Naturwissenschaftliche, medizinische und technische Forschungsorganisationen unterliegen vielfältigen Risiken, angefangen von betriebswirtschaftlichen Bedrohungen bis hin zum menschlichen und technischen Versagen mit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. In der Arbeit werden Instrumente, Methoden und Prozesse des Risikomanagements dargestellt, mit dem Ziel, die Aufgaben der Führung in diesem Bereich aufzuzeigen, um Risiken von der Organisation abzuwenden und mit auftretenden Krisen angemessen umzugehen. In einer Erhebung werden die Niederösterreichischen Forschungsorganisationen zum Thema Risikomanagement befragt. Festgestellt wird darin, wie ausgeprägt das Bewusstsein dieser Organisationen für ihre Risiken ist, wie sie diese managen und wer für das Risikomanagement verantwortlich zeichnet. Am Ende steht eine Empfehlung für die Führungskräfte der Forschungsorganisationen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Methodik
2 Definitionen
2.1 Risiko
2.2 Krise
3 Risikomanagement
3.1 Aufgaben des Risikomanagements
3.2 Operatives Risikomanagement
3.3 Strategisches Risikomanagement
3.3.1 Risikostrategie
3.3.2 Risikokultur
3.3.3 Risikoorganisation
3.4 Das Risikomanagementsystem
3.5 Der Risikomanagementprozess
3.5.1 Risikoidentifikation
3.5.1.1 Risikoarten
3.5.1.2 Identifikationsmethoden
3.5.2 Risikoanalyse und Risikobewertung
3.5.3 Risikobewältigung
3.5.4 Risikocontrolling
3.5.5 Risikodokumentation
3.6 Der Umgang mit Widerständen
4 Krisenmanagement
4.1 Krisenbewältigung
4.1.1 Krisenarten
4.1.2 Krisenursachen
4.2 Risiko- und Krisenkommunikation
4.3 Krisennachbereitung
5 Risiko- und Krisenmanagement in Forschungsorganisationen
5.1 Spezifische Risiken von Forschungsorganisationen
5.1.1 Markt- und Finanzwirtschaftliche Risiken
5.1.2 Auftreten von Mitbewerbern
5.1.3 Gefährdung der Umwelt
5.1.4 Naturrisiken
5.1.5 Feuerrisiken
5.1.6 Ausfall von Anlagen
5.1.7 Baumängel
5.1.8 Versagen von internen Prozessen
5.1.9 Ausfall der IT und Telekommunikationsinfrastruktur
5.1.10 Ausfall der Versorgungsinfrastruktur
5.1.11 Ausfall von Mitarbeitern
5.1.12 Anwendungsfehler durch menschliches Versagen
5.1.13 Gefährdung von Mitarbeitern und Besuchern
5.1.14 Kriminelle Risiken
5.1.15 Verantwortung und Haftung für Forschungsergebnisse
5.1.16 Wertekonflikte
5.1.17 Reputations- und Imagerisiken
5.1.18 Strategische Entscheidungen auf Geschäftsführungsebene
5.1.19 Rechtliche Auflagen und Rahmenbedingungen
5.1.20 Politische Risiken
5.1.21 Verlust bzw. unberechtigte Nutzung von Forschungsergebnissen
5.2 Aufgaben der Führung
5.2.1 Erstellung einer Risikostrategie
5.2.2 Erstellung einer Risikoorganisationsstruktur
5.2.2.1 Risikoaufbauorganisation
5.2.2.2 Risikoablauforganisation
5.2.2.3 Erstellung von Risikoberichten
5.2.2.4 Erstellung von Krisenplänen
5.2.2.5 Erstellung von Krisenkommunikationsplänen
5.2.2.6 Schulungen der Mitarbeiter
5.2.3 Entwicklung einer Risikokultur
6 Forschung und Wissenschaft in Niederösterreich
6.1 Forschungs- und Wissenschaftsstruktur
6.2 Personalstruktur
6.2.1 Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
6.2.2 Tertiäre Forschungs- und Bildungseinrichtungen
6.2.3 Wiener Universitäten in NÖ
6.3 Wissenschaftliche Projekte und Publikationen
6.4 Befragung: Risikomanagement in NÖ Forschungsorganisationen
6.4.1 Ziel der Befragung
6.4.2 Auswahl der Forschungsorganisationen
6.4.3 Datenerhebungsmethode und Konzeption des Fragebogens
6.4.4 Darstellung der Ergebnisse
6.4.5 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
7 Empfehlungen und Conclusio
8 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die zentralen Instrumente und Methoden des Risiko- und Krisenmanagements darzustellen, um die Aufgaben der Führung innerhalb von Forschungsorganisationen zu definieren und eine Grundlage für Empfehlungen im Bereich der Risikoprävention zu schaffen.
- Grundlagen und Instrumente des Risiko- und Krisenmanagements
- Analyse spezifischer Risikofelder in Forschungsorganisationen
- Führungsaufgaben bei der Etablierung einer Risikostrategie und Risikokultur
- Empirische Untersuchung des Ist-Zustandes in NÖ Forschungsorganisationen
- Strategien zur Krisenkommunikation und Prävention
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Risikostrategie
Idealerweise ist das Risikomanagement in eine Corporate Governance Strategie eingebunden. Hier wird dem Bedürfnis aller Stakeholder einer Organisation nach guter und verantwortungsvoller Führung Rechnung getragen. Die Kennzeichen von Corporate Governance sind eine funktionsfähige Unternehmensführung, die Wahrung der Interessen der Stakeholder, die Zusammenarbeit von Führung und Überwachungsorganen, die Transparenz in der Unternehmenskommunikation, den angemessenen Umgang mit auftretenden Risiken und die Ausrichtung der Managemententscheidungen auf langfristige Wertschöpfung (Brühwiler, 2011, S. 39). Um strategische Problemstellungen zu lösen, sind folgende Schritte zielführend (Thommen & Achleitner, 2012, S. 974ff):
Die Analyse der Ausgangslage: Ermittlung des Ist- Zustandes von internen Wertvorstellungen der Führungspersonen, des gegenwärtigen Zustandes des Unternehmens mit Stärken-Schwächen Analyse, Abschätzung der Umwelt, der voraussichtlichen Umweltentwicklung und der möglichen Auswirkungen auf das Unternehmen (SWOT Analyse)
Entwicklung des Unternehmensleitbildes und einer Corporate Governance: Festlegung der Verhaltensregeln und allgemeiner Grundsätze der Organisation. Unter Corporate Governance versteht man die Entwicklung von Grundsätzen, die für die Leitung und die Überwachung von Organisationen wichtig sind und eine transparente und verantwortungsvolle Führung ermöglichen (Vanini, 2012, S. 33)
Formulierung der Unternehmenspolitik: Formulierung der Leistungs-, Finanz-, Organisations- und sozialen Ziele, Entwicklung von Teilzielen, die die Zielerreichung gewährleisten sollen und die Festlegung und die Verteilung von Ressourcen auf Basis der zur Verfügung stehenden Mittel
Implementierung der Unternehmenspolitik: die Umsetzung der bisher theoretisch erarbeiteten Ziele durch Kommunikation an die MitarbeiterInnen und Anwendung in allen Unternehmensbereichen
Evaluierung der Ergebnisse: die Ergebnisse der entwickelten und implementierten Ziele und Aufgaben müssen in regelmäßigen Abständen evaluiert und auf Zielerreichung überprüft werden und dementsprechend entweder angepasst oder adaptiert werden
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des Risikomanagements für Forschungsorganisationen und definiert die Problemstellung sowie die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2 Definitionen: Hier werden die grundlegenden Begriffe "Risiko" und "Krise" fachspezifisch abgegrenzt und für den weiteren Verlauf der Arbeit definiert.
3 Risikomanagement: Dieses Kapitel beschreibt die theoretischen Grundlagen, Aufgaben, Organisationsformen und den Prozess des Risikomanagements inklusive der Frühwarnsysteme.
4 Krisenmanagement: Der Fokus liegt auf der Krisenbewältigung, der Krisenkommunikation und der Bedeutung einer strukturierten Nachbereitung nach dem Eintreten eines Krisenfalls.
5 Risiko- und Krisenmanagement in Forschungsorganisationen: Hier werden die spezifischen Risiken wissenschaftlicher Einrichtungen detailliert analysiert und die Aufgaben der Führungskräfte in diesem Kontext abgeleitet.
6 Forschung und Wissenschaft in Niederösterreich: Dieses Kapitel analysiert die regionale Forschungslandschaft und präsentiert die empirische Untersuchung zum Risikomanagement in den dortigen Organisationen.
7 Empfehlungen und Conclusio: Auf Basis der Untersuchungsergebnisse werden Handlungsempfehlungen für Führungskräfte zur Implementierung eines effektiven Risikomanagements gegeben.
8 Zusammenfassung: Abschließender Überblick über die Kerninhalte der Masterthesis und die Bedeutung einer proaktiven Sicherheitskultur.
Schlüsselwörter
Risiko, Risikomanagement, Krise, Krisenmanagement, Führung, Forschung, Forschungsorganisation, Unternehmenssicherheit, Risikokultur, Risikostrategie, Risikoanalyse, Prävention, Krisenkommunikation, Risikodokumentation, Sicherheitsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Relevanz und Implementierung von Risiko- und Krisenmanagement innerhalb von Forschungsorganisationen in Niederösterreich unter besonderer Berücksichtigung der Führungsaufgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Risiken und Krisen, die Darstellung von Management-Instrumenten, die Analyse branchenspezifischer Gefahren sowie die Erhebung des Ist-Zustandes der Risikoprävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die bedeutendsten Methoden des Risiko- und Krisenmanagements darzustellen, die spezifische Risikosituation in NÖ Forschungsorganisationen zu erheben und daraus Empfehlungen für Führungskräfte abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine umfassende Literaturrecherche mit einer empirischen Erhebung in Form einer Online-Befragung bei 31 Forschungsorganisationen in Niederösterreich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Managements, eine detaillierte Analyse spezifischer Risiken für Forschungseinrichtungen sowie eine umfangreiche Auswertung der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Risikomanagement, Forschungsorganisation, Krisenkommunikation, Risikokultur, Unternehmenssicherheit und Strategisches Management.
Welche Rolle spielt die Risikokultur laut dieser Arbeit?
Die Risikokultur ist als langwieriger, aber entscheidender Prozess definiert, der durch das Commitment der Leitungsebene und regelmäßige Schulungen aller Mitarbeiter aktiv vorzuleben ist.
Wie bereiten sich die untersuchten Organisationen auf Krisen vor?
Die Erhebung zeigt, dass Krisenpläne und Krisenkommunikationspläne aktuell nur in sehr wenigen Organisationen vorhanden sind, während operative Sicherheitsmaßnahmen wie Brandschutzordnungen weit verbreitet sind.
Warum wird die Kommunikation im Krisenfall besonders hervorgehoben?
Aufgrund des sozialen Drucks und der potenziellen Reputationsschäden ist eine strukturierte Krisenkommunikation essenziell, um die Glaubwürdigkeit der Organisation zu bewahren und emotional adäquat zu reagieren.
Was ist die Kernempfehlung an die Führungskräfte?
Die Arbeit empfiehlt, den Fokus aktiv auf die systematische Identifikation und Bewertung von Risiken zu lenken und diese nicht nur als operative Pflicht, sondern als strategische Führungsaufgabe wahrzunehmen.
- Citation du texte
- Mag. (FH) MSc. Ursula Kapfenberger-Poindl (Auteur), 2015, Risiko- und Krisenmanagement. Aufgaben der Führung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293315