Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Beweggründe des BRICS-Bundes für die Etablierung der NDB. Des Weiteren versucht sie eine mögliche Einschätzung hinsichtlich der Funktionen und Modalitäten der BRICS-Bank zu geben. Theoretisch eingefasst wird das Vorgehen indem die Rolle der Neuen Entwicklungsbank anhand eines in den Theorien der Internationalen Beziehungen üblichen Bilder für Internationale Organisationen analysieren wird. Inhaltlich wird die Arbeit wie folgt aufgeteilt. Im ersten Teil wird die BRICS-Gruppe mit Hinblick auf ihre allgemeine Bedeutung für die Weltwirtschaft vorgestellt.
Der Zweite Teil beschäftigt sich mit der Analyse der Quoten-und Stimmenreform im IWF und in der Weltbank und deren Auswirkungen auf die Representanz der Schwellenländer und insbesondere der BRICS-Staaten in den BWI. Dabei soll deutlich gemacht werden, welche Beweggründe hinter der Etablierung der neuen Bank stehen. Im darauffolgenden Kapitel wird die Rolle der Neuen Entwicklungsbank anhand der Entwicklungsmodalitäten der BRICS-Staaten, die aus der Süd-Süd Kooperation bekannt sind, betrachtet. Außerdem wird dabei auf die Unterschiede zwischen den traditionellen Formen der Nord-Süd Kooperation (NSK) der BWI und die der Süd-Süd Kooperation (SSK) eingegangen.
Im abschließenden Kapitel werden die Unzulänglichkeiten der Neuen Entwicklungsbank analysiert. In der Schlussfolgerung werden die wichtigsten Ergebnisse der Analyse herausgehoben und zusammengefasst, um die Fragestellung nach der Rolle der Neuen Entwicklungsbank in der globalen und Entwicklungs- und Finanzarchitektur zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Einführung
3. BRICS und ihre Stellung in der Weltwirtschaft
4. Reform der Bretton-Woods Institutionen
4.1. Fragliche Fortschritte auf dem Weg zur IWF Quoten-und Stimmenreform
4.2 Ergebnisse der Stimmenreform in der Weltbank
5. Neue Entwicklungsbank als institutionelles Gefüge der BRICS Entwicklungsphilosophie
5.1 Süd-Süd Kooperation der BRICS im Vergleich zu der Nord-Süd Kooperation der traditionellen Geber
5.2 Neue Entwicklungsbank und Infrastrukturentwicklung in den LIC-Staaten
6. Problempunkte bei der Umsetzung der Entwicklungsstrategie der Neuen Entwicklungsbank
7. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Beweggründe für die Gründung der Neuen Entwicklungsbank (NDB) durch die BRICS-Staaten vor dem Hintergrund der bestehenden globalen Finanzarchitektur und analysiert, welche Rolle diese neue Institution einnehmen könnte.
- Bedeutung der BRICS-Staaten für die Weltwirtschaft
- Kritische Analyse der Reformprozesse im IWF und der Weltbank
- Gegenüberstellung von Süd-Süd-Kooperation und traditioneller Nord-Süd-Kooperation
- Analyse der potenziellen Rolle der NDB bei der Infrastrukturfinanzierung
- Herausforderungen und Unzulänglichkeiten bei der Umsetzung der neuen Entwicklungsstrategie
Auszug aus dem Buch
Neue Entwicklungsbank als institutionelles Gefüge der BRICS Entwicklungsphilosophie
Die Neue Entwicklungsbank stellt in erster Linie ein wichtiges Finanzinstrument für die BRICS-Staaten dar, das auf die Stärkung der sogenannten Süd-Süd Kooperation (SSK) gerichtet ist. Die SSK, deren Prinzipien im Rahmen der Gruppe der 77 bereits 2009 formuliert wurden, stellt viele Prinzipien der Entwicklungszumsammenarbeit der traditionellen Geber in Frage und wirft diesen vor, mit ihrer Entwicklungszusammenarbeit eigene Interessen vor die Interessen der armen Länder zu stellen. Es werden vor allem den traditionellen Gebern die neoliberalen Reformen vorgeworfen, die von der Weltbank und dem IWF in den 1990er Jahren propagiert wurden. Im Zentrum der Kritik befanden sich damals die Strukturanpassungsprogramme im Rahmen des sogenannten „Washingtoner Konsenses“, der die Vergabe der öffentlichen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit nur unter Bedingungen und Auflagen vorsah. Im Gegenzug zur Gewährung von Finanzhilfen mussten die von Krediten abhängigen Schuldnerländer umfassende wirtschaftspolitische Maßnahmenpakete umsetzen, mit denen die Voraussetzungen für ein stabiles und hohes Wachstum geschaffen werden sollten. Dieser „One-size-fits-all“ Ansatz der BWI ist bekanntlich mit verheerenden Folgen für viele Entwicklungsländer (Asienkrise,Argentinienkrise) gescheitert, was in der Folge zu einer partiellen Neukonzeptinierung der „Washingtoner Konsens“ zugrunde liegenden Annahmen führte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der NDB-Gründung durch die BRICS-Staaten und Einordnung dieses Ereignisses als bedeutende institutionelle Innovation in der globalen Finanzarchitektur.
2. Theoretische Einführung: Analyse der theoretischen Rollenbilder von Internationalen Organisationen, wie Arena, Instrument und Akteur, im Kontext internationaler Beziehungen.
3. BRICS und ihre Stellung in der Weltwirtschaft: Darstellung der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung der BRICS-Staaten und ihres zunehmenden Engagements in der globalen Entwicklungszusammenarbeit.
4. Reform der Bretton-Woods Institutionen: Untersuchung der Reformprozesse im IWF und der Weltbank sowie der unzureichenden Machtverschiebung zugunsten der Schwellenländer.
5. Neue Entwicklungsbank als institutionelles Gefüge der BRICS Entwicklungsphilosophie: Vergleich der Süd-Süd-Kooperation mit traditionellen Ansätzen sowie Analyse der Rolle der NDB bei der Infrastrukturfinanzierung.
6. Problempunkte bei der Umsetzung der Entwicklungsstrategie der Neuen Entwicklungsbank: Aufzeigen aktueller struktureller Mängel, fehlender Kapitalfenster und der Risiken einer alternativen Kreditvergabepolitik.
7. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, die die NDB als politisches Zeichen für Multipolarität und als Lobbyinstrument der BRICS innerhalb des bestehenden Finanzsystems identifizieren.
Schlüsselwörter
BRICS, Neue Entwicklungsbank, IWF, Weltbank, Süd-Süd-Kooperation, Entwicklungsfinanzierung, Finanzarchitektur, Infrastrukturentwicklung, Quotenreform, Stimmrechte, Washingtoner Konsens, Multipolarität, Schwellenländer, Entwicklungszusammenarbeit, Bretton-Woods
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Gründung der Neuen Entwicklungsbank durch die BRICS-Staaten und deren potenzielle Rolle als Alternative oder Ergänzung zu den etablierten Bretton-Woods-Institutionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Reformdefizite bei IWF und Weltbank, die Unterschiede zwischen Süd-Süd- und Nord-Süd-Kooperation sowie die strategische Ausrichtung der NDB auf Infrastrukturprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Beweggründe der BRICS für die Etablierung der neuen Bank zu verstehen und einzuschätzen, inwieweit diese die globale Entwicklungs- und Finanzarchitektur beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Theorien der Internationalen Beziehungen, insbesondere die Einordnung von Organisationen als "Instrument", um das Handeln der BRICS-Staaten theoretisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der wirtschaftlichen Bedeutung der BRICS, eine Untersuchung der IWF/Weltbank-Reformen, die Kontraste in der Entwicklungsphilosophie und eine kritische Betrachtung der Umsetzungsprobleme der NDB.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind BRICS, Neue Entwicklungsbank, Reform der globalen Finanzarchitektur, Süd-Süd-Kooperation und Infrastrukturfinanzierung.
Warum wird die NDB von Kritikern bisher nur als "Fonds" bezeichnet?
Weil die NDB in ihrer Anfangsphase noch nicht über die notwendigen Kapitalfenster für die Aufnahme von Anleihen auf dem internationalen Kapitalmarkt verfügt, um eine klassische Bankfunktion zu erfüllen.
Welche Rolle spielt die "Nichteinmischungspolitik" für die BRICS?
Sie bildet einen Gegenpol zur neoliberalen Konditionalität der Weltbank, da die BRICS betonen, dass Entwicklungsländer in der Verantwortung für ihre eigenen Entwicklungsstrategien stehen sollten.
- Quote paper
- Nikita Ryazantsev (Author), 2014, Die Neue Entwicklungsbank der BRICS-Staaten als neuer Akteur in der Finanz- und Entwicklungsarchitektur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293551