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Zwischen Autobiografie und Fiktion. Urs Widmers Romantrilogie "Der Geliebte der Mutter", "Das Buch des Vaters" und "Ein Leben als Zwerg"

Título: Zwischen Autobiografie und Fiktion. Urs Widmers Romantrilogie "Der Geliebte der Mutter", "Das Buch des Vaters" und "Ein Leben als Zwerg"

Tesis (Bachelor) , 2014 , 38 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Maja Büttner (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die vorliegende wissenschaftliche Abhandlung behandelt die Romantrilogie „Der Geliebte der Mutter“ , „Das Buch des Vaters“ und „Ein Leben als Zwerg“ des Schweizer Autors Urs Widmer. Die ersten beiden Werke entstanden in den Jahren 2000 und 2004 und knüpfen thematisch aneinander an. Darin erzählt der Autor einen Ausschnitt aus seinem Leben, rückt jedoch jeweils eine andere Figur – seine Mutter und seinen Vater – in den Mittelpunkt. Das dritte Buch der Trilogie, welches 2006 veröffentlicht wurde, berichtet ebenfalls aus dem Leben von Urs Widmer. Diesmal jedoch aus der Perspektive eines Zwerges, der zeit seines Lebens dessen Glücksbringer war.
Urs Widmer beschrieb die ersten dreißig Jahre seines Lebens bis zum Beginn seiner Tätigkeit als Schriftsteller in einer Autobiographie mit dem Titel „Reise an den Rand des Universums“ , welche 2013 veröffentlicht wurde. Dabei ergibt sich das Problem, dass eine Autobiographie zunächst auch nur ein literarisches Produkt in Textform ist, wenn sie als Quelle zur Kontextualisierung autobiographischer Romane dienen soll. Jedes Werk, welches geschrieben wird, ist zu Anfang immer fiktional aufgeladen. Auch die dort auftretenden literarischen Figuren, egal wie vermeintlich ähnlich sie tatsächlichen Zeitgenossen des Autors oder diesem selbst sind, haben fiktiven Charakter. Zur Biographie der Eltern sowie zum zeitgeschichtlichen Kontext wird nachfolgend dennoch unter anderem die Autobiographie des Sohnes als Quelle herangezogen.
Zuvor erscheint es jedoch zunächst notwendig, der Frage nachzugehen, was das Konzept des autobiographischen Schreibens überhaupt ist. Wo lässt sich die Grenze zwischen autobiographischem und fiktivem Schreiben ziehen - oder existiert diese gar nicht? In einem literarischen Text, der im Gegensatz zur Autobiographie keinen Anspruch erhebt, in irgendeiner Form reale Ereignisse oder Erlebnisse wiederzugeben, findet sich dennoch immer eine Spur des Autors. Wie lässt sich also differenzieren, ab wann man von einer Autobiographie sprechen kann? Im Falle von Widmers Werk: „Reise an den Rand des Universums“ wird hier davon ausgegangen, dass diese auf realen Tatsachen basiert. Anknüpfend daran soll untersucht werden, ob es sich bei der Trilogie Widmers, welche zeitlich vor der Autobiographie veröffentlicht wurde, ebenfalls um eine Lebensbeschreibung handelt und inwieweit die Romane fiktiven Charakter haben. Inwieweit steht der Text der Autobiographie in einem künstlerischen Zusammenhang zur Trilogie? [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographische Daten

3 Zeitgeschichtlicher Abriss

4 Die Autobiographie – Ein Überblick

5 Inhaltsangaben der drei Romane

5.1 Der Geliebte der Mutter

5.2 Das Buch des Vaters

5.3 Ein Leben als Zwerg

6 Autobiographie oder Fiktion?

6.1 Beziehungsverflechtungen und Selbstbild

6.1.1 Vater und Mutter bei Urs Widmer

6.1.2 Vater-Sohn-Beziehung

6.1.3 Mutter-Sohn-Beziehung

6.1.4 Selbstbild

6.2 Widmers autobiographische Fiktion

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen autobiographischem Anspruch und literarischer Fiktionalisierung in der Romantrilogie von Urs Widmer. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit die Werke „Der Geliebte der Mutter“, „Das Buch des Vaters“ und „Ein Leben als Zwerg“ reale Lebensdaten des Autors abbilden oder als fiktionale Konstrukte zu verstehen sind, insbesondere in Bezug auf die Darstellung der Elternbeziehungen.

  • Analyse der biographischen Hintergründe von Urs Widmer
  • Vergleichende Untersuchung der Eltern-Kind-Beziehungen in den Romanen
  • Theoretische Einordnung des Begriffs der Autobiographie
  • Untersuchung der narratologischen Doppelhelix zwischen Mutter- und Vaterbuch
  • Herausarbeitung der Rolle des fiktionalen Elements in der Erinnerungsarbeit

Auszug aus dem Buch

6.1.4 Selbstbild

Urs Widmer beschreibt in seiner Autobiographie eine Ambivalenz zwischen Glück und Unglück. Auf der einen Seite erzählt er die Geschichte seiner kranken Mutter und seines geistig abwesenden Vaters. So fühlt er sich für das heimische Glück verantwortlich und ist davon überzeugt, dass seine „Eltern sich und einander nur dann nicht [umbringen], wenn [er] bei ihnen [ist].“ Die Autobiographie ist außerdem auch durch die Darstellung seiner diversen Ticks gekennzeichnet, die sich bis zum Erwachsenenalter hinziehen:

„Auch meine Ticks wurden erwachsen, das heißt, ich verlor sie und begriff nicht, dass sie verändert an einer anderen undichten Stelle wieder auftauchten. Ich dachte, die Probleme seien gelöst, weil sie verschwunden zu sein schienen. [...] Ich entwickelte neue Marotten. Sie waren weder erfindungsreicher noch wirkungsvoller als die alten. Sie waren einfach noch nicht enttarnt.“

Auf der anderen Seite beschreibt er eine glückliche Kindheit in der Schweiz, die durch diverse Urlaube und verschiedene Reisen in die Berge oder nach Italien geprägt war. Trotzdem kennt er die Abgründe, ist durch viele Ängste in seiner Kindheit gezeichnet und entwickelt vielleicht gerade dadurch sein Gespür für die glücklichen Momente des Lebens. In einigen Passagen schreibt er über seine Empfindung von Glück:

„Es ist nahezu vorbei, das Leben, aber es war und ist immer noch. Hier, konkret, jetzt. Ich war jung, ich bin alt. Die Erkenntnis, notwendig einem Gesetz unterworfen zu sein, das keine Ausnahme kennt, schenkt mir in kostbaren Augenblicken ein Gefühl des Glücks.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Romantrilogie von Urs Widmer ein und definiert das Forschungsziel der Untersuchung von autobiographischen Zügen im Vergleich zu fiktionalen Elementen.

2 Biographische Daten: Dieses Kapitel liefert die wichtigsten Fakten zum Leben des Autors, seiner Familie und seiner Kindheit, um eine Basis für die spätere Werkinterpretation zu schaffen.

3 Zeitgeschichtlicher Abriss: Es wird der historische Kontext beleuchtet, insbesondere die Situation der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs und die Auswirkungen auf die Familie des Autors.

4 Die Autobiographie – Ein Überblick: Hier erfolgt eine theoretische Herleitung des Gattungsbegriffs der Autobiographie und ihrer Abgrenzung zu anderen literarischen Formen.

5 Inhaltsangaben der drei Romane: Dieses Kapitel bietet eine kompakte inhaltliche Zusammenfassung der drei behandelten Werke „Der Geliebte der Mutter“, „Das Buch des Vaters“ und „Ein Leben als Zwerg“.

6 Autobiographie oder Fiktion?: Der Hauptteil analysiert detailliert die Beziehungsverflechtungen zwischen den Elternfiguren und dem Autor sowie die narrative Struktur der Werke.

7 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und die zentrale These bestätigt, dass Widmer seine Trilogie als autobiographisch geprägte Fiktion konzipiert hat.

Schlüsselwörter

Urs Widmer, Autobiographie, Fiktion, Romantrilogie, Familienbeziehung, Vaterbild, Mutterbild, Literaturwissenschaft, Erinnerungsarbeit, Selbstbild, Autobiographisches Fiktionalisieren, Schweiz, Zweiter Weltkrieg, Identität, Erzählweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Abhandlung primär?

Die Arbeit untersucht die Romantrilogie von Urs Widmer mit dem Ziel, den Grad der Autobiographizität im Vergleich zu rein fiktionalen Elementen zu bestimmen.

Welche Werke von Urs Widmer stehen im Fokus der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Romane „Der Geliebte der Mutter“, „Das Buch des Vaters“ und „Ein Leben als Zwerg“ sowie der Abgleich mit seiner Autobiographie „Reise an den Rand des Universums“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob und wie Urs Widmer reale Tatsachen seiner Lebensgeschichte in seinen Romanen verarbeitet oder durch Fiktion verändert, um eine „runde“ Erzählung zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die den Vergleich zwischen den Primärtexten und biographischen Quellen nutzt, um literaturwissenschaftliche Rückschlüsse auf das autobiographische Schreiben zu ziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Darstellung der Werke sowie eine tiefgehende Analyse der Figurenbeziehungen (Eltern-Kind-Verhältnisse) und der narratologischen Gestaltung als „Doppelhelix“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „Autobiographisches Fiktionalisieren“, „autobiographischer Pakt“, „Spiegelszenen“ und „ambivalente Eltern-Kind-Beziehung“.

Warum ist die Beziehung zwischen Vater und Mutter in der Analyse so bedeutend?

Da die Ehe der Eltern laut Widmer von extremen Gegensätzen geprägt war, bilden diese unterschiedlichen Lebensentwürfe das Fundament für die Trennung der Stoffe in zwei verschiedene Bücher.

Welche Rolle spielt der Tod des Vaters für das literarische Schaffen von Widmer?

Der Tod des Vaters wirkte als Katalysator, da der enorme Druck des Konkurrenzverhältnisses nachließ und Widmer so den Weg zu seinem ersten eigenen literarischen Erfolg ebnen konnte.

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Detalles

Título
Zwischen Autobiografie und Fiktion. Urs Widmers Romantrilogie "Der Geliebte der Mutter", "Das Buch des Vaters" und "Ein Leben als Zwerg"
Calificación
2,3
Autor
Maja Büttner (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
38
No. de catálogo
V292876
ISBN (Ebook)
9783656902171
ISBN (Libro)
9783656902188
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bachelorarbeit Germanistik Neuere Deutsche Literatur NdL Urs Widmer Widmer Autobiografie Fiktion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maja Büttner (Autor), 2014, Zwischen Autobiografie und Fiktion. Urs Widmers Romantrilogie "Der Geliebte der Mutter", "Das Buch des Vaters" und "Ein Leben als Zwerg", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292876
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