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Goldman Sachs ABACUS Deal

Title: Goldman Sachs ABACUS Deal

Bachelor Thesis , 2012 , 39 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Wolfgang Zillinger (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Die gewaltige Immobilienkrise, die im Herbst des Jahres 2006 in den USA ihren Anfang nahm und in Folge die ganze Welt erschütterte wurde durch das Zusammenspiel verschiedenster Ursachen bewirkt. Der ABACUS 2007-AC1 Deal war eine synthetischer CDO und als solcher eine der Hauptursachen.
Goldman Sachs spielte in den USA zu dieser Zeit eine zentrale Rolle beim Erschaffen und Vertreiben von Mortgage Backed Securities (MBS). MBS entwickelten sich zu dieser Zeit zu einem sehr bedeutenden Marktsegment, zu dem auch die sogenannten synthetischen Collateralized Dept Obligations (CDOs) gehören.
Diese Art von CDO war ein relativ neues Finanzprodukt, welches 1997 das erste Mal von der Swiss Bank Corporation auf den Markt gebracht wurde. Der Anteil an synthetischen CDOs wuchs ab diesem Moment ständig, so dass im Jahr 2000 bereits 25% aller von Moodys gerateten CDOs synthetisch waren. Goldman Sachs brachte daraufhin im Jahr 2004 den ersten eigenen synthetischen CDO mit der Bezeichnung ABACUS 2004-1 heraus und machte durch Ausfall der Referenzassets Gewinn aus der Short Position. Diese Art von CDO ermöglichte es Investoren auf oder gegen die Performance von Securities zu wetten. Bis 2007 folgten noch weitere 46 solche CDOs mit einem Gesamtvolumen von 66 Milliarden Dollar.
Einer von ihnen war ABACUS 2007-AC1, mit dem man auf den Zusammenbruch des Immobilienmarktes wetten konnte. Anders als bei den vorherigen CDOs wurden jedoch ungewöhnlicherweise einige brisante Details bekannt, die die Securities Exchange Comission (SEC) veranlasste, Goldman Sachs wegen Betrugs anzuklagen. Goldman Sachs wurde vorgeworfen, den CDO für einen Klienten so konstruiert zu haben, dass er von vornherein zum Scheitern verurteilt war.
Dies war das erste Mal, dass die SEC im Rahmen der Immobilienkrise Initiative gegen einen Wall Street Deal ergriffen hat, welche letztendlich zu einem Gerichtsprozess und einer Ausgleichszahlung in Rekordhöhe führte. Als Folge daraus wurde der Deal zu einem Symbol für die damaligen Auswüchse des Kreditderivathandels, welcher die Finanzkrise in diesem Ausmaß erst möglich machte.
In dieser Arbeit wird zuerst dargestellt, wie Verbriefungen und ein synthetischer CDO im Allgemeinen funktionieren. Im darauf folgenden Abschnitt wird – mit Blick auf die Auswirkungen des ABACUS Deals – das genaue Konstrukt und das Zustandekommen des Deals behandelt und abschließend werden noch die Daten des Referenzportfolios bezüglich der Gewinne und Verluste ermittelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verbriefung von Krediten

2.1 Asset Backed Securities und Mortgage Backed Securities

2.2 Collateralized Debt Obligations (CDOs)

2.2.1 Cash CDOs

2.2.2 Synthetische CDOs

2.3 Nutzen und Risiken von Verbriefung

3. Der ABACUS Deal

3.1 Die Beteiligten und deren Absichten

3.2 Aufbau und Konstrukt von ABACUS 2007-AC1

3.3 Der Ablauf des Deals

3.4 Die Folgen des Deals für die Beteiligten und die Anklage der SEC

4. Datenauswertung von ABACUS 2007-AC1

4.1 Bestandteile und verfügbare Daten

4.2 Rating und Fico Scores des Portfolios

4.3 Gewinne und Verluste des CDOs auf Grundlage der verfügbaren Daten

4.4 Der Verlust des zugrunde liegenden Portfolios

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht den komplexen "ABACUS 2007-AC1"-Deal von Goldman Sachs, der im Zuge der Finanzkrise 2006/2007 zu einer zentralen rechtlichen Auseinandersetzung mit der US-Börsenaufsicht SEC führte. Ziel ist es, die Funktionsweise synthetischer CDOs aufzuzeigen, die gezielte Konstruktion des ABACUS-Portfolios unter Berücksichtigung von Interessenskonflikten zu analysieren und die finanziellen sowie rechtlichen Auswirkungen für die involvierten Akteure kritisch zu beleuchten.

  • Grundlagen der Kreditverbriefung und Struktur von CDOs
  • Aufbau und Beteiligtenstruktur des ABACUS 2007-AC1
  • Analyse der Portfoliozusammensetzung und Rating-Methodik
  • Untersuchung von Gewinn- und Verlustströmen im Deal
  • Aufarbeitung der rechtlichen Konsequenzen durch die SEC

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Beteiligten und deren Absichten

Im ABACUS Deal geht es um einen synthetischen, teilweise gefundeten CDO mit der Bezeichnung ABACUS 2007-AC1. Dieser CDO war ein komplexes, strukturiertes Finanzprodukt, welches auf einem Portfolio aus sub- und midprime Triple B Residential MBS Tranchen (Mezzaninen Tranchen) basierte. Man konnte mit ihnen also auf den Zusammenbruch oder das Wachstum des Immobilienmarktes in den USA setzen. Beteiligte dieses Deals waren Goldman Sachs, ACA Capital, die IKB und John Paulson mit seinem Hedgefonds. Indirekt beteiligt war noch ABN Amro, eine belgische Bank, und die Royal Bank of Scotland, einer der großen Verlierer der Finanzkrise, in deren Besitz ABN Amro befindet.

Goldman Sachs war in dem Deal der Intermediär zwischen allen anderen Beteiligten und arrangierte entsprechend seiner Rolle alles. Das heißt, Goldman suchte Investoren für die Long Position und jemanden, der die Short Position einnimmt, hatte jedoch das Risiko nicht alle Tranchen des CDOs los zu werden und somit einer positiven oder negativen Performance des CDOs teilzuhaben. Als Herausgeber des CDOs geht Goldman außerdem das Risiko ein, bei einer negativen Performance seine Reputation zu beschädigen. Verdient wird als Intermediär dabei an den Gebühren der Auftraggeber und Investoren.

Auftraggeber war in diesem Fall der Hedgefonds von John Paulson, der zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend unbekannt war. Paulson initiierte den Deal und nahm in diesem die Short Position ein. Das heißt, er setzte damit auf einen Zusammenbruch des Marktes und einen vollkommenen „wipe out“ der Mezzaninen Tranche. Als Auftraggeber hatte er jedoch maßgeblichen Einfluss auf die Zusammenstellung des Portfolios. Das hatte Auswirkungen auf die Performance des CDOs. In den offiziellen Vermarktungspapieren trat er jedoch nicht namentlich in Erscheinung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet den ABACUS-Deal in den Kontext der US-Immobilienkrise ein und skizziert die Rolle von Goldman Sachs als Emittent synthetischer Kreditderivate.

2. Verbriefung von Krediten: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Asset Backed Securities, Mortgage Backed Securities sowie Cash und synthetischen Collateralized Debt Obligations (CDOs).

3. Der ABACUS Deal: Hier werden die Akteure, das spezifische Konstrukt des ABACUS 2007-AC1 und die daraus resultierende Anklage der US-Börsenaufsicht SEC detailliert dargestellt.

4. Datenauswertung von ABACUS 2007-AC1: Dieses Kapitel analysiert die Portfolio-Daten, insbesondere Fico Scores, Ratings und die konkreten Gewinn- sowie Verlustverteilungen auf die beteiligten Parteien.

5. Fazit: Das Fazit bewertet den Deal als Spekulationsinstrument und ordnet die rechtliche sowie moralische Verantwortung von Goldman Sachs im Kontext der Finanzkrise ein.

Schlüsselwörter

ABACUS 2007-AC1, Goldman Sachs, Finanzkrise, Verbriefung, CDO, Synthetische CDOs, Mortgage Backed Securities, John Paulson, SEC, Immobilienmarkt, Kreditderivate, Mezzanine Tranchen, ACA Capital, Fico Score, Arbitrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt den Finanzbetrugsfall rund um den "ABACUS 2007-AC1"-Deal, ein synthetisches Kreditderivat, das von der Investmentbank Goldman Sachs kurz vor Ausbruch der globalen Finanzkrise emittiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit deckt die Struktur von Kreditverbriefungen, die Funktionsweise synthetischer CDOs, die Interessenkonflikte bei der Portfoliozusammensetzung und die regulatorischen Maßnahmen der US-Börsenaufsicht ab.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie das ABACUS-Portfolio konstruiert wurde, um gezielt gegen den Immobilienmarkt zu wetten, und welche rechtlichen und finanziellen Konsequenzen sich daraus für die beteiligten Akteure ergaben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine fundierte Literaturrecherche mit einer empirischen Datenauswertung kombiniert, wobei offizielle Börsenpapiere, SEC-Dokumente und Finanzdaten von Bloomberg herangezogen wurden.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Verbriefung, beschreibt detailliert die Rollenverteilung der Beteiligten (u.a. John Paulson, ACA Capital) und wertet die Portfolio-Qualität sowie die tatsächlichen Gewinn-Verlust-Verhältnisse aus.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind ABS, CDO, Goldman Sachs, synthetische Kreditderivate, SEC-Anklage und Immobilienmarkt-Spekulation.

Wie beeinflusste John Paulson die Auswahl der Assets?

Paulson wählte gezielt Mortgage Backed Securities (MBS) aus Regionen wie Arizona und Florida aus, bei denen ein Wertverlust aufgrund der Marktlage bereits absehbar war, um so die Long-Positionen der Investoren zu schädigen.

Was war der Hauptgrund für die Anklage gegen Goldman Sachs?

Goldman Sachs wurde angeklagt, weil sie Investoren bewusst über die maßgebliche Rolle von John Paulson bei der Auswahl der Portfoliowerte getäuscht und verschwiegen haben, dass dieser auf den Ausfall der Assets setzte.

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Details

Title
Goldman Sachs ABACUS Deal
College
University of Regensburg  (Lehrstuhl für Finanzierung)
Grade
1,3
Author
Wolfgang Zillinger (Author)
Publication Year
2012
Pages
39
Catalog Number
V294452
ISBN (eBook)
9783656921561
ISBN (Book)
9783656921578
Language
German
Tags
synthethische Verbriefung synthetische CDOs Finanzkrise Goldman Sachs Abacus 2007 ABS MBS
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Zillinger (Author), 2012, Goldman Sachs ABACUS Deal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294452
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