Harmlose Formen pathologischen Verhaltens begegnen uns ständig in unserem Alltag. Die Psychopathologie beschreibt abnormes Erleben, Befinden und Verhalten, wobei die Individualität und die Seltenheit gesicherter Antworten betont werden.
In dieser Hausarbeit soll zunächst, anhand der in den Fallbeispielen dargestellten Informationen, eine Diagnose gestellt werden. Diese umfassen die Anamnese (Informationen, Geschichte die der Patient gibt) und das Beobachtbare (was ist sichtbar?). Eine körperliche Untersuchung oder psychologische Tests entfallen.
Die Einteilung der psychiatrischen Krankheiten erfolgt über den ICD-10 (International Classification of Diseases) von der WHO und durch das DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual) aus den USA. In dieser Hausarbeit möchten wir mit dem ICD-10 arbeiten, aufgrund der Erfahrung mit jenem Diagnoseschlüssel in der bisherigen Studienzeit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Fall 3: Frau C.
1.1 Diagnose
1.1.1 Symptomatik
1.2 Ursachen
1.3 Sozialpädagogische Empfehlung
2 Fall 4: Herr D.
2.1 Diagnose
2.1.1 Symptomatik
2.2 Ursachen
2.3 Sozialpädagogische Empfehlung
3 Fall 5: Frau E.
3.1 Diagnose
3.1.1 Symptomatik
3.2 Ursachen
3.3 Sozialpädagogische Empfehlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf klinischen Fallbeispielen und unter Anwendung der ICD-10-Klassifikationskriterien, fundierte Diagnosen für verschiedene psychische Störungen zu erstellen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Identifikation der Symptomatik, der Analyse möglicher Ursachen sowie der Ableitung angemessener sozialpädagogischer Unterstützungsmöglichkeiten für die betroffenen Klienten.
- Klinische Diagnostik mittels ICD-10-Klassifikation
- Analyse psychischer Störungsbilder (Zwangsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung, Somatisierungsstörung)
- Erforschung ätiologischer Faktoren und Entstehungsmodelle
- Entwicklung sozialpädagogischer Interventionsansätze und Unterstützungskonzepte
- Reflexion über die professionelle Rolle des Sozialpädagogen im therapeutischen Kontext
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Symptomatik
Sie verbringt oft mehrere Stunden am Tag mit Nachkontrollieren und Wiederholen ihrer Handlungen (Kontrolle ob Elektrogeräte ausgeschaltet sind und Wohnungstür abgeschlossen).
Sie muss die Handlungen nicht ausführen, um zu verhindern, dass das Haus abbrennt oder ein Einbrecher hineinkommt. Sie hat durch diese Gedanken Angst und fühlt sich unwohl. Zwangsgedanken finden sich bei der Klientin weiterhin in Form von Zwangsbefürchtungen bezüglich ihrer eigenen Gesundheit und der ihrer Eltern sowie zwanghaftes Zweifeln über ihr Handeln einhergehend mit der Angst irgendein Unglück oder eine Katastrophe herbeizuführen (z.B. Schlaganfall und Tod der Mutter oder jemanden überfahren zu haben). Dies sind typische Zwangsgedanken, die um ein zufälliges Unglück kreisen. Die Klientin versucht diese Zwangsgedanken, die sie als sehr unangenehm empfindet, zu neutralisieren indem sie die Mutter mehrmals am Tag anruft, Gebete in ritualisierter Form wiederholt oder ihre tägliche Fahrtroute mehrmals abfährt. Es ist ein Muster von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen zu beobachten, die eindeutig auf einander bezogen sind. Durch die Ausführung der Zwangshandlungen fühlt sich Frau C. erleichtert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Fall 3: Frau C.: Das Kapitel behandelt eine 30-jährige Patientin mit Zwangsstörung, analysiert deren spezifische Symptomatik sowie Ursachen und gibt eine sozialpädagogische Empfehlung ab.
2 Fall 4: Herr D.: Hier wird bei einem 50-jährigen Reiseleiter die Posttraumatische Belastungsstörung infolge eines Terroranschlags diagnostiziert, dessen Symptome und Hintergründe erörtert werden.
3 Fall 5: Frau E.: Dieses Kapitel widmet sich einer Patientin mit Somatisierungsstörung, beleuchtet ihre lange Krankheitsgeschichte und definiert den notwendigen hausärztlichen sowie therapeutischen Begleitungsansatz.
Schlüsselwörter
Psychopathologie, ICD-10, Zwangsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung, Somatisierungsstörung, Diagnostik, Symptomatik, Ursachenforschung, Sozialpädagogische Empfehlung, Verhaltenstherapie, Traumatisierung, Psychische Gesundheit, Anamnese, Psychosomatik, Klientenbetreuung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der diagnostischen Einordnung ausgewählter Fallbeispiele psychischer Erkrankungen im Kontext der Sozialarbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die Anwendung der ICD-10-Kriterien, die Identifikation von Symptomen bei Zwangsstörungen, PTBS und Somatisierungsstörungen sowie der Umgang mit betroffenen Klienten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die fundierte Diagnose von Fallbeispielen und die Ableitung praktischer sozialpädagogischer Handlungsstrategien zur Unterstützung der Betroffenen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine fallbezogene Analyse auf Basis der internationalen Klassifikationssysteme (ICD-10) durchgeführt, ergänzt durch die Auswertung von Anamnesedaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Fallanalysen, bei denen jeweils die Diagnose, die Symptomatik, die Ursachen und spezifische sozialpädagogische Empfehlungen erarbeitet werden.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Psychopathologie, Diagnostik, ICD-10, Zwangsstörung, Traumafolgestörungen und sozialpädagogische Intervention sind die prägenden Begriffe.
Warum wird Frau C. mit einer Zwangsstörung diagnostiziert?
Die Diagnose basiert auf dem Vorliegen von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen (Kontrollzwang), die die Klientin in ihrem sozialen und beruflichen Leben massiv einschränken.
Was unterscheidet das Trauma von Herrn D. von anderen Fällen?
Es handelt sich um ein Typ I-Trauma, resultierend aus einem abrupten, katastrophalen Ereignis mit unmittelbarer Todesgefahr und interpersoneller Brutalität.
Warum ist bei Frau E. eine Somatisierungsstörung diagnostiziert worden?
Die Patientin klagt seit über zwei Jahren über multiple, wechselnde körperliche Beschwerden, für die trotz gründlichster medizinischer Untersuchungen keine organischen Ursachen gefunden werden konnten.
Welche Rolle nimmt der Sozialpädagoge laut Arbeit ein?
Der Sozialpädagoge unterstützt Klienten bei der Einhaltung von Therapieplänen, motiviert zur Behandlung und hilft, die Lebensqualität trotz bestehender Symptomatik zu verbessern, leistet jedoch selbst keine therapeutische Arbeit.
- Arbeit zitieren
- Maria Widera (Autor:in), Catherine Thiel (Autor:in), 2009, Psychopathologie. Diagnostik von Fallbeispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294346