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Kommunikationsinstrumente, -techniken und -mechanismen der nationalsozialistischen Propaganda

Eine retrospektive Analyse

Title: Kommunikationsinstrumente, -techniken und -mechanismen der nationalsozialistischen Propaganda

Master's Thesis , 2014 , 176 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bettina Kahlenberg (Author)

Communications - Media History
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Diese Arbeit gleicht ab, inwieweit der nationalsozialistischen Propaganda die gleichen Praktiken und Prinzipien zugrunde liegen, die in der heutigen Werbung und PR gängig sind. Ihr Ziel ist die Aufarbeitung der NS-Propaganda als Fallbeispiel für ein Kommunikationskonzept mit seinen typischen Ausprägungen.

Es werden folgende Forschungsfragen beantwortet:

1. Was sind die genutzten Propagandamittel und welchem heute gebräuchlichen kommunikationspolitischen Instrument lassen sie sich zuordnen?
2. Welche Kommunikationstechniken wurden angewandt und welche Mechanismen stimuliert?
3. Welche bereits durchgeführten Studien und Experimente belegen bzw. widerlegen deren Wirksamkeit?

Um die Aktualität der Techniken und Mechanismen sicherzustellen, zieht die Autorin hauptsächlich Lehrbücher der aktuellen Unternehmens- und Werbekommunikation heran (z.B. Kroeber-Riel, Esch, Bruhn, Cialdini). Die Definitionen daraus werden insbesondere anhand von Aussagen der Propaganda-Aktionäre überprüft (z.B. Hitlers „Mein Kampf“, Goebbels Tagebuch, diverse Reden) – es ergibt sich ein direkter Zusammenhang.

In der Geschichte Deutschlands waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen zuträglich für die Ausübung von Propaganda. Nach der Machtergreifung erfolgte eine bis dato beispiellose Gleichschaltung der Massenmedien. Als Folge daraus konnten Kommunikationstechniken und dadurch stimulierte Mechanismen der menschlichen Psyche relativ ungestört ihre Wirkung entfalten. Das Dritte Reich ist daher von hoher praktischer Relevanz für Kommunikationsausübende, -lehrende und -lernende.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel der Arbeit

1.3 Eingrenzung

1.4 Vorgehensweise

1.5 Stand der Forschung

2 NS-Propaganda: Annäherung & Einordnung

2.1 Zur Begriffsgeschichte von Propaganda

2.2 Definition: Propaganda

2.3 Das Massenparadigma: Anker der NS-Propaganda

2.3.1 Rezeption durch Hitler

2.3.2 Rezeption durch Goebbels

3 Übergeordnete Modelle

3.1 Stimulus-Response-Modell – Grundlage der Konditionierung

3.2 Implizites & Explizites Gedächtnis

3.3 Vormacht der Emotionen

3.3.1 Definition: Emotion

3.3.2 Aufgaben von Emotionen

4 Der Weg zur Massenbeeinflussung

4.1 Machtübernahme & Gleichschaltung

4.2 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda

4.3 Definition: Agenda Setting

4.4 Experiment: Agenda Setting

5 Kommunikationskonzept

5.1 Kommunikationsziele

5.2 Positionierungsstrategie

5.2.1 Positionierung durch Information

5.2.2 Positionierung durch Aktualität

5.2.2.1 Definition: Mere-Exposure-Effekt

5.2.2.2 Experiment: Mere-Exposure-Effekt

5.2.3 Emotionale Positionierung

5.2.3.1 Definition: Limbic-Ansatz

5.2.3.2 Limbic-Ansatz & Soziale Modelle

5.2.3.2.1 Definition: Lernen am Modell

5.3.3.2.2 Experiment: Lernen am Modell

5.3 Copy-Strategie

5.3.1 Definition: Operante & Instrumentelle Konditionierung

5.3.2 Experiment: Operante & Instrumentelle Konditionierung

6 Zentrale kommunikationspolitische Instrumente

6.1 Rundfunk

6.1.1 Definition: Schuldinduzierung

6.1.2 Experiment: Schuldinduzierung

6.2 Plakate

6.2.1 Sozialtechniken

6.2.2 Definition: Furchtinduzierung

6.2.3 Experiment: Furchtinduzierung

6.2.4 Definition: Archetypen

6.2.5 Experiment: Archetypen

6.2.6 Definition: Reziprozitätsprinzip

6.2.7 Experiment: Reziprozitätsprinzip

6.3 Film

6.3.1 Definition: Sündenbockmechanismus

6.3.2 Experiment: Sündenbockmechanismus

6.3.3 Definition: Stereotypisierung

6.3.4 Experiment: Stereotypisierung

6.3.5 Definition: Priming

6.3.6 Experiment: Priming

6.4 Führerkult

6.4.1 Definition: Autoritätsgehorsam

6.4.2 Experiment: Autoritätsgehorsam

6.4.3 Sympathie

6.4.3.1 Definition: Sympathie durch Ähnlichkeit

6.4.3.2 Experiment: Sympathie durch Ähnlichkeit

6.4.3.3 Definition: Sympathie durch Komplimente

6.4.3.4 Experiment: Sympathie durch Komplimente

6.5 Sprache

6.5.1 Definition: Assoziationsprinzip

6.5.2 Experiment: Assoziationsprinzip

6.5.3 Definition: Innere Bilder

6.5.4 Experiment: Innere Bilder

6.6 Veranstaltungen

6.6.1 Definition: Emotionale Konditionierung

6.6.2 Experiment: Emotionale Konditionierung

6.6.3 Definition: Prinzip der sozialen Bewährtheit

6.6.4 Experiment: Prinzip der sozialen Bewährtheit

6.7 Presse

7 Eigendynamik der NS-Propaganda

7.1 Definition: Kognitive Dissonanz

7.2 Experiment: Kognitive Dissonanz

7.3 Definition: Commitment

7.4 Experiment: Commitment

7.5 Definition: Schweigespirale

7.6 Experiment: Schweigespirale

8 Zusammenfassung & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung einer retrospektiven Analyse des nationalsozialistischen Propaganda-Apparates aus einer kommunikationswissenschaftlichen und werbepsychologischen Perspektive. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwieweit die damals praktizierten Techniken und Mechanismen der Massenbeeinflussung mit heute gebräuchlichen Methoden übereinstimmen und ob diese Mechanismen auch in der modernen Kommunikation Anwendung finden.

  • Analyse des nationalsozialistischen Kommunikationskonzepts
  • Identifikation und Kategorisierung zentraler Propagandainstrumente (Film, Rundfunk, Presse, Plakate)
  • Verknüpfung historischer NS-Methoden mit modernen psychologischen Theorien (z.B. Limbic-Ansatz, Konditionierungsmodelle)
  • Untersuchung der Wirkungsweise auf die menschliche Psyche durch implizite und explizite Lernprozesse
  • Überprüfung der Wirksamkeit durch den Einbezug wissenschaftlicher Experimente

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung

Betrachtet man die im Nationalsozialismus angewandten Kommunikationstechniken und -mechanismen näher, werden Gemeinsamkeiten zu den heute gebräuchlichen deutlich. In der Literatur sind durchaus auch Analysen nach aktuellen Gesichtspunkten zu finden. Jedoch befassen sich diese entweder mit einem bestimmten Kommunikations-Instrument wie dem Film, einem Thema wie dem Antisemitismus oder sie konzentrieren sich auf ein einzelnes Phänomen, wie zum Beispiel dem betriebenen Personenkult in der NS-Zeit. Auch sind vereinzelt Übersichten über Propagandatechniken zu finden. Allerdings dienen diese vielmehr dem groben Überblick, um das Prinzip Propaganda besser zu verstehen, statt einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Eine komplette Benennung aller kommunikationspolitischen Instrumente inklusive angewandter Techniken und stimulierter Wirkmechanismen sucht man vergeblich. Es fehlt eine retrospektive Analyse des gesamten Propaganda-Apparates der Nationalsozialisten aus kommunikationspolitischer Sicht.

In der Geschichte Deutschlands waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen äußerst zuträglich für die Ausübung von Propaganda. Nach der Machtergreifung folgte eine bis dato beispiellose Isolierung und Ausschöpfung der Massenmedien. Als Folge daraus konnten Kommunikationstechniken und dadurch stimulierte Mechanismen der menschlichen Psyche relativ ungestört ihre Wirkung entfalten. Das Dritte Reich ist daher von hoher praktischer Relevanz für Kommunikationsausübende, -lehrende und -lernende. Dafür fehlt bisher die wissenschaftliche Grundlage.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bleibende Aktualität von Propaganda und stellt die Zielsetzung auf, NS-Kommunikation mit modernen werbepsychologischen Erkenntnissen zu analysieren.

2 NS-Propaganda: Annäherung & Einordnung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Propaganda historisch und verortet die nationalsozialistische Praxis im Kontext des Massenparadigmas sowie der Ansichten Hitlers und Goebbels.

3 Übergeordnete Modelle: Hier werden psychologische Grundlagen wie das Stimulus-Response-Modell, das implizite Gedächtnis und die Vormacht der Emotionen erläutert, die das Fundament der Beeinflussung bilden.

4 Der Weg zur Massenbeeinflussung: Das Kapitel beschreibt die organisatorische Gleichschaltung der Medien und die Theorie des Agenda Setting als Instrument zur Steuerung der öffentlichen Meinung im Dritten Reich.

5 Kommunikationskonzept: Dieses Kapitel rekonstruiert das implizite Kommunikationskonzept der NS-Propaganda, insbesondere die Positionierungsstrategien und die Copy-Strategie zur massenpsychologischen Steuerung.

6 Zentrale kommunikationspolitische Instrumente: Es folgt eine detaillierte Analyse der einzelnen Medien wie Rundfunk, Plakate, Film und Presse, ergänzt durch Definitionen und Experimente zu den jeweils eingesetzten Techniken.

7 Eigendynamik der NS-Propaganda: Abschließend werden psychologische Mechanismen wie kognitive Dissonanz und Schweigespirale betrachtet, die das System der Massenbeeinflussung nachträglich verstärkten.

8 Zusammenfassung & Ausblick: Das Fazit zieht den Schluss, dass die Mechanismen der NS-Propaganda in ihrer Grundstruktur bis heute in modernen westlichen Industrienationen, insbesondere durch die Konsumindustrie, fortbestehen.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Propaganda, Massenkommunikation, Werbepsychologie, Limbic-Ansatz, Konditionierung, Agenda Setting, Führerprinzip, Sündenbockmechanismus, Stereotypisierung, Priming, kognitive Dissonanz, Schweigespirale, Reziprozitätsprinzip, Massenpsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Kommunikationsinstrumente und -techniken des Nationalsozialismus aus einer kommunikationspolitischen und werbepsychologischen Sicht, um Gemeinsamkeiten zur heutigen kommerziellen und politischen Kommunikation aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Massenpsychologie, Konditionierungsmodelle, die Instrumentalisierung von Medien wie Film und Rundfunk sowie die psychologischen Mechanismen hinter politischer Manipulation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das nationalsozialistische Propaganda-System mit modernen Modellen der Verhaltensbeeinflussung abzugleichen, um ein vollständiges Bild der angewandten Methoden und deren Wirksamkeit zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen deskriptiven und retrospektiven Ansatz, der historische Propaganda-Ereignisse und Quellen der NS-Zeit mit aktuellen Erkenntnissen aus der Werbepsychologie, Kognitionswissenschaft und Soziologie verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Modelle der Massenpsychologie und Konditionierung) dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der eingesetzten Medien (Rundfunk, Plakate, Film, Presse) und der darin enthaltenen psychologischen Mechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie NS-Propaganda, Limbic-Ansatz, Konditionierung, Agenda Setting und kognitive Dissonanz aus.

Welche Rolle spielt der "Limbic-Ansatz" bei der Analyse?

Der Limbic-Ansatz dient dazu, die emotionale Ausrichtung der NS-Propaganda besser zu verstehen. Er erklärt, warum Botschaften, die auf Dominanz, Balance oder Stimulanz abzielen, besonders effektiv auf das limbische System der Rezipienten wirken konnten.

Warum wird die NS-Propaganda auch mit der heutigen Konsumindustrie verglichen?

Die Autorin argumentiert, dass die manipulativen Techniken zur Steuerung von Einstellungen und Verhalten – etwa durch Appelle an Emotionen und unbewusste Verarbeitung – im Nationalsozialismus und in der heutigen Konsum- und Unterhaltungsindustrie strukturell identisch sind.

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Details

Title
Kommunikationsinstrumente, -techniken und -mechanismen der nationalsozialistischen Propaganda
Subtitle
Eine retrospektive Analyse
College
University of applied sciences Frankfurt a. M.
Course
Marketing und Kommunikation
Grade
1,3
Author
Bettina Kahlenberg (Author)
Publication Year
2014
Pages
176
Catalog Number
V293226
ISBN (eBook)
9783656905059
ISBN (Book)
9783656905066
Language
German
Tags
propaganda marketing psychologie nationalsozialismus le bon stimulus response konditionierung implizit emotional agenda setting kommunikationskonzept erlebnisprofil appell schuld furcht angst archetypen reziprozität sündenbock stereotyp priming autoritätsgehorsam sympathie innere bilder gedächtnisbilder assoziation soziale bewährtheit kognitive dissonanz commitment schweigespirale hitler goebbels public relations unternehmenskommunikation kommunikationswissenschaften werbepsychologie kognition kognitionspsychologie rundfunk veranstaltungen events rhetorik massenkommunikation führerkult massenparadigma massentheorie mein kampf emotion aktivierung involvement copy strategie limbic ansatz limbische landkarte kommunikationspolitik sozialtechniken lernen am modell ns-plakat kommunikation marketingkommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Kahlenberg (Author), 2014, Kommunikationsinstrumente, -techniken und -mechanismen der nationalsozialistischen Propaganda, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293226
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