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Die Figur des Belcampo / Schönfeld in E.T.A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“

Title: Die Figur des Belcampo / Schönfeld in E.T.A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“

Bachelor Thesis , 2011 , 43 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Philipp Kracht (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Die Elixiere des Teufels , 1815 (erster Band) beziehungsweise 1816 (zweiter Band) im Erstdruck erschienen, ist Hoffmanns erster Roman – es folgt nur noch einer: Lebensansichten des Kater Murr -, sein längster zusammenhängender Text und vielschichtig und uneindeutig wie so viele seiner Werke. Er schreibt ihn direkt nach Beendigung von Der goldene Topf (1814) im Eiltempo, wenn auch mit einer Unterbrechung zwischen den Teilen, die einen gewissen Bruch im Text erklärt. Der Roman ist die fiktive Autobiographie von Medardus, einem Bamberger Mönch, der seine Reise von Deutschland nach Italien (Rom) und wieder zurück beschreibt, in deren Verlauf er die rätselhaften und weitläufigen Umstände eines Familienfluchs entdeckt, den sein Ur-Urgroßvater einst verschuldet hatte.
Neben der vielfach diskutierten Hauptfigur des Klosterbruders Medardus zeichnet Hoffmann feine Bilder anderer Charaktere. Manche werden ausführlich beschrieben, wie Medardus' große Liebe Aurelie, der Prior des Klosters zu B., oder der geheimnisvolle Maler. Andere erscheinen als Randfiguren, wie Euphemie, Hermogen, der Förster, die Äbtissin oder eben der Haarschneider Pietro Belcampo / Peter Schönfeld .
Diese Nebenfiguren mit vergleichsweise kleinen Textanteilen sind bei näherer Betrachtung offensichtlich nicht so unwichtig, wie es ihre proportionale Präsenz vermuten lässt: Entweder finden sich extrem wichtige, den Gesamttext kommentierende Äußerungen von ihnen, oder sie treten an Wendepunkten und in entscheidenden Szenen in Medardus' Leben auf.
Belcampo nimmt dabei eine Sonderstellung ein, da er Medardus vermutlich den gesamten Weg über begleitet und ziemlich genau über die Umstände, die Medardus entschlüsseln will, informiert zu sein scheint. Zudem wird die Arbeit zeigen, dass seine Aktionen und Worte bei einer Deutung des Romans von großem Nutzen sein können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Belcampo im Roman – Eine Einführung der Themen

1.3 Stand der Forschung

2 Einführung zur Figur des Belcampo

2.1 Äußere Merkmale

2.2 Sprachliche Besonderheiten

2.3 Definition des Possenhaften / Possierlichen

2.4 Der rothaarige Ire: Eine weitere Dimension des Pietro?

3 Doppelgängermotiv

3.1 Doppelgänger- und Spiegelungsmotiv bei Hoffmann

3.2 Gedoppelte Persönlichkeit in der Figur

3.3 Zitate und der Hinweis auf Bildung

4 Der Künstler im Friseur

4.1 Künstlermotiv bei Belcampo

4.1.1 Bezug Maler - Bildhauer

4.1.2 Wahnsinn im Künstler

5 Belcampo in der Tradition des Narren

5.1 Diskussion der Kompatibilität Belcampos mit dem klassischen Narren

5.2 Rat Krespel als weiterer Verwandter?

6 Belcampos Diskurse

6.1 Bewusstsein

6.2 Passivität und Initiative

6.2.1 Glaube und Selbstbestimmung. Ein Widerspruch?

7 Was will Hoffmann uns mit seiner Figur des Belcampo sagen? Eine Annäherung

7.1 Belcampos Funktion

7.2 Selbstbestimmung oder Schicksal – der Kommentar des Narren

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Figur des Belcampo/Schönfeld in E.T.A. Hoffmanns Roman „Die Elixiere des Teufels“ mit dem Ziel, ihre Funktion als Identifikationsfigur und Katalysator für zentrale Themen wie Selbstbestimmung, Wahnsinn und die Narrheit zu bestimmen.

  • Analyse von Belcampos Charakterprofil und seiner Bedeutung im Roman.
  • Untersuchung der Narrheit als Gegenpol zum gesellschaftlichen Bewusstsein.
  • Bewertung der künstlerischen Komponente und der Rolle als Außenstehender.
  • Diskussion der Spiegelungsmotive und der Interaktion mit der Hauptfigur Medardus.
  • Erforschung der Verbindung von Glauben, Schicksal und individueller Freiheit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Äußere Merkmale

Belcampos Aussehen ist schon allein deswegen in hohem Maße relevant, weil er sich selber darüber definiert: seine ausgefallene Kleidung, „ein großes Jabot, ein brennend rotes Gilet, unter dem zwei starke Uhrketten hervorhingen, Pantalons, ein Frack, der manchmal zu enge, dann aber auch wieder zu weit war, kurz mit Konsequenz überall nicht passte.“ Dies ist wohlgemerkt die Wahrnehmung Medardus', der nicht unbedingt als Kenner von Mode in Erscheinung tritt. Doch man muss ihm zumindest glauben, dass die Kleidung für die Zeitgenossen unpassend war. Der Haarschneider wird also eingeführt als auffällig, schrill, „ein brennend rotes Gilet“, folglich eine Persönlichkeit, die durch ihr Äußeres schon auf den ersten Blick etwas Besonderes hat. Es ist Hoffmann wichtig, dass der Leser Notiz von der Figur nimmt, dass er ihn auf keinen Fall überliest, ein deutlicher Hinweis auf die Gewichtung der Figur innerhalb des gesamten Romans.

Zu einfach wäre es aber, die Analyse der optischen Merkmale mit diesem Hinweis zu beenden, denn, wie später deutlich wird, die Exklusivität seiner Kleidung geht Hand in Hand mit seinem Auftreten und besonders mit seiner Sprache. Unangebracht ist alles an ihm, kontrastreich zum „Normalen“, zur Menge, und eben deswegen so prägnant.

Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, Belcampo einen Geschmack abzusprechen, Zufälligkeit zu vermuten; seine Beobachtungsgabe, mit der er Medardus' Auftreten als Mönch analysiert, spricht für sich, ebenso die Wahl des „Kostümkünstler[s], [...] denn so nenne ich ihn, statt des gewöhnlichen trivialen Ausdrucks Schneider“, der tatsächlich in der Lage ist, Medardus nach allen Regeln der Kunst einzukleiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in E.T.A. Hoffmanns Roman „Die Elixiere des Teufels“ ein und stellt die Forschungsfrage zur Bedeutung der Nebenfigur Belcampo für das Gesamtwerk.

2 Einführung zur Figur des Belcampo: In diesem Kapitel werden das äußere Erscheinungsbild, die sprachliche Gestaltung sowie die begriffliche Einordnung des „Possierlichen“ der Figur Belcampo analysiert.

3 Doppelgängermotiv: Hier wird untersucht, inwiefern Belcampo durch das Doppelgänger- und Spiegelungsmotiv in die Persönlichkeitsstruktur des Romans eingebunden ist.

4 Der Künstler im Friseur: Dieser Abschnitt beleuchtet Belcampo als Künstlerfigur, analysiert den Bezug zu bildenden Künsten und diskutiert das Thema des Wahnsinns in diesem Zusammenhang.

5 Belcampo in der Tradition des Narren: Das Kapitel vergleicht Belcampo mit klassischen Narrentypen und zieht Parallelen zu anderen Hoffmannschen Figuren wie dem Rat Krespel.

6 Belcampos Diskurse: Hier werden Belcampos Ansichten zu Bewusstsein, die Puppenspieler-Metaphorik sowie seine Beziehung zur Religion und zum Konzept der Selbstbestimmung diskutiert.

7 Was will Hoffmann uns mit seiner Figur des Belcampo sagen? Eine Annäherung: Dieser Teil zieht ein Resümee über die funktionale Rolle Belcampos als Katalysator und Identifikationsfigur, die Hoffmanns eigene Denkansätze widerspiegelt.

8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Belcampo eine vielschichtige, komplexe Figur ist, die trotz ihrer scheinbaren Narrheit als kritischer Kommentator der Romanereignisse fungiert.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, Belcampo, Peter Schönfeld, Medardus, Narrheit, Wahnsinn, Künstlerfigur, Bewusstsein, Selbstbestimmung, Doppelgänger, Schicksal, Romantik, Literaturanalyse, Identifikationsfigur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit der Analyse der Figur des Belcampo/Schönfeld in Hoffmanns Roman „Die Elixiere des Teufels“ und untersucht deren Bedeutung für die Romaninterpretation.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Narrheit, das Künstlermotiv, das Doppelgängertum sowie die Diskurse um Bewusstsein und Selbstbestimmung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein Charakterprofil von Belcampo zu erstellen, um festzustellen, inwiefern seine Äußerungen und Handlungen Hoffmanns eigene Meinung im Roman widerspiegeln könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze, wie die Strukturanalyse der Figur, den Vergleich mit literarischen Traditionen (z.B. dem Narren) und die Untersuchung der Rezeptionsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Belcampos äußere Erscheinung, seine Funktion als „Narrenfigur“, seine Diskurse zu Bewusstsein und Religion sowie die Verbindung zu anderen Figuren wie dem Rat Krespel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören E.T.A. Hoffmann, Belcampo, Narrheit, Wahnsinn, Identifikationsfigur, Selbstbestimmung und Schicksal.

Wie bewertet die Arbeit den Wahnsinn von Belcampo?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Frage nach einem klinischen Wahnsinn bei Belcampo unergiebig ist, da seine Andersartigkeit primär als Mittel zum Zweck dient, um eine komplexere, kritische Perspektive zu ermöglichen.

Warum spielt die Puppenspieler-Szene eine besondere Rolle?

Die Szene symbolisiert Belcampos aktive Rolle als jemand, der die „Fäden in der Hand hält“, und dient als Kontrast zur passiven, vom Schicksal getriebenen Hauptfigur Medardus.

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Details

Title
Die Figur des Belcampo / Schönfeld in E.T.A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“
College
University of Bonn  (Germanistisches Seminar)
Grade
2,3
Author
Philipp Kracht (Author)
Publication Year
2011
Pages
43
Catalog Number
V294451
ISBN (eBook)
9783656921523
ISBN (Book)
9783656921530
Language
German
Tags
figur belcampo schönfeld hoffmanns elixiere teufels
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Kracht (Author), 2011, Die Figur des Belcampo / Schönfeld in E.T.A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294451
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