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Soziale Exklusion in innerstädtischen Milieus. Brasilianische Favelas in Rio de Janeiro

Título: Soziale Exklusion in innerstädtischen Milieus. Brasilianische Favelas in Rio de Janeiro

Trabajo , 2014 , 27 Páginas

Autor:in: Maria Weickardt (Autor)

Política - Región: Centro y Sur América
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Im Durchschnitt verlassen pro Minute 130 Menschen auf der Südhemisphäre ihre ländliche Heimat, um sich in einem städtischen Ballungsraum niederzulassen. Die Suche nach Arbeit und die unmittelbare Nähe zum Arbeitsplatz sind die häufigsten Gründe für die Migration. Ursächlich für die Verlagerung der Beschäftigung vom Land in die Stadt ist die Entwicklung des urbanen, informalen Sektors zum bedeutendsten Industriezweig in vielen Ländern. Gleichermaßen tragen politische Konflikte und die Konzentration von wichtigen Ressourcen zu einer Land-Stadt-Migration bei.

Die stete Urbanisierung birgt aber nicht exklusiv positive, soziale Effekte für den Migranten. Insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern bilden sich zusehends solche Armutssiedlungen heraus, die mittlerweile für rund eine Milliarde Menschen weltweit ein Zuhause darstellen. Die „landesspezifischen“ Slums unterscheiden sich dabei stark voneinander: Während in Nairobi Menschen aus Schutt und Müll notdürftige Unterkünfte bauen, sind Moradores in Brasilien z.T. sogar an das Trink- und Abwassersystem angeschlossen.

Ihre Lebenssituation wird Bestandteil der vorliegenden Arbeit sein, die sich exklusiv mit den Favelas in Rio de Janeiro beschäftigt. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei die Frage, inwieweit die Moradores auf Grund sozialer Aspekte wie Ethnie, Herkunft und Umwelt im urbanen Raum exkludiert werden. Folgende Annahmen werden hierbei vorausgestellt:

1. Favelas sind Armutssiedlungen an der städtischen Peripherie von Rio de Janeiro.
2. Die Moradores arbeiten zwar für gewöhnlich außerhalb der Favelas, sind aber in das Leben der Cariocas wenig inkludiert.
3. Die Herausbildung der Favelas ist Ausdruck einer ethnischen Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft.
Entsprechend der Fragestellung gliedert sich die vorliegende Arbeit in zwei Themengebiete: In einem ersten Schritt werden wichtige Termini definiert, die für die wissenschaftliche Betrachtung der sozialen Exklusion essentiell sind. Ebenso werden die Theorie der Unterschicht von Loïc Wacquant und das Konzept der Ungleichheit nach Niklas Luhmann prägnant erläutert. Hierbei wird nicht der Anspruch erhoben, die beiden Abhandlungen in ihrer Vollständigkeit darzustellen. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft und den Favelas in Rio de Janeiro. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Darlegung ihrer sozialräumlichen Segregation liegen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Integration, Segregation, Exklusion und Milieubildung

2.1 Sozialräumliche Segregation

2.2 Soziale Exklusion

2.3 Das Konzept der Milieubildung

3 Theorien sozialer Exklusion

3.1 „Urban Outcasts“ nach Loïc Wacquant

3.2 „Inklusion und Exklusion“ nach Niklas Luhmann

4 Die Favelas von Rio de Janeiro

4.1 Soziale Ungleichheit in der brasilianischen Gesellschaft

4.2 Die Entstehung von Favelas

4.3 Favelas als (un-)sichtbarer urbaner Raum

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen der sozialen Exklusion in brasilianischen Favelas am Beispiel von Rio de Janeiro. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit die Bewohner, die sogenannten Moradores, aufgrund von Faktoren wie Ethnie, Herkunft und ihrer räumlichen Lage von der restlichen Gesellschaft ausgeschlossen werden.

  • Analyse theoretischer Konzepte zur sozialen Exklusion (u.a. Wacquant und Luhmann)
  • Untersuchung der sozialräumlichen Segregation und Milieubildung
  • Darstellung der historischen Entstehung und sozioökonomischen Situation von Favelas
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Ausgrenzung (Stigmatisierung)

Auszug aus dem Buch

3.1 „Urban Outcasts“ nach Loïc Wacquant

Der Soziologe Loïc Wacquant gilt als Experte auf dem Gebiet der Forschung zu amerikanischen Ghettos und französischen Banlieues. Beide Siedlungsformen sind den brasilianischen Favelas grundlegend ähnlich, da ihre Bewohner weniger als der Landesdurchschnitt verdienen, mit vielfältigen sozialen Problemen, beispielsweise Armut und hoher Kriminalität, zu kämpfen haben und als gesellschaftlich marginalisiert bzw. exkludiert gelten. Ein grundlegender Unterschied besteht aber in der geschichtlichen Herausbildung dieser Stadtviertel, ebenso wie in der Rolle des Staates. Wacquant stellt hierzu fest, dass sich Ghettos vordergründig durch ethnische Konflikte zwischen Farbigen und Weißen entwickelt haben; Banlieues hingegen basieren grundsätzlich auf urbanen und nationalen Klassendifferenzen, die einem (post-) kolonialen Ursprung besitzen. Die Entstehung der Favelas geht ebenso auf die Disparitäten zwischen Arm und Reich zurück, die sich in der ungleichen Einkommensverteilung manifestiert. Grundsätzlich kann hierbei aber behauptet werden, dass die weiße Bevölkerung eher zu den Besser-Verdienenden, die farbige Bevölkerung zur Unterschicht gehört. Die Arbeits- und Lebenschancen sowie das Einkommen lassen folglich auf eine ethnische Differenzierung schließen.

Durch den punktuellen Vergleich zwischen den Ghettos und Banlieues kommt Wacquant zu der Schlussfolgerung, dass grundsätzlich sechs Gründe der zunehmenden urbanen Marginalisierung unterschieden werden können. Diese Marginalisierung grenzt sich vom klassischen Armutsverständnis der 1970er Jahre (der Ford-Ära) ab.

Als erste Ursache führt Wacquant die „Wage labor“ an, die eine gesellschaftliche Fragmentierung und eine Zunahme der sozialen Ungleichheit bedingt. Auf der einen Seit steigt durch das industrielle Wachstum die Zahl der professionalisierten Beschäftigten, im gleichen Maße werden auf der anderen Seite weniger qualifizierte Arbeiter immer mehr in minderwertige Industrie- und Dienstleistungstätigkeiten zurückgedrängt. Eng verknüpft mit der Spaltung des Arbeitsmarktes sind die funktionale Trennung von makroökonomischen Trends und die territoriale Stigmatisierung. Die Stigmatisierung spielt auch in den Favelas Rio de Janeiros eine entscheidende Rolle, da Moradores zumeist zu den Niedriglohnarbeitern gehören, die in körperlich anstrengenden Berufen oder als Aushilfe für reichere Familien arbeiten. Insbesondere an den weiblichen Moradores verdeutlicht sich die Bedeutung der Herkunft: Viele von ihnen sind arbeitslos oder sie sind als Angestellte ohne Arbeitsvertrag beschäftigt. Somit werden ihnen auf Grund ihrer Herkunft gewisse Rechte abgesprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Urbanisierung und führt in die Problematik der sozialen Exklusion in brasilianischen Favelas ein.

2 Integration, Segregation, Exklusion und Milieubildung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundbegriffe wie urbane Segregation, Exklusion und Milieubildung im soziologischen Kontext definiert.

3 Theorien sozialer Exklusion: Hier werden die Modelle von Loïc Wacquant (Urban Outcasts) und Niklas Luhmann (Inklusion/Exklusion) detailliert gegenübergestellt.

4 Die Favelas von Rio de Janeiro: Dieser Teil analysiert die soziale Ungleichheit, die Entstehung der Favelas und ihren Status als (un-)sichtbarer urbaner Raum.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Relevanz der untersuchten Thesen zur Segregation und Exklusion.

Schlüsselwörter

Soziale Exklusion, Favelas, Rio de Janeiro, Segregation, Milieubildung, Armut, soziale Ungleichheit, Loïc Wacquant, Niklas Luhmann, Urbanisierung, Marginalisierung, Stigmatisierung, Moradores, Cariocas, Brasilianidade.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sozialen Ausschlussmechanismen, denen die Bewohner der Favelas in Rio de Janeiro in der brasilianischen Gesellschaft ausgesetzt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen soziale Segregation, urbane Armut, Milieubildung sowie die theoretische Fundierung durch soziologische Exklusionsbegriffe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, inwieweit ethnische, soziale und umweltgeographische Aspekte dazu führen, dass die Bewohner von Favelas systematisch aus der urbanen Gesellschaft exkludiert werden.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Marginalisierungstheorie von Loïc Wacquant sowie die Systemtheorie von Niklas Luhmann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert neben den theoretischen Grundlagen die spezifische sozioökonomische Situation in Rio de Janeiro, inklusive der Entstehungsgeschichte der Favelas und der Auswirkungen sozialer Ungleichheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Soziale Exklusion, Segregation, Marginalisierung, Favelas und soziale Ungleichheit.

Was unterscheidet die Favela-Bewohner von den restlichen Bürgern Rio de Janeiros?

Die Bewohner, Moradores genannt, erfahren eine räumliche und soziale Abgrenzung zu den als Cariocas bezeichneten restlichen Stadtbewohnern, die oft durch Stigmatisierung und ungleiche Lebenschancen geprägt ist.

Wie spielt der Faktor "Arbeit" bei der Exklusion eine Rolle?

Obwohl die meisten Bewohner außerhalb der Favelas arbeiten, bleiben sie aufgrund ihres meist niedrigen Lohnniveaus und ihrer Herkunft marginalisiert und werden in der Mehrheitsgesellschaft kaum als gleichwertige Bürger wahrgenommen.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Soziale Exklusion in innerstädtischen Milieus. Brasilianische Favelas in Rio de Janeiro
Universidad
Martin Luther University  (Philosophische Fakultät I)
Curso
Aufbaumodul Politische Theorie
Autor
Maria Weickardt (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
27
No. de catálogo
V294269
ISBN (Ebook)
9783656920618
ISBN (Libro)
9783656920625
Idioma
Alemán
Etiqueta
soziale Exklusion Favelas Cariocas Brasilien Rio de Janeiro Loic Wacquant Niklas Luhmann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maria Weickardt (Autor), 2014, Soziale Exklusion in innerstädtischen Milieus. Brasilianische Favelas in Rio de Janeiro, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294269
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