Am 20. November 2014 feierte die UN-Kinderrechtskonvention ihr Jubiläum: 25 Jahre Kinderrechte weltweit. Zunächst scheint eine Konvention ein Stück Papier, ein Vertrag, eine Übereinkunft oder eine Regel, die von einer Gruppe von Menschen aufgrund ihrer selben Überzeugung unterzeichnet und eingehalten wird. Es steckt hinter der UN-Kinderrechtskonvention jedoch so viel mehr. Besonders wenn man sich das Problem der Menschenrechtsverletzung in Entwicklungs- und Schwellenländer anschaut, wirkt die Kinderrechtskonvention wie ein Aufruf nach Menschlichkeit, Rechten, Freiheit und Würde für Kinder.
Die mediale Berichterstattung führt uns immer wieder vor Augen, in welch einem Ausmaß Menschenrechtsverletzung, Korruption und Ausbeutung in Entwicklungs- und Schwellenländern vorhanden sind. Ein besonderes Problem stellt die weitverbreitete Kinderarbeit dar. Die Bekämpfung von Kinderarbeit, speziell in der „Dritten Welt“, ist ein Thema, das international und seit Jahren diskutiert wird und von Jahr zu Jahr steigende Aufmerksamkeit bekommt. Politisch hat sich dies in ein Spektrum von nationalen und internationalen Initiativen, insbesondere der Vereinten Nationen, der Internationalen Arbeitsorganisation und der zahlreichen Nichtregierungsorganisationen, niedergeschlagen. Die UN-Kinderrechtskonvention gehört zu einer dieser Initiativen der Vereinten Nationen. Sie hat sich in Erziehungs- und Bildungsfragen auch mit dem Thema Kinderarbeit beschäftigt und dieses ausdrücklich verboten. Trotz dieses Verbotes ist die Kinderarbeit vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländer weit verbreitet. Obwohl die Schulpflicht im 21. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit darstellt, gehen viele Kinder arbeiten, statt zu Schule. Besonders in Indien ist dieses Phänomen keine Seltenheit, dort gibt es die größte Kinderarbeitsrate.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die UN-Kinderrechtskonvention
1.1. Menschenrechte für Kinder
1.2. Erziehungs- und Bildungsziele in der UN-Kinderrechtskonvention
1.3. Kinderarbeit in der UN-Kinderrechtskonvention
2. Kinderarbeit in Indien
2.1. Definition von Kinderarbeit
2.2. Ausmaß und Ursache von Kinderarbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern
2.3. Die Situation in Indien
2.4. Kinderarbeit versus Schulbesuch am Beispiel Indien
2.5. Maßnahmen einer Organisation für arbeitende Kinder am Beispiel Terre desHommes
3.Fazit
4.Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der UN-Kinderrechtskonvention, dem Recht auf Bildung und der Realität weitverbreiteter Kinderarbeit am Beispiel Indiens, mit dem Ziel, die strukturellen Ursachen dieses Konflikts zu verdeutlichen und Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Analyse der Bildungs- und Kinderschutzartikel der UN-Kinderrechtskonvention
- Definition und globale Einordnung von Kinderarbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern
- Sozioökonomische Situationsanalyse Indiens im Hinblick auf Armut und Bildungssystem
- Untersuchung des Phänomens "Kinderarbeit versus Schulbesuch"
- Bewertung der Strategien und Projekte von Terre des Hommes zur Förderung von Bildungsalternativen
Auszug aus dem Buch
1. Die UN-Kinderrechtskonvention
Möchte man das Problemfeld „Kinderarbeit“, welches in dieser Hausarbeit thematisiert wird, näher in Betracht ziehen, ist es entscheidend, sich mit der völkerrechtlichen Bestimmung auseinanderzusetzen. Am 20. November 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen. Sie bezeichnet das Übereinkommen der Rechte des Kindes (Convention on the Rights of the Child) und stellt die wichtigste Konvention der Menschenrechte des Kindes im internationalen Rahmen dar. In keiner anderen UN-Konvention sind so viele Staaten beigetreten, wie in die Kinderrechtskonvention. Dabei haben alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention ratifiziert, außer dem Sudan und der USA (Vgl. Praetor Intermedia UG 2014a).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Kinderrechtskonvention und die Problematik der Kinderarbeit in Entwicklungsländern ein, wobei der Fokus auf die Situation in Indien gelegt wird.
1. Die UN-Kinderrechtskonvention: Dieses Kapitel analysiert die völkerrechtlichen Grundlagen der Kinderrechte sowie die spezifischen Artikel zu Erziehungszielen und dem Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung.
2. Kinderarbeit in Indien: Hier wird der Begriff der Kinderarbeit definiert, das Ausmaß in Entwicklungsländern statistisch beleuchtet und die soziale sowie wirtschaftliche Lage Indiens als Fallbeispiel detailliert untersucht.
3.Fazit: Das Fazit resümiert, dass Armut ein wesentlicher, aber nicht alleiniger Faktor für Kinderarbeit ist, und fordert neben Bildungsmaßnahmen auch eine strengere staatliche Regulierung gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse.
4.Literatur: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen, Berichte von Hilfsorganisationen und wissenschaftliche Literatur auf.
Schlüsselwörter
Kinderarbeit, UN-Kinderrechtskonvention, Indien, Menschenrechte, Bildung, Schulpflicht, Armut, Ausbeutung, Terre des Hommes, Entwicklungsland, Kinderrechte, Sozialpolitik, Schulbesuch, Kindersterberate, Kinderschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen den in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Bildungsrechten und der praktischen Realität der weitverbreiteten Kinderarbeit in Indien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Kinderrechtsstandards der UN, den Ursachen von Kinderarbeit durch Armut, dem indischen Bildungssystem sowie den Interventionsstrategien von Nichtregierungsorganisationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinderarbeit den Schulbesuch behindert und welche Maßnahmen – insbesondere politischer und sozialer Art – notwendig sind, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse von Konventionstexten, statistische Auswertungen internationaler Berichte (ILO, UNICEF) und die Untersuchung spezifischer Projektbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der UN-Konvention, definiert den Begriff der Kinderarbeit, beleuchtet die sozioökonomische Lage Indiens und bewertet Maßnahmen von Terre des Hommes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die wichtigsten Begriffe sind Kinderarbeit, UN-Kinderrechtskonvention, Bildung, Armut, Indien und Kinderschutz.
Warum ist das Beispiel Indien für diese Arbeit so relevant?
Indien weist trotz eines wirtschaftlichen Aufschwungs eine der weltweit höchsten Raten an Kinderarbeit auf, was das Land zu einem prägnanten Fallbeispiel für den Konflikt zwischen ökonomischem Zwang und dem Recht auf Schulbildung macht.
Welche Rolle spielt die Organisation "Terre des Hommes" in der Arbeit?
Die Arbeit untersucht "Terre des Hommes" als Beispiel für eine Akteurin, die durch den Bau von Schulen und Bildungszentren sowie die Förderung der Selbstorganisation arbeitender Kinder versucht, den Teufelskreis der Ausbeutung zu durchbrechen.
Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der Gesetzeslage?
Die Autorin stellt fest, dass zwar gesetzliche Regelungen existieren, diese aber in der Realität oft nicht greifen, weshalb sie eine strengere behördliche Aufsicht und eine gezielte Verbesserung der Lebensbedingungen fordert.
- Citar trabajo
- Manel Gasmi (Autor), 2014, UN-Kinderrechtskonvention und Kinderarbeit in Indien. Erziehung und Bildung in der UN-Kinderrechtskonvention am Aspekt der Kinderarbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293420