Genussrechte sind in Deutschland seit ca. 140 Jahren vorhanden. Durch die Einführung der Vorzugsaktie Ende der 1930er Jahre verloren Genussrechte an Bedeutung. Für den Mittelstand, der tendenziell eine geringe Eigenkapitalbasis hat, können Genussrechte, insbesondere im Hinblick einer restriktiveren Kreditvergabe der Banken, ein Finanzierungsinstrument sein. Aufgrund dessen rücken Genussrechte wieder vermehrt in den Fokus.
Es stellt sich die Frage, wie Genussrechte auf der Passivseite des Emittenten zu bilanzieren sind. Die bilanzielle Zuordnung zum Eigen- oder Fremdkapital hat dabei eine beträchtliche Signalwirkung für die externen Bilanzadressaten. Es ist zu klären, wie Genussrechte auf der Aktivseite des Inhabers auszuweisen sind. Der Ausweis der Vergütung und der Verlustbeteiligung aus Inhaber- und Emittentensicht ist für den Jahresabschluss wichtig. Für diesen sind auch Angaben zu Genussrechten im Anhang zu beleuchten. Die Betrachtung konzentriert sich auf das Rechnungssystem nach HGB, das für deutsche Unternehmen im Einzelabschluss anzuwenden ist.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung
- Charakterisierung von Genussrechten
- Jahresabschluss des Genussrechtsemittenten
- Notwendigkeit der Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital
- Kriterien für die Eigenkapitalzuordnung
- Bilanzierung der Genussrechte
- Ausweis der Vergütung und der Verlustbeteiligung
- Jahresabschluss des Genussrechtsinhabers
- Bilanzierung der Genussrechte
- Ausweis der Vergütung und der Verlustbeteiligung
- Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Bilanzierung von Genussrechten im Handelsgesetzbuch (HGB). Sie analysiert die Besonderheiten dieser Finanzinstrumente und untersucht die Herausforderungen ihrer Zuordnung zu Eigen- oder Fremdkapital. Die Arbeit beleuchtet die bilanzielle Darstellung von Genussrechten sowohl vom Blickwinkel des Emittenten als auch des Inhabers, einschließlich der Ausweisung von Vergütung und Verlustbeteiligung.
- Abgrenzung von Genussrechten zwischen Eigen- und Fremdkapital
- Bilanzierung von Genussrechten im Jahresabschluss des Emittenten
- Bilanzierung von Genussrechten im Jahresabschluss des Inhabers
- Ausweisung von Vergütung und Verlustbeteiligung im Jahresabschluss
- Relevanz von Genussrechten für den Mittelstand
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Bedeutung von Genussrechten als Finanzierungsinstrument, insbesondere für den Mittelstand. Es beleuchtet die Herausforderungen der bilanzellen Zuordnung und die Relevanz für die externen Bilanzadressaten.
- Kapitel 2: Charakterisierung von Genussrechten: Das Kapitel definiert den Begriff der Genussrechte und zeigt seine Stellung zwischen Eigen- und Fremdkapital auf. Es referenziert die Verwendung von Genussrechten in verschiedenen Gesetzen und betont deren Flexibilität und Gestaltungsfreiheit.
- Kapitel 3: Jahresabschluss des Genussrechtsemittenten: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Bilanzierung von Genussrechten aus der Sicht des Emittenten. Es analysiert die Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital und diskutiert die Kriterien für die Eigenkapitalzuordnung. Darüber hinaus behandelt es die Bilanzierung der Genussrechte und die Ausweisung von Vergütung und Verlustbeteiligung.
- Kapitel 4: Jahresabschluss des Genussrechtsinhabers: Das Kapitel widmet sich der Bilanzierung von Genussrechten aus der Perspektive des Inhabers. Es beleuchtet die bilanzielle Darstellung der Genussrechte und die Ausweisung der Vergütung und Verlustbeteiligung.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Genussrechte, Bilanzierung, Eigenkapital, Fremdkapital, HGB, Jahresabschluss, Mittelstand, Finanzierungsinstrument, Vergütung, Verlustbeteiligung und Mezzanine-Finanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Genussrechte im Kontext des HGB?
Genussrechte sind hybride Finanzinstrumente, die eine Stellung zwischen Eigen- und Fremdkapital einnehmen und dem Inhaber Vermögensrechte, aber in der Regel keine Mitbestimmungsrechte gewähren.
Warum sind Genussrechte für den Mittelstand attraktiv?
Sie dienen als Finanzierungsinstrument zur Stärkung der Eigenkapitalbasis, insbesondere bei restriktiver Kreditvergabe durch Banken (Basel II/III).
Wann werden Genussrechte bilanziell dem Eigenkapital zugeordnet?
Die Zuordnung zum Eigenkapital nach HGB erfordert unter anderem die Nachrangigkeit, die Teilnahme am Verlust bis zur vollen Höhe und eine langfristige Kapitalüberlassung.
Wie erfolgt der Ausweis der Vergütung beim Emittenten?
Die steuerliche und bilanzielle Behandlung der Vergütung hängt davon ab, ob das Genussrecht als Fremdkapital (Aufwand) oder Eigenkapital (Gewinnverwendung) eingestuft wird.
Wie bilanziert der Inhaber seine Genussrechte?
Der Inhaber weist Genussrechte in der Regel unter den Finanzanlagen oder Wertpapieren des Umlaufvermögens aus, abhängig von der geplanten Haltedauer.
- Arbeit zitieren
- M.Sc Johann Christopher Schard (Autor:in), 2013, Genussrechte im HGB-Jahresabschluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293199