Auf Basis einer fundierten Analyse der Terrorversicherungsmärkte in Deutschland sowie den USA soll folgende Fragestellung in der vorliegenden Arbeit untersucht und kritisch bearbeitet werden:
Ist eine staatliche Unterstützung (vornehmlich in Deutschland und den USA) heutzutage noch notwendig? Falls ja, wäre zumindest eine Reduktion sinnvoll?
Ein Unterziel der Arbeit ist es, die folgenden drei Fragestellungen kritisch zu analysieren sowie die Erkenntnisse mit Experteninterviews zu validieren:
- Wie wird die Entscheidung über die Verlängerung des US-amerikanischen Programms zum 31. Dezember 2014 voraussichtlich aussehen?
- Was sind die Gründe für oder gegen eine Pflichtversicherung für Terrorismusrisiken?
- Ist die staatliche Unterstützung im Bereich Terrorversicherung wettbewerbsrechtskonform?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Terrorismus
2.1 Definitionen und Abgrenzungen des Begriffs „Terrorismus“
2.2 Terrorismus als weitweites Problem
2.3 Übersicht Terrorakte
2.4 Divergenz der Terrorgefahr zu anderen Gefahren
3 Versicherbarkeit von Terrorrisiken vor und nach dem 11. September 2001
3.1 Versicherung von Terrorrisiken vor dem 11. September 2001
3.2 Rückblick auf die Ereignisse vom 11. September 2001
3.3 (Finanz-)Wirtschaftliche Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001
3.4 Versicherung von Terrorrisiken nach dem 11. September 2001
3.5 Internationaler Vergleich von Terrorversicherungslösungen
4 Terrorversicherung in der Bundesrepublik Deutschland
4.1 Gründe für die Installation einer Terrorversicherung in Deutschland
4.2 EXTREMUS AG – staatlich unterstütze Terrorversicherungslösung in Deutschland
4.2.1 Aufbau und zentrale Aspekte der EXTREMUS AG
4.2.2 Aktuelle Situation in Deutschland
5 US-amerikanisches Programm zur Absicherung von Terrorschäden
5.1 Gründe für die Installation einer Terrorversicherung in den Vereinigten Staaten von Amerika
5.2 Aufbau des Terrorism Risk Insurance Program Reauthorization Acts (TRIPRA)
5.3 Zentrale Aspekte des US-amerikanischen Terrorprogramms
5.4 Verlängerung des Terrorism Risk Insurance Acts (TRIA)
5.4.1 TRIA-Erneuerung 2005 und 2007
5.4.2 Entscheidung über eine TRIA-Erneuerung 2014
6 Staatliche (Teil-)Haftung
6.1 Wettbewerbsrechtliche Betrachtung
6.2 Reduktion oder Einstellung der staatlichen (Teil-)Haftung
6.2.1 Argumente für eine Reduktion oder Einstellung der staatlichen Unterstützung
6.2.2 Argumente gegen eine Reduktion oder Einstellung der staatlichen Unterstützung
6.2.3 Reduktion oder Einstellung der staatlichen Unterstützung in Deutschland?
6.3 Überlegung einer Versicherungspflicht für Terrorrisiken
7 Schlussbetrachtung und offene Fragen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht kritisch, ob staatliche Unterstützungsleistungen für Terrorversicherungen, insbesondere in Deutschland und den USA, heutzutage noch notwendig sind oder ob eine Reduktion sinnvoll wäre. Ziel ist es, die Sinnhaftigkeit staatlicher Eingriffe vor dem Hintergrund privater Versicherungskapazitäten zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Analyse und Vergleich der Terrorversicherungssysteme in Deutschland (EXTREMUS AG) und den USA (TRIA/TRIPRA).
- Bewertung der staatlichen Unterstützung im Hinblick auf wettbewerbsrechtliche Konformität.
- Untersuchung der Debatte um die Verlängerung des US-amerikanischen Terrorversicherungsprogramms.
- Diskussion der Argumente für und gegen eine staatliche Haftungsreduktion oder -einstellung.
- Erörterung der Thematik einer potenziellen Versicherungspflicht für Terrorrisiken.
Auszug aus dem Buch
2.1 Definitionen und Abgrenzungen des Begriffs „Terrorismus“
Der Begriff Terrorismus lässt sich nicht eindeutig definieren. Es existiert eine Vielzahl von Terrorismusdefinitionen. Erst seit den verheerenden Terroranschlägen am 11. September 2001 erfuhr der Begriff Terrorismus eine weltweite Aufmerksamkeit. Seit diesem Zeitpunkt häuften sich auch diverse Definitionen; Terrorismus wurde verstärkt zu einem zentralen Untersuchungsgegenstand der Weltwirtschaft. Die vielleicht größte Schwierigkeit einer Definitionsfindung liegt darin, dass der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch mit verschiedenen Taten und Ereignissen (unter anderem (u. a.) Bombenanschläge oder Ermordungen) verknüpft wird und somit jegliche Definition von eigenen politischen Vorstellungen sowie der individuellen Ideologie geprägt sein kann. Unter dieser Prämisse wurden in den vergangenen 13 Jahren diverse Publikationen zu dieser Thematik veröffentlicht. Dies führte zu einer hohen Anzahl an Definitionen, die wiederum kontrovers diskutiert werden.
Bis zum heutigen Tag ist weltweit nicht abschließend geklärt, was genau Terrorismus darstellt beziehungsweise (bzw.) beschreibt. Im Folgenden werden nun alternative Definitionen vorgebracht sowie deren Unterschiede herausgestellt.
Politisch motivierte Gewalttaten – wie ein Terrorakt – wurden schon in der frühen Antike erwähnt, wobei sich der Begriff Terrorismus jedoch erst zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt etablierte. Damals wie heute, war die Einschüchterung ein vorrangiges Ziel jeglicher „Terrorakte“. Diese leitet sich aus dem Stammbegriff des Terrorismus ab: Terror. Terror stammt etymologisch vom Wort „Schrecken“ (lat. terror). Dieser Begriff wurde erst zu Zeiten der Französischen Revolution bekannt bzw. erstmalig schriftlich dokumentiert. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der „Terror“ (franz. terreur) als staatliches Instrument von Maximilien de Robespierre missbraucht. Heutzutage wird zumeist die so genannte (sog.) „Terrorherrschaft“ erwähnt, die eine Periode der Französischen Revolution von Anfang Juni 1793 bis Ende Juli 1794 darstellt und zunächst nur bezogen auf diese Zeit, später aber allgemeiner verwendet wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Terrorversicherung nach 9/11 ein, stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Notwendigkeit staatlicher Unterstützung und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Terrorismus: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Definition und Abgrenzung von Terrorismus, betrachtet dessen weltweite Verbreitung und analysiert die Unterschiede der Terrorgefahr zu anderen versicherungstechnischen Risiken.
3 Versicherbarkeit von Terrorrisiken vor und nach dem 11. September 2001: Es wird die historische Entwicklung der Versicherbarkeit von Terrorrisiken beleuchtet, ein Rückblick auf 9/11 und dessen wirtschaftliche Folgen gegeben sowie die internationale Situation betrachtet.
4 Terrorversicherung in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Terrorversicherungslösung in Deutschland, insbesondere die Rolle der EXTREMUS AG, deren Aufbau und die aktuelle Marktsituation.
5 US-amerikanisches Programm zur Absicherung von Terrorschäden: Hier wird der Hintergrund, der Aufbau und die Funktionsweise des US-amerikanischen TRIP-Programms sowie die laufende Debatte um dessen Erneuerung detailliert analysiert.
6 Staatliche (Teil-)Haftung: Dieser Teil prüft die staatliche Unterstützung kritisch auf ihre wettbewerbsrechtliche Vertretbarkeit, diskutiert Argumente für und gegen eine Reduktion der staatlichen Haftung und erörtert die Sinnhaftigkeit einer Versicherungspflicht.
7 Schlussbetrachtung und offene Fragen: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Einschätzung zur Zukunft staatlich unterstützter Programme und einem Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Terrorversicherung, EXTREMUS AG, US-Terrorism Risk Insurance Act, TRIA, TRIPRA, staatliche Unterstützung, Terrorismusrisiko, Risikoallokation, Versicherbarkeit, Wettbewerbsrecht, Deckungsabschnitt, Rückversicherung, Betriebsschaden, 11. September 2001, Schadensmodellierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit staatlich unterstützter Terrorversicherungslösungen in Deutschland und den USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Terrorismus, die wirtschaftlichen Folgen von Terrorereignissen für die Versicherungswirtschaft, die Funktionsweise staatlich gestützter Pools wie der EXTREMUS AG und die Diskussion um staatliche Beihilfen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Ist eine staatliche Unterstützung bei der Absicherung von Terrorrisiken heutzutage noch notwendig, und falls ja, wäre eine Reduktion dieser Unterstützung sinnvoll?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche, die Analyse US-amerikanischer Berichte, Expertenmeinungen sowie den Vergleich verschiedener internationaler Terrorversicherungslösungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der Marktentwicklungen vor und nach 9/11, die spezifische Analyse des deutschen EXTREMUS-Modells und des US-amerikanischen TRIA-Programms sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der staatlichen (Teil-)Haftung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Terrorversicherung, EXTREMUS AG, TRIA, staatliche Beihilfe, Risikoallokation und Versicherungskapazität charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die deutsche von der US-amerikanischen Terrorversicherung?
Der Hauptunterschied liegt in der Struktur: In Deutschland agiert mit der EXTREMUS AG ein spezialisierter Versicherer, während das US-amerikanische Programm TRIA einen Rahmen bietet, der primär auf der staatlichen Rückdeckung privater Versicherer unter bestimmten Bedingungen basiert.
Welche Rolle spielt die EXTREMUS AG im deutschen Markt?
Die EXTREMUS AG fungiert als spezialisierter Anbieter für Terrorversicherungen, wobei der deutsche Staat durch eine Garantieerklärung für bestimmte Deckungsabschnitte einspringt, um die Versicherbarkeit bei Großrisiken sicherzustellen.
Warum ist das Thema "Staatliche Unterstützung" so umstritten?
Die Unterstützung ist umstritten, da sie als potenziell wettbewerbsverzerrende staatliche Beihilfe angesehen werden kann, während sie gleichzeitig für die Stabilität des Wirtschaftsstandortes bei schwer kalkulierbaren Terrorrisiken als notwendig erachtet wird.
Was sind die Konsequenzen einer möglichen Verlängerung oder Einstellung dieser Programme?
Eine Einstellung könnte zu einem Zusammenbruch des privaten Marktes für Terrordeckungen führen, während eine Verlängerung mit einer sukzessiven Reduktion der staatlichen Rolle diskutiert wird, um den privaten Markt langfristig zu stärken.
- Citation du texte
- Christopher Ohst (Auteur), 2014, Aktuelle Fragen der Terrorversicherung in Deutschland. Die Entscheidung über eine Erneuerung des US-amerikanischen Programms zur Absicherung von Terrorschäden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293466