In dieser Arbeit geht es um Begriffsdefinitionen, die in der Unternehmensnachfolge von großer Bedeutung sind. Dazu gehören z.B.: Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge, Schenkung, Vererbung, Management-Buy-Out, Management-Buy-In, Owner-Buy-Out, Institutioneller Buy-Out, Leveraged-Buy-Out und Unternehmensverkauf an Dritte.
In der Literatur hat sich bis heute keine klare Definition des Begriffes Familienunternehmen durchgesetzt. Lansberg, Perrow und Rogolsky setzten sich im Jahr 1988 mit dem Thema in ihrem Aufsatz „Family Business as an Emerging Field“ auseinander und konnten hierfür keine eindeutige Lösung finden. Auch Handler, Littunen und Hyrsky konnten in den Jahren 1989 bzw. 2000 feststellen, dass eine eindeutige Definition fehlt. Einige Autoren sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem „family business definition dilemma“. Diese Uneinigkeit der Definition von Familienunternehmen lässt sich auch heute noch in wissenschaftlichen Arbeiten finden, welche empirische Ergebnisse schwer vergleichbar machen. Hierbei betreffen die divergierenden Unterschiede oft das Eigentum und die Leitung in Familienunternehmen und weniger Merkmale wie Rechtsform oder Umsatz. Bevor einige Definitionen aus der Literatur näher erläutert werden, wird in dieser Arbeit zuerst der Begriff Familie abgegrenzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Familienunternehmen
2 Unternehmensnachfolge
2.1 Familieninterne Unternehmensnachfolge
2.1.1 Schenkung
2.1.2 Vererbung
2.2 Familienexterne Unternehmensnachfolge
2.2.1 Management-Buy-Out (MBO)
2.2.2 Management-Buy-In (MBI)
2.2.3 Buy-In-Management-Buy-Out (BIMBO)
2.2.4 Owner-Buy-Out (OBO)
2.2.5 Employee-Buy-Out (EBO)
2.2.6 Institutioneller Buy-Out (IBO)
2.2.7 Leveraged-Buy-Out (LBO)
2.2.8 Unternehmensverkauf an Dritte
2.2.9 Sonstige Formen der Unternehmensnachfolge
2.2.9.1 Liquidation
2.2.9.2 Reines Fremdmanagement
2.2.9.3 Going Public
2.2.9.4 Laissez-Faire
2.2.9.5 Stiftung
2.2.9.6 Verpachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit setzt sich intensiv mit den für die Unternehmensnachfolge zentralen Begriffsdefinitionen auseinander, um eine fundierte wissenschaftliche Grundlage für die Einordnung verschiedener Nachfolgemodelle zu schaffen.
- Differenzierte Definition des Familienunternehmens und Abgrenzung von KMU.
- Systematische Einteilung der Unternehmensnachfolge in familieninterne und familienexterne Varianten.
- Detaillierte Analyse von Nachfolgeinstrumenten wie Buy-Out-Modellen (MBO, MBI, etc.).
- Erläuterung von Modellen zur Unternehmensstruktur, wie das Drei-Kreise-Modell.
- Untersuchung von Sonderformen der Nachfolge, darunter Stiftungslösungen und Liquidation.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Management-Buy-Out (MBO)
Ein Management-Buy-Out ist eine unternehmensinterne Unternehmensübergabe, bei welcher eine oder mehrere Personen aus dem Management die Mehrheit der Anteile am Unternehmen erwerben und somit aus Mitarbeitern Unternehmer werden. Diese Übergabeform wird gerade bei kleinen und mittleren Familienunternehmen ohne geeigneten familieninternen Nachfolger gewählt und erfolgt meistens entweder durch Fremdmanager oder Angestellte aus der zweiten Führungsetage, sodass eine Abgrenzung zum EBO erfolgt. Ein Grund für das Zustandekommen von MBOs ist die Kontinuität, welche bei einer solchen Übergabe die Entwicklung des Unternehmens sichert, da die Manager bereits mit dem Unternehmen vertraut sind und somit die bestehenden Kunden des Unternehmens nicht verunsichert werden. Ein weiterer Vorteil von MBOs ist die Tatsache, dass keine unternehmensfremden Personen Einsicht in das Unternehmen und dessen Struktur erhalten. Ein Nachteil von MBOs ist das oftmalige Fehlen von ausreichendem Kapital und Sicherheiten der Manager; ein Leverage-Buy-Out kann in diesem Fall die Lösung darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Familienunternehmen: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Definitionsschwierigkeiten des Begriffs Familienunternehmen und stellt verschiedene wissenschaftliche Modelle zur Strukturierung und Analyse dieser Unternehmen vor.
2 Unternehmensnachfolge: Das Kapitel definiert den Begriff der Unternehmensnachfolge und klassifiziert diese systematisch in familieninterne und familienexterne Übertragungsformen, inklusive spezifischer Instrumente.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Management-Buy-Out, MBI, Schenkung, Vererbung, Eigentumsmehrheit, Führungsmacht, Drei-Kreise-Modell, Nachfolgeplanung, Unternehmenskauf, KMU, Generationswechsel, Stiftung, Liquidation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den grundlegenden Begriffsdefinitionen, die für den komplexen Prozess der Unternehmensnachfolge von hoher Relevanz sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Familienunternehmen, verschiedene Modelle zur Darstellung dieser (z.B. Zwei-Kreis- oder Drei-Kreise-Modell) sowie die detaillierte Klassifizierung von Nachfolgeformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch die Klärung wesentlicher Begrifflichkeiten eine saubere wissenschaftliche Basis für die Analyse und Einordnung von Nachfolgeprozessen zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um bestehende Definitionen zu vergleichen und einheitlich einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die familieninternen (Schenkung, Vererbung) als auch die vielfältigen familienexternen Nachfolgemöglichkeiten (Buy-Out-Varianten, Verkauf an Dritte, Liquidation etc.) detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Buy-Out-Modelle, Eigentumsstruktur und Generationswechsel geprägt.
Wie unterscheidet sich ein MBO von einem MBI?
Bei einem MBO (Management-Buy-Out) übernehmen Führungskräfte aus dem Unternehmen selbst die Mehrheit, während beim MBI (Management-Buy-In) ein unternehmensexternes Management die Anteile und Führung übernimmt.
Was ist das Ziel des "Substantial Family Influence" Modells?
Dieses Modell dient dazu, anhand von drei Kriterien – Eigenkapitalanteil, Geschäftsführung und Kontrollgremium – festzustellen, ob ein Unternehmen tatsächlich als Familienunternehmen einzustufen ist.
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- Mag. Michael Walch (Autor), 2011, Erläuterungen wichtiger Begriffe in der Unternehmensnachfolge, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294531