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Der EU-Beitritt der Türkei. Chancen und Risiken anhand verschiedener Integrationstheorien

Título: Der EU-Beitritt der Türkei. Chancen und Risiken anhand verschiedener Integrationstheorien

Trabajo , 2012 , 25 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: M. A. Alexander Gajewski (Autor)

Política - Tema: Unión Europea
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Mit dem Satz „Der Türkei-Beitritt zerstört die EU“ hat der deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler maßgeblich dazu beigetragen, dass die Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei, die in Europa mehr oder minder seit etlichen Jahren intensiv geführt worden war, eine neue Qualität erhalten hat. Nicht mehr nur temporäre Argumente, wie z. B. die starke Rolle des türkischen Militärs, die Kurdenproblematik, die Konflikte mit Griechenland um Zypern und die Ägäis, die im Gegensatz zur EU verhältnismäßig rückständige Wirtschaft oder generelle Demokratiedefizite der Türkei standen nunmehr im Vordergrund der Diskussion, sondern zunehmend auch grundsätzliche. Sie bezogen sich vor allem auf Unterschiede in Religion, Kultur, geisteshistorischen Traditionen und Geschichte und leiteten daraus eine vermeintliche Unvereinbarkeit europäischer und türkicher Identität her.
Besonders die beiden Historiker Hans-Ulrich Wehler und Heinrich August Winkler argumentieren in diesem Sinne vehement gegen einen EU-Beitritt der Türkei, da diese in ihren Augen nach geographischer Lage, historischer Vergangenheit, Religion, Kultur und Mentalität kein Teil Europas sei.
Ob diese grundsätzlichen Argumente zur Ablehnung eines türkischen EU-Beitritts, der angeblich zum Verlust der europäischen Identität und dem damit einhergehenden Ende des „Projektes Europas“ führen würde , theoretisch und empirisch ausreichend fundiert sind, soll im weiteren Verlauf dieser Arbeit geklärt werden. Ausgelöst durch die vehemente und grundsätzliche Ablehnung des türkischen EU-Beitritts durch ihre Gegner hat sich aber auch eine Vielzahl von Argumenten für eine Einbeziehung der Türkei in die europäischen Strukturen entwickelt, die u. a. Bezug auf die in den Römischen Verträgen festgeschriebene Formulierung nehmen, dass jeder europäische Staat prinzipiell beitrittsfähig ist. Erst auf dem EU-Gipfel von Kopenhagen 1993 wurden mit den Kopenhagener Kriterien weitere Beitrittsvoraussetzungen formuliert, die für Verfechter der Grundsatzdiskussion jedoch zunächst weniger von Bedeutung sind, da sie lediglich temporäre Faktoren, wie die Entwicklung institutioneller Stabilität als Garantie für eine rechtsstaatliche und demokratische Ordnung, für die Wahrung der Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten, eine funktionierende Marktwirtschaft, die in der Lage ist, dem Wettbewerbsdruck in der Union standzuhalten und die Fähigkeit, die aus der Mitgliedschaft erwachsenden Verpflichtungen zu übernehmen und [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

3. Historischer Abriss zu den Entwicklungen des türkischen Beitrittsgesuchs

4. Der türkische EU-Beitritts – Die Diskussion

4.1 Die Grundsatzdebatte über die prinzipielle Beitrittsfähigkeit der Türkei

4.2 Temporäre Argumente zu Chancen und Risiken eines Türkei-Beitritts

4.2.1 Innen-, außen- und sicherheitspolitische Argumente

4.2.2 Ökonomische und soziale Argumente

5. Argumentationsbewertung und Einbeziehung theoretischer Ansätze

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte über einen möglichen EU-Beitritt der Türkei, indem sie grundsätzliche Identitätsfragen sowie temporäre politische, ökonomische und soziale Argumente analysiert und diese in den Kontext verschiedener Integrationstheorien stellt.

  • Analyse der Grundsatzdebatte über die prinzipielle Beitrittsfähigkeit der Türkei
  • Untersuchung temporärer Chancen und Risiken aus innen-, außen- und sicherheitspolitischer Sicht
  • Bewertung ökonomischer und sozialer Argumente im Hinblick auf Kosten und Nutzen
  • Einordnung der Argumente in theoretische Ansätze wie den Konstruktivismus, Neorealismus und Intergouvernementalismus
  • Erörterung von Alternativen zur Vollmitgliedschaft bei anhaltender Ablehnung

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Grundsatzdebatte über die prinzipielle Beitrittsfähigkeit der Türkei

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, geht es bei der Grundsatzdebatte vor allem um die prinzipielle Beitrittsfähigkeit der Türkei. Die vorgebrachten Argumente für und gegen einen Beitritt beziehen sich somit hauptsächlich auf Werte, Normen, Identität Kultur, Religion, Geographie, Geschichte und geisteshistorische Traditionen. Auf Seiten der Beitrittsgegner wird in diesem Zusammenhang häufig von der Andersartigkeit der Türkei gesprochen, die aufgrund zahlreicher Unterschiede in den o. g. Punkten mit dem „Projekt Europa“ nicht kompatibel sei.

Dies resultiere angeblich aus verschiedenen Entwicklungen und Tatsachen heraus. Erstens sei die Türkei weder geographisch noch historisch ein europäisches Land. Geographisch, und darüber dürfte tatsächlich kaum Zweifel bestehen, liegt die Türkei, sofern als Maßstab die heute typisch gewordene Abgrenzung Asiens und Europas durch den Bosporus angelegt wird, nur zu einem kleinen Teil auf dem europäischen Kontinent. Die Aufnahme der Türkei in die Union schaffe nach Ansichten der Gegner somit einen Präzedenzfall, der dazu führe, dass anderen außereuropäischen Staaten im Mittelmeerraum der Beitritt auch nicht mehr grundsätzlich verweigert werden könne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die intensive Debatte um den EU-Beitritt der Türkei ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der theoretischen und empirischen Fundierung der Argumente für und gegen einen Beitritt.

2. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel stellt sechs verschiedene Integrationstheorien vor, darunter den liberalen Intergouvernementalismus, den Neofunktionalismus und den sozialen Konstruktivismus, um die anschließende Argumentationsanalyse theoretisch zu stützen.

3. Historischer Abriss zu den Entwicklungen des türkischen Beitrittsgesuchs: Dieser Abriss beleuchtet die langjährige Geschichte der türkischen Westorientierung seit 1923 sowie die Entwicklung der Beziehungen zwischen der Türkei und der EG bzw. EU bis hin zu den formalen Beitrittsverhandlungen.

4. Der türkische EU-Beitritts – Die Diskussion: Das Kapitel gliedert sich in eine grundsätzliche Debatte über Identität, Geographie und Kultur sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit zeitlich dynamischen politischen, ökonomischen und sozialen Chancen und Risiken.

5. Argumentationsbewertung und Einbeziehung theoretischer Ansätze: Hier erfolgt eine kritische Überprüfung der verschiedenen Argumentationslinien sowie deren systematische Zuordnung zu den im zweiten Kapitel erarbeiteten Integrationstheorien.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass keine der vorgetragenen Positionen objektiv ausreichend fundiert ist, und plädiert für die Entwicklung neuer Kooperationsmodelle jenseits einer einfachen Beitrittsperspektive.

Schlüsselwörter

Türkei, Europäische Union, EU-Beitritt, Integrationstheorien, Identität, Grundsatzdebatte, Sicherheitspolitik, Ökonomie, Sozialpolitik, Intergouvernementalismus, Konstruktivismus, Geopolitik, Reformen, Beitrittsverhandlungen, Europäisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich mit den Pro- und Contra-Argumenten zur Frage eines möglichen EU-Beitritts der Türkei auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung umfasst kulturelle und identitäre Grundsatzfragen sowie aktuelle politische, sicherheitsrelevante und sozioökonomische Faktoren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu klären, ob die Argumente der Beitrittsgegner und -befürworter theoretisch und empirisch fundiert sind, um eine endgültige Positionierung zu rechtfertigen.

Welche wissenschaftlichen Theorien finden Anwendung?

Es werden Ansätze wie der liberale Intergouvernementalismus, der Neofunktionalismus, der soziale Konstruktivismus, der Neorealismus sowie die Klub- und Gemeinschaftstheorie genutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben der Historie des Beitrittsgesuchs werden sowohl grundsätzliche Identitätsdiskussionen als auch temporäre, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Argumente kritisch beleuchtet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Europäische Integration, Wertegemeinschaft, Geopolitik, Migrationsdruck und institutionelle Aufnahmefähigkeit.

Wie bewertet der Autor die Rolle des türkischen Militärs?

Das Militär wird als ein innenpolitischer Faktor betrachtet, dessen starke Rolle in der türkischen Politik von Kritikern als signifikantes Demokratiedefizit wahrgenommen wird.

Welchen Stellenwert räumt der Autor der "Privilegierten Partnerschaft" ein?

Der Autor hält das Konzept der "Privilegierten Partnerschaft" für wenig geeignet, da die Türkei bereits durch die Zollunion und andere Verträge in einer engen privilegierten Beziehung zur EU steht.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Der EU-Beitritt der Türkei. Chancen und Risiken anhand verschiedener Integrationstheorien
Universidad
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften)
Curso
Die EU-Mittelmeerpolitik von den Anfängen bis zur Union für das Mittelmeer. Akteure, Ebenen und Interessen
Calificación
1,7
Autor
M. A. Alexander Gajewski (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
25
No. de catálogo
V292935
ISBN (Ebook)
9783656901433
ISBN (Libro)
9783656901440
Idioma
Alemán
Etiqueta
eu-beitritt türkei chancen risiken integrationstheorien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M. A. Alexander Gajewski (Autor), 2012, Der EU-Beitritt der Türkei. Chancen und Risiken anhand verschiedener Integrationstheorien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292935
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