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Chancen und Risiken der Kreativwirtschaft am Beispiel des Hamburger Gängeviertels

Title: Chancen und Risiken der Kreativwirtschaft am Beispiel des Hamburger Gängeviertels

Essay , 2013 , 17 Pages , Grade: 1

Autor:in: Antonio Salmeri (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Besonders in Zeiten der scheinbar omnipräsenten Wirtschaftskrise nehmen wir wirtschaftliche Entwicklungen und Dynamiken als sehr strikte und planbare Prozesse wahr, die nach allen Regeln der Wirtschaftskunst einmal mehr und einmal weniger erfolgreich prophezeit und gesteuert werden können.

Der verheißungsvolle Begriff der „Kreativwirtschaft“ lässt eine weitaus weniger strikte und steuerbare Herangehensweise vermuten, weswegen ich mich entschlossen habe mich im Zuge dieser Proseminararbeit näher damit auseinanderzusetzen. Vor allem die Frage nach der Steuerbarkeit von Kunst, Kultur und Kreativität wird mich in dieser Arbeit wiederholt beschäftigen.

Die Begriffe Kunst und Kultur mit Ökonomie in Zusammenhang zu bringen, wäre mir persönlich vor der Auseinandersetzung mit diesem Thema wohl nicht in den Sinn gekommen.
Kreativität als wesentlicher Input eines modernen Wirtschaftszweigs hatte ich bislang schlichtweg nie als solchen wahrgenommen. Tatsächlich erscheint mir die Einbettung von Kunst und Kultur in einen wirtschaftlichen Kontext schwierig, weswegen ich mich im Zuge meiner Proseminararbeit auch mit der Frage der „Kompatibilität“ dieser Branchen beschäftigen werde. Auf der Ebene der Stadtplanung dient Kunst und Kultur als Instrument zur gezielten Aufwertung.

Dieses Procedere stößt vermehrt auf Protest und gipfelte im Sommer 2009 in der Hansestadt Hamburg in der Initiative „Komm in die Gänge“. Der künstliche Versuch seitens der Stadtverwaltung die Attraktivität eines Standortes zu erhöhen, führt letztendlich zu einer Verdrängung der ansässigen Bevölkerung. In dieser Arbeit werde ich versuchen die Mechanismen die zu dieser Gentrifizierung führen anhand diverser Beispiele aufzuklären. Beginnend werde ich mich mit der allgemeinen Erläuterung der Kreativwirtschaft befassen, um mich im Hauptteil vor allem kritisch mit einigen Schattenseiten der Branche, mit Verweis auf das Gängeviertel in Hamburg, auseinanderzusetzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Einführung

2.1. Erste Annäherung an die Kultur- und Kreativwirtschaft

2.2. Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft

2.3. Der Hype um die Kultur- und Kreativwirtschaft

2.4. Kreativität, Kunst und Kultur als Standortfaktoren

2.5. Raum für Kunst, Kultur und Kreativität

3. Schattenseiten der Kreativwirtschaft

3.1. Gentrifizierung

3.2. Existenzgründung

3.3. Digitalisierung

3.4. Instrumentalisierung von Kunst und Kultur

4. Das Hamburger Gängeviertel

4.1. Geschichte des Gängeviertels

4.2. Strategien der Stadt Hamburg

4.3. Strategien der „Komm in die Gänge“ Initiative

4.4. „Komm in die Gänge“ Initative

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Verwertungsinteressen der Kreativwirtschaft und den Bedürfnissen der künstlerischen Akteure im urbanen Raum. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern Kunst und Kultur durch stadtplanerische Maßnahmen steuerbar sind und welche soziokulturellen Verdrängungseffekte – am Beispiel der Gentrifizierung – mit der Aufwertung von Stadtvierteln einhergehen.

  • Grundlagen und Definitionen der Kultur- und Kreativwirtschaft
  • Die Ambivalenz der Kreativwirtschaft als Wirtschaftsfaktor
  • Gentrifizierungsprozesse durch kulturelle Standortaufwertung
  • Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Branche
  • Fallstudie: Der Protest und die Initiative „Komm in die Gänge“ in Hamburg

Auszug aus dem Buch

4.3. Strategien der „Komm in die Gänge“ Initiative

Die Strategien die zu einer erfolgreichen „Eroberung“ des Hamburger Gängeviertels geführt haben waren weitaus subtiler als man es im ersten Moment erwarten würde und sind keinesfalls mit den typischen Hausbesetzungsinitiativen aus den 60er und 70er Jahren zu vergleichen. Es wurde anfänglich in erster Linie das Ziel verfolgt, eine möglichst große Menschenmasse für dieses „Projekt“ zu gewinnen. Das Hamburger Gängeviertel als erhaltenswertes Relikt vergangener Zeit musste also in das kollektive Bewusstsein der Hamburger Bevölkerung zurückgeholt werden.

Zu diesem Zweck wurden beispielsweise historische Ausstellungen zum Thema „Hamburger Gängeviertel“ veranstaltet und gezielt versucht mediales Interesse zu erregen. So kam es auch zur Geburt der Initiative „Komm in die Gänge“, dessen kreisrundes rotes Symbol in Form von Stickern bald die ganze Altstadt Hamburgs eroberte. In erster Linie durch Mundpropaganda wurde ein großer Menschenkreis über den bevorstehenden Start der Besetzung in Kenntnis gesetzt. Der Lokalpolitik hingegen wurde offiziell ein „Hoffest“ mit „kultureller Bespielung“ angekündigt. An dem besagten „Hoffest“ nahmen schließlich über 3000 Personen teil, wovon wiederum ca. 200 Personen Teil der Besetzungsaktion wurden.

Die Handlungsmotive der „mit- Besetzer“ waren dabei sehr differenziert, doch die Verantwortung ein kulturelles Erbe vor Verfall und Abriss zu bewahren stellte die gemeinsame Interessensbasis dar. Aufgrund des hohen medialen Interesses und den zahlreichen teils auch prominenten Anhängern des Projekts, wurde von einer Zwangsräumung des Hamburger Gängeviertels abgesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse an der Kreativwirtschaft, hinterfragt die Steuerbarkeit von Kreativität als Wirtschaftsfaktor und führt in die Fallstudie des Hamburger Gängeviertels ein.

2. Allgemeine Einführung: Dieses Kapitel definiert die Kultur- und Kreativwirtschaft, beleuchtet deren ökonomische Bedeutung und erörtert ihre Rolle als weiche Standortfaktoren in der modernen Stadtplanung.

3. Schattenseiten der Kreativwirtschaft: Hier werden negative Begleiterscheinungen wie Gentrifizierung, die prekäre Situation bei Existenzgründungen, Folgen der Digitalisierung und die Instrumentalisierung von Kunst durch ökonomische Interessen kritisch analysiert.

4. Das Hamburger Gängeviertel: Dieses Kapitel untersucht die Geschichte des Gängeviertels, die gescheiterten Aufwertungsstrategien der Stadt Hamburg und den erfolgreichen Gegenentwurf der Initiative „Komm in die Gänge“.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass wirtschaftliche Interessen häufig im Konflikt mit dem künstlerischen Schöpfungsprozess stehen und fordert eine stärkere Einbeziehung von Künstlern in den stadtpolitischen Diskurs.

Schlüsselwörter

Kreativwirtschaft, Humangeographie, Gentrifizierung, Stadtplanung, Hamburger Gängeviertel, Kulturwirtschaft, Standortfaktoren, kreative Klasse, Stadtentwicklung, digitale Transformation, künstlerische Freiräume, Partizipation, soziale Verdrängung, urbane Aufwertung, „Komm in die Gänge“

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die kritische Auseinandersetzung mit der Kreativwirtschaft und deren Auswirkungen auf urbane Strukturen, insbesondere im Kontext von Kunst und Stadtplanung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Einbettung von Kultur, den Mechanismen der Gentrifizierung, der Digitalisierung sowie dem Fallbeispiel des Hamburger Gängeviertels.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuklären, ob und wie Kunst und Kultur als Steuerungsinstrumente für Stadtentwicklung missbraucht werden und welche Folgen dies für die ansässigen Künstler und Bewohner hat.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine Proseminararbeit, die auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einer fallorientierten Analyse der Hamburger Stadtentwicklung basiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die negativen Effekte der Kreativwirtschaft, wie soziale Verdrängungsprozesse, und kontrastiert diese mit der konkreten Protest- und Initiativbewegung im Gängeviertel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Gentrifizierung, Kreativwirtschaft, urbane Aufwertung und soziokulturelle Bewegung definieren.

Inwiefern beeinflusst die Digitalisierung die Arbeit?

Die Digitalisierung wird als zweischneidiges Schwert beschrieben: Einerseits ermöglicht sie Vernetzung, andererseits führt sie durch Copyright-Probleme zu wirtschaftlichen Schäden in der Musik- und Filmbranche.

Welche besondere Schlussfolgerung zieht der Autor zum Gängeviertel?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Gängeviertel ein beispielhafter Protest gegen Gentrifizierung ist, der durch kollektives Engagement erfolgreich eine Alternative zur bloßen ökonomischen Vermarktung aufzeigen konnte.

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Details

Title
Chancen und Risiken der Kreativwirtschaft am Beispiel des Hamburger Gängeviertels
Grade
1
Author
Antonio Salmeri (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V294233
ISBN (eBook)
9783656919735
ISBN (Book)
9783656919742
Language
German
Tags
Kreativwirtschaft Gängeviertel Hamburg Gentrifizierung Komm in die Gänge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonio Salmeri (Author), 2013, Chancen und Risiken der Kreativwirtschaft am Beispiel des Hamburger Gängeviertels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294233
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