Medien sind heutzutage allgegenwärtig. Ob Radio, Smartphone, Fernseher oder Tageszeitung, fast jeder wird im Laufe des Tages mit ihnen konfrontiert oder konsumiert sie bewusst um sich über (aktuelle) Themen verschiedenster Art zu informieren. Die Tageszeitung, beispielsweise, berichtet über aktuelle Themen, ob es Übernahmen großer Konzerne sind, die aktuelle Arbeitslosenquote oder die Hüftverletzung der Kanzlerin. Doch wo kommen diese Informationen her?
Viele Laien wissen nicht, dass oftmals PR-Fachleute in Form von Pressemitteilungen für diese Informationen sorgen und nicht alles nur auf journalistischer Eigenrecherche beruht. Dies ist auch gar nicht möglich, aufgrund des täglichen Stoffumfanges, den es abzudecken gilt (vgl. Walters et al. 1994, S.345f.).
Die beiden Systeme PR und Journalismus sind also miteinander verbunden. Diese Arbeit wird einen Überblick über den Forschungsstand dieses Themas geben, indem sie auf verschiedene Ansätze und Modelle eingeht, welche die Beziehung der beiden Instanzen zu einander zu beschreiben versuchen. Auch ein erster Überblick über die zeitgeschichtliche Entwicklung (Ko-Evolution) beider wird gegeben. Danach werden noch einige Prognosen, die die Zukunft von PR und Journalismus betreffen, beschrieben und am Ende wird ein kurzes Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ein kurzer Einstieg
3 PR & Journalismus - Verschiedene Ansätze
3.1 Die Determinationsthese
3.2 Das Intereffikationsmodell
3.3 Determination oder Intereffikation?
4 Die Ko-Evolution von Public Relations und Journalismus
5 Kurzer Ausblick in die Zukunft
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zur Beziehung zwischen Public Relations und Journalismus. Dabei werden zentrale theoretische Modelle analysiert, die historische Ko-Evolution beider Systeme beleuchtet sowie künftige Entwicklungsperspektiven unter Berücksichtigung von Medieneinflüssen und ökonomischen Faktoren erörtert.
- Grundlagen der Interaktion zwischen PR und Journalismus
- Analyse der Determinationsthese und des Intereffikationsmodells
- Historische Betrachtung der Ko-Evolution beider Disziplinen
- Prognosen zur zukünftigen Entwicklung im Mediensystem
- Die Rolle der Glaubwürdigkeit in der Nachrichtenvermittlung
Auszug aus dem Buch
3.2 DAS INTEREFFIKATIONSMODELL
Laut Bentele et at. ist das Verhältnis, in dem PR und Journalismus zueinander stehen das eines ‚aufeinander Einflussnehmens‘ zweier weitestgehend autonomer Systeme, welche sich aneinander orientieren und auch voneinander abhängig sind. Nach dem Intereffikationsmodell sind die kommunikativen Leistungen jedes dieser Systeme nur durch das Vorhandensein des anderen Systems möglich. Der Titel des Modells weist bereits darauf hin, denn ‚efficare‘ ist der lateinische Begriff für ‚etwas ermöglichen‘. Die PR-Systeme brauchen auf der einen Seite eine Plattform zur Veröffentlichung ihrer Inhalte, gleichzeitig brauchen die Mediensysteme Inhalte, welche durch die PR bereitgestellt, bzw. kommuniziert werden (vgl. Bentele ²2008, S. 210f).
Intereffikation ist der Überbegriff für eine komplexe Gesamtbeziehung, die auf verschiedenen Ebenen stattfindet. Zunächst zwischen den beiden Systemen PR und Journalismus, dann auf organisatorischer Ebene, sprich Presseabteilung und Redaktion, und auf individueller Ebene zwischen PR-Fachmann und Journalist (vgl. ebd. S.211).
Zwei weitere Begriffe sind essentiell im Intereffikationsmodell. Zum einen die Induktion, ein zielgerichteter, geplanter Kommunikationsimpuls, welcher rezipiert wird und als Kommunikationseinfluss auf die Gegenseite merklich einwirkt. Die Einflüsse, die die PR auf den Journalismus laut der Determinationshypothese hat, gehört zu ebendiesen Induktionen. Beispiele dafür sind beispielsweise Pressekonferenzen und Pressemeldungen. Die Adaption ist das Anpassen von Kommunikation und Organisation an die andere Seite, um die eigene Kommunikation zu optimieren. Dies sei die Voraussetzung für eine sukzessive Interaktion, so Bentele (vgl. ebd. S.2011f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die allgegenwärtige Medienpräsenz ein und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Zusammenspiel von PR und Journalismus.
2 Ein kurzer Einstieg: Dieses Kapitel erläutert die Interaktion zwischen den Akteuren und hinterfragt die häufige Darstellung von PR und Journalismus als reine Konkurrenten.
3 PR & Journalismus - Verschiedene Ansätze: Hier werden zentrale theoretische Erklärungsmodelle vorgestellt, die das gegenseitige Beeinflussungsverhältnis zwischen Public Relations und dem Mediensystem analysieren.
3.1 Die Determinationsthese: Dieses Unterkapitel stellt den Ansatz vor, wonach PR-Aktivitäten Zeitpunkt und Inhalt medialer Berichterstattung maßgeblich bestimmen.
3.2 Das Intereffikationsmodell: Es wird ein Modell präsentiert, das PR und Journalismus als voneinander abhängige Systeme betrachtet, die sich durch wechselseitige Einflüsse stetig aufeinander abstimmen.
3.3 Determination oder Intereffikation?: Hier findet ein Vergleich der Modelle statt, basierend auf einer Metaanalyse, welche die Grenzen der einseitigen Determinationsthese aufzeigt.
4 Die Ko-Evolution von Public Relations und Journalismus: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung, in der beide Systeme als miteinander verwobene, evolvierende Einheiten betrachtet werden.
5 Kurzer Ausblick in die Zukunft: Basierend auf ökonomischen und technischen Faktoren werden mögliche Zukunftsszenarien und die Relevanz der Glaubwürdigkeit diskutiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur wechselseitigen Beziehung sowie zur zukünftigen Rolle der PR.
Schlüsselwörter
Public Relations, Journalismus, Determinationsthese, Intereffikationsmodell, Ko-Evolution, Medienberichterstattung, Öffentlichkeitsarbeit, Informationsfluss, Induktion, Adaption, Glaubwürdigkeit, Medienökonomie, Kommunikationswissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus und analysiert, wie diese beiden Systeme einander beeinflussen und historisch miteinander gewachsen sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungsmodellen der Kommunikation, der historischen Entwicklung (Ko-Evolution) sowie den Zukunftsperspektiven der Branche unter wirtschaftlichem Druck.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein strukturierter Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs, um zu verstehen, wie PR und Journalismus im heutigen Mediensystem agieren und interagieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer Synthese bestehender Studien und Metaanalysen renommierter Autoren wie Baerns, Bentele, Schantel, Schönhagen und Renger.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Determinationsthese, des Intereffikationsmodells, die Betrachtung der historischen Ko-Evolution und eine Diskussion zukünftiger Herausforderungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Public Relations, Journalismus, Intereffikation, Determination, Ko-Evolution, Mediensystem und interdependente Beziehung.
Was unterscheidet das Intereffikationsmodell von der Determinationsthese?
Während die Determinationsthese von einem einseitigen, linearen Einfluss der PR auf den Journalismus ausgeht, betont das Intereffikationsmodell die Wechselseitigkeit und gegenseitige Abhängigkeit beider Systeme.
Warum ist die historische Betrachtung der PR wichtig?
Sie hilft Mythen abzubauen, zeigt auf, dass PR als Anpassungsprozess auf gesellschaftliche Bedürfnisse entstand, und verdeutlicht die langfristige, symbiotische Entwicklung zum Journalismus.
Welche Rolle spielt die Glaubwürdigkeit für die Zukunft?
Glaubwürdigkeit bleibt ein entscheidendes Kriterium für die Informationsvermittlung. Die Arbeit stellt die Frage, ob die PR durch eine Krise des Journalismus an Relevanz gewinnt oder ob sie ohne die journalistische Filterinstanz an Glaubwürdigkeit verliert.
- Arbeit zitieren
- Pia Hospes (Autor:in), 2014, Beziehungen zwischen PR und Journalismus. Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293458