Sicherstellung des Qualitätsmanagements in der Altenpflege


Hausarbeit, 2011

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Generelle Einführung in die Thematik
1.1 Begriffsdefinition
1.2 Historie des Pflegeprozesses in Bezug auf Innovation
1.3 Ziele der Arbeit

2. Optimierung des Qualitätsmanagementsystems
2.1 Teilbereich Struktur
2.2 Teilbereich Pflegeprozess
2.3 Teilbereich Statistische Erfassung d. Pflegeergebnisses

3. Zusammenfassung des wissenschaftlichen Ergebnisses
3.1 Bündelung der gewonnenen Erkenntnisse
3.2 Möglichkeiten der Verbesserung

4. Literaturverzeichnis

Abstract

In der Hausarbeit wurden die Methoden und Theorien der Qualitätssicherung im Pflegewesen betrachtet und in Kontext gebracht. Weiterhin wurde die Frage genauer betrachtet, inwiefern Verbesserungsmöglichkeiten zur Sicherung der Qualität bestehen. Dabei wurden die Finanzierbarkeit, die gesetzliche Realisierbarkeit und Umsetzbarkeit im Ganzen betrachtet. Im Vorfeld wurde davon ausgegangen, dass zu den Hauptproblemen des Qualitätsmanagements die wirtschaftliche Rentabilität sowie fehlende Prozessoptimierung und –innovationen gehören. Herausgefunden wurde, dass es drei Teilbereiche zur Qualitätssicherung gibt. Nachdem die Thematik dargestellt wurde, konzentriert sich die Arbeit auf die Praxis zweier pflegender Unternehmen (VS/ASB). Hierbei konnte erkannt werden, dass, neben einer breiten kommunikativen Ebene, das interne und externe Controlling der Pflege den größten Faktor zur Qualitätssicherung und –steigerung darstellt. Wie angenommen sorgen finanzielle und gesetzliche Anforderungen für Probleme im Pflegeprozess, die durch Fachkräftemangel noch verstärkt werden. Daher muss davon ausgegangen werden, dass Qualitätsprobleme im Pflegewesen nur durch Kräfteakquise und Vertrauen schaffendes Controlling behoben werden können.

1. Generelle Einführung in die Thematik

1.1 Begriffsdefinition

Der Begriff „Qualitätsmanagement“ (im Bereich der Pflege) hat in der wissenschaftlichen Betrachtungsweise die Wortwahl „Qualitätssicherung“ abgelöst. Spricht man also von Qualitätsmanagement, so umfasst dies das komplette Spektrum der Maßnahmen eines pflegenden Unternehmens sowie seiner formulierten Absichten und Zielsetzungen zur Errichtung bzw. Verbesserung einer höchstmöglichen Qualität. Hierbei stehen die Fragen nach der Wirtschaftlichkeit, der Gesetzgebung und der Umweltverträglichkeit auf der einen sowie die bestmögliche Kunden- respektive Klientenzufriedenheit im Hinblick auf Wünsche und spezielle Anforderungen auf der anderen Seite. (vgl. http://www.pflegewiki.de/wiki/ Qualitätsmanagement 2010)

Der Pflegeprozess und seine Dokumentation dienen der systematischen Feststellung der Kompetenz des Pflegebedürftigen, und um seinen alltäglichen Bedürfnissen und Anforderungen nachzukommen. Weiterhin wird es zum Ermitteln von Pflegebedarf und zum Aushandeln von Pflegezielen genutzt, sowie das Festlegen von Verantwortlichkeiten für die Durchführung einzelner Leistungen zur Unterstützung und die Überprüfung der Angemessenheit von Maßnahmen sind die Zielsetzungen (vgl. J. Falk/ C. Sowinski u.a. 1995).

„Der Pflegeprozess ist eine Arbeitsmethode und geht davon aus, dass Pflege ein dynamischer Problemlösungs- und Beziehungsprozess ist“ (M. Krohwinkel 1993, Seite 28). Dieser besteht aus logisch aufeinander aufbauenden Phasen bzw. Schritten, die sich selbstredend gegenseitig beeinflussen. Seinen wissenschaftlichen Ursprung hat der Pflegeprozess in der Systemtheorie und in der Entscheidungstheorie. In Deutschland gilt der Pflegeprozess als anerkannte fachliche Methode zur systematischen Beschreibung der professionellen Pflege. Die konkrete inhaltliche Ausgestaltung der jeweiligen Schritte des Pflegeprozesses, z. B. die Festlegung der Pflegeziele, wird, bezogen auf die Klienten, anhand der inhaltlichen Orientierung gestaltet. (vgl. U. Brucker/ G. Ziegler)

Die Schritte des Pflegeprozesses orientieren sich an den Problemen, Fähigkeiten und Ressourcen des Pflegebedürftigen und haben zum Ziel, die Sicherheit für die Pflegebedürftigen im Pflegeverlauf herzustellen (vgl. Pflege Zeitschrift 8/1998).

1.2 Historie des Pflegeprozesses in Bezug auf Innovation

Amerikanische Krankenschwestern hatten bereits in den 50er Jahren die innovative Vorstellung, Pflegeleistungen konkret zu planen. Aus der Überlegung heraus, dass die Pflege eine standardisierte, professionelle Ebene erreicht, dabei die Pflegeziele umfassend erfüllte, sollte sie einen Prozess initiieren, dessen Verlauf den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen möglichst nahe kam. Eine intensivere Diskussion über den Pflegeprozess als strukturierter Problemlösungsprozess einerseits und als Interaktionsgeschehen andererseits wird in Deutschland erst seit der Entwicklung der Pflegewissenschaft [um 1985 mit dem ersten Pflegegesetz] geführt. (vgl. U. Braun/ R. Halisch 1989) In den deutschen Pflegeeinrichtungen wurde der Pflegeprozess überwiegend verkürzt und ohne die notwendige Anpassung organisatorischer sowie personeller Rahmenbedingen eingeführt. Der Pflegeprozess wurde allerdings nicht von vornherein als analyse- und handlungsleitendes Instrument des pflegerischen Handelns begriffen. „Einer vorwiegend auf mündliche Kommunikation fixierten Kultur, war die Notwendigkeit schriftliche Notizen anzulegen, nichts als ein Ärgernis. Als wirkungslos empfundene Kommunikationssysteme werden mit der Zeit, wenn überhaupt, nur noch pro forma weitergeführt“ (B. Schrems 2003 S. 17). Daraus resultierten und entstehen viele Probleme in der täglichen Arbeit. Schrems spricht 2003 weiterhin davon, dass die häufig trocken angelegten Lehrversuche und die Bemühungen im Anwendungs- und Kommunikationsbereich besser zu arbeiten immer noch zu viel beklagten Praxisproblemen führen.

1.3 Ziele der Arbeit

Es ist selbstverständlich, dass sich im Hinblick auf die Herangehensweisen zur Qualitätssicherung in der Pflege in der Vergangenheit vieles verändert hat. Nicht nur die Verbesserung der technischen Möglichkeiten auch die gesetzlichen Voraussetzungen haben viel für die Funktionalität der pflegenden Unternehmen verändert. Erleichtern technische Hilfsmittel den direkten Umgang der unteren Hierarchieebene (der Pflegekräfte) mit dem Patienten/Klienten in vielerlei Hinsicht, so kam auch ein gesteigerter Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten hinzu. (vgl. C. Uffmann 2007).

Das Dreieckverhältnis zwischen Pfleger, Zu-Pflegendem und Pflegekasse ist eine der interessantesten Komponenten im Qualitätsmanagement. Die Prüfung der Qualität, aber auch der vereinbarten Kostenpauschalen müssen immer wieder mit den Ansprüchen des Klienten und den Möglichkeiten des Pflegepersonals in Einklang gebracht werden. (vgl. K. Gehls 2008)

In sofern ist es interessant, in welcher Hinsicht die Leitungsebene des pflegenden Unternehmens ihre Mitarbeiter instruiert, schult und motiviert, um einen hohen Qualitätsstandart, bei gleichzeitiger Effektivität und Bündelung der Kräfte sowie psychologische Stärke des Pflegepersonals, zu gewährleisten. Hierbei sind in der Vergangenheit verschiedene wissenschaftliche Herangehensweisen beleuchtet worden, die in dieser Arbeit vorgestellt werden sollen. Außerdem sollen die verschiedenen Gesichtspunkte des Qualitätsmanagements in der Altenpflege genauer betrachtet werden. Hierbei steht nicht nur der finanzielle Aspekt, sondern auch die praktische Umsetzung dieser komplizierten, aber notwendigen Thematik im Fokus.

Weiterhin soll die Frage genauer betrachtet werden, inwiefern Verbesserungsmöglichkeiten oder auch bisher unbeachtete Theorien zur Sicherung der Qualität in der Altenpflege bestehen. Dabei werden die Finanzierbarkeit, die Notwendigkeit, die gesetzliche Realisierbarkeit und die gewissenhafte Umsetzbarkeit im Ganzen betrachtet. Schlussendlich soll diese Arbeit zu einer grundlegenden Aussage gelangen, die inhaltlich die (annährend) optimalen Möglichkeiten zur Qualitätssicherung in der Pflege wiedergibt, aber auch die Schwierigkeiten des gesamten Themenkomplexes aufzeigt und zu einem Diskurs der Problematik beiträgt.

2. Optimierung des Qualitätsmanagementsystems

Wie oben beschrieben orientieren sich die Schritte des Pflegeprozesses an den Bedürfnissen jedes einzelnen Klienten und haben schlussendlich das Ziel, die optimal angepasste Pflege für die den Bedürftigen zu gewährleisten (vgl. Pflege Zeitschrift 8/1998 S.580). Weiterhin sollen die Pflegebedürftigen und Angehörigen in die Pflege mit einbezogen werden. Um die personelle und fachliche Durchführung der pflegerischen Leistungen zu gewährleisten und um die Qualität der Pflege und Betreuung zu sichern, ist die Orientierung an den einzelnen Schritten ebenfalls von Vorteil. Jederzeit sollte so ebenfalls die objektive Beurteilung der Pflegeleistungen ermöglicht werden. Wie im Sinne einer juristischen Beweissicherung kann so der innerbetriebliche und interdisziplinäre Informationsfluss für alle am Pflegeprozess beteiligten Institutionen gewährleistet werden. Außerdem können Leistungen transparent und nachvollziehbar dargestellt die Pflegequalität nachgewiesen werden. (vgl. Pflege Zeitschrift 8/1998) Entsprechende Maßnahmen gilt es daher auf der professionellen Wissensgrundlage mit dem Pflegebedürftigen auszuhandeln und gegebenenfalls gemeinsam mit dem Klienten zu verändern. Dabei liegt die Verantwortlichkeit für das Qualitätsmanagement eindeutig in der Hand der Führungsebene des pflegenden Unternehmens. „Diese muss darüber hinaus auch aktiv für die konsequente Umsetzung auf allen Hierarchieebenen sorgen“ (http://www.pflegewiki.de/wiki/qualitätsmanagement).

In der wissenschaftlichen Theorie zum Qualitätsmanagement wird dieses grob in drei Bereiche geteilt: in den strukturellen Bereich, in den des Pflegeprozesses und in das Feld der statistischen Erfassung.

2.1 Teilbereich Struktur

Die Strukturqualität benennt die Rahmenbedingungen der Pflege sowie die Begleitung und Therapie der Klienten/Patienten. Außerdem werden hier die strukturellen Bedingungen der pflegenden Unternehmen sowie die Verfahren zur Abhandlung der Leistungserbringung beschrieben. Zur Differenzierung müssen hierbei die Organisationsziele, die Führungsqualität, das Personalwesen, aber auch die finanziellen und räumlichen Strukturen betrachtet werden. (vgl. C. Uffmann, 2007)

Zu den personellen Grundlagen der Strukturqualität zählen Stellenpläne und -beschreibungen, Arbeitsverträge, die Qualifikation der Mitarbeiter und die dazugehörigen Nachweise sowie die umfassende und regelmäßige Beurteilung der geleisteten Arbeit einen jeden Einzelnen.

Langfristige Planungen von Arbeitsstellen versprechen hierbei nicht nur eine größtmögliche Planungssicherheit, sie geben den pflegenden Unternehmen auch die Möglichkeit, vorausschauend auf mögliche Engpässe zu reagieren.

Um eine optimale Zusammenarbeit bereits im Vorfeld sowie die größtmögliche Identifikation mit der wahrgenommenen Tätigkeit und eine zur beidseitigen vollsten Zufriedenheit ausgeführte Arbeit zu garantieren, muss im kompletten Einarbeitungsprozess einer neuen Kraft eine klare und offene Zielvorrichtung gegeben sein. So wird im Leitfaden zur Qualitätssicherung der Volkssolidarität Mecklenburg-Vorpommern (VS M-V) von Christian Uffmann klar verlangt, dass beginnend mit einem „persönlichen Gespräch (geführt mit ausreichend Zeit)“ (C. Uffmann 2007 Seite 17) die neue Pflegekraft „schnellstmöglich“ (ebenda) in das Team integriert wird. Dabei sollen die wichtigsten Informationen „über das Team und […] die Arbeit“ (ebenda) übermittelt werden. Weiterführend müssen „wichtige organisatorische Hinweise, Arbeitschutzbelehrungen und Belehrungen über die Schweigepflicht“ (ebenda) sofort gegeben werden. Zur Motivation sollen bereits in der Einarbeitungsphase „sinnvolle Aufgaben“ gegeben werden, verlangt Uffmann auf Seite 18. Am Ende des 1. Tages wird ein umfassendes Gespräch veranlasst, wobei ein Einsatzplan nach den vorliegenden Gegebenheiten abgesprochen wird. Dieses Gespräch soll 6 Wochen nach dem ersten Arbeitstag wiederholt werden. Auch nach Ende der Probezeit, 24 Wochen nach dem ersten Tag, muss ein solches klärendes Gespräch laut Leitfaden der VS M-V erfolgen.

Die Grundsätze der hauswirtschaftlichen Versorgung und der häuslichen Pflege sowie die der Grundpflege werden sowohl besprochen als auch schriftlich fixiert.

„Zur Stabilisierung des Pflegeteams, zur zeitnahen Problembewältigung und um eine Informierung der Mitarbeiter sicherzustellen, werden wöchentlich Arbeitsberatungen mit allen Kräften gemeinsam durchgeführt“ (C. Uffmann 2007, Seite 19). Durch Kommunikation und Diskurs, aber auch durch sozialen Kontakt aller agierenden Kräfte soll so das bestmögliche Personalmanagement gewährleistet und ein wichtiger Faktor zum Qualitätsmanagement erbracht werden. Weiterhin sollen regelmäßig Weiter- und Fortbildungen für die Pflegekräfte angeboten und wahrgenommen werden. So kann garantiert werden, umfassend ausgebildetes und sicheres Personal für die Pflegedienstleistungen zu beschäftigen.

Von der Pflegedienstleitung (PDL) sind weiterhin klare und vorausschauende Finanzkonzepte zu erarbeiten. „Die PDL sorgt für die Abrechnung der geleisteten Pflegemaßnahmen“ (K. Gehls, 2008, Seite 13). In Abstimmung mit Pflege- und Krankenkassen müssen hierbei Budgets errechnet werden, die zur Pflege und Betreuung der jeweiligen Klienten/Patienten benötigt werden oder einfach zur Verfügung stehen. In Anbetracht der Auslastung der pflegenden Einrichtung bzw. der Kapazitäten des pflegenden Unternehmens müssen so laut Gehls vorausschauende Arbeits- und Belegungspläne erarbeitet werden.

Daraus folgt, dass der Anfang eines funktionierenden und am Optimum orientierten Qualitätsmanagements in der soliden Planung und der Kommunikation seitens des pflegenden Unternehmens liegt (vgl. S. Fröse 2008).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Sicherstellung des Qualitätsmanagements in der Altenpflege
Hochschule
Hochschule Bremen
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V293814
ISBN (eBook)
9783656915928
ISBN (Buch)
9783656915935
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pflege, Altenpflege, Qualitätsmanagement, Controlling
Arbeit zitieren
Jessica Galle (Autor:in), 2011, Sicherstellung des Qualitätsmanagements in der Altenpflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293814

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