Um was wird es in dieser Arbeit gehen? Ich werde die Darstellung der Lechfeldschlacht in Widukinds "Res gestae Saxonicae" untersuchen und auf Glaubwürdigkeit überprüfen. Dafür werde ich am Anfang einen kleinen Überblick über die wichtigsten Personen geben und dabei natürlich auch auf Widukind eingehen. Des Weiteren werde ich nach der Zusammenfassenden Darstellung der Kapitel 44-49 im dritten Buch der Res gestae Saxonicae auf die Glaubwürdigkeit der Quelle eingehen und auch andere Quellen darstellen.
Außerdem werde ich die von Probst Gerhard von Augsburg geschriebene Biografie des Heiligen Ulrich darauf untersuchen, ob es Passagen zur kriegerischen Auseinandersetzung zwischen König Otto und den Awaren vor Augsburg gibt und wie diese vergleichbar mit Widukinds Ausführungen sind. Das Gleiche werde ich auch noch mit der Chronik von
Thietmar von Merseburg machen.
Zum Schluss werde ich die gesamte Quellenlage noch einmal zusammenfassen und ein Fazit ziehen, in welchem ich die Frage klären werde, ob die Berichterstattung von Widukind
glaubwürdig ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Personen
2.1 Widukind von Corvey
2.2 Otto der Erste
2.3 Bischof Ulrich von Augsburg
3 Die Lechfeldschlacht in der Sachsengeschichte – Res gestae Saxonicae
3.1 Darstellung
3.2 Glaubwürdigkeit
4 Die Lechfeldschlacht in anderen Darstellungen
4.1 Vita Uodalrici
4.2 Thietmar von Merseburg
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die historische Korrektheit und Glaubwürdigkeit der Schilderung der Lechfeldschlacht durch den Chronisten Widukind von Corvey in seinem Werk "Res gestae Saxonicae". Dabei wird analysiert, inwieweit Widukinds Darstellung durch eine pro-sächsische Perspektive sowie zeitliche Distanz zum Ereignis beeinflusst wurde, indem die Ausführungen mit anderen historischen Quellen, wie der Biografie des Heiligen Ulrich und der Chronik Thietmars von Merseburg, verglichen werden.
- Analyse der Darstellung der Lechfeldschlacht in der "Sachsengeschichte"
- Charakterisierung und Rolle von Widukind von Corvey, Otto I. und Bischof Ulrich von Augsburg
- Vergleichende Untersuchung der historischen Glaubwürdigkeit der Quellen
- Gegenüberstellung mit der "Vita Sancti Uodalrici" und der Chronik von Thietmar von Merseburg
- Bewertung der pro-sächsischen Ausrichtung in mittelalterlichen Chroniken
Auszug aus dem Buch
3.1 Darstellung
Die Darstellung der Schlacht durch Widukind ist selbstverständlich sehr pro-sächsisch, da er selbst ja den Sachsen angehörte. Woran kann man das fest machen? Widukind berichtet im dritten Buch der Sachsengeschichte ab Kapitel 44 bis 49 von der Schlacht. Dies ist ein sehr langer Teil und damit auch sehr bedeutend. Im Kapitel 44 geht er vorerst etwas auf die vorangegangene Zeit ein. So schreibt Widukind, dass König Otto „um den Anfang des Juli [955] Sachsen betrat“12 und direkt Gesandte der Ungarn um sich hatte, welche sich über den Ausgang des vorangegangenen Bürgerkrieges im Land zu erkundigen.13 Nun schildert Widukind, dass er diese Boten einige Tage zu Besuch hatte, mit kleinen Geschenken bedacht hatte und sie dann in Frieden gehen lies.
Kurz darauf erfuhr er durch einen Boten seines Bruders, das die Awaren in sein Gebiet eindringen und sich auf eine Schlacht mit Otto einlassen wollen.14 Daraufhin zog er, trotz seiner Müdigkeit durch die vorangegangenen Konflikte, sofort nach Bayern in Richtung Augsburg, um seinen Gegnern entgegen zu treten.. Er nahm nur „sehr wenig[e] Sachsen mit“15 da denen schon der Krieg mit den Slawen schwer zu schaffen machte. So baute er sein Lager kurz vor Augsburg auf und es stießen das Heer der Franken und Bayern zu ihm. Schließlich traf auch noch der Herzog Konrad mit seinem Reiterheer im Lager ein, wodurch die Krieger ermutigt wurden den Kampf nicht länger aufzuschieben, denn Herzog Konrad galt als Draufgänger und war unwiderstehlich von Gefährten geschätzt. Im Krieg wie auch im Frieden.16
Insgesamt hatte das Heer eine Stärke von 8 Legionen. Die Anzahl der tatsächlich anwesenden Personen kann man aus Widukinds Sachsengeschichte nicht entnehmen, da er keine Zahlen nennt. Welche Größe er mit Legionen meint ist auch nicht beschrieben, man könnte es vielleicht mit einer römischen Legion gleichsetzen. Diese hatten eine Größe von 3000 bis 5000 Mann.17
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, der Zielsetzung sowie der verwendeten Quellenbasis für die Untersuchung der Lechfeldschlacht.
2 Personen: Biografischer Überblick über Widukind von Corvey, König Otto den Großen und Bischof Ulrich von Augsburg im Kontext der Ereignisse.
3 Die Lechfeldschlacht in der Sachsengeschichte – Res gestae Saxonicae: Analyse und Zusammenfassung der Schlachtbeschreibung durch Widukind sowie kritische Würdigung der Quellen-Glaubwürdigkeit.
4 Die Lechfeldschlacht in anderen Darstellungen: Vergleich der Schlachtbeschreibung mit weiteren Quellen, namentlich der Vita Sancti Uodalrici und der Chronik von Thietmar von Merseburg.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Glaubwürdigkeit von Widukinds Bericht unter Berücksichtigung der pro-sächsischen Tendenz und des historischen Entstehungskontexts.
Schlüsselwörter
Lechfeldschlacht, Widukind von Corvey, Res gestae Saxonicae, Otto der Große, Bischof Ulrich von Augsburg, Geschichtsschreibung, Mittelalter, Ungarnschlacht, Glaubwürdigkeit, Quellenkritik, Sachsengeschichte, Thietmar von Merseburg, Vita Sancti Uodalrici, Schlachtfeld, Ottonen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Genauigkeit und der Glaubwürdigkeit der Darstellung der Lechfeldschlacht im Jahr 955 durch den Chronisten Widukind von Corvey.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die mittelalterliche Geschichtsschreibung, der Vergleich verschiedener zeitgenössischer Quellen und die Analyse politischer Tendenzen, insbesondere der pro-sächsischen Ausrichtung Widukinds.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, ob die Schilderung der Schlacht bei Widukind historisch korrekt wiedergegeben wird oder ob sie im Sinne einer bewussten Darstellung bzw. Verfälschung durch den Autor beeinflusst ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, die Widukinds Text mit anderen zeitgenössischen Quellen vergleicht, um Abweichungen und Übereinstimmungen aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die agierenden Personen vorgestellt, gefolgt von einer detaillierten Zusammenfassung und Analyse des Berichts der Lechfeldschlacht in der Sachsengeschichte sowie einem Vergleich mit der Vita Sancti Uodalrici und der Chronik Thietmars von Merseburg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lechfeldschlacht, Widukind von Corvey, Quellenkritik, Glaubwürdigkeit und die ottonische Zeitgeschichte.
Wie bewertet der Autor Widukinds Darstellung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Widukinds Bericht eine eindeutige pro-sächsische Tendenz aufweist, dennoch aufgrund der zeitlichen Nähe zum Ereignis als wertvolle Quelle betrachtet werden kann, sofern man sie kritisch in den Kontext anderer Berichte einordnet.
Warum gibt es Unterschiede zwischen Widukind und Gerhard von Augsburg?
Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus den unterschiedlichen Schwerpunkten der Autoren; während Widukind eine pro-sächsische Darstellung wählt, fokussiert sich Gerhard von Augsburg stärker auf die religiöse Perspektive und die Rolle des Heiligen Ulrich.
- Arbeit zitieren
- Fabian Kemlitz (Autor:in), 2014, Die Lechfeldschlacht in Widukind von Corveys Sachsengeschichte. Historisch korrekt oder wissentlich verfälscht wiedergegeben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292653