Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes

Mittelalterliche Königshöfe und Pfalzen im heutigen Niedersachsen. Pöhlde als herrscherlicher Aufenthaltsort

Titre: Mittelalterliche Königshöfe und Pfalzen im heutigen Niedersachsen. Pöhlde als herrscherlicher Aufenthaltsort

Essai Scientifique , 2015 , 47 Pages

Autor:in: Bernd Schütte (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die mit den Reisewegen der hochmittelalterlichen Herrscher verbundenen Fragen genießen seit langem die besondere Aufmerksamkeit der Forschung, denn die vor allem vergleichende Untersuchung der Aufenthaltsorte führt in wichtige strukturelle, die Funktionsgeschichte des Königtums berührende Zusammenhänge.
Mit Blick auf die Auswahl der Itinerarstationen, auf die Anzahl und die Dauer der Besuche, auf die den Hof jeweils bildenden Großen und auf das herrscherliche Handeln liegen mittlerweile etliche Arbeiten vor, die sich mit unterschiedlichen Herangehensweisen und in unterschiedlicher Gewichtung dieses Themenkreises annehmen.

Neben prominenten Aufenthaltsstätten wie zum Beispiel Aachen, Frankfurt, Goslar, Quedlinburg, Regensburg, Speyer oder Würzburg lassen sich zahlreiche Orte verzeichnen, die zwar dem reisenden Königshof oft Unterkunft geboten haben und durchaus Schauplatz wichtiger Entscheidungen waren, aber einen weniger bekannten Namen haben, weil sie zum Beispiel nicht Sitz eines Bischofs waren, sich nicht zu einem städtischen Gemeinwesen entwickelten oder bald wieder aufgegeben wurden .

Zu diesem Kreis zählt das am südwestlichen Harzrand gelegene und heute zur niedersächsischen Stadt Herzberg zählende Pöhlde, das im 10. und 11. Jahrhundert als Itinerarstation der Könige und Kaiser in der Tat nicht ganz bedeutungslos war, wie im Folgenden umrissen werden soll .

Die von Heinrich I. (919-936) bis zu Heinrich IV. (1056-1106) reichenden Herrscheraufenthalte in Pöhlde am Harz werden in dieser Arbeit chronologisch vorgestellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die mit den Reisewegen der hochmittelalterlichen Herrscher verbundenen Fragen genießen seit langem die besondere Aufmerksamkeit der Forschung, denn die vor allem vergleichende Untersuchung der Aufenthaltsorte führt in wichtige strukturelle, die Funktionsgeschichte des Königtums berührende Zusammenhänge.

2. Pöhlde war liudolfingisches Eigengut, wie wir aus einem knappen, im 17. Jahrhundert hergestellten Regest erfahren, das auf einem verlorenen, am 13. Mai 927 an unbekanntem Ort ausgestellten Diplom König Heinrichs I. beruht.

3. Die 922 und 932 gefertigten Verfügungen weisen mit Blick auf die Empfänger einen regionalen Bezug auf, der durch den als Fürsprecher und Bittsteller genannten Bischof Adalward von Verden noch unterstrichen wird.

4. Von Heinrich I., dem ersten liudolfingischen König, der von 919 bis 936 regierte, sind nur knapp über 40 echte Urkunden auf uns gekommen, die er an rund 25 Orten ausgestellt hat.

5. Königin Mathilde nahm nach Heinrichs 936 eingetretenem Tod ihr Witwengut in Anspruch und gründete im Harzraum ebenso wie in Quedlinburg und Nordhausen auch in Pöhlde eine geistliche Gemeinschaft.

6. Die Reihe der Herrscheraufenthalte setzte Otto der Große fort, der am 6. Januar 958, dem Epiphaniasfest, in Pöhlde urkundlich bezeugt ist.

7. Nachdem Mathilde am 14. März 968 und Otto I. am 7. Mai 973 gestorben waren, vollzogen sich unter dem gleichnamigen Sohn und Nachfolger des Kaisers einige in die Pöhlder Verhältnisse eingreifende Änderungen.

8. Otto II. hat allerdings nicht nur über den Konvent und die Curtis verfügt, sondern sich auch in Pöhlde aufgehalten.

9. Im nordalpinen Reich waren das östliche Sachsen und Thüringen unter Otto II. zwar die Kernregion der Königsherrschaft, doch spielte Pöhlde unter dem Strich keine große Rolle.

10. Nach Theophanus Tod, der am 15. Juni 991 eingetreten war, dürfte die Pöhlder Curtis an ihren Sohn Otto III. gefallen sein.

11. Am 22. und 1001 war Pöhlde Schauplatz einer Synode, die den Gandersheimer Streit verhandeln sollte.

12. Nicht minder aufsehenerregend als diese Synode war die am 30. April des folgenden Jahres in Pöhlde erfolgte Ermordung des Markgrafen Ekkehard von Meißen.

13. Unter Heinrich II., der sich 1002 nach dem Tod Ottos III. als neuer König durchsetzen konnte, erlangte Pöhlde seine größte Bedeutung, denn der letzte liudolfingische Herrscher beging dort 1003, 1005, 1006, 1007, 1008, 1009, 1012, 1014 und 1016 das Weihnachtsfest.

14. Wenn man die für die Herrenfeste Weihnachten, Ostern und Pfingsten eindeutig bezeugten und lokalisierbaren sowie mit guten Gründen erschließbaren Aufenthaltsorte nördlich der Alpen zusammenstellt, dann steht Pöhlde mit neun Weihnachtsbesuchen an der Spitze.

15. Im Jahre 1017 ist der größte Teil der Pöhlder curtis niedergebrannt, wie Thietmar berichtet.

16. Im Jahre 1028 waren die Gebäude zu Pöhlde jedenfalls so weit wiederhergestellt, daß Konrad II. dort Aufenthalt nehmen konnte.

17. Konrad II. starb im Jahre 1039. Heinrich III., sein Sohn und Nachfolger, ist in seiner bis 1056 währenden Herrschaftszeit viermal in Pöhlde nachweisbar.

18. Nach dem Tod Heinrichs III. am 5. Oktober 1056 lag die Regentschaft für dessen fünfjährigen Sohn und Nachfolger zunächst in den Händen der Kaiserin Agnes.

19. Warum die Herrscher Pöhlde seit der frühen Salierzeit nicht mehr aufgesucht haben, läßt sich nicht verbindlich beantworten, ist aber angesichts ähnlicher Entwicklungen nicht überraschend.

20. Die Qualifizierung Pöhldes als locus und villa sagt über die örtlichen Gegebenheiten nichts aus, weil locus ganz allgemein einen Ort bezeichnet.

21. Mit der Übertragung an Magdeburg verlor die in Pöhlde angesiedelte geistliche Gemeinschaft ihren bisherigen Rang, der durch die unmittelbare Zuordnung zum Königtum bestimmt war.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Pöhlde als herrscherlicher Aufenthaltsort im 10. und 11. Jahrhundert und analysiert die historische Entwicklung der dortigen königlichen Anlage sowie der geistlichen Gemeinschaft unter den Liudolfingern und Saliern.

  • Analyse von Itinerarstationen hochmittelalterlicher Herrscher
  • Pöhlde als liudolfingisches Eigengut und „Weihnachtspfalz“
  • Konflikte und Synoden (insb. Gandersheimer Streit) in Pöhlde
  • Institutionelle Entwicklung der geistlichen Gemeinschaft (Kanonikerstift vs. Kloster)
  • Strukturwandel im königlichen Reisekönigtum

Auszug aus dem Buch

Die Rolle von Pöhlde im Itinerar Ottos I.

Von Heinrich I., dem ersten liudolfingischen König, der von 919 bis 936 regierte, sind nur knapp über 40 echte Urkunden auf uns gekommen, die er an rund 25 Orten ausgestellt hat. Darüber hinaus sind aus erzählenden Quellen einige weitere Aufenthaltsorte bekannt, die indes zu einem großen Teil mit Feldzügen verbunden waren und daher die Aufmerksamkeit der nur wenigen Geschichtsschreiber auf sich gezogen haben. Mit Allstedt, Erfurt, Nordhausen, Pöhlde, Quedlinburg, Rohr, Wallhausen und Werla sowie dem als Ritteburg gedeuteten Reot liegen neun dieser urkundlich genannten Stätten am Harz und in Thüringen und damit im liudolfingischen Kerngebiet. Hinzukommen aus erzählenden Quellen noch Bodfeld und Memleben, wo der König am 2. Juli 936 starb. Selbst wenn man die schmale Überlieferung in Rechnung stellt und bedenkt, daß Heinrich das Reich auf seinem Umritt nicht gleichermaßen erfaßt hat und sowohl Bayern als auch Schwaben Fernzonen der Königsherrschaft waren, fallen die zwei sicher für Pöhlde belegten Besuche des Königs durchaus ins Auge, denn damit gleicht der Ort hinsichtlich der Aufenthaltszahl Erfurt, Frankfurt, Salz, Werla und Worms. Nur in Quedlinburg und Wallhausen ist Heinrich öfter bezeugt.

Zusammenfassung der Kapitel

Die mit den Reisewegen...: Einleitung zur Bedeutung von Aufenthaltsorten für die Funktionsgeschichte des Königtums.

Pöhlde war liudolfingisches Eigengut...: Darstellung der frühen Erwerbungsgeschichte und ersten urkundlichen Nennungen.

Die 922 und 932 gefertigten Verfügungen...: Analyse der frühen Urkunden und der Rolle lokaler Akteure wie Bischof Adalward von Verden.

Von Heinrich I...: Überblick über das Itinerar und die Rolle des liudolfingischen Kerngebiets.

Königin Mathilde...: Abhandlung über die Gründung der geistlichen Gemeinschaft durch Mathilde nach Heinrichs Tod.

Die Reihe der Herrscheraufenthalte...: Untersuchung der Besuche Ottos des Großen in Pöhlde.

Nachdem Mathilde...: Darstellung der Änderungen unter Otto II. und der Schenkungen an das Bistum Merseburg.

Otto II...: Detailanalyse der Besuche Ottos II. und seiner Verwaltung des Ortes.

Im nordalpinen Reich...: Fazit zur Rolle Pöhldes im Itinerar Ottos II. im Vergleich zu anderen Residenzen.

Nach Theophanus Tod...: Analyse der Besuche Ottos III. während der Vormundschaft und Regierungszeit.

Am 22. und 1001...: Bericht über die Synode in Pöhlde zur Beilegung des Gandersheimer Streits.

Nicht minder aufsehenerregend...: Schilderung der Ermordung des Markgrafen Ekkehard von Meißen im Jahr 1002.

Unter Heinrich II...: Detaillierte Untersuchung der zahlreichen Weihnachtsaufenthalte Heinrichs II.

Wenn man die...: Vergleichende Analyse der Festtagsbesuche (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) und der Aufenthaltsdauer.

Im Jahre 1017...: Bericht über den Brand der Anlage und das Ende der Weihnachtsbesuche.

Im Jahre 1028...: Untersuchung der Wiederherstellung der Anlage und des Aufenthalts Konrads II.

Konrad II...: Übersicht über Heinrichs III. Besuche und die Bedeutung von Goslar als Konkurrenzort.

Nach dem Tod Heinrichs III...: Abschluss der Aufenthalte unter der Regentschaft der Kaiserin Agnes.

Warum die Herrscher...: Reflexion über die Gründe des Bedeutungsverlusts von Pöhlde im Hochmittelalter.

Die Qualifizierung Pöhldes...: Erörterung der Begriffe locus und villa in den historischen Quellen.

Mit der Übertragung an Magdeburg...: Analyse des Rangverlusts der geistlichen Gemeinschaft und deren Umwandlung.

Schlüsselwörter

Pöhlde, Itinerar, Reisekönigtum, Liudolfinger, Salier, Pfalz, Weihnachtspfalz, Mathilde, Gandersheimer Streit, Thietmar von Merseburg, Urkunden, Königsgut, Stift, Kloster, Kirchenversammlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung von Pöhlde als königlicher Aufenthaltsort im Mittelalter, insbesondere während der Herrschaft der Liudolfinger und Salier.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Reisekönigtum, die Entwicklung des Ortes Pöhlde als Pfalz und der Wandel der dortigen geistlichen Gemeinschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Häufigkeit und den Anlass der königlichen Besuche in Pöhlde sowie deren politische und strukturelle Bedeutung für das Reich herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-quellengeleitete Analyse, die Urkunden, erzählende Quellen und archäologische Forschungsstände kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Aufenthalte der Könige von Heinrich I. bis Heinrich IV. und die Gründung sowie Entwicklung des Stifts Pöhlde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Pöhlde, Reisekönigtum, Liudolfinger, Salier, Pfalz, Weihnachtspfalz und Königsurkunden.

Welche Rolle spielte Pöhlde für Heinrich II.?

Pöhlde erlangte unter Heinrich II. als „Weihnachtspfalz“ besondere Bedeutung, da der König dort in mehreren Jahren das Weihnachtsfest beging.

Warum verlor Pöhlde im Hochmittelalter an Bedeutung?

Gründe waren unter anderem der Brand der Anlage 1017, der Aufstieg von Goslar als attraktiverer Standort und persönliche Vorlieben der Herrscher.

Fin de l'extrait de 47 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Mittelalterliche Königshöfe und Pfalzen im heutigen Niedersachsen. Pöhlde als herrscherlicher Aufenthaltsort
Auteur
Bernd Schütte (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
47
N° de catalogue
V293556
ISBN (ebook)
9783656911258
ISBN (Livre)
9783656911265
Langue
allemand
mots-clé
Mittelalterliche Geschichte Königtum Pöhlde Pfalzenforschung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bernd Schütte (Auteur), 2015, Mittelalterliche Königshöfe und Pfalzen im heutigen Niedersachsen. Pöhlde als herrscherlicher Aufenthaltsort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293556
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  47  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint