Die 1850er Jahre in den USA waren eine durch politische, wirtschaftliche und soziale Unruhen geprägte Zeit, welche im Sezessionskrieg 1861, der allgemein auch als Amerikanischer Bürgerkrieg bekannt ist, ihren Höhepunkt nahm. In Folge dieses inner-militärischen Konfliktes waren auch Exilanten der gescheiterten, deutschen Märzrevolution von 1848 eingezogen worden oder meldeten sich freiwillig. Durch ihre neugewonnene Freiheit, ihr politisch-demokratisches Engagement, jenes das sie in Deutschland nicht ausüben durften und ihre neue Identifikation als „Amerikaner“, beteiligten sich einige dieser so genannten 48er (Forty-Eighters) darüber hinaus maßgeblich am amerikanischen Staatswesen und beeinflussten es bis in die heutige Zeit.
Hauptziel dieser Arbeit soll es sein, einen kritischen Blick auf das Handeln der 48er im Zeitraum 1850-1865 in den USA zu werfen und wie dies von Zeitzeugen und Historikern dargestellt wird. Hier durch soll ein Beitrag zum besseren Verständnis der Situation der 48er in den USA in den Jahren 1850-1865 und ihrem politischen Moralempfinden vor und während des Sezessionskrieges entstehen, insbesondere auch in Bezug auf die politisch-wichtige Sklaverei-Frage.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1: Wer waren die Forty-Eighters und wie werden sie beschrieben?
Kapitel 2: Die 48er als entschlossene Gegner der Sklaverei?
Kapitel 3: Wie sah die Situation der 48er in Texas nach Ausbruch des Sezessionskrieges am 12. April 1861 aus?
Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das politische Handeln und das moralische Empfinden der sogenannten „Forty-Eighters“ – deutscher Exilanten der gescheiterten Märzrevolution von 1848 – im Zeitraum von 1850 bis 1865 in den Vereinigten Staaten, insbesondere im Hinblick auf deren Einstellung zur Sklaverei und den Sezessionskrieg.
- Politische Integration und Engagement der 48er in den USA
- Einstellung der 48er zur Sklaverei und Verbindung zum Abolitionismus
- Rolle und Konflikte der 48er während des Amerikanischen Bürgerkrieges
- Fallbeispiel der deutsch-texanischen Erfahrung im Sezessionskontext
- Analyse zeitgenössischer Briefe und Tagebucheinträge als Primärquellen
Auszug aus dem Buch
Kapitel 3: Wie sah die Situation der 48er in Texas nach Ausbruch des Sezessionskrieges am 12. April 1861 aus?
Bei Ausbruch des durch die Sezession resultierenden Bürgerkrieges am 12. April 1861, standen gerade die in dieser Hausarbeit benannten, republikanischen 48er, vor der Wahl zwischen Gehen und Bleiben. Einen wesentlichen Faktor bildete die Wehrpflicht des Militärs der CSA, die alle Männer im Alter von 18-45 Jahre einzog. Eine Verweigerung wurde mit Enteignung allen Hab und Guts und bei Desertion mit dem Tod bestraft. Die Flucht aus dem Gebiet der Konföderation war zwar theoretisch möglich, doch die Erfahrung jener, die es versuchten und scheiterten, ließ viele andere zögern.
Dies wird belegt durch einen zeitgenössischen Brief von Ernst Cramer, welcher 1854 aus Schweinfurt nach Kendall County, Texas auswanderte, um dort als Kaufmann tätig zu werden. Er ließ sich in Comfort nieder, der vom Freidenkertum geprägten 48er Siedlung in der auch sein späterer Schwager Ferdinand Simon bereits sesshaft wurde. Außerdem unterhielt er rege Beziehungen zur Farmgemeinde Sisterdale, welche durch die dort ansässigen 48er ebenso republikanisch-politisch geprägt wurde. Die Gebrüder Hugo und Hilmar Degener gehörten zu diesem Bekanntenkreis. Aufgrund dessen wäre er, laut seiner Briefe, überzeugter Republikaner und Sklaverei-Gegner gewesen.
Als der Sezessionskrieg Texas erreichte, gehörte Cramer zu einer Gruppe von 68 Deutsch-Texanern, darunter die Degeners und weitere 48er, welche sich gezwungen sahen, ihrer republikanischen Überzeugung und ihrer Ablehnung der Sezession wegen, am 2. August 1862 aus Texas nach Mexiko zu flüchten. Cramer glückte die Flucht. Am 30. Oktober 1862, schrieb er von Monterey, Mexiko an seine Familie in Deutschland, wobei der er die Gründe und Umstände seiner Flucht unter Bezugnahme der Sezession von Texas erläuterte.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die historische Einordnung der 48er und Darlegung der Zielsetzung, den Einfluss der deutschen Exilanten auf die amerikanische Politik und die Sklaverei-Frage zu analysieren.
Kapitel 1: Wer waren die Forty-Eighters und wie werden sie beschrieben?: Porträtierung der 48er als politisch engagierte Exilanten, die ihre revolutionären Ideale in das demokratische System der USA einbrachten und durch Publikationen und Vereine maßgeblich am kulturellen Leben teilnahmen.
Kapitel 2: Die 48er als entschlossene Gegner der Sklaverei?: Untersuchung des Verhältnisses zwischen 48ern und Abolitionisten, wobei die 48er die Abschaffung der Sklaverei eher als verfassungsrechtliches und politisches Ziel innerhalb der Republikanischen Partei verfolgten als durch radikal-missionarische Mittel.
Kapitel 3: Wie sah die Situation der 48er in Texas nach Ausbruch des Sezessionskrieges am 12. April 1861 aus?: Detaillierte Betrachtung des Überlebenskampfes deutsch-texanischer 48er, die zwischen ihrer republikanischen Gesinnung und dem Zwang zum Dienst in der konföderierten Armee gefangen waren.
Resümee: Synthese der Ergebnisse, die den nachhaltigen Einfluss der 48er auf die USA hervorhebt und die Diversität ihrer Erfahrungen zwischen politischem Aktivismus und notwendiger Anpassung an die Realitäten des Sezessionskrieges resümiert.
Schlüsselwörter
Forty-Eighters, 48er, Amerikanischer Bürgerkrieg, Sezessionskrieg, Sklaverei, Republikanische Partei, Abolitionisten, Deutsche Auswanderer, Revolution 1848, Texas, Carl Schurz, Politische Exilanten, Freiheitsrechte, Konföderation, Unionstruppen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das politische Handeln und das moralische Empfinden deutscher Exilanten der Revolution von 1848 (die „48er“) in den USA zwischen 1850 und 1865.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die politische Identität der 48er, ihr Einsatz für die Republikanische Partei, ihre Haltung zur Sklaverei und die daraus resultierenden Konflikte während des Sezessionskrieges.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein kritischer Blick auf das Wirken dieser Einwanderer und die Frage, wie sich ihre europäischen Revolutionserfahrungen auf ihr politisches Verhalten in der neuen Heimat auswirkten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert primär auf einer Analyse zeitgenössischer Quellen wie Briefen und Tagebucheinträgen von deutschen Auswanderern, ergänzt durch historische Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Charakterisierung der 48er, eine Auseinandersetzung mit ihrer Haltung zum Abolitionismus und eine Fallstudie über die schwierige Situation deutsch-texanischer Siedler im Sezessionskrieg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Forty-Eighters, Amerikanischer Bürgerkrieg, Sklaverei, Republikanische Partei, Revolution 1848 und Integration geprägt.
Wie unterschieden sich die 48er von den radikalen Abolitionisten?
Während die 48er die Sklaverei-Abschaffung primär als ein notwendiges politisches Ziel zur Vollendung der amerikanischen Verfassung sahen, verfolgten radikale Abolitionisten oft gewaltsamere, religiös motivierte Ansätze, die viele freidenkerische 48er eher abstießen.
Welches Schicksal ereilte die 48er in Texas während des Krieges?
Die 48er in Texas sahen sich mit der Wehrpflicht der Konföderation konfrontiert, was sie in einen moralischen Zwiespalt brachte: Flucht (oft unter Lebensgefahr) oder der Dienst für eine Sache, die sie ablehnten.
- Arbeit zitieren
- Björn-Alexander Thieler (Autor:in), 2013, Die Forty-Eighters und die Sezession von 1861. Politisches Handeln und Moralempfinden Deutscher Exilanten in Amerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292781