Mark Twain once said, “It’s not the progress I mind, it’s the change I don’t like.” Projektarbeit bringt Fortschritt, führt zu Veränderungen und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig ist es eine große Herausforderung, alle die in ein Projekt eingebunden werden, oder durch ein Projekt betroffen sind, von „diesem Strom“ zu erfassen und zu begeistern.
In der öffentlichen Verwaltung sind immer mehr Beschäftigte in Projekten zu finden. Die Ursachen liegen zum einen in der Veränderung von Verwaltungsstrukturen, sowie in der Umsetzung neuer gesetzlicher Grundlagen.
Erfasst von diesem „Strom“, durch die Einführung des NKF (Neues Kommunales Finanzmangement) bei der Stadtverwaltung Solingen, gewann die Projektarbeit auch im persönlichen Arbeitsumfeld der Autorin an Bedeutung.
Die Arbeit soll einen Überblick darüber geben, welcher Grundtyp der Projektorganisation in der Praxis bei der Stadt Solingen unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile genutzt wurde und, ob dieser unter Berücksichtigung der Erkenntnisse sinnvoll und geeignet war.
Der Aufbau der Arbeit beginnt mit der Erläuterung, was unter Projektorganisation zu verstehen ist. Anschließend werden die Grundtypen der Projektorganisation beschrieben und die Vor- und Nachteile erläutert, sowie Bezug auf die Grenzen und Möglichkeiten unter Berücksichtigung vorgenannter Fragestellung genommen. Näher betrachtet wird die Projektorganisation eines Projekts der Solinger Stadtverwaltung, bei der die Autorin arbeitet. Die Arbeit schließt ab mit einem Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen und einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Projektorganisation
2.1 Grundtypen der Projektorganisation
2.2 „Reine“ Projektorganisation
2.3 Funktionale Projektorganisation
2.4 Matrix-Projektorganisation
2.5 Kriterien für die Auswahl der Projektorganisation
3 NKF-Projekt
3.1 Auswahl der Projektorganisation
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Grundtypen der Projektorganisation und deren Vor- und Nachteile mit dem Ziel, ihre praktische Anwendbarkeit anhand des NKF-Einführungsprojekts der Stadt Solingen kritisch zu bewerten.
- Grundtypen der Projektorganisation („reine“, funktionale und Matrix-Projektorganisation)
- Theoretische Vor- und Nachteile der Organisationsformen
- Entscheidungskriterien für die Wahl einer Projektorganisation
- Praxisbeispiel: Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF)
- Analyse der gewählten Mischform im NKF-Projekt der Stadt Solingen
Auszug aus dem Buch
3.1 Auswahl der Projektorganisation
Für die Stadt Solingen war Umstieg auf das NKF mehr als ein Pflichtprojekt. Das Umsetzungsprojekt wurde auch zur Optimierung von internen Abläufen genutzt. „So wurden mit dem NKF eine zentrale Rechnungseingangsverarbeitung und die zentrale Pflege von Personenkontenstämmen eingeführt. Zusätzlich half die NKF-Projektorganisation, auch andere IT-Aufgaben zu erledigen. Dazu wurden verschiedene Teilprojekte eingerichtet: In einem Teilprojekt (s. Nr. 8) wurden Großrechnerverfahren zur Veranlagung von Steuern und Abgaben durch GES-KA abgelöst - eine ins SAP integrierte Software. Ein weiteres Teilprojekt übernahm die SAP-Einführung bei den Dienstleistungsbetrieben, die aus dem Vermögensbetrieb hervorgegangen waren (s. Nr. 9).“24
Die Wahl der Organisationsform für das Projekt erfolgte (im Vergleich zu vielen kleineren Projekten) sehr zweckgerichtet, auch wenn eine eindeutige Zuordnung zu einer der Organisationsformen nicht gelingt. Beim NKF-Projekt der Stadt Solingen gab es eine dreistufige Projektorganisation, die in den einzelnen Teilprojekten über separates Personal verfügte, das teilweise in mehreren Teilprojekten arbeitete und dafür aus der Linienorganisation herausgelöst war. Es handelte sich dabei zum einen um Kollegen und Kolleginnen, die zuvor in verschiedenen Bereichen der Verwaltung tätig waren und über entsprechendes Fachwissen verfügten, das für einzelne Teilprojekte von besonderer Bedeutung war. Gleichzeitig gab es aber auch Kollegen und Kolleginnen, die lediglich mit anteiliger Arbeitszeit dem Projekt zugeordnet waren und weiterhin Ihre reguläre Tätigkeit in der Linienorganisation ausführten. Sie hatten Gelegenheiten Projektzwischenschritte im „Echtbetrieb“ zu testen und entsprechende Erkenntnisse wieder in das Projekt rück zu koppeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Projektarbeit in der öffentlichen Verwaltung ein und benennt das NKF-Projekt als praxisnahes Beispiel für die Untersuchung verschiedener Organisationsformen.
2 Projektorganisation: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Projektorganisation sowie die drei Haupttypen „reine“, funktionale und Matrix-Projektorganisation anhand ihrer spezifischen Vor- und Nachteile erläutert.
3 NKF-Projekt: Dieser Abschnitt beschreibt das spezifische Einführungsprojekt des Neuen Kommunalen Finanzmanagements bei der Stadt Solingen und beleuchtet die angewandte hybride Organisationsstruktur.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass für komplexe öffentliche Großprojekte eine Mischform aus Matrix- und reiner Projektorganisation vorteilhaft sein kann, um sowohl den Regelbetrieb aufrechtzuerhalten als auch die notwendige Fachkompetenz zu bündeln.
Schlüsselwörter
Projektorganisation, NKF, Stadt Solingen, öffentliche Verwaltung, Projektmanagement, reine Projektorganisation, funktionale Projektorganisation, Matrix-Projektorganisation, Aufbauorganisation, Entscheidungskompetenz, Linienorganisation, Haushaltswesen, Projektleitung, Verwaltungsstruktur, Projektsteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Grundtypen der Projektorganisation und bewertet deren Vor- und Nachteile, um die optimale Struktur für Projekte im öffentlichen Sektor zu identifizieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung der drei klassischen Organisationsformen von Projekten sowie deren praktische Anwendung in kommunalen Verwaltungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Grundtyp der Projektorganisation zu evaluieren, der bei der Einführung des NKF in der Stadt Solingen genutzt wurde, und dessen Eignung kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur in Kombination mit einer Fallstudie über das NKF-Projekt der Stadt Solingen.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Organisationsformen und die detaillierte Darstellung des NKF-Umstellungsprozesses in Solingen inklusive der dort gewählten Mischstruktur.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Projektorganisation, NKF, Verwaltungsmodernisierung und Organisationsstruktur beschreiben.
Warum wurde für das NKF-Projekt in Solingen keine reine Projektorganisation gewählt?
Da der Regelbetrieb der Verwaltung parallel weiterlaufen musste und das für die Umstellung notwendige Fachwissen in der Linie verblieb, erwies sich eine Mischform als praktikabler.
Welche Rolle spielte die Projektkoordinierungsgruppe?
Diese Gruppe setzte sich aus politischen Vertretern zusammen und unterstützte die Projektleitung bei fachlichen Fragestellungen und strategischen Entscheidungen.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Verw. (FH)/ Dipl.-Verw.-Betriebsw. (VWA) Sonja Destino (Autor:in), 2013, Projektorganisation. Grundtypen und deren Vor- und Nachteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294545