Die Biographieanalyse ist eine Erhebungsmethode der qualitativen Forschung. Diese zielt darauf ab Hypothesen zu generieren und „den subjektiven Sinn, den Personen mit ihrem Verhalten verbinden“, objektiv zu analysieren. Dies geschieht auf der Basis bedeutungsgenerierender Regeln. Die Qualitative Forschung ist auf das Verstehen gerichtet und bedient sich nicht-standardisierter Verfahren. Zur Erhebung dienen meist Texte, Bilder oder Protokolle, welche im Anschluss einer interpretativen Bedeutungsanalyse unterzogen werden und in einer analytischen Beschreibung enden. Fritz Schütze entwickelte für das narrative Interview ein Auswertungsverfahren, welches unter der Bezeichnung Narrationsanalyse bekannt ist. Diese Hausarbeit zielt darauf ab einen Überblick über die Biographieanalyse zu geben und gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil werden erst verschiedene Begrifflichkeiten zum Thema geklärt, die einen Einstieg in die Thematik schaffen sollen. Dazu werden Texte von Fritz Schütz, Inhalte des Seminars zur Biographieanalyse und die Vorlesungsskripte zur Qualitativen Forschung von Prof. Dr. R. Kreitz hinzugezogen. Im zweiten Teil wird auf die Prozessstrukturen und Kognitive Figuren des Stehgreiferzählens eingegangen. So soll ein tieferes Verständnis darüber geschaffen werden, was es bei einer Narrationsanalyse zu beachten gilt. Nach der theoretischen Einführung in die Thematik erfolgt im dritten Teil dieser Hausarbeit eine strukturelle Beschreibung anhand eines Segments aus dem narrativen Interview „Zora“. Es geht darum mehr als das oberflächlich deutbare zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsklärungen
- Die Narrationsanalyse und narrative Interviews
- Das Gespräch
- Stegreiferzählungen selbsterlebter Ereignisabläufe
- Das Interesse an der Prozessstruktur des Lebenslaufs
- Kognitive Figuren des autobiographischen Stegreiferzählens
- Die kognitive Figur des Biographie- und Ereignisträgers
- Die kognitive Figur der Erfahrungs- und Ereigniskette
- Die kognitive Figur des sozialen Rahmens
- Die kognitive Figur der Gesamtheit der Lebensgeschichte
- Zugzwänge des Erzählens
- Erzähltheoretische Grundlagen
- Biographietheoretische Grundlagen
- Analyseschritte
- Formale Textanalyse
- Die strukturelle inhaltliche Beschreibung
- Analytische Abstraktion
- Wissensanalyse
- Strukturelle Beschreibung Anhand eines Beispiels
- Fazit
- Quellenangabe
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit hat zum Ziel, einen umfassenden Überblick über die Biographieanalyse zu bieten. Sie beleuchtet die methodischen Grundlagen der Narrationsanalyse und narrativen Interviews und untersucht die Prozessstrukturen des Stegreiferzählens. Dabei stehen die kognitiven Figuren des autobiographischen Erzählens im Vordergrund.
- Die methodischen Grundlagen der Narrationsanalyse und narrativen Interviews
- Die Prozessstrukturen des Stegreiferzählens
- Die kognitiven Figuren des autobiographischen Erzählens
- Die Bedeutung des Gesprächs und der Stegreiferzählungen in der Biographieforschung
- Die Analyse von Biographien im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Biographieanalyse ein und erläutert den Ansatz der qualitativen Forschung. Sie skizziert die Ziele und den Aufbau der Hausarbeit.
- Begriffsklärungen: Dieser Abschnitt definiert zentrale Begriffe wie „Narrationsanalyse“, „Narratives Interview“, „Gespräch“ und „Stegreiferzählung“ und erläutert ihre Bedeutung im Kontext der Biographieanalyse.
- Die Narrationsanalyse und narrative Interviews: Dieser Teil beleuchtet die methodischen Grundlagen der Narrationsanalyse und narrativen Interviews. Dabei werden die Besonderheiten des Gesprächs, der Stegreiferzählungen und deren Bedeutung für die Erhebung von Biographien erörtert.
- Das Interesse an der Prozessstruktur des Lebenslaufs: Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Analyse von Prozessstrukturen im Lebenslauf. Er stellt verschiedene kognitive Figuren des autobiographischen Stegreiferzählens vor und untersucht ihre Rolle bei der Konstruktion von Identität.
- Erzähltheoretische Grundlagen: Dieser Abschnitt bietet eine grundlegende Einführung in die Erzähltheorie, die für die Analyse von narrativen Interviews relevant ist.
- Biographietheoretische Grundlagen: Dieser Teil beleuchtet die biographietheoretischen Grundlagen, die für die Interpretation und Analyse von Biographien relevant sind.
- Analyseschritte: Dieser Abschnitt stellt verschiedene Analyseschritte vor, die bei der Auswertung von narrativen Interviews angewendet werden können. Es werden formale Textanalyse, strukturelle Inhaltsbeschreibung, analytische Abstraktion und Wissensanalyse erläutert.
- Strukturelle Beschreibung Anhand eines Beispiels: Dieser Teil illustriert die Anwendung der Analyseschritte anhand eines Beispiels aus dem narrativen Interview „Zora“.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Hausarbeit sind: Narrationsanalyse, narratives Interview, Stegreiferzählung, Biographieanalyse, Prozessstrukturen, kognitive Figuren, Lebenslauf, Identität, qualitative Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Biographieanalyse?
Die Biographieanalyse ist eine Methode der qualitativen Forschung, die darauf abzielt, den subjektiven Sinn und die Prozessstrukturen eines Lebenslaufs durch die Auswertung von Erzählungen zu verstehen.
Was versteht man unter einem narrativen Interview?
Ein narratives Interview ist ein nicht-standardisiertes Verfahren, bei dem der Befragte angeregt wird, seine Lebensgeschichte als Stegreiferzählung frei darzustellen, ohne durch feste Fragen unterbrochen zu werden.
Wer entwickelte die Narrationsanalyse?
Fritz Schütze entwickelte dieses Auswertungsverfahren, um die kognitiven Figuren und prozessualen Abläufe in autobiographischen Erzählungen systematisch zu analysieren.
Was sind „Zugzwänge des Erzählens“?
Dies sind Mechanismen wie der Detaillierungszwang, der Gestaltschließungszwang und der Kondensierungszwang, die den Erzähler dazu bringen, Erlebtes plausibel und vollständig wiederzugeben.
Welche Schritte umfasst die Auswertung eines Interviews?
Die Analyse erfolgt meist in Schritten: formale Textanalyse, strukturelle inhaltliche Beschreibung, analytische Abstraktion und schließlich die Wissensanalyse.
- Quote paper
- Anne Steinigen (Author), 2013, Biographieanalyse. Analyse eines narrativen Interviews, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293633