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Das Reserve-Polizeibataillon 101 im Blickpunkt von Christopher R. Browning und Daniel J. Goldhagen

Wie wurden ganz normale Männer zu Mördern?

Título: Das Reserve-Polizeibataillon 101 im Blickpunkt von Christopher R. Browning und Daniel J. Goldhagen

Trabajo Escrito , 2013 , 14 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Tina Walz (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
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Die Frage nach der Schuld am Holocaust und der Ermordung von fast 6 Millionen Juden ist nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine oft gestellte Frage, welcher sich viele Historiker der Neuzeit stellen. Während zu Beginn der Forschung, abgesehen von den großen, bekannten Befehlsgebern, die allgemeine Bevölkerung unbeleuchtet bleibt, rückten in den 90er Jahren die einfachen Täter des Holocausts in den Vordergrund. Der amerikanischen Historiker Christopher R. Browning nahm mit seinem 1992 erschienenen Buch „Ganz normale Männer - Das Reservebataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen“, den Anlass, die erste wissenschaftlichen Studie über ein Polizeibataillon zu verfassen. Dabei stellt er in den Vordergrund, wie es möglich sein konnte, dass „ganz normale Männer“ zu Massenmörder wurden.
Daniel Jonah Goldhagen antwortete seinerseits vier Jahre später mit dem Buch „Hitlers willige Vollstrecker - Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust“ und äußert sich darin unter anderem zu dem selben Thema. Dabei gelangt er zu einem anderen Ergebnis als Christopher R. Browning, obwohl sich beide Historiker auf die gleichen Quellen, berufen, nämlich den Aussagen und Gerichtsakten der ehemaligen Angehörigen des Reserve-Polizeibataillons 101. Diese wurden im Zuge der strafrechtlichen Verfolgung von NS-Verbrechen von der Hamburger Staatsanwaltschaft innerhalb von 10 Jahren (1962-1972) eingeholt. Derartige Quellen müssen mit einem kritischen Auge betrachtet werden, da die Angeklagten in Gefahr laufen, durch eine belastende Aussage nicht nur andere Kameraden, sondern auch sich selbst zu belasten.
Diese Arbeit wirft zunächst einen kurzen Blick auf die durch Goldhagens Buch ausgelöste Debatte und beschäftigt sich anschließend mit dem Reserve-Polizeibataillon 101, um im Anschluss Brownings Thesen zur Motivation der Täter des Bataillons, sowie Goldhagens Kritik an dessen Thesen herausarbeiten zu können. Ziel der Arbeit soll es sein, wesentliche Unterschiede beider Historiker aufzuzeigen. Abrunden wird die Arbeit ein Fazit, sowie meine persönliche Meinung.
Die Quellenlage zu diesem Thema ist durchaus vielfältig und unübersichtlich, da viele Wissenschaftler sich zur Goldhagen-Debatte geäußert haben. Die weiten Kreise, welche diese Debatte nach sich zog werden in meiner Arbeit ebenso eine untergeordnete Rolle spielen, wie auch die zahlreiche Kritik an Goldhagens Thesen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Der Holocaust und die Schuld der Täter

1. Die Goldhagen-Debatte

2. Das Reserve-Polizeibataillon 101

2.1 Die Zusammensetzung des Bataillons

2.2 Bedeutende Aktionen

3. „Ganz normale Männer“?

3.1 Brownings Thesen für das Handeln der Männer

3.2 Goldhagens Kritik an Brownings Thesen

4. Wesentliche Unterschiede zwischen Goldhagen und Browning

5. Fazit und eigene Meinung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Motive der Angehörigen des Reserve-Polizeibataillons 101, die während des Holocausts an Massenmorden beteiligt waren. Dabei wird der wissenschaftliche Diskurs zwischen Christopher R. Browning und Daniel J. Goldhagen analysiert, um die konträren Erklärungsansätze für die Täterschaft „ganz normaler Männer“ gegenüberzustellen.

  • Analyse der Täterstruktur des Reserve-Polizeibataillons 101
  • Gegenüberstellung der Thesen von Browning (Gruppendynamik/Sozialisation) und Goldhagen (Eliminatorischer Antisemitismus)
  • Untersuchung des Einflusses von Ideologie und Gruppenzwang auf das individuelle Handeln
  • Kritische Reflexion der Quellenlage durch historische Distanz und Täterinteressen

Auszug aus dem Buch

3.1 Brownings Thesen für das Handeln der Männer

Christopher R. Browning äußert in seinem Buch die These, dass die Männer zwar mit anderen Moral- und Wertvorstellungen aufgewachsen sind, aber im Laufe der Zeit von der nationalsozialistischer und dadurch auch antisemitischer Propaganda überschwemmt und indoktriniert wurden. Dabei wurde die allgemeine Vorstellung der der rassischen Überlegenheit der Deutschen verstärkt und gleichfalls aber auch die Abneigung gegenüber den Juden. Dabei spielt auch der Polarisierungseffekt des Krieges für Browning eine wesentliche Rolle. Der Feind, in diesem Fall die Juden, wurden aus der Gruppe der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen. Dies unterstützend, wurden die Reden vor Beginn einer Aktion so gestaltet, dass die Männer das Bild des zerstörten Deutschlands vor Augen hatten und die Aktionen dann als Rache für die zerstörten Städte und ihre zerstörte Heimat sahen.

Als weitere These stellt Browning gruppendynamische Prozesse als einen zusätzlichen Grund für das Handeln der Täter voran. Die Reserve-Polizisten befanden sich im Ausland dauerhaft im Kreise der anderen Polizisten. Das Risiko durch Verweigerung der Befehle von den anderen ausgeschlossen zu werden, oder als „Feigling“ dargestellt zu werden, war angesichts der Stationierung im Ausland, inmitten von Feinden, laut Browning, für die Meisten zu riskant. Es hielten nur sehr wenige Polizisten stand, von ihren Kameraden als „Feiglinge“ dargestellt zu werden, da sie diesen keine anderen soziale Kontakte knüpfen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

Der Holocaust und die Schuld der Täter: Einführung in die Thematik der Täterforschung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ansätze von Browning und Goldhagen.

1. Die Goldhagen-Debatte: Beleuchtung der öffentlichen und historischen Auseinandersetzung um Goldhagens Publikation und die darauf folgende Provokation innerhalb der deutschen Historikerschaft.

2. Das Reserve-Polizeibataillon 101: Historischer Überblick über Entstehung, Zusammensetzung und militärische Struktur der Einheit sowie deren Einsatzgebiete.

2.1 Die Zusammensetzung des Bataillons: Soziologische Analyse der Angehörigen hinsichtlich Alter, sozialer Herkunft und politischer Einstellung.

2.2 Bedeutende Aktionen: Darstellung der konkreten Massenexekutionen, Judenjagden und Deportationen, an denen das Bataillon beteiligt war.

3. „Ganz normale Männer“?: Übergeordnete Fragestellung nach den psychologischen und ideologischen Ursachen für das Handeln der Polizeieinheit.

3.1 Brownings Thesen für das Handeln der Männer: Analyse von Brownings Argumenten bezüglich Indoktrination, Gruppendynamik und Karrierechancen.

3.2 Goldhagens Kritik an Brownings Thesen: Untersuchung von Goldhagens Vorwurf, Browning würde Täteraussagen unkritisch interpretieren und die Taten beschönigen.

4. Wesentliche Unterschiede zwischen Goldhagen und Browning: Synoptischer Vergleich der zentralen Erklärungsmodelle der beiden Historiker.

5. Fazit und eigene Meinung: Zusammenfassende Bewertung der Debatte und persönliche Einschätzung zur Motivation der Täter.

Schlüsselwörter

Holocaust, Reserve-Polizeibataillon 101, Christopher R. Browning, Daniel J. Goldhagen, Täterforschung, Antisemitismus, Gruppendynamik, Nationalsozialismus, Massenmord, Täter-Opfer-Verhältnis, Ordnungspolizei, Geschichtswissenschaft, NS-Verbrechen, Eliminatorischer Antisemitismus, Judenjagden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie gewöhnliche Männer des Reserve-Polizeibataillons 101 während des Zweiten Weltkriegs zu Mördern im Rahmen des Holocausts werden konnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Tätersoziologie, der Vergleich zwischen historisch-psychologischen Erklärungsansätzen und der Einfluss von ideologischen Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Thesen von Browning und Goldhagen zur Motivation der Polizisten herauszuarbeiten und wesentliche Unterschiede in deren Interpretationen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die bestehende Forschungsergebnisse und Kontroversen miteinander vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Bataillons, die Analyse der unterschiedlichen Motive nach Browning und Goldhagen sowie einen direkten Vergleich der Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Holocaust, Reserve-Polizeibataillon 101, Täterforschung, Gruppendynamik und eliminatorischer Antisemitismus.

Warum spielt die Hamburger Staatsanwaltschaft eine Rolle bei der Quellenkritik?

Die Arbeit betont, dass die verwendeten Gerichtsprotokolle aus den Verfahren zwischen 1962 und 1972 stammen, weshalb die Aussagen der Täter als geschönt oder vorsichtig zu betrachten sind.

Wie unterscheidet sich Brownings Sicht von Goldhagens Sicht?

Browning fokussiert auf Gruppenzwang und Situationen, während Goldhagen einen tief verwurzelten, spezifisch deutschen eliminatorischen Antisemitismus als Hauptursache ansieht.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Täter?

Die Autorin/der Autor schließt, dass wahrscheinlich eine Mischung aus ideologischem Hass und Gruppenzwang das Handeln maßgeblich beeinflusste, eine exakte Gewichtung jedoch unmöglich bleibt.

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Detalles

Título
Das Reserve-Polizeibataillon 101 im Blickpunkt von Christopher R. Browning und Daniel J. Goldhagen
Subtítulo
Wie wurden ganz normale Männer zu Mördern?
Universidad
University of Constance
Calificación
2,0
Autor
Tina Walz (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
14
No. de catálogo
V293685
ISBN (Ebook)
9783656912507
ISBN (Libro)
9783656912514
Idioma
Alemán
Etiqueta
Polizeibataillon Browning Goldhagen Judenverfolgung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tina Walz (Autor), 2013, Das Reserve-Polizeibataillon 101 im Blickpunkt von Christopher R. Browning und Daniel J. Goldhagen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293685
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