Mythos Midlife Crisis in der Paarberatung. Auswirkungen auf die Ehe und Paarberatung als Interventionsmethode


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
30 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Zahlen und Fakten zum Thema Scheidung
2.1 Eheschließung und Ehescheidung
2.2 Initiatoren einer Ehescheidung
2.3 Alter der Männer bei der Scheidung

3. Mythos Midlife Crisis
3.1 Geschichte der Midlife Crisis
3.2 Definition, Auslöser und Erkennungsmerkmale
3.2.1 Definition
3.2.2 Auslöser
3.2.3 Erkennungsmerkmale
3.3 Auswirkungen auf die Ehe

4. Paarberatung in der Midlife Crisis des Mannes
4.1 Grundsätzliches zur Paarberatung
4.2 Setting dieser Paarberatung
4.3 Die Paarberatung
4.3.1 Erstgespräch
4.3.2 Ziele und Grenzen der Paarberatung
4.3.3 Rolles des Beraters/der Beraterin
4.3.4 Herausforderung in und Konzept für die Beratung
4.3.5 Themen der Beratung

5. Resumé

1. Einleitung

Jedes Jahr wieder sammelt das Bundesamt für Statistik allerlei Zahlen über die Gesellschaft, die Wirtschaft und noch Vieles mehr. Viele Daten, Fakten und Zahlen, auch über das Thema „Scheidung“͘ Es ist ganz genau abzulesen, wie viele heiraten und wie viele sich scheiden lassen. Wie lange sie in der Ehe gelebt haben, welcher Partner die Scheidung eingereicht hat und wie viele Kinder im Schnitt unter der Scheidung gelitten haben. Was uns aber die Scheidungszahlen nicht verraten sind die Gründe für die Scheidung. Hierüber aber spekulieren diverse Lifestyle-Foren im Internet sehr heftig, emotional und mit wenig Blick für die Gesamtschau der Gesellschaft. Die Literatur hingegen ist hier in der Regel bereits etwas differenzierter.

In dieser Arbeit soll es Ziel und Anliegen sein zu erkennen, in wie weit die sogenannte Midlife Crisis eine reale Tatsache ist und welchen Einfluss sie auf die Scheidungszahlen hat.

Zu Beginn der Arbeit werde ich die Zahlen zu Scheidung untersuchen und hier das Alter zw. 35-50 Jahren unter die Lupe nehmen. Dese Altersspanne wird auch in der ganzen Arbeit das Spektrum sein, das meiner Aufmerksamkeit gilt. Wobei eine leichte Verschiebung nach unten oder nach oben sich auf Grund der Umfragen und Statistiken, die ich zur Hilfe nehme, ergeben kann. Hieraus gilt es dann abzuleiten, ob sich diese Lebensphase als „schwierig“ für die Ehe herausstellt bzw. ob in diesem Lebensalter, der Lebens Mitte, besonders viele Ehen auseinandergehen und wenn ja von welchem Geschlecht geht die Scheidungsinitiative aus.

Anschließend soll untersucht werden, was die allseits bekannte und doch sehr undurchsichtige „Midlife Crisis“ hier für einen Einfluss hat͘ Zuvor jedoch muss analysiert werden, ob die Midlife Crisis (im Folgenden mit MC abgekürzt)einen wissenschaftlich nachweisbaren Grund hat und wie sie sich im Leben der Ehepaare auswirkt.

Das Hauptaugenmerk soll darauf gerichtet sein, zu erkennen, ob die sg. MC eine Auswirkung auf die Scheidungszahlen hat und in wie weit, wenn den die MC tatsächlich eine Rolle spielt, hier Paarberatung eine Intervention bilden kann.

2. Zahlen und Fakten zum Thema Scheidung

Wenn nun die Scheidungszahlen untersucht werden, so hat dies gegenüber anderen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen einen Vorteil. Bei der Erhebung der Daten für Eheschließung, Ehelösung, aus welchem Grund auch immer, und der Untersuchung der Umstände, wie Lebensalter und Ehedauer, muss nicht auf Stichproben oder Umfragen zurückgegriffen werden, sondern wir haben hier eine Totalerhebung und die Zahlen sind damit sehr zuverlässig, womit Fehler entfallen, wie die Verzehrung bei Hochrechnungen, Stichprobenbedingte Fehler und andere Standardfehler. Um nicht alle Scheidungen seit der Datenaufzeichnung im Jahr 1949 zu untersuchen zu müssen, werde ich mich auf die Jahre 1990 -2011 beschränken. Bis ins Jahr 2011 hinein reicht die Datenerhebung und Auswertung des Bundesamts für Statistik zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Dort wo Zahlen vorliegen, werde ich auch noch aktuellere Zahlen aus dem Jahr 2012 einfließen lassen.

2.1 Eheschließung und Ehescheidung

Um jetzt einen Überblick zu bekommen, müssen mehrere Daten nebeneinander gestellt betrachtet werden. Dazu bedarf es der Untersuchung einiger Kreuztabellen, die wir dem Dokument „Bevölkerung und Erwerbstätigkeit“ mit dem Untertitel „Statistik der rechtskräftigen Beschlüsse in Eheauflösungssachen (Scheidungsstatistik)“ entnehmen, welches in der Fachserie 1 Reihe 1.4 am 19. November 2012 vom Bundesamt für Statistik veröffentlich wurde. Der Trend, dass Ehescheidungen wieder rückläufig sind, setzt sich auch im Jahr 2012 fort. Im Jahr 2012 wurden (nur) noch 179100 (Focus-Online) Ehen durch das Gericht gelöst.

Das sind 4,5% weniger als noch im Jahr 2011. Dort waren es noch 187640 Ehen die vor dem Scheidungsrichter endeten. Die noch aktuelle Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wird in einem rtikel in „Die Welt“ mit folgender ussage zitiert: „Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Die Bereitschaft, in guten und schlechten Zeiten füreinander Verantwortung zu übernehmen, nimmt [͙΁offenbar eher zu.“ (Becker 2013). Allerdings weist Evelyn Grünheid, Wissenschaftliche Oberrätin am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung daraufhin, dass ein Absinken der Scheidungsrate im Jahr 2012

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

gegenüber 2011 noch keinen neuen Trend markiert. Und dafür gibt es viele Gründe: Spätere Eheschließung, längeres Verbleiben der Kinder im Haushalt usw. (Becker 2013)

Im Weitern ist mit Ehescheidung oder Scheidung immer der formell juristische Akt gemeint. Weitere Möglichkeiten der Ehelösung sind aber eben zum Beispiel noch die Annullierung unter gewissen Umständen oder der Tod eines Ehepartners. In dieser Arbeit aber haben nur die Scheidungen meine Aufmerksamkeit.

2.2 Initiatoren der Ehescheidung

Im Jahr 2012 wurden die meisten Scheidungsanträge von den Ehefrauen gestellt. Und zwar in 53% aller Fälle. Die Männer stellten in 40% der Fälle den Scheidungsantrag. In den restlichen Fällen (8%) wurde die Scheidung gemeinsam beantragt. Ob sich hieraus eine Tendenz ableiten lassen darf, dass die Frauen es mit dem Ehepartner in der MC nicht mehr aushalten, wird abzuwarten sein, was die Jahre zuvor für ein Ergebnis aufzeigen.

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Das Diagramm zeigt uns auf jeden Fall, dass mehr als 50% aller Ehen die im Jahr 2011 geschieden wurden und in den Zeitraum zw. 1990 und 2011 geschlossen wurden, auf den Scheidungsantrag der Ehefrau zurückzuführen ist. Die Männer nehmen bei der Antragsstellung für eine Scheidung lediglich zw. etwa 40% (1990) und gerade noch ca. 25% (2011) ein. Auch in den Jahrzehnten zuvor ist das Bild das gleiche. Die wenigsten Scheidungsanträge wurden von beiden Ehepartnern zusammen beantragt. Jetzt wurden aber lediglich die beiden Jahre 2011 und 2012 beleuchtet. Wie war es in den Jahren zuvor. Dies soll nun das folgende Diagramm zeigen. Hier haben wir aber nur die Zahlen ab 1991, da hier erst die gemeinsame Erhebung für Ost - und Westdeutschland stattgefunden hat und sich sonst die Erhebung verzehren würde, wenn wir 1990 nur die Zahlen des Früheren Bundesgebietes verwenden würden.

Die beobachtete Tatsache aus den Jahren 2011 und 2012, dass überwiegend Frauen den

Scheidungsantrag stellen setzt sich auch bei der Untersuchung der Jahre 1991 - 2010 fort.

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Teilweise haben wir sogar über 60% der Frauen (1995 - 1999) die den Antrag stellen wohingegen lediglich ein Drittel der Männer in diesen Jahren einen Antrag auf Ehescheidung stelle. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Der These nach aber kann die MC der Männer hier eine Rolle spielen. Die Männer durchleben ihre Krise und die Frauen lösen sich in dieser Phase des Umbruches von Leben und Verhalten des Mannes von ihm. Dies bleibt aber vorerst nur eine Vermutung und mehr nicht. Dazu müssen wir noch weitere Daten analysieren.

2.3 Alter der Männer bei der Scheidung

Mit dieser Untersuchung kommen wir unserem Thema immer näher und sehen nun ob es sich wirklich so verhält, wie vermutet, dass die meisten Ehen in der „Mitte des Lebens“ geschieden werden. Für 2010 und 2011 liegen detaillierte Zahlen vor. Für die Jahre davor (1990 - 2009) haben wir leider nur Durchschnittswerte vom Bundesamt für Statistik.

Die These, dass die Scheidung in der Phase „Mitte des Lebens“ liegt, scheint sich zu

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bewahrheiten, denn wie das Diagramm zeigt haben wir in den Jahr 1990 bis 2009 immer ein Durchschnittsalter von > 35 und <50. Das Steigen des Durchschnittsalters bei Scheidung mag wahrscheinlich auch damit zusammenhängen, dass das Durchschnittsalter bei Heirat auch steigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wir haben hier allerdings nur einen Durchschnittswert, der uns die tatsächlichen Zahlen über das Alter der Eheleute bei Scheidung nicht mitteilt. Daher ist es nun notwendig, die Daten aus dem Jahr 2010 und 2011 zu analysieren. Dort sollte sich herausstellen, dass wirklich ein Großteil der Scheidungen in diesem Mittel liegt, sonst muss die These verworfen oder zu mindestens überdacht und angepasst werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Mythos Midlife Crisis in der Paarberatung. Auswirkungen auf die Ehe und Paarberatung als Interventionsmethode
Hochschule
Theologische Hochschule Friedensau  (Christliches Sozialwesen - MA. Counseling)
Veranstaltung
Paarberatung
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
30
Katalognummer
V293584
ISBN (eBook)
9783656911296
ISBN (Buch)
9783656911302
Dateigröße
802 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Scheidung, Midlife Crisis, Paartherapie, Paarberatung, Ehe
Arbeit zitieren
Philipp Steinweber (Autor), 2014, Mythos Midlife Crisis in der Paarberatung. Auswirkungen auf die Ehe und Paarberatung als Interventionsmethode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293584

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