Trotz des demographischen Wandels stellt der Familientourismus weiterhin ein wichtiges Marktsegment in seiner Branche dar. Aufgrund steigender Ansprüche der Familienurlauber ist es jedoch immer schwieriger diese Zielgruppe zufriedenzustellen. In Anbetracht dessen, dass Kinder sowohl einen hohen Einfluss auf die familiäre Reiseentscheidung ausüben als auch die potenziellen Gäste von morgen sind, wird deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Ansprache der kleinen Urlauber ist. Durch den Einsatz von Maskottchen bietet sich der Ferienhotellerie eine Möglichkeit, Kinder zu begeistern und emotional zu binden. Doch wie müssen Maskottchen gestaltet sein, wie müssen sie umgesetzt oder vermarktet werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen? Auf diese Fragestellungen gibt es in der Literatur bisher keine direkten Antworten, was den Anlass für das Forschungsvorhaben lieferte. Ziel ist es die Erfolgsfaktoren eines Maskottchens zur Kundenbindung in der familienorientierten Ferienhotellerie zu identifizieren. Dafür wurde in der vorliegenden Arbeit eine vergleichende Fallstudie durchgeführt. Im Rahmen des Forschungsprozesses finden sowohl eine Auswertung der objektiven Merkmale der jeweiligen Maskottchen als auch zehn telefonische Experteninterviews statt. Anhand der Auswertung der objektiven Kriterien sowie einer anfänglichen Sichtung der Interviewergebnisse konnten erfolgreich erste Erkenntnisse hinsichtlich der Forschungsfrage festgestellt werden. Demzufolge kommen die Vermutungen auf, dass Maskottchen in Tierform am beliebtesten bei Kindern sind, dass sich sowohl Jungs als auch Mädchen mit einem männlichen Maskottchen identifizieren können und dass vollständig bekleidete Maskottchen Vorteile in der Charaktergestaltung oder dem Wiedererkennungswert bieten. Ferner wird der Eindruck erweckt, dass es auch von Nutzen ist, wenn Maskottchen internationale, kurze Namen besitzen. Nach der ersten Sichtung der Interviewergebnisse wirkt es, als ob die Auswahl der Erscheinungsform und des Namens weniger von Relevanz ist als die eigentliche Gestaltung der Mimik und Gestik des Maskottchens. Ebenfalls scheint es erfolgsversprechend zu sein, das Maskottchen in das Qualitätsmanagement zu integrieren und mit einem Charakter bzw. einer Geschichte zu versehen. Den Schluss dieser Arbeit bildet ein Ausblick auf die anschließende Bachelorarbeit, in der die endgültige Beantwortung der Forschungsfrage erfolgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Thematische Einführung und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
1.4 Begriffliche Erklärungen
1.4.1 Definition Maskottchen
1.4.2 Definition Ferienhotellerie
1.4.3 Definition Kundenbindung
2. Die Zielgruppe Familie im Tourismus
2.1 Die Familie im Wandel – Relevanz für den Tourismus
2.2 Ansprüche und Motive für den Familienurlaub
2.3 Einfluss der Kinder auf die Reiseentscheidung der Familie
3. Grundlagen Maskottchen
3.1 Funktionen von Maskottchen
3.1.1 Visuelle und emotionale Bindung
3.1.2 Kommerzielle Zwecke
3.1.3 Träger von nicht kommerziellen Botschaften
3.1.4 Entertainment und Show
3.2 Darstellungsmöglichkeiten eines Maskottchens
3.2.1 Äußere Gestaltung
3.2.2 Charakterbildung
3.2.3 Namensbildung
4. Fallstudien: Maskottchen in der familienorientierten Ferienhotellerie
4.1 Methodisches Vorgehen
4.1.1 Auswahl der Forschungsmethode
4.1.2 Auswahl der Fallbeispiele
4.1.3 Datenerhebung
4.1.4 Aufbau und Inhalt des Leitfadens
4.1.5 Vorbereitung und Durchführung der Interviews
4.1.6 Vorgehensweise der Auswertung
4.2 Vorstellung Fallbeispiele
4.2.1 Fallbeispiele aus der familienorientierten Ferienhotellerie
4.2.1.1 Aldiana GmbH – Maskottchen Flosse
4.2.1.2 Kinderhotels Europa – Maskottchen Smiley und Smileyne
4.2.1.3 Rhön Park Hotel – Maskottchen Rudi Röhn
4.2.1.4 Robinson Club GmbH – Maskottchen ROBY
4.2.1.5 Familien-Wellness Residence & Hotel Tyrol - Maskottchen Pipo
4.2.1.6 Sunwing Resorts – Maskottchen Lollo & Bernie
4.2.1.7 Familotel AG – Maskottchen Happy
4.2.2 Fallbeispiele aus anderen Branchen
4.2.2.1 AOK – Maskottchen Jolinchen
4.2.2.2 Eisbären Berlin – Maskottchen Bully
4.2.2.3 Karlsruher Bädergesellschaft mbH – Maskottchen KAi der Hai
4.3 Ergebnisdarstellung
4.3.1 Auswertung der objektiven Merkmale der Fallbeispiele
4.3.2 Erste Sichtung der Interviewdaten
5. Conclusio
5.1 Zusammenfassung
5.2 Erste Erkenntnisse der Forschungsfrage
5.3 Zukunftsaussichten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erfolgsfaktoren von Maskottchen als Instrument der emotionalen Kundenbindung in der familienorientierten Ferienhotellerie, um Kinder als Zielgruppe frühzeitig zu begeistern und an Ferienanlagen zu binden.
- Analyse der Rolle von Kindern bei familiären Reiseentscheidungen.
- Untersuchung von Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten von Maskottchen.
- Vergleichende Fallstudien mittels Experteninterviews und objektiver Merkmalsanalyse.
- Identifikation von Best-Practice-Ansätzen für Maskottchen-Strategien.
- Übertragung von Erkenntnissen aus anderen Branchen auf den Tourismusbereich.
Auszug aus dem Buch
1.4.1 Definition Maskottchen
Der Begriff Maskottchen leitet sich zum einen von dem französischen Wort „mascotte“ ab, welches einen Glücksbringer betitelt, sowie aus dem provenzalischen Wort „masco“, das übersetzt für das Wort Hexe steht (Burmester, 2007). Heutzutage dient ein Maskottchen unter anderem als ein Glücksbringer für einen Verein oder eine Personengruppe, welches oft in Form von personifizierten Tieren oder sonstigen Wesen eingesetzt wird (Eisbär Media GmbH). Besonders bekannt und beliebt sind Maskottchen im Sportbereich, so haben zum Beispiel 15 von 18 deutschen Bundesligamannschaften ein eigenes Maskottchen (Hühnergarth, 2012). Ebenso dienen Maskottchen neben Logos häufig auch als ein Erkennungszeichen für beispielsweise Unternehmen, Städte oder Veranstaltungen und ist Teil der Corporate Identity. Damit sind Maskottchen ein zentraler Teil der Markenführung des Bezugsobjekts und bilden oft die Basis für Motivations- oder Kommunikationskampagnen (Rohlmann, 2009). Häufig wird in der Literatur der Begriff „Sympathiefigur“ als Synonym für das „Maskottchen“ verwendet. Diese sprachliche Gleichsetzung soll auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit Anwendung finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Maskottchen als Kundenbindungsinstrument und Darlegung der wissenschaftlichen Forschungsfrage.
2. Die Zielgruppe Familie im Tourismus: Analyse der veränderten Familienstrukturen und der hohen Relevanz von Kindern bei Reiseentscheidungen.
3. Grundlagen Maskottchen: Erläuterung der Funktionen (Visuelle Bindung, Marketing, Entertainment) und Gestaltungsmöglichkeiten von Maskottchen.
4. Fallstudien: Maskottchen in der familienorientierten Ferienhotellerie: Methodische Beschreibung der Expertenbefragung sowie Vorstellung der untersuchten Fallbeispiele aus Tourismus und anderen Branchen.
5. Conclusio: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Ableitung erster Erkenntnisse zu den identifizierten Erfolgsfaktoren.
Schlüsselwörter
Maskottchen, Kundenbindung, Familientourismus, Ferienhotellerie, Sympathiefigur, Fallstudie, Experteninterview, Kinder als Zielgruppe, Markenführung, Corporate Identity, Marketing, Erfolgsfaktoren, Reiseentscheidung, Familienurlaub, Freizeitwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Maskottchen in der familienorientierten Ferienhotellerie und deren Potenzial, Kinder emotional an Ferienhotels zu binden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Zielgruppenanalyse (Familien), den Funktionen von Maskottchen als Marketinginstrumenten und der empirischen Auswertung ihrer Gestaltung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die spezifischen Erfolgsfaktoren von Maskottchen zu identifizieren, die dazu beitragen, Kinder zu begeistern und langfristig an den Ferienhotelbetrieb zu binden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende, Hypothesen generierende Fallstudie durchgeführt, die auf der Auswertung objektiver Kriterien sowie zehn qualitativen, leitfadengestützten Experteninterviews basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, die Zielgruppenansprache, die Gestaltungsparameter von Maskottchen sowie die detaillierte Auswertung der zehn ausgewählten Fallbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Maskottchen, Kundenbindung, Familientourismus, Sympathiefigur, Fallstudie und Erfolgsfaktoren sind die prägenden Begriffe.
Warum wurden auch Fälle aus anderen Branchen (z.B. Sport) untersucht?
Die Untersuchung branchenfremder Fälle sollte aufzeigen, ob dort bewährte Ansätze oder Erkenntnisse existieren, die sich gewinnbringend auf das touristische Umfeld übertragen lassen.
Welchen Einfluss haben Mimik und Gestik bei Maskottchen laut der Studie?
Die Auswertung der Interviews ergab, dass die Gestaltung von Mimik und Gestik entscheidend dafür ist, einen sympathischen Eindruck auf Kinder zu hinterlassen und somit den Erfolg des Maskottchens maßgeblich beeinflusst.
- Quote paper
- Sina Kelbing (Author), 2013, Maskottchen als Kundenbindungsinstrument in der familienorientierten Ferienhotellerie. Empirische Datenerhebung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293535