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Timothy Tatchers "Für Tote Eintritt verboten". Eine literaturwissenschaftliche Analyse

Titel: Timothy Tatchers "Für Tote Eintritt verboten". Eine literaturwissenschaftliche Analyse

Seminararbeit , 2013 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ursula Elisabeth Prunč (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Slawische Länder
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei der Auswahl eines Kriminalromans als Analyseobjekt im Rahmen des Proseminars ergaben sich die durchaus bekannten Schwierigkeiten: nur wenige Titel der Vorschlagsliste sind in deutscher Übersetzung erschienen, in Bibliotheken oder im Buchhandel zu finden. Weitere Recherchen ließen mich aber auf der Internetseite des ZVAB-Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher fündig werden, so dass ich mich in der vorliegenden Arbeit mit dem Krimi Für Tote Eintritt verboten von Nenad Brixy, veröffentlicht unter dem Pseudonym Timothy Tatcher, beschäftigen werde.
Als langjährige begeisterte Krimileserin war ich beim ersten schnellen Lesen des Buches zunächst irritiert und auch etwas enttäuscht wegen des einfachen Plots und der trivialen Lösung des Falles. Aber das Buch sollte sich als ein spannender literaturwissenschaftlicher Fall herausstellen, der allerdings ohne eine gewisse ermittlungstechnische Energie nicht zu lösen war.
Meine These: Der untersuchte Krimi ist eine Parodie, also ein „Gegenlied“, zu einem bekannten Werk und ist durch direkte und indirekte spezifische Formen des intertextuellen Schreibens geprägt.
Nach einer kurzen Darstellung zum Krimi als literarische Gattung und einer Biografie des Autors soll im Hauptteil der Arbeit meine These durch die Analyse des untersuchten Romans im Vergleich zu seinen angenommenen literarischen Vorlagen anhand von repräsentativen Zitaten bewiesen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Der Kriminalroman als literarische Gattung

1.1 Definition und Untergattungen

1.2 Einordnung des untersuchten Romans in das Genre Krimi

2. Der Autor Nenad Brixy

3. Der Krimi Für Tote Eintritt verboten

3.1 Ort und Zeit der Handlung

3.2 Erzähler, Hobbyermittler und offizielle Ermittler

3.3 Die Opfer

3.4 Die Helfer und Nebenfiguren

3.5 Der Plot

4. Analyse des Romans

4.1 Die Vorlage: der Spillane-Krimi

4.2 Das Untersuchungsobjekt: der Tatcher(-Brixy)-Krimi

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Kriminalroman "Für Tote Eintritt verboten" von Nenad Brixy (veröffentlicht unter dem Pseudonym Timothy Tatcher) mit dem Ziel, die These zu belegen, dass es sich bei dem Werk um eine gezielte Parodie auf die "harten Krimis" des amerikanischen Autors Mickey Spillane handelt.

  • Literarische Gattung des Kriminalromans und seine Untergattungen
  • Biografie und Werk des Autors Nenad Brixy
  • Strukturelle Analyse der Parodie im Vergleich zur hard-boiled-Vorlage
  • Gegenüberstellung von Anti-Held und traditionellem Detektiv
  • Intertextualität und humoristische Verzerrung von Genre-Konventionen

Auszug aus dem Buch

4.2 Das Untersuchungsobjekt: der Tatcher(-Brixy)-Krimi

Wen der Autor des von mir analysierten Krimis vor Augen hat, legt er seinen handelnden Personen nicht nur einmal und deutlich wertend in den Mund: „ Denn auch das war eine starke Antwort, nur dass ich nicht wusste, ob ein solcher Idiot, der nicht ahnte, daß es außer Mickey Spillane noch gewisse Herren Balzac, Tolstoi und Whitman existieren, überhaupt alle Schärfe würdevollen Schweigens….“ (1967:8-9) oder „ Ich fürchtete, er könnte einschlafen, also warf ich hin: ‘Was tun deine Detektive in solchen Fällen‘? ‚Welche Detektive‘? ‚Aus den Büchern. Die Helden von Spillane, Gardner, Queene‘? ‚Kommt drauf an. … Und bei Spillane, weißt du, zwinkert er der erstbesten Puppe zu, die ihn dann mit ins Bett nimmt‘.“ (1967:82) „Es war eine junge Blondine, aber was für eine Blondine. Die schönste, die ich je gesehen hatte, in natura und im Film. Beine, Taille, Figur, Kopf, Augen, Lippen- lieber Himmel!... Das war vielleicht so ein Mädchen wie die in Mickey Spillanes Romanen.“ (1967:83-84).

Damit ist das Original identifiziert, die frühen, vor 1960 erschienen Krimis von Mickey Spillane.

Smuda (1971:53) analysiert sehr treffend, den für Spillanes Romane typischen Ich-Erzähler: „Mike Hammer, der Detektiv Spillanes beschreibt sich in der Ich-Perspektive nach auktorialer Manier…. Dadurch, daß Spillane durch die Ich-Perspektive nicht Einblick in die Gedankenarbeit seines Detektives, sondern nur einen Blick auf dessen Eitelkeit in der Selbstbeobachtung und dem Sichbeobachtetwissen gewährt, wird der Leser von einer aktiven Teilnahme an der Konstruktion eines Falles in der offenen Darlegung seiner Fakten abgehalten. Mickey Spillane ist auch gar nicht daran interessiert, den Leser in dieser Weise zu beteiligen.“

Allerdings verfährt der Autor Tatcher im Gegensatz zu Spillane ganz anders. Sein Ich-Erzähler lässt den Leser an seinen Gedanken und Absichten teilhaben, er reflektiert ständig und stellt sogar To-do-Listen auf, die er bei Bedarf den Ereignissen anpasst und die der Leser kennt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Vorstellung des gewählten Analyseobjekts und Formulierung der These, dass es sich um eine Parodie auf die hard-boiled-Literatur handelt.

1. Der Kriminalroman als literarische Gattung: Einordnung des Krimis in den literaturwissenschaftlichen Kontext und Definition gattungsspezifischer Merkmale.

1.1 Definition und Untergattungen: Erläuterung der Vielfalt des Krimi-Genres und seiner unscharfen Grenzen.

1.2 Einordnung des untersuchten Romans in das Genre Krimi: Bestimmung des Romans als Detektivroman und Abgrenzung zur hard-boiled-school.

2. Der Autor Nenad Brixy: Biografische Zusammenfassung über Nenad Brixy und sein Schaffen unter Pseudonymen.

3. Der Krimi Für Tote Eintritt verboten: Vorstellung des Werks unter besonderer Berücksichtigung des unterschlagenen Untertitels als Parodie-Hinweis.

3.1 Ort und Zeit der Handlung: Analyse der zeitlichen und räumlichen Verankerung der Romanhandlung.

3.2 Erzähler, Hobbyermittler und offizielle Ermittler: Charakterisierung des Ich-Erzählers Timothy Tatcher im Kontrast zu professionellen Ermittlern.

3.3 Die Opfer: Vorstellung der Rollen und Hintergründe der Mordopfer im Roman.

3.4 Die Helfer und Nebenfiguren: Kurze Vorstellung der unterstützenden Figuren und deren Funktion im Erzählverlauf.

3.5 Der Plot: Zusammenfassung der kriminalistischen Handlung und der Entwicklung des Protagonisten zum Anti-Helden.

4. Analyse des Romans: Methodischer Vergleich der Machart zwischen der Vorlage von Spillane und dem Werk von Brixy.

4.1 Die Vorlage: der Spillane-Krimi: Detaillierte Betrachtung der Stilmittel der hard-boiled-Literatur und Mickey Spillanes.

4.2 Das Untersuchungsobjekt: der Tatcher(-Brixy)-Krimi: Nachweis der parodistischen Absichten durch Textbelege und Vergleich der Ich-Perspektive.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass Brixy das Genre parodistisch verzerrt und ad absurdum führt.

Schlüsselwörter

Kriminalroman, Nenad Brixy, Timothy Tatcher, Parodie, Mickey Spillane, hard-boiled, Detektivroman, Intertextualität, Anti-Held, Literaturwissenschaft, Genreanalyse, Für Tote Eintritt verboten, Trivialliteratur, Humor, Erzählstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Kriminalroman "Für Tote Eintritt verboten" von Nenad Brixy und analysiert ihn als literarische Parodie auf die US-amerikanische Hard-boiled-Literatur der 1950er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Gattungstheorie des Kriminalromans, die Abgrenzung von Hard-boiled-Krimis zu Detektivromanen sowie die Funktionsweise von intertextueller Parodie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Autor bewusst die Stilmittel von Mickey Spillane aufgreift, um diese humoristisch zu verfremden und in das Gegenteil zu verkehren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf dem direkten Textvergleich (Vergleich der Machart und Protagonisten) sowie der Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Autors und des Werks sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der literarischen Vorbilder (Spillane) mit den parodistischen Elementen in Brixys Roman.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind die Parodie, der Anti-Held, das Genre Kriminalroman, Intertextualität und der spezifische literarische Stil der Hard-boiled-Schule.

Inwiefern unterscheidet sich der Protagonist Timothy Tatcher von Mike Hammer?

Während Mike Hammer als gewalttätiger, unreflektierter "Erzbösewicht" gezeichnet ist, agiert Tatcher als schüchterner, gesetzestreuer Hobbyermittler, der ständig reflektiert und sich oft in einer unterlegenen Position befindet.

Warum wird der Roman als "Gegenlied" bezeichnet?

Er wird so bezeichnet, weil er die typischen Gewaltexzesse und moralischen Grauzonen des amerikanischen Vorbilds bewusst durch humorvolle, fast harmlose Situationen ersetzt und dadurch die Vorlage verspottet.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Timothy Tatchers "Für Tote Eintritt verboten". Eine literaturwissenschaftliche Analyse
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Slawistik)
Veranstaltung
Proseminar
Note
1,0
Autor
Ursula Elisabeth Prunč (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V292626
ISBN (eBook)
9783656897200
ISBN (Buch)
9783656897217
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kriminalroman im B/K/S slawistische Literaturwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ursula Elisabeth Prunč (Autor:in), 2013, Timothy Tatchers "Für Tote Eintritt verboten". Eine literaturwissenschaftliche Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292626
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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