Soziale Exklusion in innerstädtischen Milieus. Brasilianische Favelas in Rio de Janeiro


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
27 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Integration, Segregation, Exklusion und Milieubildung
2.1 Sozialräumliche Segregation
2.2 Soziale Exklusion
2.3 Das Konzept der Milieubildung

3 Theorien sozialer Exklusion
3.1 „Urban Outcasts“ nach Loïc Wacquant
3.2 „Inklusion und Exklusion“ nach Niklas Luhmann

4 Die Favelas von Rio de Janeiro
4.1 Soziale Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft
Verbesserung sind diverse soziale Programme und der internationale, ökonomische Aufschwung des Landes in den vorangegangenen Jahren, die zu einem starken Zuwachs der Mittelschicht führten. Letztlich konnte aber die soziale Ungleichheit, insbesondere zwischen den einzelnen Ethnien, bislang nicht nachhaltig verringert werden.
4.2 Die Entstehung von Favelas
4.3 Favelas als (un-)sichtbarer urbaner Raum

5 Fazit

6 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Im Jahr 2011 lebten weltweit etwa 3,63 Millionen Menschen in städtischen Ballungsgebieten.1 Das entspricht einem Anteil von 52% der Weltbevölkerung. Die United Nations Organization (UNO) prognostiziert, dass die Urbanisierung in den nächsten Jahrzehnten weiterhin kontinuierlich ansteigen wird, so dass 2050 schätzungsweise zwei Drittel der Erdbewohner2 in urbanen Zentren wohnen werden. Im gleichen Zeitraum wird sich die Anzahl der Megastädte beinahe verzweifachen.3 Zurzeit werden 23 städtische Agglomerationsräume zu den Megastädten gezählt, darunter befinden sich auch zwei brasilianische Städte: São Paulo und Rio de Janeiro

Im Durchschnitt verlassen pro Minute 130 Menschen auf der Südhemisphäre ihre ländliche Heimat, um sich in einem städtischen Ballungsraum niederzulassen.4 Die Suche nach Arbeit und die unmittelbare Nähe zum Arbeitsplatz sind die häufigsten Gründe für die Migration. Ursächlich für die Verlagerung der Beschäftigung vom Land in die Stadt ist die Entwicklung des urbanen, informalen Sektors zum bedeutendsten Industriezweig in vielen Ländern. Gleichermaßen tragen politische Konflikte und die Konzentration von wichtigen Ressourcen zu einer Land-Stadt-Migration bei.5

Die stete Urbanisierung birgt aber nicht exklusiv positive, soziale Effekte für den Migranten:

„The rapidity and enormous volume of this rural-to-urban migration intensifies slum formation. City planning and management systems are unable to adequately cope with the massive population influx.“6

Insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern bilden sich zusehends solche Armutssiedlungen heraus, die mittlerweile für rund eine Milliarde Menschen weltweit ein Zuhause darstellen.7 Die „landesspezifischen“ Slums unterscheiden sich dabei stark voneinander:

Während in Nairobi Menschen aus Schutt und Müll notdürftige Unterkünfte bauen, sind Moradores8 in Brasilien z.T. sogar an das Trink- und Abwassersystem angeschlossen.

Ihre Lebenssituation wird Bestandteil der vorliegenden Arbeit sein, die sich exklusiv mit den Favelas in Rio de Janeiro beschäftigt. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei die Frage, inwieweit die Moradores auf Grund sozialer Aspekte wie Ethnie, Herkunft und Umwelt im urbanen Raum exkludiert werden. Folgende Annahmen werden hierbei vorausgestellt:

1. Favelas sind Armutssiedlungen an der städtischen Peripherie von Rio de Janeiro.
2. Die Moradores arbeiten zwar für gewöhnlich außerhalb der Favelas, sind aber in das Leben der Cariocas9 wenig inkludiert.
3. Die Herausbildung der Favelas ist Ausdruck einer ethnischen Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft.

Entsprechend der Fragestellung gliedert sich die vorliegende Arbeit in zwei Themengebiete: In einem ersten Schritt werden wichtige Termini definiert, die für die wissenschaftliche Betrachtung der sozialen Exklusion essentiell sind. Ebenso werden die Theorie der Unterschicht von Loïc Wacquant und das Konzept der Ungleichheit nach Niklas Luhmann prägnant erläutert. Hierbei wird nicht der Anspruch erhoben, die beiden Abhandlungen in ihrer Vollständigkeit darzustellen. Vielmehr werden punktuell einzelne Aspekte hervorgehoben. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft und den Favelas in Rio de Janeiro. Ausgehend von der Geschichte wird ein Überblick über die Lebensbedingungen der Moradores geschaffen. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Darlegung ihrer sozialräumlichen Segregation. Anschließend daran wird ein Fazit gezogen.

Im Zuge des wirtschaftlichen Aufstiegs der BRIC-Staaten beschäftigten sich in den vergangenen Jahren einige Wissenschaftler mit der sozialen Situation in Brasilien. Eine herausragende Publikation hierzu stammt von Eberhard Rothfuß10, der sich durch qualitative Interviews mit Moradores in Salvador da Bahia der Thematik der sozialen Exklusion in Favelas angenähert hat. Als zweites bedeutendes Werk ist Mike Davis „Planet der Slums“ zu nennen, das ein negatives Zukunftsszenario der kontinuierlichen Urbanisierung zeichnet. Beide Bücher bilden die literarische Basis für die vorliegende Arbeit.

2 Integration, Segregation, Exklusion und Milieubildung

Grundsätzlich können zwei Konzepte der urbanen Integration unterschieden werden: die individualistische und die kollektive Integration. In typischen Zuwanderungsstädten ist die letzt genannte Integrationsform üblich, da der Migrant zu Beginn normalerweise weder über ökonomische noch über soziale Sicherheit verfügt und auf die Zugehörigkeit zu einer Gruppe angewiesen ist. Dieses Konzept der kollektiven Integration geht auf die Soziologen der Chicagoer Schule zurück. Ihre Grundannahme ist, dass sich Zuwanderer je nach ihrer Kultur und Sozialisation in differente urbane Milieus und Netzwerke einordnen, in denen bereits ihre Landsleute oder Menschen gleicher Ethnie wohnen.11 Durch die Zugehörigkeit zu solchen Gemeinschaften werden die Migranten ökonomisch, sozial und psychisch gestützt, wodurch ihre Integration erleichtert wird. Im Tausch für ihre Sicherheit müssen sie sich aber dem Verhaltenkodex des Kollektivs anpassen.

Durch den Kontakt mit anderen Milieus und die Integration neuer Migranten transformieren sich die Gemeinschaften und neue (Sub-)Kulturen entstehen. Diese Hypothese bezieht Eberhard Rothfuß auf die brasilianischen Favelas und sieht in ihnen die originäre Nationalkultur der Afro-Brasilianer repräsentiert:

„Der candomblé, ein afro-brasilianischer Relgionsritus oder die capoeira, ein auf die Sklaverei in den Plantagen Nordostbrasiliens zurückgehender Kampftanz, dienen für die Favelabewohner dazu, eine gemeinsame Identität und Kollektivität zu leben.“ 12

Die Herausbildung einer solchen milieuspezifischen, kulturellen Identität bewirkt zugleich, dass sich die jeweilige Gemeinschaft, hier die afro-brasilianischen Moradores, gegenüber anderen Gruppen abgrenzt und sich segregiert. Dementsprechend sind Inklusionsprozesse ebenso durch exklusive Momente bestimmt.

2.1 Sozialräumliche Segregation

Nach Hartmut Häußermann und Walter Siebel ist die Segregation „die Projektion sozialer Struktur auf den Raum“ 13. Zwei Termini sind in dieser Aussage signifikant: die soziale Struktur und der Raum. Mit dem Raum sind zum einen der urbane Agglomerationsraum, zum anderen die Lokalisierung der innerstädtischen Milieus gemeint. Als soziale Struktur wird die Verteilung der Einwohner auf die einzelnen Gemeinschaften und Gesellschaftsschichten bezeichnet. Demgemäß bedeutet die sozialräumliche Segregation die Konzentration von Menschen derselben sozialen und/oder ethnischen Schicht auf ein spezifisches, urbanes Milieu, das sich von anderen Milieus räumlich und durch bestimmte Merkmale abgrenzt.

Weiterhin sehen Häußermann und Siebel die Segregation als Ausdruck der sozialen Ungleichheit und ethnischer sowie kultureller Differenz. Am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland verdeutlichen sie die Bedeutung der Segregation und weisen nach, welchen Einfluss die zunehmende Globalisierung und Kapitalisierung auf die Ungleichheit hat.14 Im internationalen Vergleich ist die BRD aber ein relativ positives Beispiel für die Disparitäten zwischen Arm und Reich. Der Gini-Koeffizient15 liegt in diesem Land bei 0,295.16 Dieser Wert ist im Vergleich zu den meisten anderen Staaten weltweit relativ niedrig, jedoch verzeichnete die OECD im letzten Jahrzehnt in vielen Industrieländern, so auch in der BRD, einen Anstieg des Koeffizienten.17 Im Kontrast dazu gehört der Gini-Koeffizient18 in Brasilien zu den zwanzig höchsten weltweit. Demnach leidet das Land unter einer hohen sozialen Ungleichheit, die durch diverse Programme wie die „Bolsa Família“ 19 minimal verringert werden konnte. Diese Verbesserung drückt sich auch im Gini-Koeffizienten aus, der sich zwischen 2001 und 2012 um 0,08 verbesserte.20

2.2 Soziale Exklusion

Eng verknüpft mit dem Begriff der sozialräumlichen Segregation ist die Exklusion. 1965 wurde der Terminus erstmalig von dem österreichischen Soziologen Jules Klanfer in den sozialwissenschaftlichen Diskurs eingebracht und in besonderer Weise geprägt. Er setzte die Exklusion in Beziehung zur sozialen Armut, wobei er sich auf eine von der UNESCO in Paris veranstaltete Konferenz zu diesem Thema bezog. In seinem Buch „Die soziale Ausschließung - Armut in reichen Ländern“ bezeichnet er die Armen als „zur Einsamkeit verurteilt“21 und betrachtet die Exklusion als marginalisiertes Armutsphänomen.22 Bereits zwei Jahre zuvor prägte Gunnar Myrdal den Begriff „underclass“, um das Phänomen der Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen Massenarmut zu beschreiben. 23 Mittlerweile wird die Armut als zentrales Leitmotiv der sozialen Ungleichheit durch den Terminus Exklusion zunehmend in der Fachliteratur abgelöst.

Mehrere Merkmale charakterisieren die soziale Exklusion: Sie ist erstens ein mehrdimensionaler Prozess, der sich durch den Mangel differenter Güter definiert. Dem Bürger wird dabei der Zugang zu bestimmten urbanen Räumen, wie etwa zum Wohnraum, und zu spezifischen Ressourcen, beispielsweise zur Bildung, erschwert bzw. sogar verweigert.24 Die soziale Exklusion beinhaltet demnach eine Unterversorgung, die sich für gewöhnlich auf mehrere Bereiche erstreckt. Hierbei gilt das Prinzip des „vicious circle“25, der besagt, dass Exklusionen als Folge anderer Exklusionen auftreten können. Somit bewirkt das Ineinandergreifen diverser Mangelerscheinungen, dass sich der exkludierende Effekt verstärkt.

Als zweites stellt die soziale Exklusion ein Merkmal des kapitalistischen Wirtschaftssystems dar, in dem nur den Wohlhabenden der Zugang zu gewissen Ressourcen und Funktionssystemen ermöglicht wird. Entsprechend ist die Exklusion Ausdruck einer sozialen Ungerechtigkeit zwischen Gruppierungen, die sich durch die Verteilung der Güter voneinander unterscheiden.26 Institutionalisiert sich diese Differenz zwischen Arm und Reich bzw. Gleichen und Ungleichen, dann spricht die Sozialwissenschaft auch vom „strukturellen Rassismus“ 27.

Als dritter Faktor lässt sich feststellen, dass die soziale Exklusion primär eine Zuschreibungskategorie ist, die auf eine Deutung angewiesen ist. Das bedeutet, dass der exkludierende Effekt als solcher in einem ersten Schritt erkannt und anschließend definiert werden muss. Der französische Soziologe Robert Castel stellt hierzu treffend fest:

„Denn man wird nicht als Ausgeschlossener geboren, man ist nicht immer ausgeschlossen gewesen.“ 28

Demnach bringen erst die Gesellschaftsordnung und die -theorie die Exkludierten hervor, in dem sie eine soziale Differenz der einzelnen Individuen unterstellen.

2.3 Das Konzept der Milieubildung

Das Konzept der Milieubildung stellt eine weitere Option der Segregation einzelner gesellschaftlicher Gruppen dar. Im Kontrast zu anderen Konzeptionen, etwa zur Stände- oder Klassengesellschaft, differenzieren sich Milieus sowohl auf horizontaler als auch auf vertikaler Ebene. Begründer des wissenschaftlichen Milieu-Begriffs ist Hippolyte Taine, der den Menschen als die Gesamtheit aller umgebenden politischen, sozialen und umweltgeographischen Bedingungen definiert. Demnach sei das Individuum durch die ihn direkt umgebende Gesellschaft und das jeweilige Milieu bestimmt.29

Im heutigen Kontext wird der Begriff vor allem soziokulturell aufgefasst. Er wird für eine Gruppe Gleichgesinnter verwendet, die sich durch ähnliche Mentalitäten, Werte und Lebensstile auszeichnen. Üblicherweise sind die einzelnen Milieus durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl gekennzeichnet, wodurch es zu einem verstärkten Binnenkontakt und Exklusionsprozessen kommt.30 Ein Beispiel für ein Milieu stellen homogene Stadtviertel, wie etwa die Favelas, dar. Die Homogenität begründet sich hier in der Zugehörigkeit zu einer niedrigen Einkommensgruppe, die unterhalb des brasilianischen Durchschnitts liegt und teilweise mit weniger als einem Dollar pro Tag leben muss.

Bei der Entstehung der sozialen Milieus können verschiedene Interpretationsansätze gegeneinander abgegrenzt werden. Die erste konzeptionelle Grundlage für viele Milieustudien bildet die Habitustheorie nach Pierre Bourdieu, die sich im Kern mit den individuellen Adaptionsprozessen an klassenspezifische Lebensstile beschäftigt.31 Die Entstehung von Milieus ist demnach das Ergebnis solcher Anpassungen. Zu dem geht Bourdieu von einer ungleichen Verteilung des ökonomischen, des sozialen und des kulturellen Kapitals aus.32 Entsprechend der Ausprägung der einzelnen Kapitalvolumina prägen sich differente soziale Räume respektive Milieus heraus, denen sich die Individuen zuordnen.

Identitätstheorien hingegen begründen die Herausbildung von Milieus in der Identitätsbildung des Individuums, das seine persönlichen Wertvorstellungen generalisiert, um sich einer oder mehreren Gruppen bzw. Milieus zuzuordnen. Im gleichen Maße segregiert es sich durch diese Zuordnung von anderen Gruppierungen/Milieus ab und distanziert sich von diesen. 33

Eine weitere theoretische Konzeption, die dem Milieu-Begriff zugrunde liegt, ist die Individualisierungstheorie. Diese soll der Vollständigkeit halber genannt werden, wird aber für die weitere Arbeit von keinerlei Bedeutung sein.

[...]


1 Vgl. United Nations Organization: World Urbanization Prospects, The 2011 Revision, New York 2012, S. 4

2 In der folgenden Arbeit wird auf das Gendering verzichtet und ausschließlich die männliche Form verwendet, um die Lesbarkeit zu erhöhen.

3 Vgl. United Nations Organization: World Urbanization Prospects, The 2011 Revision, New York 2012, S. 5ff.

4 Vgl. Eberhard Rothfuß: Exklusion im Zentrum – Die brasilianische Favela zwischen Stigmatisierung und Widerständigkeit, Bielefeld 2012, S. 11

5 Vgl. UN-Habitat: Twenty First Session of the Gouverning Council, Nairobi 2007, S. 2

6 ebd., S. 2

7 Vgl. Sonja Ernst: Amnesty Journal Oktober 2009, Planet der Slums, in: http://www.amnesty.de/journal/2009/oktober/planet-der-slums, (05.06.2014)

8 Moradores ist das portugiesische Wort für einen Bewohner. Üblicherweise wird der Bewohner einer Favela als Favelado bezeichnet. Da dieser Terminus auf Grund von Drogen- und Gewaltdelikten negativ konnotiert ist, wird in dieser Arbeit von Moradores gesprochen.

9 Der Begriff „Cariocas“ wird in Abgrenzung zu den Favelados/ Moradores verwendet und bezeichnet die Bürger Rio de Janeiros, die in mittleren und gehobenen Wohnsiedlungen leben.

10 Eberhard Rothfußs Publikation heißt „Exklusion im Zentrum – Die brasilianische Favela zwischen Stigmatisierung und Widerständigkeit“. Sie wurde 2012 veröffentlicht.

11 Vgl. Robert E. Park: The City, Suggestions for the Investigation of Behavior in the City Environment, In: American Journal of Sociology, Jg. 20, Heft 5, Chicago, S. 579ff.

12 Eberhard Rothfuß: Exklusion im Zentrum, Die brasilianische Favela zwischen Stigmatisierung und Widerständigkeit, Bielefeld 2012, S. 209

13 Hartmut Häußermann/Walter Siebel: Integration und Segregation, Überlegungen zu einer alten Debatte, in: Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften, Jg. 1, Heft 1, Hannover, S. 70

14 Vgl. ebd., S. 70ff.

15 Der Gini-Koeffizient ist ein statisches Maß, das von dem italienischen Soziologen Corrado Gini entwickelt wurde. Er wird in der politischen Ökonomie als Ausdruck für die Verteilung von Einkommen und Vermögen genutzt. Der Wert variiert dabei zwischen Null (absolute Gleichheit) und Eins (absolute Ungleichheit). Multipliziert mit 100 ergibt sich aus dieser Zahl der Gini-Index.

16 Vgl. Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Divided We Stand, Why Inequality Keeps Rising, Paris 2011, S. 45

17 Vgl. ebd., S. 22

18 Vgl. Central Intelligence Agency: The World Factbook, in: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2172rank.html, (08.06.2014)

19 2003 wurde das Sozialhilfeprogramm „Bolsa Família“ vom damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ins Leben gerufen. Familien mit einem Einkommen von weniger als 140 Reais pro Kopf im Monat werden seither unterstützt. Das Programm ist an verschiedene Auflagen, wie etwa den regelmäßigen Schulbesuch, geknüpft. Ziel ist es, die relative Armut im Land zu verringern und auch einkommensschwächeren Familien eine zukunftschance zu bieten. Weiterführende Informationen zu diesem Programm finden sich etwa bei der Konrad-Andenauer-Stiftung. (Vgl. hierzu Karina Kriegesmann: Das brasilianische Transferprogramm Bolsa Família, Ein wegbereitendes Vorbild für mehr Chancengerechtigkeit in Lateinamerikas Bildungssystemen? in: http://www.kas.de/wf/doc/kas_29669-1522-1-30.pdf?111208184310, (08.06.2014)

20 Vgl. Central Intelligence Agency: The World Factbook, in: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2172rank.html, (08.06.2014); Vgl. The World Bank: Gini-Index, in: http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.GINI?page=2, (08.06.2014)

21 Jules Klanfer: Die soziale Ausschließung, Armut in reichen Ländern, Wien 1969, S. 35

22 Vgl. ebd., S. 35ff.

23 Gunnar Myrdal prägte den Begriff in seinem 1963 erschienenem Buch „

24 Vgl. Thomas Wagner: Vom ‚Ende’ der Armut und der ‚Entdeckung’ der Exklusion, Des Königs neue Kleider oder ‚neue’ Qualitäten der Ungleichheit?, in: http://www.sozialarbeit.ch/dokumente/ende%20der%20armut.pdf, (09.06.2014)

25 Gunnar Myrdal: Challenge to Affluence, New York 1963, S. 10

26 Vgl. Eberhard Rothfuß: Exklusion im Zentrum, Die brasilianische Favela zwischen Stigmatisierung und Widerständigkeit, Bielefeld 2012, S. 23

27 Anja Weiß: Raumrelationen als zentraler Aspekt weltweiter Ungleichheiten, in: Mittelweg 36: Jg. 11, Heft 2, Hamburg, S. 81

28 Robert Castel: Die Fallstricke des Exklusionsbegriffs, in: Mittelweg 36, Jg. 8, Heft 3, Hamburg, S. 13

29 Vgl. Bruno Markwardt: Geschichte der deutschen Poetik, Band V, Berlin 1967, S. 22f.

30 Vgl. Stefan Hradil: Soziale Milieus, Eine praxisorientierte Forschungsperspektive, in: http://www.bpb.de/apuz/29429/soziale-milieus-eine-praxisorientierte-forschungsperspektive?p=all (08.06.2014)

31 Vgl. Pierre Bourdieu: Die Feinen Unterschiede, Frankfurt am Main 1979, S. 275ff.

32 Vgl. Pierre Bourdieu: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in: Kreckel, Reinhard (Hg.): Soziale Ungleichheiten, Soziale Welt, Sonderband 2, Göttingen 1983, S. 183ff.

33 Vgl. Stefan Hradil: Soziale Milieus, Eine praxisorientierte Forschungsperspektive, in: http://www.bpb.de/apuz/29429/soziale-milieus-eine-praxisorientierte-forschungsperspektive?p=all (08.06.2014)

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Details

Titel
Soziale Exklusion in innerstädtischen Milieus. Brasilianische Favelas in Rio de Janeiro
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Philosophische Fakultät I)
Veranstaltung
Aufbaumodul Politische Theorie
Autor
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V294269
ISBN (eBook)
9783656920618
ISBN (Buch)
9783656920625
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale Exklusion, Favelas, Cariocas, Brasilien, Rio de Janeiro, Loic Wacquant, Niklas Luhmann
Arbeit zitieren
Maria Weickardt (Autor), 2014, Soziale Exklusion in innerstädtischen Milieus. Brasilianische Favelas in Rio de Janeiro, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294269

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