Einführung ins Social Media Marketing. Begriffsdefinition und die wichtigsten Marketing-Kanäle


Akademische Arbeit, 2011

51 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Was ist Social Media Marketing?

3 Was unterscheidet SMM vom traditionellen Online-Marketing?

4 Die wichtigsten Social Media Marketing-Kanäle
4.1 Weblogs
4.2 Microblogs
4.3 Wikis
4.4 Social Bookmarking und Social News
4.5 Foto- und Videoplattformen
4.6 Podcasts
4.7 Verbraucher- bzw. Bewertungsportale und Foren
4.8 Soziale Netzwerke – Social Communities
4.9 Business-Netzwerke
4.10 Crowdsourcing
4.11 Social Commerce

5 Nutzen und Herausforderungen der sozialen Medien für das SMM

6 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Werbestatistik 2008 bis 2010 mit Prognose für 2011

Abb. 2: Das Social Media Prisma in der deutschen Version

Abb. 3: Blogs liegen laut der ACTA-Studie im Trend

Abb. 4: Das Daimler-Blog: Einblicke in einen Konzern

Abb. 5: Telekom hilft: Kundenservice der Telekom auf Twitter

Abb. 6: YouTube Brand Channel der Daimler AG

Abb. 7: PANDORA’s Bracelet Designer App in Facebook

Abb. 8: Levi’s FRIENDS STORE verknüpft mit Facebook

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Chancen, Herausforderungen und Risiken von Corporate Blogs

Tab. 2: Chancen und Risiken von Social Media

1 Einleitung

Das Web 2.0 mit seinen Entwicklungstendenzen und dem Social Web, bestehend aus neuen Interaktionsformen und sozialen Strukturen, sind die Grundlage für das neue Konzept des Social Media Marketing. Es löst zunehmend traditionelle Online-Marketing Methoden ab.[1]

Das Internet hat sich vom reinen Informationsmedium hin zu einem auf Sozialkontakte ausgerichteten Medium gewandelt und es erhält zunehmend Einfluss auf das unternehmerische Geschehen. Wie selbstverständlich beobachten wir Gewohnheiten und Verhaltensweisen Gleichgesinnter und vernetzen uns mit ihnen über Websites wie Twitter und Facebook um Kaufentscheidungen zu treffen. Der potenzielle Kunde von heute vergleicht online die Preise und Bewertungen der Produkte, weshalb Kundenbewertungen im B2C-Bereich immer wichtiger werden. Für Unternehmen führt also kein Weg mehr an einer Präsenz im Internet im Allgemeinen und in den sozialen Medien im Speziellen vorbei.

Die drei wesentlichen Potenziale des Social Media Marketings sind die Möglichkeiten der Datenerhebung und Marktforschung, die Schnelligkeit der Informationsweitergabe, eine enorme Reichweite und Kostenreduktion.[2]

Eine Reihe imposanter Zahlen und Fakten unterstreichen die Relevanz von Social Media und damit des Social Media Marketings für Unternehmen:

- Laut dem Marktforschungsinstitut Harris Interactive lassen sich drei Viertel der Deutschen von Internetbewertungen beim Kauf von Elektronikprodukten beeinflussen, fast genauso viele wenn es um das Buchen von Reisen geht. Beinahe jeder Internetnutzer hat sich schon online über ein Produkt informiert.[3]
- Das größte soziale Netzwerk der Welt – Facebook - hat inzwischen über 750 Millionen Nutzer, rund 20 Millionen davon allein in Deutschland.
- „96 Prozent der nach 1980 geborenen Bevölkerung sind in sozialen Netzwerken aktiv
- Laut einer TNS Infratest-Studie verbringen die Onliner mittlerweile mehr Zeit mit sozialen Netzwerken als mit E-Mails, nämlich wöchentlich 4,6 Stunden gegenüber 4,4 Stunden. Insgesamt stieg die Dauer der täglichen Internetnutzung auf über 2 Stunden. Die Reichweite des Internets ist mittlerweile vergleichbar mit der des Fernsehens.
- Jedes zweite deutsche Unternehmen nutzt Social Media für seine Kommunikation und vier von fünf deutschen Führungskräften nutzen soziale Medien nicht nur privat, sondern auch beruflich.“[4]
- „Unter den 20 am meisten besuchten Seiten in Deutschland befinden sich bereits sieben Social-Media-Plattformen (Facebook, YouTube, Wikipedia, Twitter, XING, blogger.com, StudiVZ).“[5]
- „45 % der europäischen Unternehmen stocken in 2010 das Budget für soziale Medien auf. In Deutschland sind es gar 80 %.“[6]

2 Was ist Social Media Marketing?

Um zu verstehen was Social Media Marketing überhaupt ist, lohnt es sich den Ausdruck in seine Wortbestandteile zu gliedern. Marketing ist laut Kotler „ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erstellen, anbieten und miteinander austauschen.“[7] Eine andere Sichtweise, nämlich die von Meffert, beschreibt „Marketing als Maxime, die eine unternehmerische Grundhaltung und Leitmaxime verkörpert, die durch konsequente Ausrichtung aller unmittelbar und mittelbar den Markt berührenden Entscheidungen an dessen Erfordernissen bzw. den Bedürfnissen der Abnehmer gekennzeichnet ist.“[8] Marketing wird heutzutage als Oberbegriff verwendet, der dann durch die zum Einsatz kommenden Instrumente näher spezifiziert wird. Kommen beim Marketing beispielsweise Onlinemedien zum Einsatz, spricht man vom Online-Marketing.

Social Media hingegen bezeichnet „persönlich erstellte, auf Interaktionen abzielende Beiträge, die in Form von Text, Bildern, Video oder Audio über Onlinemedien für einen ausgewählten Adressatenkreis einer virtuellen Gemeinschaft oder für die Allgemeinheit veröffentlicht werden, sowie zugrunde liegende und unterstützende Dienste und Werkzeuge des Web 2.0.“[9] Social Media bietet also den Nutzern die Möglichkeit über zahlreiche Onlinekanäle Beiträge öffentlichkeitswirksam zu verfassen.

Social Media Marketing ist, genauso wie das vorhin genannte Online-Marketing, instrumental geprägt, also durch die eingesetzten Mittel. In diesem Fall bedeutet das, „Marketing durch den zielorientierten Einsatz von Social Media bzw. den neuen Möglichkeiten im Web, nutzergenerierte Beiträge zu veröffentlichen und sich darüber auszutauschen. Social Media Marketing ist somit eine Form des Marketings, das darauf abzielt, eigene Vermarktungsziele durch die Nutzung von und die Beteiligung an sozialen Kommunikations- und Austauschprozessen mittels einschlägiger (Web 2.0-) Applikationen und Technologien zu erreichen.“[10]

Social Media Marketing hat den großen Vorteil einer vereinfachten Kommunikation, besonders in sozialen Netzwerken. Das ermöglicht den Unternehmen auf den Business-to-Consumer-Märkten (B2C) die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden gezielt auf Produkte und das Unternehmen selbst zu lenken. Auf den Business-to-business-Märkten (B2B) ergeben sich sowohl für kleine, als auch für große Unternehmen neue Möglichkeiten der Kommunikation und Kollaboration, um beispielsweise gemeinsame Produktentwicklungen voran zu treiben. Durch die Verbindung von B2C und B2B-Märkten ergibt sich ein neuer Markt, der als Business to Prosumer-Markt (B2P) bezeichnet wird. Dieser entsteht dadurch, dass Markenkäufer, Kunden und Interessenten die Möglichkeit haben, sich aktiv durch Verbesserungsvorschläge, eigen Ideen für Produkte, Meinungen und Bewertungen einzubringen und so zu Prosumenten, „professionellen Konsumenten“ werden.[11]

Die Einsatzfelder für Social Media Marketing könnten vielfältiger kaum sein.Im Bereich der Marktforschung kann Social Media Marketing dazu eingesetzt werden, Stimmungen über Marken und Produkte über die nutzergenerierten Inhalte einzufangen und damit unternehmerische und markenbezogene Positionsbestimmung zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zum Marketingplanungsprozess liefern. Sowohl im Bereich der Produktpolitik, durch gezielte Beteiligung der Kunden am Innovationsprozess, als auch in der Kommunikationspolitik, wo kommunikationsfreudige Mitglieder der eigenen Community als Markenbotschafter fungieren können. Ein Schwerpunkt von Social Media Marketing liegt also in der Kommunikationspolitik. Hier geht es hauptsächlich darum, mit den relevanten Zielgruppen mit Hilfe von Social Media zu kommunizieren, um dadurch das gewünschte Kommunikationsziel, sei es die Bekämpfung negativer Einstellungen, emotionale Impulse und Begeisterung auszulösen und Weiterempfehlungen anzustoßen.[12] Zusammenfassend lassen sich drei Einsatzschwerpunkte ableiten:

1. „Grundhaltung bzw. Maxime des Social Media Marketings: Im Zentrum sollte eine nutzenstiftende Kommunikation und ein ernst gemeinter Austausch mit Kunden und öffentlichen Anspruchsgruppen auf der Basis einer konsequenten Orientierung an den Bedürfnissen zur Erreichung von Marketingzielen stehen.
2. Social Media Marketing als Mittel zur Beeinflussung von Zielgruppen über soziale Medien zur Erzielung von gewünschten Handlungen, wie zum Beispiel Kaufabschlüsse, Weiterempfehlungen und eigenverantwortliches Engagement für Unternehmensbelange.
3. Social Media Marketing als methodischer Ansatz, der neue Formen der Interaktion und Kommunikation im Web für die Marktforschung und für die daran anknüpfende Entscheidungsfindung, Realisierung und Kontrolle nutzt.“[13]

3 Was unterscheidet SMM vom traditionellen Online-Marketing?

Vorneweg ist anzumerken, dass das Social Media Marketing keineswegs das traditionelle Online-Marketing ersetzt, vielmehr stellt es eine Ergänzung zum Marketing-Mix dar und sollte daher einiges an, aber nicht die alleinige Beachtung finden.

Beim traditionellen Online-Marketing zielte der Großteil der Instrumente darauf ab, die Menschen zu unterbrechen, um deren Aufmerksamkeit auf eine Botschaft zu lenken. Es handelte sich um ein Ein-Weg-Unterbrechungs-Marketing, vom Unternehmen hin zum Konsument.[14]

Ein Beispiel hierfür ist das Display Advertising, auch Bannerwerbung genannt, das immer noch meistgenutzte Online-Marketing Instrument. Zum Display Advertising gehören zwei Bereiche. Zum einen der Bereich der Display-Ads, bestehend aus Werbeflächen wie zum Beispiel Wallpapers, Video-Ads und Bannern, also Werbeflächen auf Websites. Zum anderen die inhaltliche Integration der Werbetreibenden, durch Sponsoring, multimediale Inhalte oder Microsites, eine kleine eigenständige Internetpräsenz.[15]

Einen ebenso hohen Stellenwert, neben dem eben geschilderten klassischen Online-Marketing, besitzt das Suchmaschinenmarketing. Das Suchmaschinenmarketing gliedert sich wiederum in die Teilbereiche Suchwort-Vermarktung und Suchmaschinenoptimierung. Man versteht darunter sämtliche Maßnahmen, die dazu führen sollen, dass man in Suchdiensten wie Google und Yahoo eine höhere Sichtbarkeit erreicht. Diese Sichtbarkeit bestimmt nämlich signifikant, welche Inhalte des Internets von den Nutzern überhaupt wahrgenommen werden.[16] Webseiten die auf den hinteren Plätzen landen werden erfahrungsgemäß nicht von den Internetnutzern wahrgenommen, sind praktisch unsichtbar. Suchmaschinenmarketing gilt als äußerst effektive Form des Online-Marketings. Dies beruht auf der Tatsache, dass die Suche im Web nach E-Mail die am häufigsten genutzte Anwendung ist, und daher eine Vielzahl von Webnutzern erreichbar ist. Ein Vorteil gegenüber der Bannerwerbung ist, dass diese Form des Marketings sehr zielgerichtet und proaktiv ist, da die Internetnutzer sich über ihre Suchanfragen selbst als potentielle Kunden qualifizieren.[17]

Beim ersten Teilbereich des Suchmaschinenmarketings, der Suchwortvermarktung geht es darum, dass Werbetreibende die Möglichkeit haben, bestimmte Suchbegriffe mit ihrem Webangebot auf den Ergebnisseiten von Suchdiensten zu verknüpfen. Die Bezahlung der Anzeigen ist erfolgsbasiert, der Werbetreibende bezahlt also nur die getätigten Klicks auf ihre Werbeanzeige. Die Preisgestaltung hierbei findet nach dem Auktionsprinzip statt, die werbenden Unternehmen legen Höchstgebote fest, die sie bereit sind für einen Klick zu bezahlen. Vorteile dieses Instruments sind die hohe Zielgerichtetheit, da das Zielpublikum auf Grund der exakten Bestimmung der zu bewerbenden Anfragen und der freien Gestaltung des Werbetextes, genau spezifiziert werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die Vermeidung von Streuverlusten, da die Nutzer durch eigene Informationsbedürfnisse auf die Ergebnisse stoßen und die Möglichkeit das gewünschte Publikum innerhalb kürzester Zeit zu erreichen. Als Nachteile können die Kostenintensivität und Klickbetrug, fingierte Klicks die nicht von interessierten Nutzern stammen, genannt werden. Prominentester Anbieter eines Dienstes zur Suchwortvermarktung ist der Marktführer Google mit seinem Dienst Google-Adwords, wo die Ergebnisse in der rechten Bildschirmhälfte, sowie oberhalb der sogenannten „organischen“ Suchergebnissen zu finden sind.[18]

Der zweite Teil des Suchmaschinenmarketings umfasst die Suchmaschinen-optimierung. Hauptziel der Suchmaschinenoptimierung ist es, eine bessere Positionierung bei den „organischen“, also den neutralen bzw. natürlichen, Suchergebnissen auf den Suchmaschinen zu erreichen. Um dies zu erreichen bedarf es zum einen dem Verständnis vom Informationsbedürfnis und Suchverhalten der Nutzer, zum anderen der Analyse der von den Suchmaschinenanbietern verwendeten Technik. Die genaue Vorgehensweise der Suchmaschinen bei der Anordnung der Ergebnisse ist nicht bekannt, man geht jedoch von einer Reihe wesentlicher Signale aus. Dazu zählen unter anderem Link-Popularität, was bedeutet wie oft meine Seite auf anderen Websites verlinkt wird, Design und Seitenstruktur und Wahl der Keywords, die, neben über200 anderen Faktoren und einem geheimen Algorithmus der Suchmaschinenanbieter, für die jeweiligen Platzierungen verantwortlich sind. Im Gegensatz zur Suchwortvermarktung ist die Suchmaschinenoptimierung also nicht kostenintensiv, jedoch dafür nur indirekt steuerbar und die gewünschten Ergebnisse können erst nach einiger Zeit erreicht werden. Vorteil dieses Instruments ist jedoch, dass die „organischen“ Suchergebnisse von den Internetnutzern als neutral und unbeeinflusst betrachtet werden und diese daher den anzeigenbasierten Ergebnissen bevorzugen.[19]

Weiteres wichtiges Instrument innerhalb des Online-Marketings ist das Affiliate Marketing, auch Partner- oder Empfehlungsmarketing genannt. Basierend auf dem Grundgedanken einer Partnerschaft mit erfolgsabhängiger Vergütung, existiert ein Dreiecksverhältnis zwischen dem Internetnutzer bzw. potentiellem Kunden, dem sogenannten Merchant, also dem Dienstleistungsanbieter und dem Affiliate, dem Werbeträger bzw. dem Absatzmittler. Der Merchant schließt hierbei eine Werbevereinbarung mit dem Affiliate ab, um den Internetnutzer als Kunden für sein Waren- bzw. Dienstleistungsangebot zu gewinnen. Der Affiliate schleust nun mit Hilfe von Werbemitteln wie Bannern, Produktabbildungen oder ganzen Websites, die er wiederum auf seiner eigenen Website einbindet, die potentiellen Kunden auf die Internetseite, zum Beispiel den Online-Shop, des Merchants. Es wird eine Win-win-Situation geschaffen, da der Affiliate sowohl sein eigenes Angebot erweitert, als auch für jede Weiterempfehlung eine Provision erhält. Der Merchant hingegen erfährt eine erhöhte Bekanntheit und Reichweite.[20]

Folgende Abbildung verdeutlicht die zunehmende Bedeutung des Online-Marketings im Allgemeinen, sowie die Gewichtung der einzelnen zur Verfügung stehenden Instrumente anhand der jeweils getätigten Ausgaben.

Abb. 1: Werbestatistik 2008 bis 2010 mit Prognose für 2011

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

o.V.: OVK Online-Report 2011: Zahlen und Trends im Überblick, http://www.ovk.de/fileadmin/downloads/fachgruppen/Online-Vermarkterkreis/OVK_Online-Report/OVK%20Online-Report%20201001_Webversion.pdf, S. 3, 09.09.2011.

Die bis hierhin dargestellten Instrumente des Online-Marketings finden seit vielen Jahren Anwendung, bilden sozusagen das Grundgerüst, und sind nun beim neuen Konzept des Social Media Marketings keinesfalls obsolet, jedoch unterscheidet sich die neue Herangehensweise vehement vom traditionellen Online-Marketing. Social Media Marketing ist die Antwort auf das nachlassende Vertrauen der Verbraucher in die herkömmlichen Medien und sollte als Erweiterung der Online-Marketingaktivitäten in die Organisation integriert werden.

Das Social Media Marketing basiert, anders als die traditionellen Instrumente, auf einem Dialog zwischen dem Unternehmen auf der einen und den Kunden auf der anderen Seite. Die Bedürfnisse beider Seiten sollen durch eine offene und vertrauenswürdige Interaktion befriedigt werden.[21] Social Media Marketing erleichtert das Auffinden neuer Inhalte auf natürliche Weise. Natürlich bedeutet, dass den Internetnutzern die Werbungnicht mehr aufgezwungen wird, sondern dass die Inhalte über Social Media den Internetsurfern eröffnet werden. Ist dieser Inhalt dann auch noch originell, innovativ oder angesagt, wird er auf den Social Media Plattformen an Gleichgesinnte weiterempfohlen und erreicht so schnell neue Betrachter, ohne dabei den anderen Marketingstrategien in die Quere zu kommen. Längst generieren nicht mehr nur Suchmaschinen die nötigen Zugriffe auf die Websites, sondern immer öfter auch Social Media Sites und geben damit die Möglichkeit, höhere Zugriffszahlen zu erreichen. Investiert man darüber hinaus noch Mühe und Zeit in die eigene Community bzw. Gefolgschaft, reagiert auf Anliegen und gibt Feedback schafft man es, eine Beziehung zum Unternehmen, zur Marke etc. aufzubauen. Dies stößt wiederum im besten Fall einen Prozess der Mundpropaganda an, sodass die eigene Botschaft, sowie Produkte oder Dienstleistungen verbreitet, bzw. weiterempfohlen werden.[22]

Das Social Media Marketing lebt nicht nur von den technischen Neuerungen des Web 2.0, sondern gerade von der Ausbildung und Ausformung neuer sozialer Strukturen, man spricht hierbei auch vom Social Web. Diese ermöglichen neue Formen der Zusammenarbeit, des Informationsaustauschs, der Selbstdarstellung und der interpersonalen Kommunikation. Durch die Nutzung von Social Media entstehen neue Möglichkeiten der direkten Kommunikation mit Kunden und Märkten, die aber auch einen Kontrollverlust mit sich bringen, weil eine Einwegkommunikation der Werbetreibenden nicht mehr möglich ist. Weitere Neuerung ist die unbeschränkte digitale Mundpropaganda, die weltweit ablaufen kann und eine höhere Glaubwürdigkeit als professionelle Werbebotschaften hat. Demnach sind Inhalte, die von den Nutzern selbst generiert werden ein wesentlicher Erfolgsbestandteil des Social Media Marketing.[23]

Welche Instrumente nutzt das Social Media Marketing nun konkret um seine Ziele zu erreichen, welche Eigenarten besitzen und welche Vorteile bieten sie?

4 Die wichtigsten Social Media Marketing-Kanäle

Social Media ist ein schnelllebiger Bereich, der ständig wächst. Die Integration und Konvergenz der Social-Media-Plattformen schreitet voran. Zum einen lässt sich die Tendenz beobachten, dass die einzelnen Anbieter versuchen immer mehr soziale Interaktionen unter einem Dach zu vereinen. Kurze Statusmeldungen, die sogenannten Tweets, gibt es schon lange nicht mehr nur in Twitter, sondern in allen sozialen Netzwerken, Facebook ermöglicht das Hochladen von Fotos und Videos, kurzum die Grenzen verwischen sich. Zum anderen findet ein Verdrängungswettbewerb statt. Google versucht beispielsweise mit seinem neuen Dienst Google+ Facebook im Bereich der sozialen Netzwerke Konkurrenz zu machen, und Facebook seinerseits hat dem älteren Anbieter MySpace den Rang abgelaufen.

Herauszustellen, was nun die wichtigsten Social Media Marketing-Kanäle sind, kann also nie mehr als eine Momentaufnahme sein, da sehr viel in Bewegung ist, sich beispielsweise die Nutzerzahlen schnell verändern. Außerdem gibt es starke Unterschiede der Social Media Nutzung innerhalb verschiedener Länder, sowie verschiedener Regionen. Je nach Literatur werden unterschiedliche Kanäle vorgeschlagen, die sich auch kaum in eine Rangfolge bringen lassen, sich jedoch in ihren individuellen Zielen und im Targeting unterscheiden. Grundlegend lässt sich sagen, dass man heutzutage auf verschiedenen Kanälen unterwegs sein sollte, um das Potenzial des Social Media Marketings voll ausschöpfen zu können.[24]

Die folgende Grafik, das „Social-Media-Prisma“, ist speziell auf den deutschen Markt ausgerichtet und bietet einen Überblick über die vielfältigen Anwendungsbereiche der sozialen Medien in Deutschland. Sie zeigt wie facettenreich die Social Media Landschaft ist und ist dennoch nicht vollständig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2: Das Social Media Prisma in der deutschen VersionAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

o.V.: Ethority: Conversations in Social Media German Edition V2.0, http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma/, 14.09.2011.

In den folgenden Kapiteln wird nun auf ausgewählte Social Media Bereiche eingegangen. Beachtung erfahren dabei nur die zentralen Medien des Social Web, die heute schon eine breite Akzeptanz genießen und als Instrumente zur Erreichung unternehmerischer Zielstellungen genutzt werden. Diese werden dann anhand von Praxisbeispielen näher erläutert und auf ihre Vorteile, primär aus Sicht der Unternehmen, untersucht.

4.1 Weblogs

Der Begriff Weblog, meistens in seiner Kurzform Blog verwendet, setzt sich aus den beiden Wörtern „Web“ und „Log“, das wiederum für Logbuch bzw. Tagebuch steht, zusammen. Das Führen eines Blogs durch einen „Blogger“ bezeichnet man als „bloggen“, die Gesamtheit aller Blogs und die daran beteiligte Autoren- und Leser-Community wird als „Blogosphäre“ bezeichnet. Wie viele Blogs es gibt ist nicht genau bekannt, das Blogverzeichnis Technorati führt jedoch zurzeit (15.09.11) 1,27 Millionen Blogs[25] weltweit auf. Sie erreichen aber, weil sie teilweise wertvolle Informationen und Diskussionen enthalten und dadurch ihre Betreiber zu Meinungsführern innerhalb bestimmter Fangemeinden machen, pro Blog über eine Million Menschen.[26]

„Ein Weblog ist eine häufig aktualisierte Webseite, auf der Inhalte jeglicher Art in chronologisch absteigender Form angezeigt werden. Ein Weblog kann typischerweise die Form eines Tagebuches, eines Journals, einer What’s-New-Page oder einer Linksammlung zu anderen Webseiten annehmen. Der Autor ist dabei entweder eine einzelne Person oder auch eine Gruppe. Alle Inhalte sind in der Regel durch Links mit anderen Webseiten verlinkt und können unmittelbar durch den Leser kommentiert werden.“[27]

Heutzutage kann ein Blog ohne besondere Kenntnisse geführt werden, da spezielle Blog-Software dies enorm erleichtert und übliche Computerkenntnisse ausreichend sind. Aus einer ACTA-Studie im Jahr 2010 vom Institut für Demoskopie Allenbach geht hervor, dass Blogs eines der Zukunftstrends sind und sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, wie die nachfolgende Abbildung näher erläutert.

Wie gestaltet sich jedoch das Bloggen für Unternehmen, welchen Nutzen können sie daraus ziehen und welches deutsche Unternehmen traut sich zu, eine Vorreiterrolle einzunehmen?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 3: Blogs liegen laut der ACTA-Studie im Trend

Schneller, Johannes, ACTA 2010: Zukunftstrends im Internet, http://www.acta-online.de/praesentationen/acta_2010/acta_2010_Internettrends.pdf, S. 17, 15.09.2011.

[...]


[1] Vgl. Griesbaum, Joachim: Entwicklungstrends des Online-Marketings, Suchmaschinen- und Social Media Marketing, in: Generation International - die Zukunft von Information, Wissenschaft und Profession. Proceedings der 31. Online Tagung der DGI, Frankfurt a.M. 15.-17. Oktober 2009, S. 11 f.

[2] Vgl. Weinberg, Tamar: Social Media Marketing: Strategien für Twitter, Facebook & Co, (O’Reilly) Köln 2011, S. 4.; vgl. auch Lembke, Gerhard: Social Media Marketing: +Analyse +Strategie +Konzeption +Umsetzung, (Cornelsen) Berlin 2011, S. 14.

[3] Vgl. Schmidt, Holger: Internet-Einfluss auf das Marketing wird unterschätzt, http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/07/06/internet-einfluss-auf-das-marketing-wird-unterschaetzt.aspx, 05.09.2011.

[4] Heymann-Reder, Dorothea: Social Media Marketing: Erfolgreiche Strategien für Sie und Ihr Unternehmen, (Addison-Wesley) München 2011, S. 29.

[5] Stuber, Reto: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, XING & Co., (DATA BECKER) Düsseldorf 2010, S. 33.

[6] Stuber, Reto: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, XING & Co., (DATA BECKER) Düsseldorf 2010, S. 33.

[7] Kotler, Philip; Armstrong, Gary: Grundlagen des Marketing, 5. Aufl., (Pearson) München 2011, S. 39.

[8] Hettler, Uwe: Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0, (Oldenbourg) München 2010, S.37.

[9] Hettler, Uwe: Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0, (Oldenbourg) München 2010, S.14.

[10] Hettler, Uwe: Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0, (Oldenbourg) München 2010, S.37 f.

[11] Vgl. Lembke, Gerhard: Social Media Marketing: +Analyse +Strategie +Konzeption +Umsetzung, (Cornelsen) Berlin 2011, S. 17.

[12] Vgl. Hettler, Uwe: Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0, (Oldenbourg) München 2010, S.38.

[13] Hettler, Uwe: Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0, (Oldenbourg) München 2010, S.38 f.

[14] Vgl. Scott, David: Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Web 2.0: Wie Sie im Social Web News Releases, Blogs, Podcasting und virales Marketing nutzen, um Ihre Kunden zu erreichen, (mitp) Heidelberg 2009, S. 41 ff.

[15] Vgl. o.V.: OVK Online-Report 2010: Zahlen und Trends im Überblick, http://www.ovk.de/fileadmin/downloads/fachgruppen/Online-Vermarkterkreis/OVK_Online-Report/OVK%20Online-Report%20201001_Webversion.pdf, S. 35, 08.09.2011.

[16] Vgl. Machill, Marcel; Neuberger, Christoph; Friedemann Schindler: Transparenz im Netz. Funktion und Defizite von Internet-Suchmaschinen, (Bertelsmann Stiftung) 2002 Gütersloh, S. 29.

[17] Vgl. Griesbaum, Joachim: Entwicklungstrends des Online-Marketings, Suchmaschinen- und Social Media Marketing, in: Generation International - die Zukunft von Information, Wissenschaft und Profession. Proceedings der 31. Online Tagung der DGI, Frankfurt a.M. 15.-17. Oktober 2009, S. 5 f.

[18] Vgl. Griesbaum, Joachim: Entwicklungstrends des Online-Marketings, Suchmaschinen- und Social Media Marketing, in: Generation International - die Zukunft von Information, Wissenschaft und Profession. Proceedings der 31. Online Tagung der DGI, Frankfurt a.M. 15.-17. Oktober 2009, S. 6 ff.

[19] Vgl. Griesbaum, Joachim: Entwicklungstrends des Online-Marketings, Suchmaschinen- und Social Media Marketing, in: Generation International - die Zukunft von Information, Wissenschaft und Profession. Proceedings der 31. Online Tagung der DGI, Frankfurt a.M. 15.-17. Oktober 2009, S. 8 ff.

[20] Vgl. Bruhn, Manfred: Dienstleistungsnetzwerke, (Gabler) Wiesbaden 2003, S. 323.

[21] Vgl. Lembke, Gerhard: Social Media Marketing: +Analyse +Strategie +Konzeption +Umsetzung, (Cornelsen) Berlin 2011, S. 17.

[22] Vgl. Weinberg, Tamar: Social Media Marketing: Strategien für Twitter, Facebook & Co, (O’Reilly) Köln 2011, S. 7 f.

[23] Vgl. Griesbaum, Joachim: Entwicklungstrends des Online-Marketings, Suchmaschinen- und Social Media Marketing, in: Generation International - die Zukunft von Information, Wissenschaft und Profession. Proceedings der 31. Online Tagung der DGI, Frankfurt a.M. 15.-17. Oktober 2009, S. 11 ff.

[24] Vgl. Heymann-Reder, Dorothea: Social Media Marketing: Erfolgreiche Strategien für Sie und Ihr Unternehmen, (Addison-Wesley) München 2011, S. 105 f.

[25] o.V.: Technorati: Blog Directory – All Blogs, http://technorati.com/blogs/directory/, 15.09.2011.

[26] Vgl. Hettler, Uwe: Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0, (Oldenbourg) München 2010, S.43.

[27] Przepiorka, Sven: Weblogs, Wikis und die dritte Dimension, http://tzwaen.com/publikationen/weblogs-wikis-und-die-dritte-dimension/, 15.09.2011.

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Einführung ins Social Media Marketing. Begriffsdefinition und die wichtigsten Marketing-Kanäle
Autor
Jahr
2011
Seiten
51
Katalognummer
V293776
ISBN (eBook)
9783656912996
ISBN (Buch)
9783656922988
Dateigröße
2275 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführung, social, media, marketing, begriffsdefinition, marketing-kanäle
Arbeit zitieren
Simon Etzel (Autor), 2011, Einführung ins Social Media Marketing. Begriffsdefinition und die wichtigsten Marketing-Kanäle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293776

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