International agierende Unternehmen verzeichnen Rechnungseingänge und Rechnungsausgänge in der eigenen Währung und in verschiedensten Fremdwährungen.
Anhand der vom Unternehmen vorgenommenen Preiskalkulation (Verkaufspreis = Einkaufspreis + kalkulierte (Gemein-)Kosten + kalkulierter Gewinn), ergibt sich der zu zahlenden bzw. der in Rechnung gestellte Preis. Wird jedoch eine Geschäftsbeziehung über Währungsgrenzen hinweg getätigt, muss ggf. eine Unternehmung in einer Fremdwährung zahlen bzw. eine Rechnung in einer Fremdwährung ausstellen.
Jedoch ist in der Praxis zwischen dem Erhalten/Ausstellen einer Rechnung und dem Zahlungseingang/-ausgang eine zeitliche Differenz zu verbuchen.
Die oben erwähnte zeitliche Differenz trägt ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Geschäftsabwicklungen über Währungsgrenzen mit sich. Wechselkurse zwischen zwei Währungen können sehr starke Ausschläge haben. Die von den Unternehmen angewendete Kalkulation, welche häufig Gewinne im unteren einstelligen Prozentbereich erwarten ließ, ist durch mögliche Wechselkursänderungen nicht sicher zu planen. Hier können unerwartet zusätzliche Gewinne entstehen, aber auch nicht eingeplante Wechselkursverluste.
Im Währungsmanagement, welches Thema dieser Hausarbeit sein soll, wurde sich die Aufgabe gesetzt, Unternehmen vor nicht vorhersehbaren Wechselkursschwankungen zu sichern, sodass die Preiskalkulation auch über Währungsgrenzen hinweg ohne ungewolltes Risiko einzusetzen ist.
Um das Währungsmanagement vollständig zu verstehen, soll zu Beginn dieser Hausarbeit erläutert werden, wie Wechselkurse und Wechselkursschwankungen zustande kommen. Anschließend werden verschiedene Instrumente des Währungsmanagements vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Situation in Deutschland
2. Wechselkurs
2.1 nominale Wechselkurs
2.1.1 Darstellung des Wechselkurs
2.1.2 Aufwertung / Abwertung einer Währung
2.2 reale Wechselkurs
2.3 Zusammenhang realer und nominaler Wechselkurs
2.4 Wechselkursschwankungen
3. Währungsmanagement
3.1 Beispiel: Folgen von Wechselkursschwankungen
3.2 Notwendigkeit des Währungsmanagements
3.3 Haupt- und Nebenziele
3.3.1 Wechselkursrisiko
4. Wichtige Instrumente der Risikoabsicherung von Währungskursen
4.1 Interne Kurssicherungsinstrumente
4.1.1 Fakturierungspolitik
4.1.2 Leading and Lagging
4.1.3 Netting
4.2 externe Kurssicherungsinstrumente
4.2.1 Devisentermingeschäfte
4.2.2 Währungs-Futures
4.2.3 Währungsswaps
4.2.4 Devisenoptionen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und den Strategien des Währungsmanagements in international agierenden Unternehmen, um die Preiskalkulation vor unvorhersehbaren Währungsrisiken zu schützen und Planungssicherheit zu gewährleisten.
- Grundlagen von nominalen und realen Wechselkursen
- Analyse der Folgen von Wechselkursschwankungen auf die Unternehmenskalkulation
- Einsatz interner Instrumente (Fakturierungspolitik, Leading and Lagging, Netting)
- Einsatz externer Instrumente (Devisentermingeschäfte, Futures, Swaps, Optionen)
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Devisentermingeschäfte
Bei Devisentermingeschäften werden Verträge geschlossen, bei denen festgeschrieben wird, zu welchem Wechselkurs ein Währungsbetrag X an einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft getauscht werden muss. Beide Vertragspartner verpflichten sich, die Konditionen des Vertrags einzuhalten. Die Laufzeiten von Devisentermingeschäften können bis zu zehn Jahren, eventuell sogar länger, vereinbart werden.
Das Instrument verspricht beiden Vertragspatnern einen kalkulierbaren Wechselkurs zum Erfüllungstag, öffnet jedoch auch die Tür für Spekulanten, welche sich heute einen Wechselkurs zusichern lassen und davon ausgehen, dass sich der Wechselkurs zum Erfüllungstag zu ihren Gunsten entwickelt hat.
Zur heutigen Bestimmung des Devisenterminkurses zu einem definierten Termin in der Zukunft, werden vom gegenwärtigen Kassakurs absehbare Kosten subtrahiert und vorhersehbare Gewinne addiert. Refinanzierungskosten und zwischenzeitliche Erträge ergeben sich durch Zinskosten / -erträge (siehe Beispielrechnung im Anhang Seite III und Abbildung 5), zusätzliche Kosten können durch Gebühren der ausführenden Bank etc. entstehen.
Das Beispiel „Herleitung Terminkurs“ im Anhang zeigt, wie sich der Terminkurs für einen Währungskauf errechnet. Hierbei sind die unterschiedlichen Zinssätze in zwei verschiedenen Währungen von besonderer Bedeutung und beeinflussen den Terminkurs stark. Im Beispiel kann der US-$ per Termin günstiger bezogen werden als per Kasse, was die Kosten für den US $ Kauf für den Importeur senkt. Der Hintergrund ist die Zinsdifferenz, hier der Zinsvorteil von im Beispiel 1,75 % p.a. zu Gunsten des US-$. Im Devisenhandel wird der Unterschied zwischen dem Termin- und Kassakurs in Zehntausendstel als Swap-Stellen ausdrückt, im angehängten Beispiel wird der Euro mit einem Aufschlag von ca. 110 Swapstellen gehandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Risiken durch Währungsschwankungen bei internationalem Handel und führt in die Notwendigkeit des Währungsmanagements ein.
2. Wechselkurs: Erläutert die theoretischen Grundlagen zu nominalen und realen Wechselkursen sowie die Ursachen für Wechselkursschwankungen.
3. Währungsmanagement: Definiert Währungsmanagement als strategischen Prozess zur Risikovermeidung und illustriert dessen Notwendigkeit anhand eines Fallbeispiels.
4. Wichtige Instrumente der Risikoabsicherung von Währungskursen: Detaillierte Vorstellung interner und externer Instrumente wie Fakturierung, Leading and Lagging sowie derivativer Finanzinstrumente.
5. Zusammenfassung: Fasst die Funktionsweise der verschiedenen Sicherungsinstrumente zusammen und betont die individuelle Wahl des passenden Instruments je nach Unternehmensziel.
Schlüsselwörter
Währungsmanagement, Wechselkursrisiko, Fremdwährung, Fakturierungspolitik, Leading and Lagging, Netting, Devisentermingeschäft, Währungs-Futures, Währungsswaps, Devisenoptionen, Wechselkursschwankungen, Risikomanagement, Preiskalkulation, Absicherungsinstrumente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Währungsmanagement als Mittel für international tätige Unternehmen, um sich gegen unvorhersehbare Währungsrisiken abzusichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Grundlagen von Wechselkursen, die Auswirkungen von Schwankungen auf die Kalkulation sowie eine Vielzahl an Sicherungsinstrumenten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Preiskalkulation durch Währungsmanagement vor unerwarteten Verlusten schützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine deskriptive sowie analytische Methode, basierend auf volkswirtschaftlichen Theorien und praktischen Beispielen aus dem Bereich Corporate Finance.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Wechselkursen die verschiedenen internen und externen Instrumente der Kurssicherung detailliert vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Währungsmanagement, Wechselkursrisiko, Kurssicherungsinstrumente, Fremdwährungen und Preiskalkulation.
Was genau ist der Unterschied zwischen Leading und Lagging?
Es handelt sich um das zeitliche Verschieben von Zahlungen: Leading beschleunigt die Zahlung, Lagging verzögert sie, jeweils in Reaktion auf erwartete Währungsentwicklungen.
Warum ist eine Unterscheidung zwischen internen und externen Instrumenten wichtig?
Interne Instrumente sind autonom anwendbar und kostenfrei, während externe Instrumente Dritte wie Banken einbeziehen und meist mit Kosten verbunden sind, aber komplexere Absicherungen ermöglichen.
Welchen Vorteil bietet eine Devisenoption im Vergleich zu einem Termingeschäft?
Eine Option ist ein bedingtes Geschäft: Der Inhaber hat ein Recht, aber keine Pflicht, die Option zu nutzen, was die Chance auf Kursgewinne offenlässt, während ein Termingeschäft eine feste Verpflichtung darstellt.
- Citar trabajo
- Maximilian Schröer (Autor), 2014, Währungsmanagement bei international tätigen Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293840