„Innerhalb des Jugendamtes ist der ASD ein allzuständiger, zielgruppen-, generationen- und gesetzesübergreifender Basisdienst, der zentrale soziale Dienst einer Kommune. Er sichert die psychosoziale Grundversorgung im Landkreis bzw. in der kreisfreien Stadt. Als einziger Dienst der keinen Hilfesuchenden abweisen kann, bildet er letztlich ein Netz unter dem sozialen Netz.“ (von Balluseck, 1999, S. 49)
Die vorliegende Arbeit versucht entsprechend der Aufgabenstellung, das Arbeitsfeld des Allgemeinen Sozialen Dienstes, im Folgenden auch als ASD abgekürzt, zu beschreiben und Antworten auf die Frage zu geben, was die Bedingungen, Aufgaben und Probleme des ASD sind. Die Idee eigenständiger, mit Fachkräften ausgestatteter kommunaler Sozialdienste ist noch jung. Um ein Profil der allgemeinen Sozialdienste herauszuarbeiten, müssen sowohl inhaltliche, methodische und organisatorische Fragen aber auch das sozialarbeiterische Selbstverständnis geklärt werden.
Des Weiteren werde ich einen kleinen historischen Abriss über die geschichtliche Entwicklung des Allgemeinen Sozialen Dienstes anfertigen. Auch die rechtlichen Grundlagen der Arbeit im Sozialen Dienst werden in dieser Arbeit eine Rolle spielen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Beschreibung des Arbeitsfeldes
1.1 Aufgabe und Funktion
1.2 Zielgruppe
1.3 Ziele
1.4 Selbstverständnis
2. Struktur des Arbeitsfeldes
2.1 Organisation
2.2 Personal und Ausstattung
2.3 Formen der Arbeit im ASD
2.4 Kooperation
2.5 Allgemeiner Sozialer Dienst in Leipzig
3. Arbeitsweise
3.1 Hilfeverlauf
3.1.1 Gefährdungssituation
3.2 Methoden
3.3 Rechtliche Grundlagen
4. Historischer Abriss
4.1 Probleme in der Gegenwart
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit hat zum Ziel, das komplexe Arbeitsfeld des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) zu beschreiben, seine zentralen Aufgaben, Bedingungen und Herausforderungen zu analysieren sowie dessen Rolle innerhalb des sozialen Systems in Deutschland kritisch zu beleuchten.
- Strukturelle Organisation und Aufgabenprofil des ASD
- Methodische Ansätze und Arbeitsweisen im Einzelfall
- Rechtliche Grundlagen der sozialen Arbeit im ASD
- Historische Entwicklung und aktuelle Problemfelder
- Bedeutung als Basisdienst und Teil der kommunalen Daseinsvorsorge
Auszug aus dem Buch
3.2 Methoden
Das methodische Vorgehen im ASD orientiert sich an den Prinzipien des Empowerment, der Sozialen Einzelhilfe, der Sozialen Gruppenarbeit und der Gemeinwesenarbeit. Drei Techniken werde ich im Folgenden näher beschreiben.
Die Skulpturarbeit ist ein Verfahren, bei der innerfamiliäre Verläufe auf nonverbaler Ebene dargestellt werden. Ein Familienmitglied richtet die ganze Familie räumlich so aus, dass eine aus seiner Sicht stimmige Repräsentation der Beziehungen entsteht. Der räumlich-physische Ausdruck hat das Ziel, die verschiedenen Positionen in Bezug auf beispielsweise Hierarchie, Nähe und Distanz sowie Bedürfnisse und typische Haltungen innerhalb der Familie zu verdeutlichen.
Durch systematische Fragen gibt der Sozialarbeiter Denkanregungen, ohne Ratschläge aufzudrängen. Diese Methode kann den Horizont der Beobachtung erweitern, indem man ein Individuum darum bittet, die Beziehung zwischen zwei anderen darzustellen. Auf diese Weise lernen Menschen, über die berichtet wird, die Perspektive einer dritten Person über sich selbst kennen, was zumeist zu neuen Sichtweisen und Suchprozessen führt.
Reframing, also die positive Umdeutung ist das Verfahren, ein vorhandenes Problem in einen anderen Bezugsrahmen zu stellen. Sinn der Umdeutung ist es, die Betrachtung bestehender Verhaltensweisen so zu verändern, dass die Familienmitglieder damit konstruktiver umgehen und auch eine positive Sicht einnehmen können. Oft bringt diese Umdeutung die Familie erstmals dazu anzuerkennen, dass mannigfaltige Charaktere existieren und Anderssein nicht unbedingt negativ zu bewerten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung des Arbeitsfeldes: Definition der Aufgaben, Zielgruppen und Ziele des ASD als allzuständiger kommunaler Basisdienst.
2. Struktur des Arbeitsfeldes: Darstellung der organisatorischen Einbindung, Personalsituation sowie der verschiedenen Formen der Arbeit und Kooperationen.
3. Arbeitsweise: Erläuterung des Hilfeverlaufs, der methodischen Ansätze und der rechtlichen Rahmenbedingungen der täglichen Arbeit.
4. Historischer Abriss: Überblick über die geschichtliche Entwicklung vom Wohlfahrtswesen bis zur aktuellen Rolle des ASD sowie dessen heutige Probleme.
Schlüsselwörter
Allgemeiner Sozialer Dienst, ASD, Soziale Arbeit, Kommunaler Sozialdienst, Jugendamt, Hilfeverlauf, Hilfeplanung, Empowerment, Einzelfallhilfe, Gefährdungssituation, Inobhutnahme, Rechtliche Grundlagen, Sozialgesetzbuch, Gemeinwesenarbeit, Familienfürsorge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) als zentrale Schnittstelle der kommunalen Sozialarbeit in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Themen sind die Organisation, das Aufgabenprofil, methodische Ansätze, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die historische Entwicklung des ASD.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein realitätsnahes Bild von den Tätigkeiten, der Struktur und dem Arbeitsalltag der Fachkräfte im ASD zu zeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung und Analyse des Arbeitsfeldes auf Basis von Fachliteratur und einschlägigen Rechtsgrundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Beschreibung des Arbeitsfeldes, die Analyse der Organisationsstruktur, die Darstellung der Arbeitsweise inklusive Methoden sowie die historische Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind ASD, Soziale Arbeit, Hilfeverlauf, Hilfeplanung, Empowerment und kommunale Daseinsvorsorge.
Wie unterscheidet sich der ASD von anderen sozialen Diensten?
Der ASD zeichnet sich durch seine "Allzuständigkeit" und "Erst- und Letztzuständigkeit" aus, wodurch er als Basisdienst für alle sozialen Probleme in einer Kommune agiert.
Welche Bedeutung hat das "Reframing" als Methode?
Reframing dient dazu, Probleme in einen anderen, konstruktiveren Bezugsrahmen zu rücken, um Familien zu helfen, neue Sichtweisen zu entwickeln und festgefahrene Muster zu lösen.
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- Maria Widera (Author), 2007, Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD). Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294340