Jedes Jahr wieder sammelt das Bundesamt für Statistik allerlei Zahlen über die Gesellschaft, die Wirtschaft und noch Vieles mehr. Viele Daten, Fakten und Zahlen, auch über das Thema „Scheidung“. Es ist ganz genau abzulesen, wie viele heiraten und wie viele sich scheiden lassen. Wie lange sie in der Ehe gelebt haben, welcher Partner die Scheidung eingereicht hat und wie viele Kinder im Schnitt unter der Scheidung gelitten haben.
Was uns aber die Scheidungszahlen nicht verraten sind die Gründe für die Scheidung. Hierüber aber spekulieren diverse Lifestyle-Foren im Internet sehr heftig, emotional und mit wenig Blick für die Gesamtschau der Gesellschaft. Die Literatur hingegen ist hier in der Regel bereits etwas differenzierter.
In dieser Arbeit soll es Ziel und Anliegen sein zu erkennen, in wie weit die sogenannte Midlife Crisis eine reale Tatsache ist und welchen Einfluss sie auf die Scheidungszahlen hat.
Zu Beginn der Arbeit werde ich die Zahlen zu Scheidung untersuchen und hier das Alter zw. 35-50 Jahren unter die Lupe nehmen.
Dese Altersspanne wird auch in der ganzen Arbeit das Spektrum sein, dem meine Aufmerksamkeit gilt. Wobei eine leichte Verschiebung nach unten oder nach oben sich auf Grund der Umfragen und Statistiken, die ich zur Hilfe nehme, ergeben kann. Hieraus gilt es dann abzuleiten, ob sich diese Lebensphase als „schwierig“ für die Ehe herausstellt bzw. ob in diesem Lebensalter, der Lebens Mitte, besonders viele Ehen auseinandergehen und wenn ja von welchem Geschlecht geht die Scheidungsinitiative aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zahlen und Fakten zum Thema Scheidung
2.1 Eheschließung und Ehescheidung
2.2 Initiatoren einer Ehescheidung
2.3 Alter der Männer bei der Scheidung
3. Mythos Midlife Crisis
3.1 Geschichte der Midlife Crisis
3.2 Definition, Auslöser und Erkennungsmerkmale
3.2.1 Definition
3.2.2 Auslöser
3.2.3 Erkennungsmerkmale
3.3 Auswirkungen auf die Ehe
4. Paarberatung in der Midlife Crisis des Mannes
4.1 Grundsätzliches zur Paarberatung
4.2 Setting dieser Paarberatung
4.3 Die Paarberatung
4.3.1 Erstgespräch
4.3.2 Ziele und Grenzen der Paarberatung
4.3.3 Rolles des Beraters/der Beraterin
4.3.4 Herausforderung in und Konzept für die Beratung
4.3.5 Themen der Beratung
5. Resumé
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die sogenannte Midlife Crisis bei Männern eine reale Tatsache darstellt und welchen Einfluss sie auf Ehescheidungen in der Lebensmitte hat. Ziel ist es, die wissenschaftliche Fundierung des Phänomens zu prüfen und aufzuzeigen, wie Paarberatung als Interventionsmethode genutzt werden kann, um betroffenen Ehepaaren bei der Bewältigung dieser Krise zu helfen.
- Analyse statistischer Daten zu Scheidungsverläufen und Alter in der Lebensmitte
- Wissenschaftliche Definition, Ursachen und Merkmale der Midlife Crisis
- Untersuchung der psychologischen Auswirkungen der Krise auf die Partnerschaft
- Methodische Grundlagen und Konzepte der Paarberatung in akuten Krisensituationen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Auslöser
Da es sich bei der MC nicht um eine medizinisch nachweisbare Krankheit handelt, sondern um einer Sinnkrise im Leben des Menschen, suchen wir nicht nach Auslöser physischen Ursprungs, sondern nach Ereignissen oder Zuständen in der Lebensumwelt des Mannes im Alter zwischen 35 und 50. Einer der weltweit renommiertesten Altenforscher Andreas Kruse, Mitglied im Forscherteam „Netzwerk Altenforschung“ mit Sitz in Heidelberg, fasst die Auslöser wie folgt zusammen:
„Im mittleren Erwachsenenalter stehen Menschen häufig vor vielen gleichzeitig zu lösenden Aufgaben und Anforderungen: Beruf, Kinder, die sich langsam von der Familie lösen, aber trotzdem noch weiter finanziell unterstützt werden, die Versorgung hilfsbedürftiger oder pflegebedürftiger Eltern und wenn man das alles miteinander verbindet, merke wir, dass eben aus dieser hohen zeitlichen Beanspruchung, aus der hohen psychischen Beanspruchung, Konflikte erwachsen können.“ (Hühnerfeld 2013)
a) Eines der gravierendsten Ereignisse im Leben des Mannes im diesem Alter ist der Tod eines oder vielleicht sogar beider Eltern (Lachmann 2001, 336). Bisher waren die Eltern oftmals noch Ratgeber oder Ansprechpartner. Es bestand sowohl eine kognitive als auch emotionale Bindung, wie kaum eine anderen Bindungen im Leben eines Mannes. Dieser Verlust hat eine langwierige Auswirkung auf die Emotionalität des Mannes. Auch die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden an Beispiel der eigenen Eltern lässt einen ins Nachdenken geraten(Zeit online 2012). Ist der Tod zwar der heftigste Einschnitt, so ist der Gedanke ans Älterwerden mit all seinen Folgen schon für viele Menschen, die vielleicht gerade 35 oder 40 sind und damit auf dem Zenit ihres Lebens angekommen, eine erschreckende Vorstellung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Scheidung ein und formuliert das Ziel, den Einfluss der sogenannten Midlife Crisis auf Ehen und Scheidungszahlen zu untersuchen.
2. Zahlen und Fakten zum Thema Scheidung: Das Kapitel bietet eine datengestützte Analyse der Scheidungsraten sowie eine Untersuchung des Alters von Männern bei Ehescheidungen, um die Bedeutung der Lebensmitte einzuordnen.
3. Mythos Midlife Crisis: Hier wird der Begriff der Midlife Crisis historisch hergeleitet, definiert und hinsichtlich seiner Ursachen sowie seiner Auswirkungen auf die Ehe kritisch hinterfragt.
4. Paarberatung in der Midlife Crisis des Mannes: Dieses Kapitel erläutert methodische Ansätze, Settings und spezifische Themen der Paarberatung, die darauf abzielen, Paare in der Midlife-Krise zu unterstützen und die Beziehung neu zu gestalten.
5. Resumé: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Midlife Crisis zwar eine reale Sinnkrise sein kann, jedoch nicht zwangsläufig das Ende einer Ehe bedeuten muss, wenn Paarberatung als Interventionsmöglichkeit genutzt wird.
Schlüsselwörter
Midlife Crisis, Paarberatung, Scheidung, Lebensmitte, Beziehungsstörungen, Ehe, Sinnkrise, Intervention, Kommunikation, Psychologie, Männer, Partnerschaft, Scheidungsstatistik, Lebenswandel, Prävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der „Midlife Crisis“ bei Männern und dessen Auswirkungen auf bestehende Ehen und Scheidungsraten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die statistische Analyse von Scheidungen, die Definition und Symptomatik der Midlife Crisis sowie die Möglichkeiten einer professionellen Paarberatung zur Beziehungsrettung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Midlife Crisis eine reale Ursache für das Scheitern von Ehen in der Lebensmitte ist und wie Paarberatung als Interventionsmethode ansetzen kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine Kombination aus statistischer Datenanalyse des Bundesamtes für Statistik und der Auswertung fachwissenschaftlicher Literatur und Theorien zur Paarberatung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Untersuchung der Scheidungszahlen, eine theoretische Abhandlung über die Hintergründe der Midlife Crisis und einen umfangreichen praktischen Teil zur Paarberatung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Midlife Crisis, Paarberatung, Scheidung, Lebensmitte, Beziehungsstörungen, Ehe, Sinnkrise und Intervention.
Warum wird speziell das Alter zwischen 35 und 50 Jahren unter die Lupe genommen?
Dieses Altersfenster wird in der Arbeit als die typische „Mitte des Lebens“ identifiziert, in der statistisch gesehen eine erhöhte Scheidungsrate vorliegt und die männliche Midlife Crisis häufig auftritt.
Kann Paarberatung bei einer Midlife Crisis den Mann tatsächlich noch erreichen?
Ja, der Autor betont, dass die Paarberatung als ressourcenorientierte Intervention fungieren kann, sofern beide Partner die Bereitschaft mitbringen, sich dem Veränderungsprozess zu stellen.
- Citar trabajo
- Philipp Steinweber (Autor), 2014, Mythos Midlife Crisis in der Paarberatung. Auswirkungen auf die Ehe und Paarberatung als Interventionsmethode, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293584