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Kohls Zehnpunkteplan als Katalysator in Mitterrands Deutschlandpolitik

Title: Kohls Zehnpunkteplan als Katalysator in Mitterrands Deutschlandpolitik

Term Paper , 2002 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Martin Bock (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Die Rolle des französischen Präsidenten im Prozess der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten darf zu Beginn einer Arbeit, die sich mit zentralen Aspekten darin und ihrer Veränderung befasst, als bedeutend beschrieben werden. Es gäbe tatsächlich viele Gesichtspunkte, unter denen Mitterrands Verhältnis zu den Ereignissen des Novembers 1989 untersucht werden könnte. Dies zu leisten kann und soll nicht Ziel dieser Arbeit sein.
Sie will vielmehr versuchen, anhand der Erklärung des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl am 28. November 1989 vor dem Deutschen Bundestag, dem so genannten Zehnpunkteplan, der Frage nachzugehen, inwieweit aus der Reaktion Mitterrands darauf in den letzten Wochen des Wendejahres von einer befürwortenden oder ablehnenden Haltung des Präsidenten – und hier ist vom Präsidenten die Rede, nicht Frankreich und den Franzosen, von denen 68 % Ende 1989 für die Wiedervereinigung waren und nur 16 % dagegen – gesprochen werden kann.
In diesem Sinne wird die Arbeit unterschiedliche, als integer geltende Akteure und Beobachter von beiden Seiten des Rheins und deren Kommentierung von Mitterrands Sicht auf die deutsche Wiedervereinigung zu Wort kommen lassen und ihre Aussagen mit denen der Forschung vergleichen.
Der Schwerpunkt wird also zeitlich in den vier Wochen vom Fall der Mauer am 9. November bis zum Straßburger EG-Gipfel am 8. Dezember 1989 liegen. Für diese Zeit soll die Frage beantwortet werden, ob sie und in ihrer Mitte der Zehnpunkteplan Kohls zur längerfristigen Veränderung des Status quo in Deutschland als Katalysator in Mitterrands Deutschlandpolitik verstanden werden können und, bei einer positiven Antwort, welcher Art die katalytische Wirkung war. Zuvor soll, um einen größeren Kontext herzustellen, in der gebotenen Kürze auf frühere und von der durchaus emotionalen Lage im November 1989 losgelöste Aspekte in Mitterrands Deutschlandpolitik eingegangen werden, wobei den Zielen der französischen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr des Jahres besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden wird. Der Zehnpunkteplan soll dann im Mittelpunkt des folgenden Kapitels, in dem vorab ein Überblick über die Entwicklung vom Fall der Mauer bis zu Kohls Erklärung gegeben wird, stehen. Betrachtungen zur erwähnten Katalyse-Theorie schließen den Abschnitt ab, bevor dann nach Auswirkungen der Ereignisse auf den Straßburger Gipfel gefragt werden wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Voraussetzungen

1.1 Mitterrands Haltung zur deutschen Einheit

1.2 Ziele der französischen EG-Ratspräsidentschaft

2. Wenden im November

2.1 Reaktionen Mitterrands bis zum 28. 11.1989

2.2 Helmut Kohls Zehnpunkteplan vom 28.11.1989

2.3 Katalyse der französischen Deutschlandpolitik?

3. Der Straßburger Gipfel als Folge des Zehnpunkteplans

Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Helmut Kohls Zehnpunkteplan vom 28. November 1989 als Katalysator in François Mitterrands Deutschlandpolitik fungierte und ob sich die Reaktion des französischen Präsidenten in den Wochen nach dem Mauerfall eher als befürwortende oder ablehnende Haltung gegenüber der deutschen Einheit charakterisieren lässt.

  • Analyse von Mitterrands Haltung zur deutschen Wiedervereinigung im Wendejahr 1989.
  • Untersuchung der französischen Interessen während der EG-Ratspräsidentschaft.
  • Bewertung der Auswirkungen des Zehnpunkteplans auf die deutsch-französischen Beziehungen.
  • Diskussion der katalytischen Wirkung des Plans auf die politische Neuausrichtung Mitterrands.
  • Einordnung der Ergebnisse des Straßburger EG-Gipfels im Dezember 1989.

Auszug aus dem Buch

2.2 Helmut Kohls Zehnpunkteplan vom 28.11.1989

Der in der Tat als „Konzept für den Einigungsprozeß“ gedachte Zehnpunkteplan erregte in Paris höchsten Unmut. In der Retrospektive werden die durchaus heftigen Reaktionen allerdings relativiert; Attali berichtet von einem Wutanfall Mitterrands, da Kohl ihn nicht informiert habe. Keinen der zehn Punkte wolle er unterstützen, bevor die europäische Einheit nicht weiter vorangekommen sei. Die Entrüstung resultierte allerdings nicht aus den inhaltlichen Vorgaben des Plans, der eine Einheit erst nach Jahren vorsah und wenig konkretisierte, sondern vielmehr aus dem simplen Umstand, dass Frankreich in den Entwurf des Planes nicht miteinbezogen worden war. Nur George Bush war unmittelbar der Redetext Kohls überbracht worden, die verbleibenden Siegermächte erhielten ihn über die deutschen Botschafter. Mitterrand fühlte sich vor vollendete Tatsachen gestellt und dem deutsch-französischen Bündnis die Vertrauensgrundlage entzogen. Das Empfinden, ein letztlich auf die Wiedervereinigung ausgerichteter Stufenplan werde die einmal angestoßene Bewegung beschleunigen, nährte die schon erwähnten französischen Bedenken. Diese Antipathie blieb aber emotional bestimmt; schon Attali muss nach einer Stellungnahme Teltschiks noch am 28. November einräumen, dass das Konzept sehr geschickt sei, da es alles offen lasse, ohne von irgend jemandem kritisiert werden zu können. Innerhalb von 48 Stunden habe Mitterrand dann verstanden, dass Kohls Rede vielmehr innenpolitisch motiviert gewesen sei, um sich an die Spitze der Einigungsbewegung zu stellen, die ihm sonst wohlmöglich entglitten sei; als Beweis seiner außenpolitischen Treue sei er sehr vorsichtig mit dem Begriff der Wiedervereinigung umgegangen. Öffentlich und wiederum verhalten verlautbarte Mitterrand am 30.11.1989, eine Konföderation, wie Kohl sie als neunten Punkt vorgeschlagen hatte, sei „nichts Unpassendes“. Offen ließ er bezeichnenderweise seine Einschätzung zum zehnten Punkt, der Föderation.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung steckt den zeitlichen Rahmen der Arbeit vom Mauerfall bis zum Straßburger Gipfel ab und führt die Fragestellung zur katalytischen Wirkung des Zehnpunkteplans ein.

1. Voraussetzungen: Dieses Kapitel beleuchtet Mitterrands grundsätzliche Haltung zur deutschen Einheit vor dem Hintergrund der französischen EG-Ratspräsidentschaft.

2. Wenden im November: Hier werden die unmittelbaren Reaktionen auf den Mauerfall, die Entstehung des Zehnpunkteplans und dessen Rolle als Katalysator in der französischen Politik analysiert.

3. Der Straßburger Gipfel als Folge des Zehnpunkteplans: Das Kapitel beschreibt, wie der EG-Gipfel in Straßburg als Zäsur diente und zur Stabilisierung der deutsch-französischen Beziehungen unter neuen Vorzeichen beitrug.

Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Empörung Mitterrands zwar emotional war, aber schlussendlich eine handlungspolitische Neuausrichtung hin zur kontrollierten Befürwortung der Einheit erzwang.

Schlüsselwörter

François Mitterrand, Helmut Kohl, Zehnpunkteplan, deutsche Wiedervereinigung, deutsche Frage, November 1989, EG-Ratspräsidentschaft, Katalysator, deutsch-französische Beziehungen, Mauerfall, Straßburger Gipfel, europäische Einigung, Realpolitik, Hubert Védrine, Jacques Attali.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Reaktion des französischen Präsidenten François Mitterrand auf den von Helmut Kohl am 28. November 1989 vorgestellten Zehnpunkteplan zur deutschen Wiedervereinigung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die deutsch-französischen Beziehungen im Wendeherbst 1989, die französische Europapolitik sowie der Prozess der deutschen Einheit aus französischer Perspektive.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob der Zehnpunkteplan Kohls als Katalysator in Mitterrands Deutschlandpolitik wirkte und ob Mitterrands Haltung in dieser Phase als befürwortend oder ablehnend zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Aufzeichnungen, biographischen Schriften sowie politischer Publizistik basiert.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Ausgangslage, die unmittelbaren Reaktionen nach dem Mauerfall, die politische Dynamik durch den Zehnpunkteplan sowie deren Auflösung auf dem Straßburger Gipfel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Katalyse-Theorie, das deutsch-französische Bündnis, die deutsche Frage und die europäische Integration.

Warum reagierte Mitterrand so empfindlich auf den Zehnpunkteplan?

Die Entrüstung resultierte weniger aus inhaltlichen Punkten als vielmehr aus dem Umstand, dass Frankreich als enger Partner bei der Erstellung des Entwurfs nicht konsultiert wurde.

Was veränderte sich durch den Straßburger Gipfel im Dezember 1989?

Der Gipfel markierte eine Zäsur, in der Mitterrand seine Verzögerungstaktik aufgab und das Ziel der Verhinderung der deutschen Einheit durch eine kontrollierte Begleitung und Einbindung in den europäischen Prozess ersetzte.

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Details

Title
Kohls Zehnpunkteplan als Katalysator in Mitterrands Deutschlandpolitik
College
University of Bonn  (Seminar für politische Wissenschaften)
Grade
1,0
Author
M.A. Martin Bock (Author)
Publication Year
2002
Pages
15
Catalog Number
V294212
ISBN (eBook)
9783656919247
ISBN (Book)
9783656919254
Language
German
Tags
kohls zehnpunkteplan katalysator mitterrands deutschlandpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Martin Bock (Author), 2002, Kohls Zehnpunkteplan als Katalysator in Mitterrands Deutschlandpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294212
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