Es handelt sich um einen Unterrichtsentwurf im Fach Geschichte mit dem Thema "Kissinger Diktat"...Dies ist die Grundlage Bismarcks Außenpolitik.
- Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Analysekompetenz, indem sie anhand von Gesetzestexten der Preußischen Reformen und der Gründung des Zollvereins die Modernisierungsmaßnahmen Preußens darstellen. TZ-1
- Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Sachkompetenz, indem sie zwei der Preußischen Reformen und die Einführung des Zollvereins als wichtige Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Wachstum herausarbeiten und ihre Bedeutung gegenüberstellen. TZ-2
- Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Methodenkompetenz, indem sie aus Statistiken die wichtigsten Aussagen zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu England herausarbeiten. TZ-3
- Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Urteilskompetenz, indem sie die Modernisierungsmaßnahmen Preußens für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands diskutieren. TZ-4
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtsreihe
2. Thema der Unterrichtsstunde
3. Thema der vorhergehenden Stunde
4. Thema der nächsten Stunde
5. Zentrales Stundenziel
6. Teillernziele
7. Bemerkungen zur Lerngruppe
8. Legitimation des Gegenstandes
9. Sachanalyse
10. Didaktische Reduktion
11. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen
12. Verlaufsplan
13. Arbeitsaufträge
14. Antizipiertes Tafelbild
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Darstellung der staatlichen Modernisierungspolitik Preußens im 19. Jahrhundert als notwendige Voraussetzung für den industriellen Fortschritt. Die Schülerinnen und Schüler analysieren hierzu historische Gesetzestexte und bewerten deren Auswirkungen im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung.
- Staatliche Modernisierungspolitik am Beispiel Preußens
- Die Preußischen Reformen (Oktoberedikt 1807 und Gewerbefreiheit 1811)
- Die Bedeutung des Deutschen Zollvereins für den Binnenmarkt
- Methoden der Quellenanalyse im Geschichtsunterricht (Placemat-Methode)
- Wirtschaftsliberale Ansätze und staatliche Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Im Vergleich zu England beeinflussten die absolutistischen deutschen Fürsten mit ihren merkantilistischen Konzepten die wirtschaftliche Entwicklung durch massive Eingriffe und Beschränkungen; staatsfreie Märkte für Kapital, Boden und Waren konnten sich daher nur schwer entwickeln.
Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden diese Hindernisse für eine dynamische Industriewirtschaft allmählich beseitigt. Dabei nahm der Staat eine herausragende Rolle ein. Durch die Liberalisierung der Agrar- und Gewerbeverfassung, den Abbau von Zollschranken oder die Vereinheitlichung des Rechts- und Finanzwesens schuf er entscheidende Voraussetzungen für die Überwindung vormoderner Wirtschaftsverhältnisse bzw. die Entfesselung einer modernen Wirtschaftsgesellschaft.
In den deutschen Staaten war zu Beginn des 19. Jahrhunderts vielen Staatsmännern bewusst, dass sie über kurz oder lang auf das englische Modell zurückgreifen mussten, um wettbewerbsfähig zu werden. Dies galt im Besonderen für Preußen. Hier war der Problemdruck am größten, die Notwendigkeit radikaler Problemlösungen am verständlichsten. Nicht nur das starke Bevölkerungswachstum weckte Befürchtungen eines drohenden sozialen Kollapses; auch der politisch-militärische Zusammenbruch im Gefolge napoleonischer Eroberungspolitik hatte gezeigt, dass grundlegende Reformen der Wirtschafts- und Sozialverfassung nicht verschoben werden durften.
Zusammenfassung der Kapitel
Bemerkungen zur Lerngruppe: Analyse der Zusammensetzung und Lernvoraussetzungen der 17 Schülerinnen und Schüler des LK Geschichte (Q1).
Legitimation des Gegenstandes: Einordnung der Thematik in die Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II in Nordrhein-Westfalen.
Sachanalyse: Historischer Überblick über die preußischen Wirtschaftsreformen im Vergleich zum englischen Vorbild und deren Bedeutung für die Industrialisierung.
Didaktische Reduktion: Begründung für die Auswahl der untersuchten Reformschritte und die Beschränkung der Komplexität für den Unterricht.
Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen: Erläuterung des Stundeneinstiegs, der Placemat-Methode und der Zielsetzungen der Diskussionsphasen.
Schlüsselwörter
Industrialisierung, Preußen, Preußische Reformen, Zollverein, Oktoberedikt, Gewerbefreiheit, Wirtschaftspolitik, Modernisierung, Staat, 19. Jahrhundert, Marktgesellschaft, Wirtschaftsliberalismus, Wirtschaftsgeschichte, Unterrichtskonzept, Placemat-Methode.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt ein schriftliches Unterrichtskonzept für den Geschichtsunterricht in der gymnasialen Oberstufe dar, das sich mit den staatlichen Modernisierungsmaßnahmen Preußens im 19. Jahrhundert befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Preußischen Reformen, die Gründung des Deutschen Zollvereins und deren Rolle als Rahmenbedingungen für den industriellen Aufbruch Deutschlands.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie Preußen durch gezielte staatliche Eingriffe und gesetzliche Modernisierungen günstigere Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum schuf.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Methodisch liegt der Fokus auf der Placemat-Methode in Gruppenarbeit, durch die historische Gesetzestexte analysiert und diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Sachanalyse, eine didaktische Begründung der Unterrichtsgestaltung sowie einen präzisen Verlaufsplan der Stunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Industrialisierung, Gewerbefreiheit, Zollverein, Preußische Reformen und staatliche Modernisierungspolitik.
Warum wird gerade Preußen als Fallbeispiel gewählt?
Preußen dient als Beispiel, da dort der Problemdruck nach der Niederlage gegen Napoleon und das Bevölkerungswachstum besonders hoch waren, was radikale Reformen wie das Oktoberedikt notwendig machte.
Welche Rolle spielen die Gesetzestexte im Unterricht?
Die Texte dienen als Primärquellen, anhand derer die Lernenden den Wandel von der ständischen Geburtsgesellschaft hin zur mobilen Marktgesellschaft nachvollziehen sollen.
- Citation du texte
- Andreas Bonß (Auteur), 2012, Die Außenpolitik Bismarck - Kissinger Diktat (Unterrichtsentwurf Grundkurs Oberstufe), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293657