Im Jahre 1994 wurde die gesetzliche Pflegeversicherung in Deutschland eingeführt (Rothgang, 2006, S. 212).
Ziel war es, das Risiko der Pflegebedürftigkeit mit einer allgemeinen Versicherungspflicht abzusichern und damit eine ungerechtfertigte Inanspruchnahme gesellschaftlich finanzierter Mittel zu vermeiden (Arentz et al., 2011a, S. 4).
Seit dem Jahre 1999 verzeichnet die gesetzliche Pflegeversicherung jedoch Defizite in Millionenhöhe, die hauptsächlich auf die Einnahmenseite zurückgeführt werden (Rothgang, 2006, S. 214). Auf lange Sicht werden sich aufgrund des demographischen Wandels zudem die Ausgaben erhöhen, denn die Zahl der Pflegebedürftigen und der Umfang der Pflegeleistungen werden in den kommenden Jahren weiter steigen.
Daneben finden Verschiebungen in der Inanspruchnahme der sozialen Pflegeversicherung statt.
Die Reformdiskussionen, die sowohl auf die Leistungs- als auch auf die Finanzierungsseite abzielen, verstärken sich zunehmend, denn die Ausgestaltung der gesetzlichen Pflegeversicherung war vor dem Hintergrund eines Umlagesystems und der demografischen Veränderungen von Anbeginn problematisch. Damit es zu keinen massiven Beitragssatzerhöhungen in der Zukunft kommt, sind drastische Eingriffe auf der Leistungsseite oder umfassende Reformen des Systems unvermeidbar.
Die vorliegende Arbeit untersucht und analysiert die verschiedenen Finanzierungsalternativen, die für eine Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung in Frage kommen. Dazu werden im folgenden Kapitel die Grundsätze der Pflegeversicherung, ihre Aufgaben und Leistungen und die aktuelle Situation erläutert. Das dritte Kapitel stellt die unterschiedlichen Finanzierungsalternativen dar, wobei zunächst die Reformvorschläge, das Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren sowie Gestaltungsalternativen beschrieben werden, bevor diese Vorschläge im Hinblick auf ihre Chancen und Risiken kritisch beleuchtet werden. Im Fazit werden die Ergebnisse noch einmal zusammengetragenen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die gesetzliche Pflegeversicherung
- Grundsätze und Aufgaben
- Leistungen und Personenkreis
- Finanzierung und Beiträge
- Aktuelle Situation
- Einnahmen- und Ausgabenentwicklung
- Auswirkungen der demographischen Entwicklung
- Finanzierungsalternativen
- Reformbedarf und Reformvorschläge
- Umlage- vs. Kapitaldeckungsverfahren
- Finanzierung im Umlageverfahren
- Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren
- Bewertung der Alternativen
- Fazit und Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung in Deutschland. Sie analysiert die verschiedenen Finanzierungsalternativen, die im Kontext des demographischen Wandels und der steigenden Pflegebedürftigkeit diskutiert werden. Die Arbeit beleuchtet die aktuellen Herausforderungen der Pflegeversicherung, insbesondere die Defizite und die Auswirkungen der demographischen Entwicklung. Sie untersucht verschiedene Reformvorschläge, darunter das Umlage- und das Kapitaldeckungsverfahren, und bewertet deren Chancen und Risiken.
- Finanzierungsalternativen der gesetzlichen Pflegeversicherung
- Reformbedarf und Reformvorschläge
- Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren
- Auswirkungen der demographischen Entwicklung
- Chancen und Risiken der Finanzierungsalternativen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problematik der gesetzlichen Pflegeversicherung in Deutschland dar. Sie erläutert die Defizite und die Herausforderungen, die durch den demographischen Wandel entstehen. Die Arbeit stellt die Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit dar.
Das zweite Kapitel befasst sich mit der gesetzlichen Pflegeversicherung. Es beschreibt die Grundsätze und Aufgaben der Pflegeversicherung, die Leistungen und den Personenkreis, der von der Pflegeversicherung erfasst wird. Außerdem werden die Finanzierung und die Beiträge sowie die aktuelle Situation der Pflegeversicherung beleuchtet, einschließlich der Einnahmen- und Ausgabenentwicklung und der Auswirkungen der demographischen Entwicklung.
Das dritte Kapitel analysiert die verschiedenen Finanzierungsalternativen, die für eine Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung in Frage kommen. Es werden die Reformvorschläge, das Umlage- und das Kapitaldeckungsverfahren sowie Gestaltungsalternativen beschrieben und kritisch bewertet.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die gesetzliche Pflegeversicherung, Finanzierungsalternativen, Reformbedarf, Umlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren, demographischer Wandel, Pflegebedürftigkeit, Finanzierung, Beiträge, Leistungen, Personenkreis, Chancen, Risiken.
- Citar trabajo
- Christian Haas (Autor), 2015, Finanzierungsalternativen der gesetzlichen Pflegeversicherung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292914