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Die weißrussisch-russischen Energiekonflikte und ihre Folgen

Title: Die weißrussisch-russischen Energiekonflikte und ihre Folgen

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Gajewski (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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Belarus, häufig als „letzte Diktatur Europas“ beschrieben, ist bis in die jüngste Vergangenheit einer der engsten Verbündeten Russlands gewesen. Das wird durch den Vertrag zur Bildung eines Unionsstaates von 1999 besonders deutlich, mit dem, insbesondere durch die Vereinigung der Energie- und Transportsysteme, der Einführung eines einheitlichen Geld- und Kreditwesens, einer einheitlichen Zoll- und Handelspolitik, einheitlicher Gesetzesregelungen für ausländische Investoren und der vermehrten Kooperation in den Bereichen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Harmonisierung der Wirtschaftssysteme beider Länder erreicht werden sollte. Darüber hinaus spielten politische Überlegungen eine wichtige Rolle. So wurde in dem ausgearbeiteten Verfassungstext die Einführung eines gemeinsamen Staatsoberhaupts beschlossen. In den letzten Jahren hat die Bildung des Unionsstaates jedoch einige entscheidende Dämpfer erhalten. Zunächst entwickelten sich unter Putins Regentschaft in Russland Divergenzen bezüglich einer möglichen Gestalt der künftigen Union.
Nachdem anschließend der Kreml und der staatliche Gasmonopolist Gasprom eine neue Strategie präsentierten, die sich auch im postsowjetischen Raum zunehmend an wirtschaftlichen als an rein politischen Interessen orientiert, rückte der Unionsstaat durch die Energiekonflikte von 2004 und 2006/2007 in weite Ferne.
Für Alexander Lukaschenko, den Präsidenten von Belarus, ist das mögliche Scheitern der Union jedoch nicht das Schlimmste. Vielmehr ergeben sich aus der veränderten Strategie Russlands von der wirtschaftlichen Bevorzugung Belarus hin zu einer marktwirtschaftlichen Ausrichtung Probleme für die künftige Situation seines Landes. Denn, obwohl er sich Ende der 90er Jahre tatsächlich Chancen auf die Präsidentschaft des Unionsstaates ausrechnete, diente seine Integrationspolitik im Wesentlichen dazu, von Russland Gas, Öl und den Zugang zum russländischen Markt zu Sonderkonditionen zu erhalten. Somit boykottierte er, nachdem Putin eine Union nur auf Grundlage der russischen Verfassung für realistisch hielt und damit einen faktischen Beitritt Belarus zur Russischen Föderation in Betracht zog, die vertraglichen Regelungen, wobei er aber nach außen weiterhin die Wichtigkeit einer Integration beider Länder skandierte. Allerdings betonte er dabei die Gleichberechtigung beider Staaten [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Belarus unter Lukaschenko

2.1 Die Machtsäulen des Systems

2.2 Die Präsidentschaftswahlen 2006

2.3 Der Unionsstaat

3. Die Energiekonflikte

3.1 Die neue Strategie Gasproms und des Kremls

3.2 Die Bedeutung Russlands für die belarussische Wirtschaft

3.3 Der Energiekonflikt 2004

3.3.1 Ursachen und Verlauf

3.3.2 Ergebnisse

3.4 Der Energiekonflikt 2006/2007

3.4.1 Ursachen und Verlauf

3.4.2 Ergebnisse

3.5 Folgen der Energiekonflikte für Belarus und Lösungsansätze

4. Ansätze für die EU-Politik gegenüber Belarus

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der russisch-belarussischen Energiekonflikte auf die politische und wirtschaftliche Stabilität des Lukaschenko-Regimes sowie auf die zukünftigen Beziehungen zwischen Belarus und Russland bzw. der Europäischen Union.

  • Die Machtsäulen des autoritären Systems unter Alexander Lukaschenko.
  • Die strategische Neuausrichtung des Kremls und des Energieriesen Gasprom im postsowjetischen Raum.
  • Die Analyse der Energiekonflikte von 2004 und 2006/2007 und deren Ergebnisse.
  • Die ökonomische Abhängigkeit von Belarus von russischen Energie- und Finanzsubventionen.
  • Mögliche Lösungsansätze und Handlungsoptionen der Europäischen Union gegenüber Belarus.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die neue Strategie Gasproms und des Kremls

Die Zukunftsstrategie des staatlichen Gasmonopolisten liegt nicht mehr in der Subventionierung russlandtreuer Regime, sondern orientiert sich zunehmend an einer marktwirtschaftlichen Logik. Lange Zeit hat Gasprom Belarus zu Vorzugspreisen mit Gas versorgt, da für den Kreml eine Union mit Belarus im Fokus der außenpolitischen Bemühungen stand. Putin, der sich von dieser Idee zunehmend distanziert hat, verfolgt für die russländische Ökonomie nun andere Ziele. Durch die regelrechte Subventionierung des Systems erhoffte man sich in Russland positive Impulse bis hin zu einer Öffnung des belarussischen Marktes. Allerdings trat das Gegenteil ein. Durch die Unterstützung der belarussischen Wirtschaft sah sich Lukaschenko nicht zu Reformen gezwungen und die von Russland gewünschte Privatisierung der großen Betriebe blieb zunächst aus. Ein weiterer wichtiger Grund für die neue Strategie Gasproms und auch für die bisherige Subventionierung des Lukaschenko-Regimes ist das Transitproblem. Russländische Öl- und Gaspipelines laufen über Belarus, um Europa mit Energie zu versorgen.

Da Russland auf den Transport durch Belarus angewiesen ist, stärkte das bisher die Verhandlungsposition Lukaschenkos, der mit dem Konzern Beltransgas ein wichtiges Machtinstrument für die Durchleitung des Gases nach Europa, sowie für die Versorgung des eigenen Marktes mit Gas besaß. Weil Lukaschenko es zusätzlich schaffte neben seiner Verhandlungsmacht bezüglich der Transitfragen auf politischer Ebene über militärstrategische Zusammenarbeit eine gemeinsame Union und einen einheitlichen Wirtschaftsraum zu diskutieren, konnte Gasprom lange Zeit keinen höheren Gaspreis für Belarus durchsetzen, der durchaus seit längerem im Interesse des Unternehmens gelegen haben dürfte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Rolle von Belarus als enger Verbündeter Russlands und führt in die Thematik der sich verschlechternden Beziehungen aufgrund veränderter wirtschaftspolitischer Strategien ein.

2. Belarus unter Lukaschenko: Dieses Kapitel erläutert die inneren Machtsäulen des autoritären Lukaschenko-Regimes, die Präsidentschaftswahlen 2006 sowie das Projekt des Unionsstaates als Integrationsversuch.

3. Die Energiekonflikte: Hier werden die Ursachen, der Verlauf und die Ergebnisse der Energiekonflikte 2004 sowie 2006/2007 analysiert, wobei besonders die Abhängigkeit von Russland und die geänderte Strategie Gasproms im Fokus stehen.

4. Ansätze für die EU-Politik gegenüber Belarus: Dieses Kapitel erörtert, wie die Europäische Union auf die neue Situation reagieren kann und welche Kooperationsanreize unter Einhaltung demokratischer Standards möglich sind.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die prekäre Lage des Lukaschenko-Regimes zusammen und wagt eine Prognose zur weiteren Entwicklung in Anbetracht der wirtschaftlichen Modernisierungsnotwendigkeit.

Schlüsselwörter

Belarus, Russland, Energiekonflikt, Gasprom, Lukaschenko, Unionsstaat, Subventionen, Transitsicherheit, Wirtschaftswachstum, Außenpolitik, Europäische Union, Marktöffnung, Privatisierung, Reformbedarf, Energieabhängigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Wandlung der bilateralen Beziehungen zwischen Belarus und Russland, insbesondere unter dem Aspekt der Energiepolitik und der schrittweisen Beendigung russischer Subventionen für das belarussische System.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der internen Stabilität des Lukaschenko-Regimes, der Geopolitik im postsowjetischen Raum sowie der wirtschaftlichen Energieabhängigkeit von Belarus.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt nach den Folgen der Energiekonflikte für Belarus und untersucht, inwieweit das Land seine Abhängigkeit von Russland reduzieren kann und welche Handlungsspielräume sich daraus für die EU ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, Berichten von Forschungsinstituten (wie der SWP) und aktuellen politischen Entwicklungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des belarussischen Systems, eine detaillierte Fallanalyse der Energiekonflikte (2004 und 2006/2007) sowie eine Diskussion über die Reaktionen der EU.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Energieabhängigkeit, politische Isolation, autoritäres System, russische Wirtschaftsstrategie und die Europäische Nachbarschaftspolitik.

Welche Rolle spielt der Konzern Beltransgas in den Konflikten?

Beltransgas fungiert als zentrales Machtinstrument Lukaschenkos zur Kontrolle des Energietransits, dessen Übernahme durch Gasprom ein Kernziel der russischen Strategie darstellte.

Warum ist das Ende der Subventionierung für Lukaschenko so problematisch?

Das belarussische Wirtschaftsmodell basierte bisher maßgeblich auf günstigen Energiepreisen aus Russland; der Wegfall dieser Vorteile erzwingt Reformen, die die Machtbasis des autokratischen Systems gefährden.

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Details

Title
Die weißrussisch-russischen Energiekonflikte und ihre Folgen
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
Russlands Energiewirtschaft - Ein Garant der neuen Weltmachtstellung?
Grade
1,0
Author
Alexander Gajewski (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V292879
ISBN (eBook)
9783656900290
ISBN (Book)
9783656900306
Language
German
Tags
energiekonflikte folgen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Gajewski (Author), 2009, Die weißrussisch-russischen Energiekonflikte und ihre Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292879
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