Der Projektbericht "Videokonferenzen als Alternative zum Geschäftsreistourismus eine Kommunikationswissenschaftler Untersuchung" richtet sich zum einen an Reisebüros, die aktuell durch die Nullprovision einem hohen Kostendruck ausgesetzt sind. Zum anderen sollten sich Unternehmer angesprochen fühlen, die IuK-Technologien als Alternative zur Geschäftsreise einführen möchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Geschäftsreisetourismus
2.2 Videokonferenz
2.2.1 Kommunikation
2.2.2 Telekommunikation
2.2.3 Telematik
2.2.4 Videokonferenzen und ihre Eigenschaften
3 Kosten-Nutzen-Analyse von Videokonferenzen
3.1 Kosten
3.2 Nutzen
3.2.1 Kostenreduzierung durch Einsparungen von Geschäftsreisen
3.2.2 Räumliche Unabhängigkeit
3.2.3 Zeit als Wettbewerbsvorteil
3.2.4 Informations- und wissensbasierte Gesellschaft
3.2.5 Politische und soziale Unruhen
3.2.6 Ökologische Umwelt
4 Kommunikationswissenschaftliche Untersuchung
4.1 Einsatz von Videokonferenzen in der Praxis
4.2 Kommunikationsmodelle
4.2.1 Kanalreduktionsmodell
4.2.2 Theorie der subjektiven und sozialen Medienakzeptanz
4.2.3 Medienwahl aus Sicht des aufgabenorientierten Ansatzes
4.2.4 Medienwahl aus Sicht der Theorie der Sozialen Präsenz
4.2.5 Medienwahl aus Sicht der „Media-Richness-Theorie“
4.2.6 Kulturraum-Modell
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Empfehlung für die Praxis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Substitutionspotenzial von Geschäftsreisen durch Videokonferenzen aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive und evaluiert, inwiefern moderne Informationstechnologien den persönlichen Kontakt im Geschäftsalltag ersetzen oder sinnvoll ergänzen können.
- Kosten-Nutzen-Analyse von Videokonferenzsystemen in Unternehmen
- Kommunikationswissenschaftliche Theorien zur Medienwahl und Medienakzeptanz
- Ökologische und ökonomische Auswirkungen des Ersatzes von Geschäftsreisen
- Einfluss kultureller Faktoren auf den Erfolg von Geschäftskommunikation
- Strategische Handlungsempfehlungen für Reisevermittler im Bereich Krisenmanagement
Auszug aus dem Buch
Medienwahl aus Sicht der „Media-Richness-Theorie“
Gemäß der empirischen Untersuchung von DAFT und LENGEL wählen Führungskräfte den geeignetesten Kommunikationskanal in Abhängigkeit von der Komplexität der Kommunikationsaufgabe. Von Führungskräften zu bearbeitende Organisationsprobleme können unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen. Beispielsweise können einfache Probleme in programmierbarer und routinemäßiger Weise bearbeitet werden. Problemstellungen mit einem hohen Komplexitätsgrad bedürfen hingegen innovativer und ungewöhnlicher Lösungsansätze.
Der Kommunikationskanal ist eng an den von DAFT und LENGEL eingeführten Begriff der Informationsreichhaltigkeit (Media Richness) gekoppelt, der „die potentielle Informationsübertragungskapa zität von Kommunikationsmedien“ beze ichnet. So hat jeder Kommunikationskanal einen gewissen Grad der Informationsübertragungskapazität. Kommunikationsmedien sind dem Komplexitätsgrad der Problemstellung anzupassen. Zu viel Reichhaltigkeit kann zu unnötiger Verkomplizierung führen; zu wenig Reichhaltigkeit hingegen birgt die Gefahr der zu starken Problemvereinfachung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Erwartungen an Kommunikationstechnologien zur Substitution von Geschäftsreisen und definiert den Fokus der wissenschaftlichen Untersuchung.
2 Grundlagen und Definitionen: Dieses Kapitel liefert die begriffliche Basis, indem es Geschäftsreisetourismus, Videokonferenzen und die zugehörige telematische Infrastruktur definiert und abgrenzt.
3 Kosten-Nutzen-Analyse von Videokonferenzen: Hier werden ökonomische, ökologische und soziale Faktoren analysiert, um zu klären, unter welchen Bedingungen sich die Investition in Videokonferenztechnik für Unternehmen rentiert.
4 Kommunikationswissenschaftliche Untersuchung: In diesem zentralen Teil werden diverse theoretische Modelle (wie Kanalreduktionsmodell, Media-Richness-Theorie) herangezogen, um das tatsächliche Kommunikationsverhalten und die Grenzen der Substitution von Face-to-Face-Kontakten zu erklären.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Reisevermittler ab, insbesondere im Kontext präventiven Krisenmanagements.
Schlüsselwörter
Videokonferenzen, Geschäftsreisetourismus, Kommunikation, Substitution, Medienakzeptanz, Media-Richness-Theorie, Telematik, Kosten-Nutzen-Analyse, Management, Informationsreichhaltigkeit, Unternehmenseffizienz, Face-to-face-Kommunikation, Krisenmanagement, Sozialer Nutzen, Technologieeinsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Videokonferenzen als Alternative oder Ergänzung zu Geschäftsreisen in einem wirtschaftlichen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analysen, kommunikationswissenschaftliche Theorien zur Medienwahl sowie ökologische und kulturelle Aspekte der Geschäftskommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu begründen, warum sich Videokonferenzen trotz ihres objektiven Nutzens in der Praxis bisher nur schwer gegen klassische Geschäftsreisen durchsetzen konnten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener kommunikationswissenschaftlicher Theorien, die durch betriebswirtschaftliche Argumentationslinien und empirische Studien untermauert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Kosten-Nutzen-Analyse und eine fundierte kommunikationswissenschaftliche Untersuchung mittels verschiedener Modelle, die die Eignung technischer Medien bewerten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Substitution, Media-Richness, Kanalreduktion, soziale Präsenz und Kulturraum-Modell.
Warum können Videokonferenzen das persönliche Treffen laut dieser Untersuchung nicht vollständig ersetzen?
Aufgrund des Kanalreduktionsmodells und kultureller Faktoren können rein technische Medien nonverbale Signale und das für Geschäftsabschlüsse notwendige soziale Vertrauen oft nur unzureichend vermitteln.
Welchen strategischen Mehrwert liefert die Arbeit für Geschäftsreisevermittler?
Reisevermittler können sich als ganzheitliche Berater positionieren, indem sie Videokonferenzpakete als komplementäre Lösung in ihr Portfolio aufnehmen, insbesondere für Zeiten politischer Krisen.
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- Michael Hellmann (Author), 2004, Videokonferenzen als Alternative zum Geschäftsreisetourismus - eine kommunikationswissenschaftliche Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29230