Das "Streitschlichterprojekt", wie es der Autor und Volksschullehrer gerne nennt, war die Abschlussarbeit zu seiner Mediatorenausbildung. Es zeigt, wie in verschiedenen Stufen die Kinder der 1. Klasse zu Streitschlichtern, also zu kleinen Mediatoren heranwachsen. Im Mittelpunkt steht die Kommunikation, wie z.B. Ich-/Du-Botschaften. Aktives Zuhören, Gefühle ausdrücken und gemeinsame Ziele formulieren können sind Voraussetzungen dafür, ein erfolgreicher Streitschlichter zu werden. Anregungen finden sich auch für den "täglichen" Unterricht!
Inhalt
1. Elternabend
2. Wir lernen einander kennen
2.1.1. Wir suchen uns alle einen neuen Namen!
2.1.2. Ich stelle mich vor!
2.1.3. Mein rechter, rechter Platz ist leer!
2.1.4. Wer sitzt wo?
2.2. Reflexion
3. Sensibilisierung/Wahrnehmung
3.1.1. Riechen
3.1.2. Reflexion
3.2.1. Schmecken
3.2.2. Reflexion
3.3.1. Hören
3.3.2. Reflexion
3.4.1. Fühlen
3.4.2. Reflexion
4. Aktiv zuhören
4.1.1. Lernwort „streiten“
4.1.2. Reflexion
4.2.1. Bau mal so wie ich!
4.2.2. Reflexion
4.3.1. Mal mal so wie ich!
4.3.2. Reflexion
5. Auf einander achten
5.1.1. Wir suchen uns einen Gruppennamen!
5.1.2. Gemeinsame Auswertung und Reflexion mit der Klasse
5.1.3. Reflexion
5.2.1. Turmbau
5.2.2. Reflexion mit der Klasse
5.2.3. Reflexion
5.3.1. Schlüsseldieb
5.3.2. Reflexion
5.4.2. Reflexion
5.5.1. Hindernislauf (Turnsaal)
5.5.2. Reflexion mit der Klasse
6. Gruppengefühl entwickeln
6.1.1. Mein bester Freund/meine beste Freundin
6.1.2. Reflexion
6.2.1. Hausschuhsalat
6.2.2. Reflexion
7. Pantomime und Rollenspiel
7.1.1. Wer kann das?
7.1.2. Was tue ich?
7.1.3. Reflexion
7.2.1. Königsaudienz
7.2.2. Reflexion mit der Klasse
8. Kunterbunter Tag
8.1.1. Lernwort „berühren“
8.1.2. Reflexion
8.2.1. Spontanes Schauspiel
8.2.2. Reflexion mit der Klasse
8.3.1. „Ich bin ich und du bist du“
8.3.2. Reflexion
9. Ein gemeinsames Ziel
9.1.1. Ein Wappen
9.1.2. Reflexion mit der Klasse
10. Gefühle ausdrücken/Persönlichkeitsentwicklung
10.1.1. Haus der Stille (Turnsaal)
10.1.2. Reflexion
10.2.1. Besuch von Kindern meiner ehemaligen 4.Klasse
10.2.2. Reflexion
11. Ich-/Du-Botschaften
11.1. 1. Ich-/Du-Botschaften-Paare
11.1.2. Reflexion
11.2.1. Strahlende Sonne/Spiegelnder Mond
11.2.2. Reflexion mit der Klasse
12. Wir werden Streitschlichter
12.1.1. Streitteppich
12.1.2. Lösungen und Reflexion mit der Klasse
13. Abschluss des Projekts
13.1.1. Schriftliche Wiederholung und anschließendes Überreichen einer Urkunde
13.1.2. Reflexion
14. Feedback und Fragen
Zielsetzung & Themen
Dieses Projekt zielt darauf ab, durch praxisorientierte Übungen in der 1. Klasse Volksschule die soziale Kompetenz der Schüler zu stärken, um Aggressionen vorzubeugen und eine friedliche Konfliktkultur im Unterrichtsalltag zu etablieren.
- Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung und Sinne
- Entwicklung von Gruppenzusammenhalt und Empathie
- Einführung in gewaltfreie Kommunikation (Ich-/Du-Botschaften)
- Vermittlung demokratischer Prozesse und Kompromissfindung
- Grundlagen der Streitschlichtung
Auszug aus dem Buch
10.2.1. Besuch von Kindern meiner ehemaligen 4.Klasse
Die Kinder wurden in 4 Gruppen geteilt und jede Gruppe bekam ein Satzkärtchen. Diesen Satz stellte jede Gruppe pantomimisch dar. „Sternengruppe“, „Tigergruppe“, „Die roten Skorpione“ und „Die wilden Tiere“ mussten versuchen, durch aufmerksames Zuhören zu erkennen, welchen Satz die ihnen zugeordnete Pantomimengruppe dargestellt hatte.
1. Satzkärtchen: Du nimmst dir immer meinen Radiergummi!
2. Satzkärtchen: Du musst immer der erste sein!
3. Satzkärtchen: Du machst mir alles nach!
4. Satzkärtchen: Du gibst mir keine Ruhe, wenn ich zuhören will!
Nun gestaltete jede Gruppe gemeinsam mit dem ihnen zugeordneten Pantomimen-Darsteller ein Plakat. Das Thema lautete: „Wie kann man diesen Konflikt, der dargestellt wurde, lösen?“ Welche Ansätze werden in der Gruppe gefunden?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Elternabend: Der Autor informiert die Eltern über die Zielsetzung des Projekts zur Gewaltprävention und führt in die Grundlagen der Mediation ein.
2. Wir lernen einander kennen: Durch spielerische Namensübungen wird der Grundstein für ein authentisches Projektklima und die Integration der Schüler gelegt.
3. Sensibilisierung/Wahrnehmung: Kleine Experimente mit den Sinnen (Riechen, Schmecken, Hören, Fühlen) schulen die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der Kinder.
4. Aktiv zuhören: Das Lernwort „streiten“ wird reflektiert und durch Partnerübungen ein besseres Verständnis für präzise Kommunikation gefördert.
5. Auf einander achten: Verschiedene Gruppenaktivitäten wie Turmbau und Hindernislauf zielen darauf ab, soziale Kompetenz und Vertrauen innerhalb der Klasse zu stärken.
6. Gruppengefühl entwickeln: Durch Übungen zur gegenseitigen Wertschätzung und Identifikation wird der Zusammenhalt der Klassengemeinschaft gefestigt.
7. Pantomime und Rollenspiel: Szenisches Spiel fördert die Ausdrucksfähigkeit und ermöglicht den Kindern, soziale Interaktionen aus verschiedenen Perspektiven zu erproben.
8. Kunterbunter Tag: Ein bewegungsintensiver Tag mit kreativen Elementen wie spontanem Schauspiel stärkt die Klassendynamik.
9. Ein gemeinsames Ziel: Demokratische Prozesse wie das gemeinsame Entwerfen eines Wappens fördern die Kompromissfähigkeit und Teamarbeit.
10. Gefühle ausdrücken/Persönlichkeitsentwicklung: Durch Phantasiereisen und interaktive Szenen mit älteren Schülern wird die Reflexionsfähigkeit über eigene Gefühle und Konflikte angeregt.
11. Ich-/Du-Botschaften: Die Schüler lernen den Unterschied zwischen Ich- und Du-Botschaften kennen und erfahren deren Wirkung auf die Kommunikation.
12. Wir werden Streitschlichter: Anhand konkreter Konflikte wird der Streitteppich als Werkzeug für eigenständige Problemlösungen innerhalb der Klasse genutzt.
13. Abschluss des Projekts: Das Projekt endet mit einer schriftlichen Wiederholung und der feierlichen Verleihung von Streitschlichter-Urkunden.
14. Feedback und Fragen: Der Autor zieht ein positives Resümee über die Wirkung des Projekts und formuliert weiterführende pädagogische Fragen.
Schlüsselwörter
Mediation, Gewaltprävention, Grundschule, Sozialkompetenz, Kommunikation, Konfliktlösung, Dramapädagogik, Gruppendynamik, Empathie, Ich-Botschaften, Streitschlichter, Partizipation, Wahrnehmungstraining, Klassengemeinschaft, Persönlichkeitsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Es geht um die Implementierung eines präventiven Projekts zur Aggressions- und Gewaltprävention in einer ersten Klasse der Volksschule, das auf den Methoden der Mediation basiert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen Sinneswahrnehmung, aktives Zuhören, gegenseitige Rücksichtnahme, die Entwicklung eines Gruppengefühls, nonverbale Kommunikation sowie das Erlernen von Streitschlichtungstechniken.
Was ist das primäre Ziel des Projekts?
Das Ziel ist es, Kindern frühzeitig Strategien zur friedlichen Konfliktlösung an die Hand zu geben und die soziale Kompetenz sowie die Kommunikationsfähigkeit zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert primär auf dem praktischen Einsatz dramapädagogischer und gruppendynamischer Methoden sowie dem Konzept der Mediation im schulischen Kontext.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und dokumentiert verschiedene Übungseinheiten (z.B. Riechen, Turmbau, Rollenspiele) inklusive einer anschließenden pädagogischen Reflexion des Autors.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind Mediation, Gewaltprävention, Sozialkompetenz, Kommunikation, Streitschlichtung und Klassengemeinschaft.
Wie wurde die Wirksamkeit der Mediation in einer so jungen Klasse bewertet?
Der Autor stellte fest, dass bereits Sechs- bis Siebenjährige in erstaunlichem Maße zu demokratischem Handeln, Kompromissfindung und Empathie fähig sind.
Welche Rolle spielten die Eltern bei diesem Projekt?
Die Eltern wurden frühzeitig durch einen Elternabend eingebunden, bei dem ihnen die Zielsetzung der Prävention nähergebracht wurde.
Warum spielt das "Ich-Botschaft" Konzept eine so wichtige Rolle?
Die Ich-Botschaften dienen als wesentliches Werkzeug, um eigene Gefühle und Bedürfnisse klar auszudrücken, ohne das Gegenüber durch Vorwürfe in eine Abwehrhaltung zu drängen.
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- Peter Kath (Autor), 2007, Sensibilisierung und Kommunikation. Aggressions- und Gewaltprävention in der 1. Klasse Volksschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293557