To be or not to be, that is the question“ oder auch „Sein oder nicht sein, das ist die Frage.“ Wer Shakespeares „Hamlet“ gelesen hat, dem dürfte dieses Zitat des Protagonisten bekannt sein. Doch selbst wenn nicht, so hat sich dieser Ausdruck von 1600 heute zu einer allgemeinen Floskel etabliert. Doch so banal uns die Mundart auch von der Zunge gleitet, so komplexer und verstrickter ist die Meinungsverschiedenheit zum Sein und Nicht-Sein in ihrer ontologischen Fragestellung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
1.1 Hinführung zur ontologischen Fragestellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Die Grundfrage der Ontologie bei Quine
2.1 Kritik an der Unterscheidung von analytischen und synthetischen Sätzen
2.2 Das Problem des Nicht-Seins und „Platons Bart“
2.2.1 Die fiktive Meinungsverschiedenheit: Ixhausen und Quine
2.2.2 Die Rolle der Vorstellung und geistige Entitäten
2.3 Existenz versus Subsistenz: Die Position des Ypsiloner
3. Identität und ontologische Kategorisierung
3.1 Wissenschaftliche Perspektiven auf Gleichheit
3.2 Quines Prinzip: „no entity without identity“
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Willard Van Orman Quines philosophischen Aufsatz „Was es gibt“ (1948) mit dem Fokus auf die ontologische Problematik der Existenz und Nichtexistenz. Ziel ist es, Quines Argumentation gegen die Annahme von Entitäten ohne Identität nachzuvollziehen und kritisch zu prüfen, wie der Autor den Konflikt zwischen ontologischen und lexikographischen Ausdrücken löst.
- Analyse des Problems des „Nicht-Seins“ und des sogenannten „Platons Bart“.
- Untersuchung der fiktiven philosophischen Gegenpositionen (Ixhausen und Ypsiloner).
- Kritische Auseinandersetzung mit der Unterscheidung zwischen Existenz und Subsistenz.
- Betrachtung von Quines Identitätsprinzip „no entity without identity“.
- Reflektion über die Anwendung des Identitätsbegriffs auf unaktuelle Möglichkeiten.
Auszug aus dem Buch
Das Problem des Nicht-Seins
Gleich zu Beginn von „Was es gibt“ geht Quine auf seine Grundfrage und seine Antwort auf diese näher ein. „Die Möglichkeit verschiedener Auffassungen über einzelne Fälle bleibt bestehen und damit hat dann das Problem auch Jahrhunderte überlebt“ (Quine, S. 9), so spricht Quine die problematische Fragestellung der Nichtexistenz an oder der auch „das Problem des Nicht-Seins“ (Quine, S. 9).
Quine spricht gleich zu Anfang eine fiktive Meinungsverschiedenheit zweier Philosophen an, die aus seinen Überlegungen stammen. Der ausgedachte Philosoph Ixhausen behauptet, es gebe etwas, wovon aber Quine behauptet, dass es jenes nicht gebe. Um die Frage von seiner abstrakten Form zu lösen stellt Quine eine konkrete These auf, nämlich: „Pegasus gibt es“ (meint Ixhausen). Nun könnte Quine darauf hin erwidern: „Pegasus gibt es nicht.“ Doch in diesem Fall, so ist Quine überzeugt, begibt er sich in eine Zwickmühle. Denn es scheint ja so, das Pegasus bereits existieren muss, denn welchem Ding wird sonst Existenz abgesprochen?
Vielleicht könnte Quine sagen „Ich weiß nicht wovon du sprichst. Den Begriff Pegasus habe ich noch nie gehört.“ Doch selbst bei dieser Antwort, wäre eine Meinungsverschiedenheit nicht behoben, schätze ich.
Quine benennt sein erläutertes Problem als „Platons Bart“ und sagt „[..] in ihrer Geschichte hat sie sich als so hartnäckig erwiesen, daß Ockhams Rasiermesser oft stumpf an ihr wurde“ (Quine, S. 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Dieser Abschnitt führt in die ontologische Thematik ein und definiert die Forschungsfragen, die sich aus Quines Werk ergeben.
2. Die Grundfrage der Ontologie bei Quine: Hier wird Quines Ansatz beleuchtet, die Existenzfrage radikal zu vereinfachen, sowie seine Auseinandersetzung mit fiktiven Gesprächspartnern zur Problematik des Nicht-Seins.
3. Identität und ontologische Kategorisierung: Dieses Kapitel untersucht, wie unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen Gleichheit definieren und wie Quines Identitätsprinzip darauf reagiert.
4. Schlussbetrachtung: Der Autor resümiert die Komplexität der Lektüre und würdigt Quines originellen, leicht ironischen Schreibstil, der die logische Strenge auflockert.
Schlüsselwörter
Ontologie, Existenz, Nicht-Sein, Platons Bart, W.V.O. Quine, Identität, Analytische Philosophie, Subsistenz, Unaktuelle Möglichkeit, Ockhams Rasiermesser, Lexikographie, Metaphysik, Entität, Philosophie der Sprache, Pegasus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ontologischen Überlegungen von W.V.O. Quine in seinem Aufsatz „Was es gibt“, insbesondere mit der Frage, wie wir über Dinge sprechen, deren Existenz wir verneinen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Problematik des Nicht-Seins, der ontologische Status von fiktiven Objekten und die Definition von Identität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Plausibilität von Quines Thesen zur Existenz und Nichtexistenz zu hinterfragen und zu verstehen, wie er das Problem des „Nicht-Seins“ auflöst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine textanalytische Methode, um Quines Argumente in einen philosophischen Kontext einzuordnen und durch eigene kritische Überlegungen zu ergänzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit Quines „Platons Bart“-Metapher, der Unterscheidung zwischen Existenz und Subsistenz anhand fiktiver Beispiele und der Bedeutung des Identitätsprinzips.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ontologie, Identität, Existenz, Quine, „Platons Bart“ und die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen.
Warum spielt die Figur „Pegasus“ eine zentrale Rolle?
Pegasus dient Quine als anschauliches Beispiel für eine fiktive Entität, um die logische Schwierigkeit aufzuzeigen, über Dinge zu sprechen, die nicht existieren, ohne ihnen dadurch einen gewissen Status des „Seins“ zuzuschreiben.
Was meint Quine mit „Platons Bart“?
Der Begriff beschreibt ein hartnäckiges philosophisches Problem: Wenn man über Nichtexistierendes spricht, scheint man diesem zwangsläufig eine Form von Existenz zuzuschreiben, was zu einem logischen Zirkelschluss führt.
Wie bewertet die Autorin Quines Schreibstil?
Die Autorin empfindet Quines Stil als zwar anstrengend und komplex, schätzt jedoch seine ironische, leicht federnde Art und seine kreativen Fallbeispiele, die den trockenen logischen Stoff auflockern.
- Citar trabajo
- Julia Göthling (Autor), 2013, Zur Problematik der Nichtexistenz in „Was es gibt“ von Willard Van Orman Quine, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294317