Innerhalb eines Jahres wurden mehr als zwei Milliarden Euro durch die Etablierung eines neuen Finanzierungsinstruments, der sogenannten Mittelstandsanleihe, bereitgestellt. Diese neue Form der Finanzierung spielt für jeden einzelnen mittelständischen Emittenten eine wichtige Rolle, denn nach der Einführung von Basel III waren Finanzmittel nicht mehr oder nur zu prohibitiv hohen Preisen lange Zeit verfügbar. Zur Sicherung ihrer Unternehmensexistenz sowie ihrer Markt- und Wettbewerbsposition erwies sich nun umso mehr die Kapitalkraft und die Fähigkeit Kapital zu beschaffen als elementarer Erfolgsfaktor einer jeden Unternehmung, insbesondere des Mittelstands.
Genau an diesem Börsenhandelssegment setzt die Arbeit an. Sie beschäftigt sich einführend mit den grundsätzlichen Charakteristika der Mittelstandsanleihe, verschafft eine aktuelle Marktübersicht mit den jeweiligen börsenspezifischen Voraussetzungen und Folgepflichten für die Emittenten und grenzt das Segment anschließend zu anderen Fremdfinanzierungsinstrumenten ab. Darauf folgend wird schwerpunktmäßig das Segment der Mittelstandsanleihe aus Emittenten- und Anlegersicht kritisch analysiert. So werden die Kosten der Finanzierung aus Sicht des Emittenten, ebenfalls beleuchtet, wie die Risikobewertung seitens des Anlegers. Abschließend erfolgt ein Ausblick bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Mittelstandsanleihe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Finanzierungsinstrument Mittelstandsanleihe
2.1 Definitorische Grundlagen
2.2 Marktübersicht
2.3 Abgrenzungen zu anderen Fremdfinanzierungsinstrumenten
3 Kritische Analyse aus Anlegersicht
3.1 Chancen
3.2 Finanzierungsrisiken
3.2.1 Allgemeine Risiken bei festverzinslichen Wertpapieren
3.2.2 Besondere Risiken bei Mittelstandsanleihen
3.3 Risikoreduzierende Maßnahmen
3.3.1 Allgemeine affirmative Schutzauflagen
3.3.2 Kapitalstrukturauflagen und Besicherung
4 Kritische Analyse aus Emittentensicht
4.1 Chancen
4.2 Finanzierungskosten und Emissionsrisiken
4.3 Weitere qualitative Überlegungen
5 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Segment der Mittelstandsanleihen, um deren Bedeutung als Finanzierungsalternative für Unternehmen sowie als Anlageoption für Investoren kritisch zu beleuchten. Dabei steht die Untersuchung der Chancen und Risiken aus Sicht der Emittenten und Anleger im Vordergrund.
- Grundlegende Charakteristika und Marktübersicht der Mittelstandsanleihen
- Analyse der Chancen und Risiken für den Anleger (Bonität, Zinsänderungsrisiko, Schutzauflagen)
- Analyse der Chancen und Risiken für den Emittenten (Finanzierungsunabhängigkeit, Kostenstruktur)
- Abgrenzung zu alternativen Finanzierungsinstrumenten wie Bankkrediten
- Diskussion über zukünftige Anforderungen an die Anleihefähigkeit und Marktreife
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Kapitalstrukturauflagen und Besicherung
Kapitalstrukturauflagen sog. „Financial Convenants“ setzten Mindestanforderungen an die kommende Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Emittenten. Es müssen folglich während der Laufzeit bestimmte Kennzahlen oder Grenzwerte eingehalten werden: Eigenkapitalausstattung, Eigenkapital- bzw. Fremdkapitalquote, Mindestliquidität, Kapitaldienstdeckung, Neuverschuldung und Rentabilitätskennzahlen. Falls diese Auflagen verletzt werden, dürfen Ausschüttungen nicht mehr erfolgen und das Recht auf Kündigung besteht. Bei Nichteinhaltung kann der Anleger die Verschlechterung der Bonität prognostizieren. Aktuell nahm nur jede zehnte Anleihe die Klausel auf. Um den Anteil institutioneller Anleger zu erhöhen und dem Emittenten finanzielle Disziplin aufzuerlegen, sind „Financial Covernants“ daher sehr wichtig. Neben dieser Möglichkeit sind ebenfalls die Instrumente der Besicherung und der Garantie für den Anleger bei der Risikobewertung von Relevanz. Diese bieten im Insolvenzfall vor allem Schutz vor Verlusten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Mittelstandsanleihen ein, beleuchtet deren Relevanz nach der Einführung von Basel III und skizziert den Aufbau der kritischen Analyse.
2 Finanzierungsinstrument Mittelstandsanleihe: Das Kapitel definiert den Begriff der Mittelstandsanleihe, gibt eine Marktübersicht über die relevanten Börsensegmente und grenzt das Instrument von anderen Fremdfinanzierungsformen ab.
3 Kritische Analyse aus Anlegersicht: Hier werden die Chancen für Anleger sowie die verschiedenen Risikokategorien (allgemeine und spezifische Risiken) diskutiert und risikoreduzierende Schutzmechanismen vorgestellt.
4 Kritische Analyse aus Emittentensicht: Dieses Kapitel widmet sich den Vorteilen für den Emittenten, den Kostenstrukturen, Emissionsrisiken sowie qualitativen Faktoren bei der Begebung einer Anleihe.
5 Ausblick: Der Ausblick formuliert Anforderungen an die zukünftige Entwicklung, insbesondere bezüglich der Anleihefähigkeit von Unternehmen und der verstärkten Nutzung von Schutzauflagen zur Marktsicherung.
Schlüsselwörter
Mittelstandsanleihen, Emittentensicht, Anlegersicht, Finanzierung, Basel III, Fremdkapital, Risikobewertung, Covenants, Emissionskosten, Bonität, Liquidität, Kapitalmarkt, Rentabilität, Investoren, Schuldverschreibung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Finanzierungsinstrument Mittelstandsanleihe und analysiert dieses kritisch aus zwei Perspektiven: der des emittierenden Unternehmens und der des anlegenden Investors.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die definitorischen Grundlagen, die Marktübersicht, die Chancen und Risiken für Anleger und Emittenten sowie die Kostenstrukturen und rechtlichen Schutzauflagen (Covenants).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Eignung und Attraktivität von Mittelstandsanleihen zu bewerten, indem sowohl die Finanzierungsfreiheit für Unternehmen als auch das Risikoprofil für Anleger einer kritischen Prüfung unterzogen werden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine analytische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender Marktdaten und rechtlicher Rahmenbedingungen basiert.
Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Risiko-Chancen-Analyse für den Investor, eine Untersuchung der Vor- und Nachteile sowie der Kosten für den Emittenten und eine Abgrenzung zu Bankdarlehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mittelstandsanleihen, Kapitalmarkt, Bonität, Finanzierungsrisiken, Emissionskosten und Anlegerschutz geprägt.
Wie unterscheidet sich die Mittelstandsanleihe von klassischen Bankkrediten laut der Analyse?
Der Autor stellt heraus, dass Anleihen eine größere unternehmerische Handlungsfreiheit bieten, während Kredite oft stärker durch die Bank reglementiert und mit dinglichen Sicherheiten verknüpft sind.
Warum betont der Autor die Notwendigkeit von „Financial Covenants“?
Der Autor argumentiert, dass solche Schutzauflagen essenziell sind, um die finanzielle Disziplin der Emittenten zu sichern und das Vertrauen institutioneller Anleger in einem von Insolvenzen bedrohten Markt zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Dennis Maurer (Autor:in), 2014, Mittelstandsanleihen. Eine kritische Analyse aus Emittenten- und Anlegersicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293262