In dem Konzernabschluss ist der Jahresabschluss des Mutterunternehmens mit den Jahresabschlüssen der Tochterunternehmen zusammenzufassen. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in einem Konzernabschluss wird nach einem Einheitsgrundsatz so betrachtet, als ob alle einbezogenen Unternehmen zusammen als wirtschaftliche Einheit ein einziges Unternehmen wären. Daher besteht ein Konzern aus rechtlich selbständigen Unternehmen. In diesem Fall verändern der Ansatz und die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden sich, da die im Konzernsbschluss abzubildenden Sachverhalte aus Sicht der wirtschaftlichen Einheit des Konzerns neu beurteilt werden müssen.
Die Equity-Methode ist eine Methode zur Bewertung von Unternehmensbeteiligungen, wobei in den Nebenrechnungen bestimmte Konsolidierungsmaßnahmen vorzunehmen sind. Mit dieser Methode sind Unternehmen in den Konzernabschluss abzubilden, zu denen der Konzern eine Beziehung unterhält, die schwächer als die gemeinsame Führung, aber noch stärker als ein normaler Beteiligungsbesitz ist. Diese Unternehmen werden als assoziierte Unternehmen bezeichnet. Im Konzernabschluss werden Equity Beteiligungen berücksichtigt, wenn ein in den Konzernsbschluss einbezogenes Unternehmen auf das assoziierte Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss ausübt. Maßgeblicher Einfluss wird bei einem Stimmrechtsanteil von mindestens 20% vermutet.
Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser die Anwendung der Equity-Methode in den Konzernrechnungslegung HGB und IAS/IFRS im Kern näher zu bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die folgenden Probleme in dieser Arbeit betrachtet:
Was ist Equity-Methode und in welchem Fall kann sie angewandet werden?
Was ist assoziiertes Unternehmen?
Wie kann man die Equity-Methode im Konzernabschluss anwenden?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen und Anwendungsbereich
2.1 Definition assoziierter Unternehmen
2.2 Grundlagen der Equity-Methode
2.3 Anwendungsbereich der Equity-Methode
3 Technik der Equity-Methode
3.1 Erstmalige Anwendung der Equity-Methode
3.1.1 Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung
3.1.2 Buchwertmethode
3.2 Fortschreibung der Equity-Methode
3.2.1 Berücksichtigung von Eigenkapitalveränderung
3.2.2 Fortschreibung des Unterschiedsbetrags
3.3 Beendigung der Equity-Fortschreibung
3.4 Praxisbeispiel über die Anwendung der Equity-Methode
3.4.1 Ermittlung des Wertes der Beteiligung zum Erwerbszeitpunkt
3.4.2 Fortschreibung in Folgeperioden
3.5 Beurteilung der Equity-Methode
4 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, dem Leser die Anwendung der Equity-Methode in der Konzernrechnungslegung nach HGB und IAS/IFRS zu erläutern. Dabei wird analysiert, wie assoziierte Unternehmen bewertet werden und welche Konsolidierungsschritte in diesem Zusammenhang erforderlich sind.
- Definition und Identifikation von assoziierten Unternehmen
- Grundlagen und theoretischer Rahmen der Equity-Methode
- Technische Durchführung der erstmaligen Anwendung und Folgebewertung
- Umgang mit Unterschiedsbeträgen (Goodwill und stille Reserven)
- Praxisbeispiel zur Veranschaulichung der Bilanzierung
- Kritische Beurteilung der Methode im Vergleich zur Vollkonsolidierung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Buchwertmethode
Zum Erwerbszeitpunkt ist die Beteiligung in der Konzernbilanz mit den Anschaffungskosten zu bewerten (§ 312 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB/IAS 28.11). Somit wird das Realisationsprinzip im Sinne der Ausprägung des Anschaffungskostenprinzips nicht verletzt. Gemäß § 312 Abs. 2 Satz 1 HGB wird der Differenzbetrag zwischen den Anschaffungskosten (Beteiligungsbuchwert aus der Einzelbilanz) und dem Buchwert des anteiligen Eigenkapitals auf anteilige stille Rücklagen sowie stille Lasten der Beteiligungsgesellschaft aufgeteilt. Der hiernach verbleibende Unterschiedsbetrag entfällt auf den Firmenwert oder auf einen passiven Unterschiedsbetrag (badwill). Es ist zu beachten, dass nur bei erstmaliger Anwendung ist der komplette Unterschiedsbetrag als Vorspaltenvermerk in der Konzernbilanz oder im Anhang anzugeben.
„Lassen sich trotz maßgeblichen Einfluss die Daten für eine Aufteilung des Differenzbetrags auf stille Rücklagen bzw. stille Lasten und Firmenwert vom assoziierten Unternehmen nicht beschaffen, so wird vorgeschlagen, entweder auf eine Equity-Bewertung zu verzichten oder die gesamten Anschaffungskosten um anteilige Jahresergebnisse fortzuschreiben.“ Nach § 312 Abs. 1 Satz 3 HGB werden die stillen Rücklagen nur bis zur Höhe des Unterschiedsbetrags aufgelöst, wenn die Summe der anteiligen stillen Rücklagen größer als der aktivische Differenzbetrag ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Konzernrechnungslegung ein und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Seminararbeit.
2 Theoretische Grundlagen und Anwendungsbereich: Hier werden die Definition des assoziierten Unternehmens sowie die rechtlichen Grundlagen und der Anwendungsbereich der Equity-Methode dargelegt.
3 Technik der Equity-Methode: Dieses zentrale Kapitel behandelt detailliert die erstmalige Anwendung, die laufende Fortschreibung, die Beendigung sowie ein praxisnahes Rechenbeispiel und eine kritische Würdigung der Methode.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und die Kerngedanken zur Equity-Methode zusammen.
Schlüsselwörter
Equity-Methode, Konzernabschluss, assoziiertes Unternehmen, maßgeblicher Einfluss, Buchwertmethode, Beteiligungsbuchwert, Eigenkapitalveränderung, Firmenwert, Goodwill, stille Reserven, Konsolidierung, HGB, IFRS, Anschaffungskostenprinzip, Zwischenergebniseliminierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und der betriebswirtschaftlichen Beurteilung der Equity-Methode zur Bewertung von Unternehmensbeteiligungen im Konzernabschluss.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition assoziierter Unternehmen, den technischen Bilanzierungsschritten (Erst- und Folgebewertung) sowie dem Vergleich von HGB- und IFRS-Vorschriften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, dem Leser die Anwendung der Equity-Methode als Bewertungsinstrument näher zu bringen und die notwendigen Konsolidierungsschritte in der Praxis verständlich zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie ein detailliertes Praxisbeispiel, um die rechnerischen Schritte der Bilanzierung zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die technischen Anforderungen der Equity-Methode – unterteilt in erstmalige Anwendung und Fortschreibung – sowie ein Fallbeispiel und eine kritische Beurteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Equity-Methode, assoziiertes Unternehmen, Goodwill, Konzernabschluss und Beteiligungsbewertung charakterisieren.
Was unterscheidet die Equity-Methode von der Vollkonsolidierung?
Im Gegensatz zur Vollkonsolidierung werden bei der Equity-Methode keine Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen oder Erträge direkt in den Konzernabschluss übernommen, sondern lediglich der Beteiligungsbuchwert angepasst.
Was passiert mit dem Unterschiedsbetrag (Goodwill) in den Folgeperioden?
Der Unterschiedsbetrag wird in den Folgeperioden fortgeschrieben; nach HGB erfolgt eine planmäßige Abschreibung über die Nutzungsdauer, während nach IFRS eine Überprüfung auf Wertminderung (Impairment) stattfindet.
- Citation du texte
- Li Mufang (Auteur), 2013, Darstellung und Beurteilung der Equity-Methode im internationalen Konzern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293827