Diese Arbeit besteht aus drei Teilen, die durch das Hauptthema Lernen und Lernprozesse miteinander verbunden sind. Dafür wurde ein Unterrichtsentwurf entstellt, ein Fallbeipiel erläutert und eine Klausur entworfen.
Der Unterrichtsentwurf ist für das Fach Deutsch als Doppelstunde konzipiert. Die Themenwahl ergibt sich aus den für die Jahrgangsstufe 7/8 erwünschten Kompetenzen.
In dieser Arbeit wird der Fall F. analysiert. Angefangen mit einem Einblick in die Motivationstheorie, eingeteilt in extrinsisch und intrinsisch, gefolgt von der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan, in der die fünf Subtheorien näher ausgeführt werden, wird der theoretische Teil mit der Attributionstheorie, auf schulische Leistung und Geschlechtertrennung fokussiert, abgerundet. Diese Theorien bilden das Fundament, damit der Fall Franziska bearbeitet werden kann. Als nächstes wird der Fall kurz und prägnant zusammengefasst und vorgestellt um es als Ganzes, anstatt Theorie für Theorie, zu analysieren. Somit werden unnötige Wiederholungen bei Überschneidung der Verhaltensmuster und der dazu passenden Theorie vermieden.
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsentwurf
2. Erläuterungen zum Entwurf
1. Einleitung
2. Motivation
2.1 intrinsische Motivation
2.2 extrinsische Motivation
2.3 Im Zusammenhang
3. Selbstbestimmungstheorie
3.1 Die Theorie der psychologischen Grundbedürfnisse
3.2 Die kognitive Evaluationstheorie
3.3 Die organismische Integrationstheorie
3.4 Die Theorie der kausalen Orientierung
3.5 Die Zielzufriedenheitstheorie
3.6 Sechs Gründe für Demotiviation
4. Attributionstheorie
4.1 Dimensionen
4.2 Intrapersonale und interpersonale Motivatinstheorie aus attributionaler Perspektive
4.2.1 Intrapersonale Motivation
4.2.2 Interpersonale Motivation
4.3 Attribution und Geschlechterforschung
5. Vorstellung des Falles
6. Analyse des Falles anhand der Motivations-, Selbstbestimmungs- und Attributionstheorie
7. Lösungsvorschläge
Abschnitt A:
A.1) Die multiplen Intelligenzen nach Gardner
A.2) Prüfungsentwurf unter der Berücksichtigung der Intelligenzen
Abschnitt B:
B.1) Die Bloom'schen Taxonomien
B.2) Anwendung auf Prüfungsaufgaben
Abschnitt C:
Die pädagogische Diagnostik im Zusammenhang mit dem Prüfungsentwurf
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, menschliches Lernen durch die Analyse von Motivationsfaktoren sowie attributionstheoretischen Ansätzen zu verstehen und unterrichtspraktische Gestaltungsmöglichkeiten sowie diagnostische Kriterien zu erörtern.
- Motivationstheorien (intrinsisch vs. extrinsisch)
- Selbstbestimmungstheorie und ihre fünf Subtheorien
- Attributionstheorie zur Ursachenzuschreibung bei Erfolg und Misserfolg
- Fallbeispielanalyse im schulischen Kontext
- Multiple Intelligenzen nach Gardner und Bloom'sche Taxonomien
- Pädagogische Diagnostik und ihre Gütekriterien
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Theorie der psychologischen Grundbedürfnisse
Deci und Ryan postulieren, abgeleitet von Abraham Maslows Modell der Bedürfnispyramide, drei angeborene psychische Grundbedürfnisse, die jeder Mensch haben soll, nämlich das Bedürfnis nach Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit.
Die intrinsische Motivation beruht laut der Selbstbestimmungstheorie auf den grundlegenden psychischen universellen Bedürfnisse nach Autonomie und Kompetenz. Von diesen beiden Bedürfnissen hängt auch die extrinsische Motivation ab, bei der das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit hinzukommt. Das Autonomiebedürfnis wird erfüllt, indem eigenständig Handlungen durch Übernahme von Verantwortung absolviert werden. Das Kompetenzbedürfnis wird befriedigt durch die Bewältigung von Aufgaben in komplexen Situationen und die soziale Eingebundenheit steht für den Wunsch in die Gemeinschaft mit eingebunden zu werden, wie zum Beispiel beim Erfahrungsaustausch oder gemeinsames Finden von Lösungswegen (vgl. Mank 2011, S. 19 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unterrichtsentwurf: Detaillierte Planung einer Doppelstunde zum Buch „Die Welle“ inklusive methodischer Schritte und Lernziele.
2. Erläuterungen zum Entwurf: Theoretische Begründung der Unterrichtsplanung unter Einbeziehung konstruktivistischer Didaktik und prozessgebundener Kompetenzförderung.
3. Selbstbestimmungstheorie: Darstellung der organismischen Theorie der Motivation und Erläuterung ihrer fünf zentralen Subtheorien.
4. Attributionstheorie: Analyse kognitiver Prozesse der Ursachenzuschreibung sowie deren Einfluss auf Emotionen und zukünftiges Handeln.
5. Vorstellung des Falles: Beschreibung der Situation von F. im Werkunterricht und der damit verbundenen Konflikte mit Lehrkraft und Mitschülern.
6. Analyse des Falles anhand der Motivations-, Selbstbestimmungs- und Attributionstheorie: Anwendung der zuvor erläuterten Theorien auf das Fallbeispiel zur Erklärung des demotivierenden Verhaltens der Lehrperson.
7. Lösungsvorschläge: Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die beteiligten Akteure, um die festgefahrene Situation zu bewältigen.
Schlüsselwörter
Motivation, Selbstbestimmungstheorie, Attributionstheorie, Intrinisische Motivation, Extrinsische Motivation, Konstruktivistische Didaktik, Pädagogische Diagnostik, Multiple Intelligenzen, Bloom'sche Taxonomien, Schüler-Lehrer-Interaktion, Demotivation, Kompetenzbedürfnis, Autonomie, Soziale Eingebundenheit, Kausale Orientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Faktoren menschlichen Lernens, insbesondere durch die theoretische Fundierung von Motivations- und Attributionstheorien sowie deren Anwendung auf einen konkreten Fall aus der Schulpraxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind Motivation (intrinsisch/extrinsisch), die Selbstbestimmungstheorie, Attributionstheorie, sowie didaktische Konzepte wie die multiplen Intelligenzen und pädagogische Diagnostik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Lernmotivation, Lehrerverhalten und Schulleistung zu untersuchen und auf Basis theoretischer Erkenntnisse praxisnahe Lösungen für komplexe schulische Situationen zu finden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung, die durch eine Fallbeispielanalyse ergänzt wird, wobei bestehende psychologische und pädagogische Theorien auf das Fallbeispiel angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der ausführlichen Theoriearbeit ein detaillierter Unterrichtsentwurf sowie eine tiefgehende Analyse des Falles F. unter Anwendung der erörterten Theorien präsentiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind Selbstbestimmung, Motivationspsychologie, Kausalattribuierung und die konstruktivistische Lehr-Lern-Perspektive.
Warum wird im Fallbeispiel der "Korrumpierungseffekt" erwähnt?
Der Korrumpierungseffekt beschreibt das Phänomen, dass extrinsische Anreize bei einer intrinsisch motivierten Handlung die ursprüngliche Motivation beeinträchtigen können, was im Fallbeispiel durch das Verhalten des Lehrers verdeutlicht wird.
Welche Rolle spielt die Attributionstheorie für das Fallbeispiel?
Sie dient dazu, das Verhalten der Lehrkraft (der dem Schüler Misserfolg zuschreibt) und die Reaktion der Schülerin (die die Ursache beim Lehrer sucht) wissenschaftlich erklärbar zu machen.
Wie bewertet die Autorin die pädagogische Diagnostik?
Die Autorin diskutiert kritisch die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität und kommt zu dem Schluss, dass diese in der klassischen, schriftlichen Unterrichtspraxis nur schwer vollständig zu erfüllen sind.
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- Hilal Akin (Autor), 2014, Faktoren menschlichen Lernens und Lernprozesse gestalten und diagnostizieren. Unterrichtsentwurf, Fallbeispiel, Klausurentwurf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293263