Es handelt sich um einen Unterrichtsentwurf im Fach Geschichte mit dem Thema Industrialisierung mit dem Schwerpunkt des Nachzüglers Deutschland.
Die Schülerinnen und Schüler stellen Maßnahmen Preußens zur Schaffung günstiger Voraussetzungen für den industriellen Fortschritt in Deutschland als Beispiel für staatliche Modernisierungspolitik dar, indem sie mittels der Placemat-Methode Gesetzestexte analysieren und deren Auswirkungen diskutieren.
Inhaltsverzeichnis
Schriftliches Unterrichtskonzept doc 10,1
Thema der Unterrichtsreihe
Thema der Unterrichtsstunde
Thema der vorhergehenden Stunde
Thema der nächsten Stunde
Zentrales Stundenziel
Teillernziele
Bemerkungen zur Lerngruppe
Legitimation des Gegenstandes
Sachanalyse
Didaktische Reduktion
Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen
Verlaufsplan
Arbeitsaufträge
Antizipiertes Tafelbild
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Analyse der staatlichen Modernisierungspolitik Preußens im 19. Jahrhundert als Voraussetzung für den wirtschaftlichen Fortschritt in Deutschland. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie gezielte gesetzliche Rahmenbedingungen den Übergang von einer agrarisch geprägten Ständegesellschaft zur mobilen Marktgesellschaft ermöglichten.
- Staatliche Maßnahmen zur Förderung industrieller Rahmenbedingungen
- Transformation der Wirtschaftsverfassung (Bauernbefreiung und Gewerbefreiheit)
- Die Bedeutung des Deutschen Zollvereins für den Binnenmarkt
- Methodische Analyse von Gesetzestexten und Statistiken
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Im Vergleich zu England beeinflussten die absolutistischen deutschen Fürsten mit ihren merkantilistischen Konzepten die wirtschaftliche Entwicklung durch massive Eingriffe und Beschränkungen; staatsfreie Märkte für Kapital, Boden und Waren konnten sich daher nur schwer entwickeln.
Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden diese Hindernisse für eine dynamische Industriekonjunktur allmählich beseitigt. Dabei nahm der Staat eine herausragende Rolle ein. Durch die Liberalisierung der Agrar- und Gewerbeverfassung, den Abbau von Zollschranken oder die Vereinheitlichung des Rechts- und Finanzwesens schuf er entscheidende Voraussetzungen für die Überwindung vormoderner Wirtschaftsverhältnisse bzw. die Entfesselung einer modernen Wirtschaftsgesellschaft.
In den deutschen Staaten war zu Beginn des 19. Jahrhunderts vielen Staatsmännern bewusst, dass sie über kurz oder lang auf das englische Modell zurückgreifen mussten, um wettbewerbsfähig zu werden. Dies galt im Besonderen für Preußen. Hier war der Problemdruck am größten, die Notwendigkeit radikaler Problemlösungen am verständlichsten. Nicht nur das starke Bevölkerungswachstum weckte Befürchtungen eines drohenden sozialen Kollapses; auch der politisch-militärische Zusammenbruch im Gefolge napoleonischer Eroberungspolitik hatte gezeigt, dass grundlegende Reformen der Wirtschafts- und Sozialverfassung nicht verschoben werden durften.
Zusammenfassung der Kapitel
Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftliche Rückständigkeit der deutschen Staaten im Vergleich zu England und analysiert die Rolle des preußischen Staates bei der Beseitigung merkantilistischer Hindernisse.
Didaktische Reduktion: Hier wird begründet, warum der Fokus der Unterrichtsstunde auf spezifischen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Reformen in Preußen liegt und andere Aspekte bewusst ausgeklammert wurden.
Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen: Dieser Abschnitt beschreibt den Einsatz der Placemat-Methode zur Erschließung von Gesetzestexten und die methodische Einbettung der Stunde durch statistische Vergleiche.
Schlüsselwörter
Preußische Reformen, Industrialisierung, Zollverein, Gewerbefreiheit, Bauernbefreiung, Modernisierungspolitik, Marktgesellschaft, Wirtschaftsliberalismus, Wirtschaftsstaat, Deutschland, England, Gesetzestexte, 19. Jahrhundert, Staat, Strukturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt ein Unterrichtskonzept für den Geschichtsunterricht in der Oberstufe (Q1) dar, das die Rolle Preußens bei der wirtschaftlichen Modernisierung Deutschlands im 19. Jahrhundert thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Preußischen Reformen, die Entstehung des Zollvereins sowie der Übergang von einer Feudalgesellschaft zur modernen Industriegesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen erkennen, wie staatliche Eingriffe und gesetzliche Rahmenbedingungen – beispielhaft durch Preußen – günstige Voraussetzungen für den industriellen Fortschritt geschaffen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Im Unterricht wird die Placemat-Methode eingesetzt, um Gesetzestexte zu analysieren, ergänzt durch die Auswertung historischer Statistiken zum Vergleich zwischen Deutschland und England.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, eine didaktische Reduktion des Lernstoffes und eine methodische Begründung der Unterrichtsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Preußische Reformen, Zollverein, Industrialisierung, Marktgesellschaft und staatliche Modernisierungspolitik.
Warum spielt die Placemat-Methode in diesem Konzept eine tragende Rolle?
Sie ermöglicht eine individuelle Erarbeitung von Textstellen durch die Schüler, gefolgt von einem stillen Austausch und einer gemeinsamen Konsensfindung in der Gruppe.
Welche Rolle spielen die Statistiken zu Beginn der Stunde?
Sie dienen als stummer Impuls, um die Lernenden dazu anzuregen, Deutschland als wirtschaftlichen "Nachzügler" im Vergleich zu England zu identifizieren und das Thema der Stunde einzuleiten.
- Citar trabajo
- Andreas Bonß (Autor), 2012, Die Voraussetzungen für die Industrialisierung Deutschlands (Unterrichtsentwurf Geschichte Gymn. Oberstufe), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293658