wettbewerbsbeschränkungen.
1 Herdzina, K. (1999), S. 13.
2 Vgl. Herdzina, K. (1999), S. 108f.
3 Vgl. Herdzina, K. (1999), S. 109.
4 Vgl. Herdzina, K. (1999), S. 113.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ZENTRALVERMARKTUNG VON SPORTLIGEN

2.1 FUßBALL-BUNDESLIGA

2.2 FORMEL 1-WELTMEISTERSCHAFT

3 WETTBEWERBSPOLITISCHE BETRACHTUNG

3.1 ALLGEMEINES

3.1.1 Veranstalterbegriff

3.1.2 Bereichsfreistellung des Sports

3.2 FUßBALL-BUNDESLIGA

3.2.1 Monopolstellung der DFL

3.2.2 Zentralvermarktung als Marktzutrittschranke

3.2.3 Alternative Vermaktungsmöglichkeiten

3.3 FORMEL 1-WELTMEISTERSCHAFT

3.3.1 Wettbewerbsgefährdende Marktstruktur

3.3.2 Behinderungspraktiken und Freiheitsbeschränkungen

3.3.3 Lösung und Bewertung

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wettbewerbspolitischen Auswirkungen der Zentralvermarktung in Sportligen am Beispiel der Fußball-Bundesliga und der Formel 1 unter Anwendung systemtheoretischer Ansätze.

  • Kartellrechtliche Rahmenbedingungen und Bereichsfreistellungen im Sport
  • Analyse der Marktmacht und Zentralvermarktung in der Fußball-Bundesliga
  • Untersuchung der Anbieterstruktur und Behinderungspraktiken in der Formel 1
  • Bewertung von Alternativen wie der Individualvermarktung

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Zentralvermarktung als Marktzutrittschranke

Zentralvermarktung grenzt nicht nur die Zahl der Anbieter auf genau einen ein, sondern schränkt durch die Bündelung von Rechten das Angebot ein. Letztere führt auch dazu, daß durch den höheren Preis für ein Bündel an Übertragungsrechten nur eine kleine Zahl zahlungskräftiger Rechtenehmer in Frage kommt und kleinere Fernsehanstalten ins Hintertreffen geraten.

Ebenso schränkt die Zentralvermarktung die Erschließung neuer Märkte für die individuellen Vereine wesentlich ein, wodurch Vermarktungspotenziale und somit bessere ökonomische Ergebnisse i.S.d. systemtheoretischen Ansatzes nicht realisiert werden können. Über Verpflichtungen von Spielern aus viel versprechenden Märkten und Ländern z.B. der Chinese Shao beim TSV 1860 München oder der Japaner Takahara beim Hamburger SV, erhoffen sich die Vereine Einnahmepotenziale im Ausland über die Vergabe von Merchandiserechten. Wesentlich höher könnten diese Einnahmen bei Individualvermarktung der Fernsehübertragungsrechte sein, könnte der jeweilige Verein diese Rechte in das Heimatland des Spielers verkaufen. In diesen Märkten wie China oder Japan wäre für ein Gesamtpaket „Deutsche Bundesliga“ hingegen nur sehr schwer ein Abnehmer zu finden.

Die genannten Nachteile und Gefahren der Individualvermarktung sind nur eine ungenügende Rechtfertigung der Zentralvermarktung. Für den Fortbestand der Liga und der Wahrung ihrer Leistungsfähigkeit ist die Zentralvermarktung nicht notwendig. Alternativen werden allerdings inzwischen offen diskutiert, jedoch gibt es auch Verfechter der Zentralvermarktung, wie dem britischen Restrictive Practices Court (RPC), welcher zur Erreichung der Ziele der sportlichen Ausgeglichenheit der Liga und der Spannung keine Alternative zur Zentralvermarktung sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der systemtheoretischen Basis zur Analyse von Wettbewerbsbeschränkungen im Kontext der Sportvermarktung.

2 ZENTRALVERMARKTUNG VON SPORTLIGEN: Einführung in die sportökonomischen Besonderheiten und die Strukturen der Fußball-Bundesliga sowie der Formel 1.

3 WETTBEWERBSPOLITISCHE BETRACHTUNG: Detaillierte Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit und der Auswirkungen der zentralen Rechtevermarktung auf den Wettbewerb.

4 FAZIT: Synthese der Ergebnisse zur Notwendigkeit der Zentralvermarktung trotz bestehender wettbewerbsrechtlicher Bedenken.

Schlüsselwörter

Zentralvermarktung, Sportligen, Fußball-Bundesliga, Formel 1, Kartellrecht, Wettbewerbspolitik, Fernsehrechte, Marktmacht, DFL, FIA, FOA, Vermarktungspraktiken, Systemtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert die ökonomischen und wettbewerbsrechtlichen Probleme, die durch die zentrale Vermarktung von Übertragungsrechten in professionellen Sportligen entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Kartellproblematik, die Marktstruktur von Ligen, die Rolle von Sportverbänden als Veranstalter sowie die Auswirkungen auf den Wettbewerb zwischen Sendern und Vereinen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu beurteilen, ob die Zentralvermarktung trotz ihrer wettbewerbsbeschränkenden Wirkung ökonomisch legitimierbar ist, um den Bestand und die Ausgeglichenheit von Sportligen zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem systemtheoretischen Ansatz, der Wettbewerbsfreiheit als Grundvoraussetzung für positive ökonomische Ergebnisse in Marktprozessen betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine rechtliche Betrachtung und eine spezifische Analyse der Fußball-Bundesliga und der Formel 1 inklusive der Vermarktungspraktiken und deren Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentralvermarktung, Kartellrecht, Sportökonomie, DFL, FIA, Marktzutrittschranken und Wettbewerbsfreiheit.

Warum wird die Zentralvermarktung in der Formel 1 kritischer gesehen als in der Bundesliga?

In der Formel 1 dient die Zentralvermarktung weniger dem sozialen Ausgleich zwischen Teams, sondern dient primär der Machtkonzentration bei zentralen Akteuren wie der FOA, was zu Behinderungspraktiken führt.

Welche Rolle spielt Bernie Ecclestone in diesem Kontext?

Ecclestone fungierte als zentrale Figur innerhalb eines komplexen Firmengeflechts, welches durch die enge Verknüpfung von Regulierungsbehörden (FIA) und Vermarktern (FOA) eine kaum angreifbare Marktposition einnahm.

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Details

Title
Wettbewerbsprobleme bei der Zentralvermarktung von Sportligen
College
University of Bayreuth  (Lehrstuhl VWL IV - Wirtschaftstheorie)
Course
Aktuelle Probleme der Wettbewerbspolitik
Grade
2,3
Author
Nicolaus Pham (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V29207
ISBN (eBook)
9783638307758
Language
German
Tags
Wettbewerbsprobleme Zentralvermarktung Sportligen Aktuelle Probleme Wettbewerbspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolaus Pham (Author), 2004, Wettbewerbsprobleme bei der Zentralvermarktung von Sportligen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29207
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