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Die Möglichkeit der Klage wegen Falschberatung von Anlegern gegen Banken

Title: Die Möglichkeit der Klage wegen Falschberatung von Anlegern gegen Banken

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Yordanka Voynova (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Bank- und kapitalmarktrechtliche Fragen sind sowohl für die Öffentlichkeit, als auch für die Gesetzgebung von besonderem Interesse. Zahlreiche Medienberichte in den letzten Jahrzehnten informieren über das Thema Anlagebetrug und die dadurch verursachten Schäden. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die mehr schlecht, als recht beratenen Bankkunden, Versicherungsunternehmen oder anderen Finanzdienstleister und die daraus resultierenden Rechtsfolgen. Insbesondere nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise hat die Zahl der betrogenen Anleger im Zusammenhang mit Beteiligungen und Anlagen stark zugenommen. Fachleute schätzen die für die Anleger entstandenen Schäden infolge einer Falschberatung oder eines Anlagebetrugs auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr.

Die starke Kapitalnachfrage und die sich damit ständig ändernden Kundenbedürfnisse haben die Stellung der Bank im Kapitalanlagevertrieb gestärkt. Zahlreiche Sparer, private und institutionelle Anleger verlassen sich aufgrund mangelnder Geldanlagekenntnisse immer mehr auf die Arbeit fachkundiger Berater, wenn es sich um Finanzfragen handelt. Die Kreditinstitute liefern Informationen über die verschiedenen Geld- und Kapitalanlagemöglichkeiten und unterstützen die Kundenentscheidungen im Rahmen des Anlagegeschäfts. Mit der Entwicklung von neuen hochkomplexen und oft wenig transparenten Anlageformen steigt das Beratungsbedürfnis der Investoren.

Aus diesem Grund hat sich die Anlageberatung zu einem selbständigen Dienstleistungsgeschäft der Kreditinstitute entwickelt. In der Regel kann der durchschnittliche Anleger aufgrund eines fehlenden Basiswissens nicht einschätzen, ob eine Anlageberatung den wirtschaftlichen und juristischen Anforderungen entspricht. Dies führt oft dazu, dass die Bank ihr Spezialwissen auf Kosten der Anleger ausnutzt und somit enorme Gewinne realisiert, während die Anlagen der Investoren einem hohen Risiko ausgesetzt sind.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen

2.1 Typische Anlageformen und ihre Besonderheiten

2.2 Die Stellung der Bank im Kapitalanlagevertrieb

2.3 Begriff der Anlageberatung

3 Der Pflichtenumfang der Bank in der Anlageberatung

3.1 Der Beratungsvertrag

3.2 Grundsatz der anleger- und anlagegerechten Beratung

3.3 Der allgemeine Pflichtenumfang des Finanzdienstleisters nach § 31 I WpHG

3.4 Erkundigungspflicht

3.5 Informationspflicht

3.6 Spezielle Aufklärungs- und Beratungspflichten

4 Haftungsgrundlagen bei fehlerhaften Anlageberatung

4.1 Anspruchsgrundlagen

4.1.1 Vertragliche Haftung

4.1.2 Haftung aus culpa in contrahendo bei fehlerhaften Aufklärung

4.1.3 Deliktische Haftung

4.2 Haftungsvoraussetzungen

4.2.1 Verschulden

4.2.1.1 Verschulden des Beraters

4.2.1.2 Mitverschulden des Anlegers

4.2.2 Beginn und Dauer der Haftung

4.2.3 Schaden

4.2.4 Kausalität

4.3 Darlegungs- und Beweislast

4.4 Verjährung der Haftungsansprüche

5 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die rechtlichen Möglichkeiten von Anlegern, Kreditinstitute bei fehlerhafter Anlageberatung auf Schadensersatz zu verklagen. Hierbei werden sowohl die Aufklärungs- und Beratungspflichten der Banken als auch die Hürden bei der Durchsetzung von Haftungsansprüchen beleuchtet.

  • Grundlagen der Kapitalanlage und bankseitige Risiken
  • Umfang der Aufklärungs-, Informations- und Beratungspflichten
  • Rechtliche Haftungsgrundlagen (vertraglich, vorvertraglich, deliktisch)
  • Voraussetzungen für einen Schadensersatzanspruch
  • Beweislast und Verjährung bei Falschberatung

Auszug aus dem Buch

3.2 Grundsatz der anleger- und anlagegerechten Beratung

Der Bundesgerichtshof weist darauf hin, dass der Inhalt und Umfang der Beratung aus einem Beratungsvertrag auf Basis verschiedener Faktoren bestimmt werden müssen. Diese Faktoren nehmen Bezug auf die Person des Kunden und auf das Anlageprojekt unter Berücksichtigung der Umstände des jeweiligen Einzelfalls.24

Nach Ansicht des BGH erfolgt eine anlegergerechte Beratung von Seiten der Bank unter Berücksichtigung der individuellen Aufklärungsbedürftigkeit, der Risikobereitschaft, dem Anlageziel und der finanziellen Verhältnisse des Kunden. Von besonderer Bedeutung sind der Wissensstand und die Erfahrung der Anleger im Bereich der Anlagegeschäfte. Grundsätzlich ist eine intensivere und allgemeinverständlichere Beratung zu leisten, wenn das Anlageobjekt risikoreicher ist oder wenn der Anleger keine Erfahrung im Zusammenhang mit Anlagegeschäften hat.25

In Bezug auf das Anlageobjekt setzt der BGH eine anlagegerechte Beratung voraus, die für die Entscheidung der Anleger von wesentlicher Bedeutung sein kann. Zu berücksichtigen sind alle Details und speziellen Eigenschaften der Anlage. Des Weiteren ist zwischen den allgemeinen Risiken wie die Konjunkturlage, die Marktentwicklung und den speziellen Risiken wie z.B. Kurs-, Zins- und Währungsrisiken zu unterscheiden. Grundsätzlich ist ein Aufklärungsbedarf bei den speziellen Risiken nötig, da der Kunde in der Regel über Wechselkursschwankungen an Devisenmärkten und die hohe Volatilität der Aktienmärkte informiert sein sollte.26

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt die Problematik der Falschberatung vor und definiert das Ziel, die Möglichkeiten zur rechtlichen Inanspruchnahme von Banken darzulegen.

2 Grundlagen: Erläutert klassische sowie alternative Anlageformen und definiert den Begriff der Anlageberatung sowie die Stellung der Bank im Kapitalanlagevertrieb.

3 Der Pflichtenumfang der Bank in der Anlageberatung: Analysiert die vertraglichen und gesetzlichen Beratungspflichten der Banken, inklusive Erkundigungs- und Informationspflichten.

4 Haftungsgrundlagen bei fehlerhaften Anlageberatung: Untersucht die rechtlichen Grundlagen für Schadensersatz, Voraussetzungen wie Verschulden und Kausalität sowie Fragen zur Beweislast und Verjährung.

5 Schlussfolgerung: Fasst zusammen, dass Falschberatung rechtlich verfolgbar ist, jedoch aufgrund der Beweislast und Prozesskosten hohe Hürden für Anleger bestehen.

Schlüsselwörter

Anlageberatung, Bankenhaftung, Falschberatung, Aufklärungspflicht, Beratungsvertrag, Kapitalanlage, Schadensersatz, WpHG, Beweislast, Risikokapital, Vermögensschaden, Anlegerschutz, Finanzmarkt, Haftungsvoraussetzungen, culpa in contrahendo.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rechtlichen Voraussetzungen, unter denen Anleger eine Bank wegen fehlerhafter Anlageberatung auf Schadensersatz in Anspruch nehmen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Einordnung der Anlageberatung, den Beratungspflichten der Banken sowie der Haftung bei Pflichtverletzungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Möglichkeiten von Anlegern darzustellen, Banken erfolgreich wegen der Verletzung von Aufklärungs- und Beratungspflichten zu verklagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der einschlägigen Gesetzgebung (wie WpHG und BGB) und der Rechtsprechung, insbesondere unter Einbeziehung des BGH.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Pflichten der Bank, die verschiedenen Haftungsgrundlagen sowie die notwendigen Voraussetzungen wie Verschulden, Schaden und Kausalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Falschberatung, Bankenhaftung, Aufklärungspflichten, Anlegerschutz und Schadensersatzansprüche.

Gilt die Haftung der Bank auch bei sogenannten Lehman-Zertifikaten?

Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass viele Anleger infolge unverantwortlicher Beratung zu riskanten Zertifikaten Verluste erlitten haben und dies zu Prozessen gegen Banken geführt hat.

Wie unterscheidet sich die Anlageberatung von der Anlagevermittlung?

Während die Anlageberatung eine individuelle Prüfung der persönlichen Umstände des Anlegers erfordert, zielt die Vermittlung primär auf den reinen Verkauf von Finanzprodukten ab.

Warum ist die Beweislast für den Anleger oft problematisch?

Nach allgemeinen Regeln trägt der Anleger die Beweislast, nachzuweisen, dass die Bank ihre Pflichten verletzt hat und dies ursächlich für den entstandenen Schaden war.

Gibt es eine Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche?

Ja, die Ansprüche für fehlerhafte Aufklärung verjähren gemäß § 195 BGB grundsätzlich nach drei Jahren.

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Details

Title
Die Möglichkeit der Klage wegen Falschberatung von Anlegern gegen Banken
College
University of Leipzig  (Handel und Banken)
Course
Aktuelle Entwicklungen in der Bankwirtschaft
Grade
1,7
Author
Yordanka Voynova (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V293402
ISBN (eBook)
9783656909323
ISBN (Book)
9783656909330
Language
German
Tags
Bank Anleger Falschberatung Finanzkrise Kredit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yordanka Voynova (Author), 2011, Die Möglichkeit der Klage wegen Falschberatung von Anlegern gegen Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293402
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