In dieser Arbeit habe ich mich verschiedenen Fragen gewidmet: Grundsätzlich stellte sich das Problem der Definition, also „was ist Medienkonzentration“? Daraufhin habe ich auch versucht, verschiedene Formen von Konzentration auszuloten und den Unterschied zwischen publizistischer und ökonomischer Konzentration darzustellen. Ich habe ebenso versucht, Argumente pro und contra Medienkonzentration zu finden und Modelle zu beschreiben, mit denen man der Konzentration am Medienmarkt vorbeugen kann. Welche Möglichkeiten haben die verschiedenen Formen der Konzentrationskontrolle, und wo liegen die Schwachpunkte?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsbestimmung
1.1 Medien
1.2 Konzentration
1.3 Problem
2. Formen der Konzentration
2.1. Horizontale Konzentration
2.2 Vertikale Konzentration
2.3 Multimediale bzw. diagonale Konzentration
2.4. Internationale Konzentration
2.5. Multisektorale Konzentration
3. Argumente pro und contra Konzentration
3.1 Pro
3.2 Contra
4. Konzentrationskontrolle
4.1 Allgemeine Problematik
4.2 Formen von Vielfalt
4.3 Regelungen zur Konzentrationskontrolle im Rundfunkbereich in Deutschland
4.3.1 „Beteiligungsmodell“ im Staatsvertrag (1992 - 1996)
4.3.2 Das „Zuschauermarktanteilsmodell“
4.3.3 Weitere Modelle der Konzentrationskontrolle
4.4 Schwächen der Konzentrationskontrolle
5. Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Medienkonzentration und der notwendigen Konzentrationskontrolle. Das primäre Ziel ist es, den Doppelcharakter von Medien als Wirtschaftsunternehmen und Träger öffentlicher Aufgaben zu analysieren und zu bewerten, welche regulatorischen Modelle geeignet sind, Meinungsvielfalt und Medienfreiheit zu sichern.
- Definition und Formen der Medienkonzentration
- Publizistische versus ökonomische Konsequenzen von Medienmacht
- Debatte um Pro- und Contra-Argumente der Marktkonzentration
- Analyse deutscher Kontrollmodelle wie das Beteiligungs- und Zuschauermarktanteilsmodell
- Kritische Würdigung der Schwächen aktueller Kontrollmechanismen
Auszug aus dem Buch
2.1. Horizontale Konzentration
Die Horizontale Konzentration bedeutet die Ausdehnung oder den Zusammenschluss von Unternehmen auf derselben Produktionsstufe. Es schließen sich also Medienunternehmen des gleichen Typs (zum Beispiel zwei Tageszeitungen) innerhalb eines relevanten Marktes zusammen. Ein Medienkonzern (oder einige wenige Medienkonzerne) bieten mehrere Programme an beziehungsweise dominieren den Programmveranstalter.
Ziele der Horizontalen Konzentration sind vor allem Größenvorteile in der Produktion, Fixkostenreduzierung, Erlangung einer dominierenden Marktposition, günstige Bedingungen zur Werbefinanzierung und auch die Bildung von Senderfamilien. Als Beispiel für solche Senderfamilien könnte die ProSieben AG angeführt werden, in der verschiedene Sender wie ProSieben, Kabel 1 und andere enthalten sind.
Eine ökonomische Folge der horizontalen Konzentration ist die Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen, zu den publizistischen Folgen zählen abnehmende Vielfalt, eine geringe Zahl unabhängiger Veranstalter und die Ungleichheit der Programmreichweiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffsbestimmung: Einführung in die zentralen Begriffe Medien und Konzentration sowie Darstellung des Kernproblems des Doppelcharakters von Medien.
2. Formen der Konzentration: Erläuterung verschiedener Konzentrationsarten wie horizontaler, vertikaler, multimedialer, internationaler und multisektoraler Konzentration.
3. Argumente pro und contra Konzentration: Abwägung ökonomischer Argumente für Konzentration gegen die publizistischen Gefahren für Pressefreiheit und Meinungsvielfalt.
4. Konzentrationskontrolle: Untersuchung staatlicher Regulierungsansätze, insbesondere im deutschen Rundfunk, unter Einbeziehung des Beteiligungs- und Zuschauermarktanteilsmodells.
5. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Online-Quellen.
Schlüsselwörter
Medienkonzentration, Konzentrationskontrolle, Meinungsmacht, Rundfunk, Medienmarkt, Wettbewerb, Pluralismus, Publizistik, Medienpolitik, KEK, Zuschauermarktanteil, Meinungsvielfalt, Wirtschaftsunternehmen, Medienfreiheit, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Problematik der Medienkonzentration und die Notwendigkeit staatlicher Kontrollmechanismen, um die Funktionsfähigkeit demokratischer Systeme zu gewährleisten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Medienkonzentration, der Unterscheidung ihrer Erscheinungsformen, der Debatte über deren Vor- und Nachteile sowie einer detaillierten Analyse deutscher Regulierungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, wie der Staat die Interessen von Medien als Wirtschaftsunternehmen mit dem öffentlichen Auftrag der Meinungs- und Willensbildung in Einklang bringen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Untersuchung aktueller medienpolitischer Regelungen in Deutschland basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Systematisierung verschiedener Konzentrationsformen, die Gegenüberstellung von Argumenten sowie eine tiefe Analyse von Modellen wie dem Beteiligungs- und dem Zuschauermarktanteilsmodell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Medienkonzentration, Meinungsvielfalt, Konzentrationskontrolle, Rundfunkstaatsvertrag und das Spannungsfeld zwischen ökonomischer und publizistischer Macht.
Was ist das Beteiligungsmodell im Kontext der Arbeit?
Das Beteiligungsmodell war ein Regulierungsansatz von 1992 bis 1996, der durch Höchstgrenzen bei der Beteiligung an bundesweiten Rundfunkprogrammen eine heterogene Gesellschafterstruktur und damit Vielfalt sicherstellen sollte.
Warum kritisiert der Autor das Zuschauermarktanteilsmodell?
Der Autor führt an, dass das Modell zwar Reichweiten als Indikator nutzt, jedoch grundlegende Probleme wie die mangelnde Auskunftspflicht der Unternehmen und den begrenzten Einfluss von Kontrollorganen wie dem Programmbeirat nicht ausreichend löst.
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- Bernhard Hagen (Author), 2002, Medienkonzentration und Konzentrationskontrolle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29252