Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit italienische Sprecher ohne sprachwissenschaftlichen Hintergrund metaphorische Ausdrücke motivieren. Dazu wurde von meiner Kollegin Lara Kierdorf und mir eine Umfrage unter italienischen Muttersprachlern durchgeführt. Ausgehend von diversen sprachwissenschaftlichen Theorien bezüglich der Direktionalität und der Motivation von italienischen Begriffen soll aufgedeckt und begründet werden, wie die Theorie zur Praxis der Sprecher passt und inwiefern die Vorraussage, dass besonders metaphorische Begriffe sehr eindirektional motiviert werden, zutrifft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung & Struktur
2 Hauptteil
2.1 Forschungsstand
2.1.1 Historische Kriterien
2.1.2 Kriterium der häufigeren Vorkommen
2.1.3 Semantisches Kriterium
2.1.4 Formales Kriterium
2.2 Der metaphorische Begriff
2.3 Die Umfrage – Fragestellung und erwartete Problematiken
2.4 Überblick der Ergebnisse
2.5 Auswertung
3 Schluss
3.1 Fazit
3.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie italienische Muttersprachler ohne linguistischen Hintergrund die Herkunft metaphorischer Ausdrücke motivieren, und prüft anhand einer empirischen Umfrage, inwiefern dabei intuitive sprachwissenschaftliche Kriterien angewandt werden.
- Untersuchung der Direktionalität bei metaphorischen Begriffen im Italienischen.
- Analyse der Rolle von Wortfamilien bei der Wortschatzmotivierung durch Laien.
- Vergleich der theoretischen Forschungsgrundlagen mit der intuitiven Sprecherperspektive.
- Identifikation von Strategien der Sprecher bei der Identifizierung von Ursprungswörtern.
- Ableitung von Erkenntnissen für die Wortschatzarbeit im Fremdsprachenerwerb.
Auszug aus dem Buch
Die Umfrage – Fragestellung und erwartete Problematiken
Die im Zeitraum vom dritten bis zum sechsundzwanzigsten März durchgeführte Online-Umfrage war vom ersten Tag an eine große Herausforderung: eng orientiert an der bereits erwähnten Umfrage von Marzo und Rube aus dem Jahr 2006, wurde der Fokus einerseits auf kontiguitäre Begriffe, andererseits auf die hier behandelten metaphorischen Begriffe in der italienischen Sprache gerichtet.
“Prima di tutto vogliamo ringraziarvi per aver deciso di partecipare alla nostra inchiesta che facciamo per un corso universitario di linguistica! Nel questionario che segue vi presentiamo 17 parole della lingua italiana. L'inchiesta viene effettuata nel contesto di un seminario all'Università di Cologna. Vi preghiamo di darci ciò che è secondo voi l’origine della parola presentata, da dove trae origine la parola che vi presentiamo, cioè da quale altra parola potrebbe essere distratta. La maggior parte delle parole di una lingua sono raggruppabili in cosiddette "famiglie di parole", cioè gruppi di parole affini per forma e significato. Le parole, infatti, possono derivare da altre parole, oppure avere più significati che sono connessi tra loro, come la parola "vivo" che da un lato può significare il contrario di morto e dall'altro lato sarebbe il contrario di noioso o sbiadito. Per esempio esistono "famiglie" come: terra - terrestre - territorio - extraterrestre vita - vitale - vivere - dolcevita - vivo comunicazione - comunicare - azione - comunicativo Può anche capitare che una parola non appartenga a nessuna famiglia, perciò rispondete intuitivamente e non prendetevi troppo tempo. Ciò che conta è che inseriate qualcosa di più o meno comprensibile nello spazio bianco. Questa inchiesta non richiede competenze specifiche: non esistono dunque risposte giuste o sbagliate. Ciò che interessa è il vostro parere personale.“
Die Fragestellung wurde mehrfach überarbeitet, da zum einen berücksichtigt werden musste, dass die Umfrage zwar an Muttersprachler gerichtet war, diese auf der anderen Seite aber überhaupt keinen linguistisch-theoretischen Hintergrund haben durften, um nicht ein zu wissenschaftliches Ergebnis zu erhalten. Den Muttersprachlern wiederum zu vermitteln, was mit der “direction of derivational relations” überhaupt gemeint ist, ohne deren Antworten zu sehr zu steuern, war eine schwere Aufgabe.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel dar, die intuitive Motivation metaphorischer Begriffe durch italienische Muttersprachler zu erforschen, und erläutert die methodische Herangehensweise.
2 Hauptteil: Dieser Abschnitt beleuchtet den Forschungsstand zur Direktionalität, definiert metaphorische Begriffe und präsentiert die Ergebnisse sowie die Auswertung der durchgeführten Online-Umfrage.
3 Schluss: Im letzten Kapitel wird ein Fazit der Ergebnisse gezogen und ein Ausblick auf notwendige Überarbeitungen sowie weitere Forschungsansätze gegeben.
Schlüsselwörter
Direktionalität, Metapher, Motivation, Italienisch, Wortfamilie, Linguistik, Empirische Studie, Wortschatzerwerb, Sprachintuition, Substantive, Sprachwissenschaft, Muttersprachler, Semantik, Morphologie, Lexikologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie italienische Muttersprachler ohne fachlichen linguistischen Hintergrund die Herkunft von metaphorischen Wörtern intuitiv erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Direktionalität von Wortbildungen, die Bedeutung von Wortfamilien für das sprachliche Denken und die Erforschung metaphorischer Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzudecken, wie Sprecher metaphorische Ausdrücke auf Basiswörter zurückführen und ob dabei wissenschaftliche Kriterien (wie historische oder formale Aspekte) intuitiv angewandt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine vierteilige Online-Umfrage unter 66 italienischen Muttersprachlern durchgeführt, deren Ergebnisse quantitativ ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst den Forschungsstand, die Definition des metaphorischen Begriffs, die methodische Gestaltung der Umfrage sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Direktionalität, Wortfamilie, Metaphorik, Sprachintuition und Wortschatzmotivation geprägt.
Warum wurden bei der Umfrage nur Substantive fokussiert?
Die Fokussierung auf eine Wortart sollte die Untersuchung vereinfachen und eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleisten, da die Teilnehmergruppe keine linguistische Vorbildung hatte.
Welche Rolle spielt das Lateinische in dieser Studie?
Die Studie zeigt, dass sich italienische Sprecher der Herkunft vieler Wörter aus dem Lateinischen bewusst sind und dieses Wissen intuitiv als historisches Kriterium zur Motivation nutzen.
Was war eine der größten Schwierigkeiten bei der Erstellung der Umfrage?
Die größte Herausforderung bestand darin, eine wissenschaftlich relevante Fragestellung so zu formulieren, dass sie für Laien verständlich ist, ohne deren Antworten durch zu viele Informationen zu beeinflussen.
- Quote paper
- Philipp Kracht (Author), Lara Kierdorf (Author), 2013, Studie zur Direktionalität bei Metaphern im Italienischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294453