„Weniger Wettbewerb, weniger Preisdruck“ – so lautete die Überschrift der Zeitung "Die Zeit" am 23. Juli 2013 in Bezug auf die angekündigte Übernahme des Mobilfunkanbieters E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG (E-Plus) durch Telefónica Deutschland GmbH & Co. OHG (Telefónica).
Eine substanzielle Veränderung der Marktverhältnisse des deutschen Mobilfunkmarktes deutet sich an.
Telefónica ist bereit, 8,6 Milliarden Euro für die Übernahme von E-Plus zu zahlen und könnte so mit seinem deutschen Kerngeschäft O2 an den Wettbewerbern vorbeiziehen und der größte Mobilfunkanbieter Deutschlands werden – vor bekannten Schwergewichten der Branche wie Deutsche Telekom oder Vodafone.
Doch die EU-Kommission äußerte in dem sogenannten Statement of Objectives bereits erste Bedenken. Nach ihren Einschätzungen könnte die Übernahme den Wettbewerb in Deutschland erheblich schwächen.
Die Zahl der Mobilfunkanbieter würde sich von bisher vier auf lediglich drei reduzieren. Neben dem Wegfall eines Wettbewerbers bestehe darüber hinaus die Gefahr eines zu schwachen Anreizes, aktiv Wettbewerbsdruck auszuüben.
Potenzielle Folgen: Höhere Preise für Endkunden oder erschwerter Netzzugang für virtuelle Netzbetreiber und Diensteanbieter. Um den Deal dennoch durchzubringen, machte Telefónica bereits erste Zugeständnisse, die den Eintritt eines Neulings am Markt ermöglichen sollen.
Aktueller Diskussionsstand ist laut dem Magazin „Focus“ zudem, dass die Marke E-Plus nach der Übernahme verschwinden soll und lediglich selektive Submarken bestehen bleiben.
Schwerpunkt und zugleich Ziel dieser Arbeit ist es, die im Rahmen der Übernahme von E-Plus durch Telefónica relevanten regulatorischen Anforderungen herzuleiten und zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorstellung und Klassifizierung des Falls
- Mobilfunkmarkt in Deutschland
- Unternehmensportraits von E-Plus und Telefónica
- Zuständiges Organ der Zusammenschlusskontrolle
- Analyse ausgewählter regulatorischer Anforderungen der Übernahme von E-Plus durch Telefónica
- Ausgewählte Kennzeichen einer marktbeherrschenden Stellung
- Mögliche regulatorische Auflagen zur Sicherung der Transaktion
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Übernahme von E-Plus durch Telefónica und untersucht ausgewählte regulatorische Anforderungen im Rahmen dieser Fusion. Sie analysiert den Mobilfunkmarkt in Deutschland und die Unternehmensprofile von E-Plus und Telefónica. Darüber hinaus werden die relevanten gesetzlichen Vorgaben und die Rolle des zuständigen Organs der Zusammenschlusskontrolle beleuchtet. Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse der potenziellen Auswirkungen der Fusion auf den Wettbewerb im Mobilfunkmarkt, insbesondere hinsichtlich der Marktbeherrschung, und beleuchtet mögliche regulatorische Auflagen zur Sicherung des Wettbewerbs.
- Die Übernahme von E-Plus durch Telefónica im Kontext des deutschen Mobilfunkmarktes
- Analyse der Auswirkungen der Fusion auf den Wettbewerb im Mobilfunkmarkt
- Regulierungsmechanismen im Bereich der Zusammenschlusskontrolle
- Die Rolle des Bundeskartellamts und der EU-Kommission
- Mögliche Auflagen zur Sicherung des Wettbewerbs
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt den Kontext und die Relevanz der Übernahme von E-Plus durch Telefónica im Rahmen des deutschen Mobilfunkmarktes dar.
- Kapitel 2 bietet einen Überblick über den deutschen Mobilfunkmarkt, beschreibt die Unternehmensprofile von E-Plus und Telefónica und erläutert die Aufgaben und Kompetenzen des Bundeskartellamts als zuständiges Organ der Zusammenschlusskontrolle.
- Kapitel 3 analysiert ausgewählte regulatorische Anforderungen der Übernahme, insbesondere die Kennzeichen einer marktbeherrschenden Stellung und die potentiellen Auswirkungen auf den Wettbewerb. Es werden auch mögliche Auflagen und Maßnahmen zur Sicherung des Wettbewerbs im Mobilfunkmarkt beleuchtet.
Schlüsselwörter
Mobilfunkmarkt, Fusion, Telefónica, E-Plus, Zusammenschlusskontrolle, Bundeskartellamt, Marktbeherrschung, Wettbewerb, regulatorische Auflagen, SIEC, GWB, FKVO, EU-Kommission.
Häufig gestellte Fragen
Warum war die Übernahme von E-Plus durch Telefónica wettbewerbsrechtlich kritisch?
Durch die Fusion reduzierte sich die Zahl der Netzbetreiber in Deutschland von vier auf drei, was die Gefahr von Preiserhöhungen und weniger Wettbewerb barg.
Welche Rolle spielte die EU-Kommission bei diesem Deal?
Die EU-Kommission prüfte den Zusammenschluss und äußerte Bedenken hinsichtlich einer marktbeherrschenden Stellung, weshalb sie strenge Auflagen erteilte.
Welche Zugeständnisse musste Telefónica machen?
Telefónica musste Kapazitäten an virtuelle Netzbetreiber abgeben, um den Markteintritt neuer Wettbewerber zu ermöglichen.
Was bedeutet der Begriff „marktbeherrschende Stellung“?
Es beschreibt eine Situation, in der ein Unternehmen so viel Marktmacht hat, dass es unabhängig von Wettbewerbern und Kunden agieren kann.
Was geschah mit der Marke E-Plus nach der Fusion?
Geplant war, dass die Marke E-Plus weitgehend verschwindet und Kunden in die O2-Struktur integriert werden, wobei nur selektive Submarken blieben.
- Quote paper
- Judith Henrichsmann (Author), 2014, Die Übernahme von E-Plus durch Telefónica. Untersuchung ausgewählter regulatorischer Anforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293009